Jürgen Henkys

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Jürgen Henkys (* 6. November 1929 in Heiligenkreutz, Ostpreußen) ist ein deutscher Pfarrer und evangelischer Theologe sowie Kirchenlieddichter und -übersetzer.

Leben[Bearbeiten]

Henkys entstammt einer ostpreußischen Pfarrerfamilie. In der Kirche Heiligenkreutz (Ostpreußen) empfing er die Taufe und erlebte seine Schulzeit nach Heiligenkreutz in Palmnicken an der samländischen Bernsteinküste, in Königsberg (Preußen), in Wyk auf Föhr und in Leverkusen. Hier legte er 1948 das Abitur ab und studierte anschließend Theologie in Wuppertal, Göttingen, Heidelberg und Bonn.

Henkys nahm dann auf Bitten der ostdeutschen Kirchen seinen Dienst in der DDR auf. Anfang 1954 siedelte er in die DDR über und wurde nach dem Schulvikariat Prädikant (Vikar) in Groß Mehßow in der Niederlausitz. 1956 wurde er ordiniert und Hilfsprediger, dann Studieninspektor am Predigerseminar Brandenburg an der Havel, schließlich dort auch Dozent für Katechetik. 1965 promovierte er mit einer Dissertation über Bibelarbeit. Der Umgang mit der Heiligen Schrift in den evangelischen Jugendverbänden nach dem Ersten Weltkrieg an der Universität Greifswald. Die Arbeit erschien 1966 in Hamburg.

Von 1965 an war Henkys Dozent am Sprachenkonvikt, der damaligen Ostberliner Kirchlichen Hochschule, ab 1991 Professor für Praktische Theologie an der Humboldt-Universität Berlin; seit 1995 ist er emeritiert.

Jürgen Henkys ist ein Bruder des verstorbenen Publizisten Reinhard Henkys.

Henkys veröffentlichte Liedübertragungen aus anderen Sprachen. Seine Lieder wurden unter anderem im Evangelischen Gesangbuch aufgenommen.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Steig in das Boot. Neue niederländische Kirchenlieder; Berlin: Evangelische Verlagsanstalt, 1981; Neukirchen-Vluyn: Neukirchener Verlag, 1982; ISBN 3-7887-0694-5
  • Stimme, die Stein zerbricht. Geistliche Lieder aus benachbarten Sprachen; München: Strube, 2003
  • Frühlicht erzählt von Dir. Neue geistliche Lieder aus Skandinavien; München: Strube, 1990; ISBN 978-3-921946-12-1
  • Preist Gott in allen Alphabeten. 15 Psalmen nach den Melodien des Genfer Psalters neu gefasst; München: Strube, 1994 (Die Neu-Bereimungen wurden im Auftrag der Evangelisch-reformierten Kirche verfasst.)
  • Bibelarbeit. Der Umgang mit der Heiligen Schrift in den evangelischen Jugendverbänden nach dem Ersten Weltkrieg; Hamburg: Furche, 1966; zugleich: Diss. Greifswald, 1965
  • Seelsorge und Bruderschaft Luthers Formel „per mutuum colloquium et consolationem fratrum“ in ihrer gegenwärtigen Verwendung und ursprünglichen Bedeutung
    Aufsätze und Vorträge zur Theologie und Religionswissenschaft, 45; Berlin: Evangelische Verlags Anstalt, 1970
    Arbeiten zur Theologie, Reihe 1, Heft 41; Stuttgart: Calwer, 1970
  • Luthers Tischreden, zusammengestellt von J. Henkys, mit einem Essay von Walter Jens; Leipzig: Faber und Faber, 2003; ISBN 3-936618-05-4; ISBN 3-936618-06-2 und ISBN 3-936618-24-0
  • Das Kirchenlied in seiner Zeit. Hymnologische Beiträge; Berlin und Stuttgart 1980
  • Singender und gesungener Glaube. Hymnologische Beiträge in neuer Folge; Veröffentlichungen zur Liturgik, Hymnologie und theologischen Kirchenmusikforschung, 35; Göttingen: Vandenhoeck und Ruprecht, 1999; ISBN 3-525-57202-6
  • Geheimnis der Freiheit. Die Gedichte Dietrich Bonhoeffers aus der Haft. Biographie Poesie Theologie; Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2005; ISBN 3-579-01891-4

