Jürgen Elsässer

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Jürgen Elsässer im Jahr 2008 auf dem jährlichen Pressefest der Tageszeitung Neues Deutschland

Jürgen Elsässer (* 20. Januar 1957 in Pforzheim) ist ein deutscher Journalist und politischer Aktivist. Er ist Autor zahlreicher Bücher über die Außenpolitik Deutschlands, unter anderem über die Balkanpolitik.

Von Mitte der 1970er Jahre bis zu dessen Auflösung 1991 war Elsässer Sympathisant und dann Mitglied des Kommunistischen Bundes (KB). Elsässer gilt als einer der ursprünglichen Protagonisten der Antideutschen, hat sich von dieser Strömung jedoch abgewandt und vertrat darauf hin, nach seinem Konflikt mit der Monatszeitschrift konkret, für die er von den 1990er Jahren bis 2002/03 regelmäßig Artikel geschrieben hatte, eine aus dem leninistischen Antiimperialismus abgeleitete Position der „Anti-Imperialisten“.

2009 gründete Elsässer die auch für das rechte Spektrum offenstehende „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“, die innerhalb der politischen Linken überwiegend auf Ablehnung stieß. Seit Ende 2010 ist er Chefredakteur des politischen Monatsmagazins Compact, in welchem er u. a. rechtspopulistischen und verschwörungstheoretischen Positionen ein Forum bietet.

Leben[Bearbeiten]

Elsässer studierte nach dem Abitur am Hebel-Gymnasium Pforzheim Lehramt und war danach vierzehn Jahre im Schuldienst Baden-Württembergs tätig. Dort betreute er vier Jahre lang eine Klasse mit hauptsächlich jugoslawischen Immigrantenkindern und lernte dabei, wie er sagt, „die Mentalität des serbischen Volkes schätzen“.[1] 1994 gab er seinen Beruf als Lehrer auf und ging nach Berlin.

Journalistischer Werdegang und politische Positionen[Bearbeiten]

Elsässer schrieb für die Zeitung Arbeiterkampf (AK) des Kommunistischen Bundes (KB). 1990 erschien im AK ein von Jürgen Elsässer verfasster Artikel mit der Überschrift „Warum die Linke antideutsch sein muß“, weshalb er heute als einer der Erfinder der „antideutschen" Strömung gilt. Bei der anschließenden Auflösung bzw. Spaltung des KB gehörte Elsässer zu dem Teil, der von nun an die Zeitschrift Bahamas herausgab, in der er fortan publizierte.

In Berlin wurde Elsässer leitender Redakteur und kurzzeitig auch Chefredakteur der linken Tageszeitung junge Welt. Elsässer galt dabei als Beispiel für die in der jungen Welt vorherrschende Ablehnung Israels als westlicher Demokratie und die Sympathien für radikale Palästinensergruppen.[2] Nach Protesten gegen eine Personalentscheidung des Geschäftsführers war er 1997 mit anderen Redakteuren an der Gründung des neuen Zeitungsprojekts Jungle World beteiligt, als deren Mitherausgeber ihm 2000 gekündigt wurde.

Später wurde er Redakteur bei dem Magazin konkret und schrieb außerdem regelmäßig unter anderem für die Allgemeine Jüdische Wochenzeitung[3] und das Kursbuch. Nach einem Zerwürfnis mit dem konkret-Herausgeber Hermann L. Gremliza in der Frage des nahenden Irakkriegs wurde Elsässer Ende 2002 als verantwortlicher Redakteur des Politikteils entlassen. Vor dem Hintergrund des entsprechenden Konflikts mit der konkret-Redaktion stellte er in verschiedenen Publikationen seine Gegnerschaft zu diesem Krieg dar und analysierte beispielsweise im Dezember des Jahres die erneute Spaltung der Linken seit dem „Kollaps des sozialistischen Lagers“, wobei er in einem zweiteiligen Essay (Wie sie lernten, die Bombe zu lieben – Linke, Krieg und Antisemitismus) die Linke kritisierte, weil sie ihre bisherige Kriegsgegnerschaft, die er als „Minimalkonsens“ seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bezeichnete, nach 1989 aufgegeben habe.[4]

