Jürgen Geißinger

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Jürgen M. Geißinger

Jürgen M. Geißinger (* 24. Juli 1959 in Schwäbisch Gmünd) ist ein deutscher Wirtschaftsmanager. Er war vom 1. November 1998 bis zum 4. Oktober 2013 Vorsitzender des Vorstands der im mittelfränkischen Herzogenaurach ansässigen Schaeffler Gruppe, einem Wälzlagerhersteller und Zulieferer der Automobilindustrie mit weltweit rund 76.000 Mitarbeitern (2012), allein davon über 28.000 Mitarbeitern in Deutschland und einem Jahresumsatz von 11,1 Mrd. Euro (2012)[1].

Leben[Bearbeiten]

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten]

Nach seinem Abitur 1979 studierte Geißinger Maschinenbau an der Universität Stuttgart. Ab 1985 war er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung in Stuttgart angestellt, die letzten zwei Jahre als Abteilungsleiter. 1989 promovierte er zum Dr.-Ing. Ab 1991 war er kurzzeitig bei der Heidelberger Druckmaschinen AG tätig.

1992 ging er zu ITT Automotive, wo er als Direktor der Abteilung Produktionstechnik in Auburn Hills (USA) begann, 1994 Leiter des Bereiches Elektronische Bremssysteme wurde, 1996 Geschäftsführer des gesamten Geschäftsbereiches Bremssysteme, 1997 Vorsitzender der Geschäftsführung von ITT Industries Europe (Hamburg), Senior Vice President von ITT Automotive (Auburn Hills) sowie Officer von ITT Industries in White Plains (USA).

1998 wechselte er als Vorsitzender der Geschäftsleitung zur INA-Holding Schaeffler KG, der konzernführenden Gesellschaft der Schaeffler Gruppe. Unter seiner Leitung stieg der Umsatz der Gruppe um ein Mehrfaches. Geißinger verantwortete 2000 den Kauf des Kupplungsbauers LuK Gruppe, 2001 auch die erste feindliche Übernahme eines börsennotierten Unternehmens durch einen Familienkonzern in Deutschland, der Schweinfurter FAG Kugelfischer Georg Schäfer AG. Deren Vorstandsvorsitzender war er von 2001 bis 2004, seither ist er Aufsichtsratsvorsitzender. Die Unternehmensgruppe Schaeffler machte er zum weltweit zweitgrößten Wälzlager-Hersteller. Im Juli 2007 gab er für die Schaeffler Gruppe ein offizielles Angebot zur Übernahme des mehrfach umsatzstärkeren Automobilzulieferers Continental AG ab, welche im Jahr 1998 den Bereich Bremssysteme von ITT Automotive gekauft hatte.

Am 4. Oktober 2013 gab Schaeffler bekannt, das der bisherige Vorstandsvorsitzende Jürgen Geißinger das Unternehmen im gegenseitigem Einvernehmen und mit sofortiger Wirkung verlassen werde.[2]

Geißinger war Vizepräsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) und Sprecher deren Zulieferer-Gruppe. Außerdem ist er Aufsichtsratsmitglied bei der Continental AG[3] (bis Okt. 2013), bei MTU Aero Engines[4] und bei Sandvik AB[5].

Von Seiten der IG Metall wird Geißinger wegen seiner rigorosen Durchsetzung von Arbeitszeitverlängerungen und finanziellen Einbußen für die Arbeitnehmer verbundenen Kostensenkungsprogrammen kritisiert.

Familie[Bearbeiten]

Geißinger hat zwei jüngere Brüder. Er ist verheiratet, Vater von Zwillingen, und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Stuttgart. In früheren Jahren war er Trainer einer Handball-Mannschaft.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Juergen M Geissinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schaeffler AG: Geschäftsbericht 2012. Abgerufen am 25. März 2013.
  2. http://www.schaeffler-group.com/content.schaefflergroup.de/de/press/press-releases/press-details.jsp?id=39858752
  3. Continental AG: Aufsichtsrat der Continental AG. Abgerufen am 20. September 2013.
  4. MTU Aero Engines: Aufsichtsrat der MTU Aero Engines AG. Abgerufen am 20. September 2013.
  5. Sandvik AB: Sandvik AB - Board of Directors and Auditors. Abgerufen am 20. September 2013.