Im Zusammenhang mit seiner Ablehnung des Irakkriegs und Kritik an der Entwicklung der Zeitung trennte sich 2002 auch die Jungle World von Elsässer.[5] Seit April 2008 arbeitete Elsässer für die Tageszeitung Neues Deutschland[6], die sich jedoch bereits im Januar 2009 von Elsässer trennte, da Elsässer „an rechte Parolen angedockt“ habe.[7][8] Weiterhin schreibt er für die Islamische Zeitung[9] und die Wochenzeitung Zeit-Fragen, bis 2009 schrieb er auch für die Wochenzeitung der Freitag. 2009 erschienen mehrere Artikel von Jürgen Elsässer bei Kopp Online, dem Nachrichtenportal des verschwörungstheoretischen Kopp Verlages.[10]

„Volksinitiative gegen das Finanzkapital“[Bearbeiten]

Im Januar 2009 rief Elsässer zur Gründung einer „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ auf. Die gegenwärtige Wirtschafts- und Finanzkrise sei ein „bewusster Angriff des anglo-amerikanischen Finanzkapitals“, den es abzuwehren gelte. Dabei spiele der „Nationalstaat“ „eine entscheidende Rolle“. Hauptaufgabe der Volksinitiative sei „die entschädigungslose Nationalisierung des Finanzsektors“. Die Volksinitiative solle offen sein für alle „von Lafontaine bis Gauweiler“. Obwohl Elsässer eine Zusammenarbeit mit „Rechtsradikalen“ und „Völkischen“ ausschloss, wurde sein Aufruf vom stellvertretenden NPD-Vorsitzenden Holger Apfel begrüßt. In einer Grundsatzerklärung der Volksinitiative heißt es: „Unter ‚Volk‘ verstehen wir in der französischen Tradition ein politisches Bündnis der Unterdrückten, unabhängig von Herkunft, Religion und Geschlecht. Rechtsradikale und andere Völkische, die in unseliger Tradition nur Deutsche im Sinne der NS-Rassegesetze zum Volk zählen und gegen Immigranten und Flüchtlinge hetzen, machen die dringend nötige Einheit aller Unterdrückten unmöglich. Sie können bei der Volksinitiative nicht mitarbeiten und sind auch nicht unsere Bündnispartner.“[11] Zu einer Konferenz der „Volksinitiative“ in Berlin im Herbst 2010 waren unter anderem auch Vertreter der politischen Rechten eingeladen, zum Beispiel Nigel Farage, Vorsitzender der rechtskonservativen und euroskeptischen Fraktion Europa der Freiheit und der Demokratie im Europäischen Parlament. Weitere prominente Teilnehmer aus dem rechten Spektrum waren der Jura-Professor und Mitbegründer des Bundes Freier Bürger, Karl Albrecht Schachtschneider, oder der Wirtschaftswissenschaftler und Autor der Wochenzeitung Junge Freiheit, Wilhelm Hankel. Neben diesen Vertretern des politisch rechten Spektrums zieht die Volksinitiative auch Anhänger der Verbindung von Rechtsextremismus und Esoterik an.[12]

Zeitschrift Compact[Bearbeiten]

Hauptartikel: Compact (Magazin)

Seit Sommer 2009 ist Elsässer Herausgeber der Taschenbuchreihe „Compact“ im Kai Homilius Verlag und seit Ende 2010 auch Chefredakteur und Verleger (gemeinsam mit Kai Homilius und Andreas Abu Bakr Rieger) des gleichnamigen Monatsmagazins, das nach Eigeneinschätzung eine Brücke zwischen linken und rechten politischen Positionen schlagen soll. Nach Einschätzung des Rechtsextremismusforschers und SPD-Politikers Mathias Brodkorb und einer Veröffentlichung der ver.di Jugend überwiegen in dem Magazin hingegen rechte Positionen – etwa aus dem Konservativismus, dem Libertarismus oder der Neuen Rechten.[13][14] Antonie Rietzschel bezeichnete die Zeitschrift in der Süddeutschen Zeitung als ein „rechtspopulistisches Magazin mit Hang zu Verschwörungstheorien“.[15]

Positionen und Rezeption[Bearbeiten]

Elsässer kritisierte in der Jungen Welt vom 9. November 2006 an Teilen der Linkspartei, dass sie aus einem verkehrten Antifaschismus heraus von antikapitalistischen Positionen abgerückt seien. Unter anderem schrieb er: „Mit Staatsknete wird Multikulti, Gendermainstreaming und die schwule Subkultur gefördert, während die Proleten auf Hartz IV gesetzt werden.“ In der Jungle World, aber auch von der Politikerin Petra Pau (Die Linke) wurde Elsässer daraufhin Populismus, Nationalismus und Homophobie vorgeworfen.[16] Elsässer selbst bezog in einem Interview mit der Zeitschrift jungle world am 17. Januar 2007 zu Vorwürfen der „Antideutschen“ Stellung und grenzte sich gegen Vereinnahmungsversuche des äußersten rechten Lagers ab.[17] Elsässer hatte zuvor in der Erstausgabe der Neuauflage der rechtsextremen französischen Zeitung Le Choc du Mois ein Interview gegeben.[18] Elsässer verteidigte sich mit den Worten „Die Zeitung hat sich das Interview erschlichen. Hätte ich gewusst, dass es ein rechtsradikales Blatt ist und dass in derselben Ausgabe ein Interview mit Le Pen erscheint, hätte ich das Interview nicht gegeben.“

Den von unterschiedlichen Seiten heftig kritisierten Film Tal der Wölfe – Irak nahm Elsässer in Schutz. Während Kritiker den Film etwa als antisemitischen und antiamerikanischen Reißer bezeichneten,[19] verteidigte Elsässer ihn und hielt den Vorwurf des Antisemitismus für unzutreffend. Der jüdische Arzt, der den Gefangenen Organe entnimmt und weiterverkauft, sei eine „eher harmlose Figur“, ein „kleiner Profiteur der US-Aggression“, der als Allegorie das Verhältnis zwischen den Regierungen in Jerusalem und in Washington beschreibe.[20]

In dem Buch Links oder lahm?, herausgegeben von Hans Modrow und Ulrich Maurer, plädiert Elsässer dafür, „die Linke solle wie in Venezuela mit Hilfe von Plebisziten das Tor zum Sozialismus aufstoßen“. Jochen Staadt schrieb in der FAZ über den Aufsatz Elsässers: „Elsässer gehört zu den klugen Köpfen im Linksmilieu, weswegen er dort auch keinen Einfluss hat.“[21] In seiner Publikation Angriff der Heuschrecken plädiert Elsässer im Anschluss an die „Heuschreckendebatte“ dafür, „Modernisierungsverlierer“ für eine Verteidigung des Nationalstaates gegen die „globalistischen Attacken der USA“ zu mobilisieren. Das Buch stieß in einigen Teilen der Linken auf Ablehnung. Die Wochenzeitung sprach von einem „Manifest für einen linken Populismus“, dem „nur sehr wenig Progressives abzugewinnen sei“.[22] Dagegen hielt Rüdiger Göbel in der jungen Welt es für das „derzeit wohl spannendste wie provokativste Druckwerk zum Zustand und zur Zukunft der Linkskräfte in diesem Land.“[23]

Elsässer äußerte sich auch kontrovers zum Massaker von Srebrenica vom Juli 1995. Er widersprach den Feststellungen des Internationalen Strafgerichtshofs für das ehemalige Jugoslawien und bestritt die Zahl der Massaker-Opfer, die vor Gericht und in den Medien mit bis zu 8000 Getöteten angegeben wird.[24] Auch relativierte er das Massaker, unter anderem durch Berufung auf serbische Kriegsopfer.[25] Elsässer sprach von einem „schrecklichen Massaker an Wehrlosen“[24], die Klassifizierung des Geschehens als Völkermord nannte er aber eine „Lüge“[26] und einen „Mythos“.[27] Er behauptete, eine Reihe von muslimischen Toten seien im Sommer 1995 Opfer von Liquidationen geworden, die andere Muslime verübt hätten.[28] Elsässer betonte ferner, dass die Verbrechen von Srebrenica nicht gezielt und systematisch vorgenommen worden seien. Die Taten seien allein „von marodierenden serbischen Einheiten zu verantworten. Viele der Soldaten kamen aus der Region um Srebrenica und wollten den Tod von Angehörigen rächen, die zuvor bei moslemischen Überfällen getötet worden waren.“[29] Elsässers Einschätzung steht im Widerspruch zu den Erkenntnissen des Strafgerichtshofs, der die systematische Planung und Durchführung der Verbrechen als bewiesen ansieht.[30]

Auch im rechtsextremistischen Spektrum wurden Publikationen Elsässers vereinzelt positiv interpretiert, so etwa 2007 durch den NPD-Abgeordneten Jürgen Gansel. Dieser meinte in einem Beitrag auf der Homepage der NPD, dass Elsässer „Brücken zur NPD“ schlage.[31]

Für die Gründung seiner „Volksinitiative gegen das Finanzkapital“ wurde Elsässer scharf kritisiert. Thomas Vitzthum analysierte in Die Welt eine Querfront-Strategie, um eine Zusammenarbeit von rechts- und linksradikalen Antikapitalisten unter Betonung des Nationalismus herzustellen.[32] Die linke tageszeitung vermutete, der Wortlaut seiner Erklärung sei so formuliert, um „rechtsextreme Kreise explizit in sein Bündnis integrieren“ zu wollen. Die Redaktion des Neuen Deutschland warf ihm vor, er habe an „rechte Parolen angedockt“, die „höchst gefährlich“ seien, und beendete die Zusammenarbeit mit dem Autor.[33] Zuvor trennten sich im Februar 2008 bereits die Tageszeitung junge Welt und Elsässer voneinander.

Den Ausgang der Präsidentschaftswahlen im Iran im Juni 2009 begrüßte Elsässer auf seiner Homepage mit den Worten: „Eine schöne Schlappe für den Imperialismus im Iran!… Der Präsident hat klar gewonnen. Und die Leute, die dagegen demonstrieren, sind erkennbar eine kleine Minderheit: Die Jubelperser von USA und NATO […] Salemaleikum, Präsident! Auf weitere vier friedliche Jahre! Und heute abend werde ich, ganz unislamisch, auf Dich einen Slivovitz trinken!“ Wobei er auch die Repression durch „Ahmidenedschads Leute“ begrüßt: „Hier wollen Discomiezen, Teheraner Drogenjunkies und die Strichjungen des Finanzkapitals eine Party feiern. Gut, dass Ahmadinedschads Leute ein bisschen aufpassen und den einen oder anderen in einen Darkroom befördert haben.“ Später entschuldigte er sich für diese Wortwahl. Gemeint sei „lediglich die streng rechtsstaatliche Ingewahrsamnahme von Gewalttätern, wie sie die Polizei auch in der besten Demokratie vornehmen muss“. Die Kernaussage des Textes wurde von ihm ausdrücklich bestätigt.[34][35] Seine Sympathie für den iranischen Staatspräsidenten unterstrich Elsässer anlässlich einer Reise in den Iran, die Yavuz Özoguz, Herausgeber des Muslim-Markt, organisiert hatte und deren „politischer Höhepunkt“ eine „Privataudienz“ bei Mahmud Ahmadinedschad war [36]. Er fasste eine Reihe von positiven Aussagen über den Iran als „hochmodernes Land“ in der Formel zusammen: „Das Land hat Kraft und Perspektive“. Dem Vorwurf von Udo Ulfkotte, Ahmadinedschad habe in einem ZDF-Interview „eiskalt den Holocaust geleugnet[37], hielt Elsässer im Rahmen eines offenen Briefes an Ulfkotte entgegen, es habe sich bei der Formulierung des iranischen Präsidenten um eine „gewundene“ Ausdrucksweise gehandelt. Weiter schreibt er: „Wenn einer den Holocaust rechtfertigt oder verharmlost, würde ich immer scharf dagegenhalten und dies selbstverständlich auch von anderen Journalisten erwarten. Etwas anderes ist, ob man einen Ausländer in seinem Land – das Interview fand in Teheran statt – deutschen Gesetzen unterwirft.“ und wendet sich dagegen, „die deutschen Holocaust-Meinungsgesetze auch auf den iranischen Präsidenten anzuwenden“.[38]

Elsässer vertritt ethnopluralistische Positionen wie eine Schädlichkeit des „Vermischen[s]“ von Völkern.[39][40][41] Er verteidigte die Thesen des Buches Deutschland schafft sich ab und stellte den „Sarrazin-Block“ in der Bevölkerung dem „Wulff-Block“ gegenüber. Nachdem Bundespräsident Christian Wulff in einer Rede zum Jahrestag der Wiedervereinigung 2010 den Islam als Teil Deutschlands bezeichnet hatte, kritisierte Elsässer Wulffs Positionen als „Angriff auf Deutschland“: „Den Multikulti-Strategen um Wulff sei gesagt: Die Identität Deutschlands wurzelt in der ‚deutschen Leitkultur‘. Diese wird geprägt durch die großen Strömungen des Christentums im Land. […] Jüdische und islamische Einflüsse gab und gibt es zwar. Sie als gleichberechtigt daneben stellen zu wollen, ist aber in der Sache unsinnig und in der Intention zerstörerisch für die deutsche Nationalkultur.“[42]

Elsässer begrüßt die Initiativen des rechtskonservativen ungarischen Kabinetts Orbán und dessen Verfassungsänderungen bezüglich der Betonung der nationalen Souveränität des Landes und der Festschreibung des Forint in der Verfassung.[43][44]

Am 21. April 2014 trat Elsässer bei einer der Mahnwachen für den Frieden am Potsdamer Platz auf. Dabei nahm er die Veranstaltung gegen den Vorwurf in Schutz, rechtslastig zu sein: „Die wahren Antifaschisten stehen hier auf dem Platz“, rief er seinem Publikum zu, dem auch der Berliner NPD-Vorsitzende Sebastian Schmidtke angehörte.[45] Der ukrainischen Politikerin Julia Timoschenko unterstellte Elsässer, eine „Endlösung der Russenfrage“ zu planen. Links und rechts seien veraltete Begriffe, heute gehe der Kampf gegen die „internationale Finanzoligarchie“, zu denen er „die Herren Rockefeller, Rothschild, Soros, Chodorkowski, das englische Königshaus und das saudische Königshaus“ rechnete: Diese würden die Federal Reserve Bank benutzen, um die ganze Welt ins Chaos zu stürzen. Diese Äußerungen wurden von der Huffington Post und der Frankfurter Rundschau als „antisemitisch“ bezeichnet.[46] Gegen die linke Publizistin Jutta Ditfurth, die gegen ihn öffentlich diesen Vorwurf in noch schärferer Form erhoben hatte, erwirkte er im Juni 2014 beim Landgericht München I eine einstweilige Verfügung, die ihr die Wiederholung dieser Aussage untersagte.[47] Das Landgericht hob am 30. Juli 2014 die einstweilige Verfügung wieder auf. [48] Ein Urteil über Elsässers Klage im Hauptsacheverfahren erging bisher nicht.

Die ZEIT bezeichnete Elsässer als „Kremlpropagandist“: er pflege Kontakte zu kremlnahen Kreisen und benutze, unter anderem im Zusammenhang mit der Krimkrise, dieselben apologetischen Argumentations- und Interpretationsmuster wie die russische Regierung. 2013 interviewte Elsässer den wegen relativierender Kommentare zur Waffen-SS und zum Faschismus umstrittenen Vertreter des Neo-Eurasismus, Alexander Dugin. Des Weiteren habe Elsässer Verbindungen zu dem Putin-freundlichen Flügel der Alternative für Deutschland um Alexander Gauland.[49]

Werke[Bearbeiten]

  • Antisemitismus, das alte Gesicht des neuen Deutschland, Dietz, Berlin 1992, ISBN 3-320-01795-0
  • Krisenherd Europa. Nationalismus – Regionalismus – Krieg, Die Werkstatt-Verlag, 1994, ISBN 3-923478-89-5
  • Wenn das der Führer hätte erleben dürfen: 29 Glückwünsche zum deutschen Sieg über die Alliierten, KVV „konkret“, 1995, ISBN 3-930786-02-8
  • Vorwärts und vergessen? Ein Streit um Marx, Lenin, Ulbricht und die verzweifelte Aktualität des Kommunismus, Konkret Literatur Verlag, 1996, ISBN 3-930786-06-0
  • Braunbuch DVU, Konkret Literatur Verlag, 1998, ISBN 3-930786-18-4
  • Nie wieder Krieg ohne uns, Konkret Literatur Verlag, 1999, ISBN 3-930786-23-0
  • Deutsche Demokraten. Wie rechtsradikal sind CDU und CSU?, Werkstatt-Verlag, 2001, ISBN 3-923478-94-1
  • Die Fratze der eigenen Geschichte. Von der Goldhagen-Debatte zum Jugoslawienkrieg, Elefantenpress, Berlin 1999, ISBN 3-88520-756-7
  • Make Love and War, Pahl-Rugenstein Verlag, 2002, ISBN 3-89144-295-5
  • Deutschland führt Krieg, Konkret Literatur Verlag, 2002, ISBN 3-930786-37-0
  • Der deutsche Sonderweg, Diederichs Verlag, 2003, ISBN 3-7205-2440-X
  • Kriegslügen. Vom Kosovokonflikt zum Milosevic-Prozess, Kai Homilius Verlag, 2004, ISBN 3-89706-884-2
  • Wie der Dschihad nach Europa kam, Np Buchverlag, März 2005, ISBN 3-85326-376-3
  • Angriff der Heuschrecken, Verlag Pahl-Rugenstein Januar 2007, ISBN 3-89144-376-5
  • Kriegslügen. Der NATO-Angriff auf Jugoslawien, Kai Homilius Verlag, 2008, ISBN 978-3-89706-511-6
  • Wie der Dschihad nach Europa kam. Gotteskrieger und Geheimdienste auf dem Balkan, Kai Homilius Verlag, 2008, aktualisierte Taschenbuchausgabe, ISBN 978-3-89706-840-7
  • Terrorziel Europa.Das gefährliche Doppelspiel der Geheimdienste, Residenz Verlag, 2008, ISBN 3-7017-3100-4
  • Nationalstaat und Globalisierung, Manuscriptum Verlagsbuchhandlung, Waltrop und Leipzig 2009, ISBN 978-3-937801-47-6
  • Gegen Finanzdiktatur. Die Volksinitiative: Grundsätze, Konzepte, Ziele, Kai Homilius Verlag, 2009, Compact, ISBN 978-3-89706-410-2
  • als Herausgeber: Iran. Fakten gegen westliche Propaganda, Homilius, Berlin 2009, ISBN 978-3-89706-414-0.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Andreas Dietl: Der Elsässer. In: Jungle World Nr. 46/2000 (Online bei nadir.org (Version vom 15. März 2009 im Internet Archive))
  2. Extremismus & Demokratie, Band 20, Bouvier, 2008, S. 241
  3. Martin Krauß: Tee beim Diktator. Deutsche Polittouristen pilgern zum Mullah-Regime. In: Jüdische Allgemeine. 10. Mai 2012, abgerufen am 7. Oktober 2013.
  4. Vgl. Jürgen Elsässer: Wie sie lernten, die Bombe zu lieben. Linke, Krieg und Antisemitismus, erster Teil, junge Welt, 7. Dezember 2002; sowie ders.: Mit Auschwitz lügen. Linke, Krieg und Antisemitismus, zweiter Teil, junge Welt, 9. Dezember 2002.
  5. Elsässer: Es war ein Fehler (Version vom 15. März 2009 im Internet Archive) - über den Streik in der junge Welt und seine Kritik zur Entwicklung der Jungle World 31. Juli 2002, via Internet Archive.
  6. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.wir-sie.deDas Webmagazin Wir&Sie: Die große Schleife - über J.E. Wechsel zum ND , 22. März 2008.
  7. F. Lee, V. Medick: Wegen rechtsextremer Rhetorik. ND entlässt Volksfront-Gründer. In: taz vom 15. Januar 2009.
  8. In eigener Sache: Neues Deutschland hat den Autorenvertrag mit Jürgen Elsässer beendet. In: neues deutschland vom 15. Januar 2009.
  9. http://www.islamische-zeitung.de/?id=11578
  10. http://kopp-online.com/hintergruende/geostrategie/westerwelle-in-israel.html
  11. Jürgen Elsässer: Unsere Einschätzung der Lage
  12. Zweifelhafte Stars, Neues Deutschland, 22. September 2010
  13. Mathias Brodkorb: Jürgen Elsässer und sein Magazin „Compact“ – Der Gottfried Feder des 21. Jahrhunderts?. In: Endstation Rechts vom 25. März 2011
  14.  ver.di Jugend (Hrsg.): Aktiv gegen extrem rechte Zeitungen. März 2012, S. 14–15 (online, abgerufen am 28. April 2013).
  15. Süddeutsche Zeitung: Konferenz mit Scholl-Latour, Herman und Sarrazin Die Familienverschwörung, 6. September 2013
  16. Ivo Bozic: Angst vor den Oskars, Jungle World 47/2006.
  17. Vgl. „Wer keine antiamerikanischen Reflexe hat, ist hirntot!“, Interview in der Jungle World, 3 18. Januar 2007.
  18. Die erste Auflage des Blattes erschien 1987 und musste 1993 nach einer Verurteilung wegen Negationismus ihr Erscheinen einstellen.
  19. Heinrich Wefing: „Tal der Wölfe“ frei ab sechzehn - FAZ
  20. http://www.hagalil.com/archiv/2006/03/elsaesser.htm
  21. Jochen Staadt: Mehr Ideologie wagen, FAZ, 6. Januar 2007.
  22. Bernhard Schmid: Die Aliens kommen, WOZ, 25. Januar 2007.
  23. Rüdiger Göbel: „Sein oder Nichtsein“ - Jürgen Elsässer provuziert für eine starke Linke.: In junge Welt Nr. 104 vom 13. Januar 2007, abgerufen am 6. Mai 2013
  24. a b Jürgen Elsässer: Srebrenica und Karthago, der Freitag, 18. Juli 2003.
  25. Jürgen Elsässer: „3287 Tote klagen an“, in: „Junge Welt“, 11. Juli 2005, S. 3
  26. Jürgen Elsässer: “Die Rampe von Srebrenica“, in: Derselbe: Kriegsverbrechen. Die tödlichen Lügen der Bundesregierung und ihre Opfer im Kosovo-Konflikt, Hamburg 2000, S. 14–36, hier S. 14.
  27. Jürgen Elsässer: „Neuer Streit um Srebrenica. Zwei Gerichtsurteile passen nicht ins Bild der westlichen Propaganda“, in: „Junge Welt“, 11. April 2007.
  28. Jürgen Elsässer: Serbenmörder vor Gericht. In: junge Welt, 16.und 17. April 2003. (Online (Version vom 26. Mai 2009 im Internet Archive))
  29. Jürgen Elsässer: Mladics letzter Kampf. Falsche Vorwürfe wegen der Eroberung Srebrenicas 1995. In: „junge Welt“, 23. Februar 2006 (Online (Version vom 15. März 2009 im Internet Archive))
  30. s. z.B. das Urteil in dem Prozess gegen Radislav Krstic vom 2. August 2001 (Case No. IT.98-33-T), in dem es heißt: „The Trial Chamber has previously determined that a widespread and systematic attack was launched against the Bosnian Muslim population of Srebrenica from 11 July onwards, by reason of their belonging to the Bosnian Muslim group.“ S. 188 (PDF)
  31. Jürgen W. Gansel: Querfront-Populismus droht die Linkspartei zu zerreißen. Lafontaines Ideengeber Jürgen Elsässer fordert Verbot der Grünen und schlägt Brücken zur NPD, (Beitrag auf der Homepage der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD)).
  32. Linker Publizist von der NPD für „Volksfront“ gelobt, in: Die Welt vom 16. Januar 2009
  33. F. Lee, V. Medick: Wegen rechtsextremer Rhetorik. ND entlässt Volksfront-Gründer. In: taz vom 15. Januar 2009.
  34. J. Elsässer, 15. Juni, 2009/13. Juli, 2009: „Glückwunsch, Ahmadinedschad!“ [3]
  35. Reinhard Mohr: Ein Slibowitz auf Ahmadinedschad - SpOn, 27. Juni 2009
  36. Elsässer-Website vom 30. April 2012
  37. Volksverhetzung im ZDF? Moderator Claus Kleber unter Druck Kopp Online, 21. März 2012; abgerufen am 9. Dezember 2012
  38. Ahmadinedschad im ZDF: Offener Brief an Udo Ulfkotte im Blog von Jürgen Elsässer, 23. März 2012; abgerufen am 9. Dezember 2012
  39.  Carl Melchers: Mit Contenance für die Nation. In: Jungle World. Nr. 49, 9. Dezember 2010 (online, abgerufen am 28. April 2013).
  40. Weltpremiere oder Weltverschwörung: Die Compact Konferenz in Berlin, Störungsmelder vom 23. November 2012
  41. Clemens Heni: Gegen den „Völkerbrei“: Jürgen Elsässer und die Sprache des Nationalsozialismus. 5. Januar 2010, abgerufen am 28. April 2013.
  42. Wulffs Angriff auf Deutschland im Blog von Elsässer, 5. Oktober 2010; abgerufen am 6. Oktober 2010
  43. Bravo Ungarn! Neue Verfassung contra Euro! (im Weblog von Elsässer)
  44. Gerechtigkeit für Ungarn
  45. Frida Thurm: Proteste: Die ganz eigene Welt der Montagsdemonstranten auf zeit.de vom 22. April 2014, Zugriff am 18. Juni 2014.
  46. Sebastian Christ: Elsässer, Jebsen und die Montagsdemos: Warum die neue "Friedensbewegung" so gefährlich ist auf Huffingtonpost.de vom 22. April 2014; Daniel Majic: Montagsdemonstrationen: Elsässers Schein-Triumph. In: Frankfurter Rundschau vom 10. Juni 2014 (online), abgerufen am 19. Juni 2014.
  47. Daniel Majic: Montagsdemonstrationen: Elsässers Schein-Triumph. In: Frankfurter Rundschau vom 10. Juni 2014 (online, Zugriff am 19. Juni 2014).
  48. Martin Niewendick: Ditfurth gewinnt gegen Elsässer Ruhrbarone vom 1. August 2014
  49. Thomas Korn und Andreas Umland: Jürgen Elsässer, Kremlpropagandist. www.zeit.de, 19. Juli 2014