Übersetzungen / Übertragungen[Bearbeiten]

Das Evangelische Gesangbuch (EG) enthält folgende von Jürgen Henkys übersetzte Lieder (Auswahl): 20, 97, 98, 117, 154 (Str. 6), 212, 312, 313, 383, 430, 431, 455.

aus dem Niederländischen[Bearbeiten]

  • Het volk dat wandelt in het duister; Text von Jan Willem Schulte Nordholt (1959), Melodie von Frits Mehrtens (1959). Im niederländischen Liedboek voor de Kerken (1973) LvK 25.
    Deutsch: Das Volk, das noch im Finstern wandelt (1981); in EG 20 fehlt die ursprüngliche 7. Strophe. Strophenbau: 9.8.8.9. Tonart: e-moll. Der Text des Liedes lehnt sich an Jes 9,1–6 LUT an.
  • Met de boom des levens; Text von Willem Barnard (1963), Melodie von Ignace de Sutter (1964); LvK 184
    Deutsch: Holz auf Jesu Schulter (1975); EG 97. Strophenbau 6.5.6.5.6.5.6.5. Tonart: g-äolisch. Der Refrain ist die ursprünglich 4. Strophe, die von Ignace de Sutter zum Refrain genutzt wurde. Das Lied besteht nun aus sechs Strophen. Die erste und letzte bilden eine Klammer um zwei Doppelstrophen (2+3 (Bitte und Begründung) und 4+5 (Lob und Begründung)).
    Vorkommen in anderen Gesangbüchern: Schweiz: Reformiertes Gesangbuch (RG) 541 ö+, Katholisches Gesangbuch (KG) 393 ö+.
  • Hoe groot de vrugten zijn; Text von Joachim Frants Oudaen, 1685; Melodie von Dirk Raphaelszoon Camphuysen, 1924
    Englische Übertragung: This joyful Eastertide von George Ratcliffe Woodward, 1902
    Deutsch: Der schöne Ostertag (1983); EG 117. Strophenbau 6.7.6.7.6.7.6.7.9. Tonart: Es-dur.
  • Kwam van Godswege; Text von Huub Oosterhuis (1962/1973), Melodie von Jaap Geraedts (1965)
    Deutsch: Kam einst zum Ufer (1975); EG 312. Strophenbau 5.6.7.6.5.6. Tonart: e-moll. Biblisches Erzähllied: Mt 3,1–12 LUT, Lk 3,10–14 LUT
  • Jezus die langs het water liep; Text von Ad den Besten (1961), Melodie von Frits Mehrtens (1961). LvK 47
    Deutsch: Jesus, der zu den Fischern lief (1975); EG 313. Strophenbau 8.8.7.7.8.8.7.7. Tonart: d-moll. Biblisches Erzähllied: Mt 4,18–22 LUT; 9,9–13 LUT.
  • Geef vrede, Heer, geef vrede; Text von Jan Nooter (1963), Melodie: Ik wil mj gaanvertroosten; LvK 285
    Deutsch: Gib Frieden, Herr, gib Frieden (1980); EG 430. Strophenbau: 7.6.7.6.7.6.7.6. Melodie
    Deutsch: Befiehl Du deine Wege (EG 361). Tonart: d-dorisch.
  • Tief im Schoß meiner Mutter gewoben, Text von Sytze de Vriès (Gotteslob 419)

aus dem Englischen[Bearbeiten]

aus dem Norwegischen[Bearbeiten]

  • Fylt av glede over livets under; Text von Svein Ellingsen (1971), Melodie von Egil Hovland (1977). Strophenbau: 10.10.10.10. Tonart: F-dur
    Deutsch: Voller Freude über dieses Wunder (1982). Lied zur Taufe. EG 212.
  • Herre, du har reist meg opp; Text von Sven Ellingsen (1955), Melodie von Trond Kverno (1968). Strophenbau: 7.7.7.8.7.7.
    Deutsch: Herr, du hast mich angerührt(1982); EG 383. Alternative Melodie im EG: Meinen Jesus lass ich nicht (EG 402).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.ionabooks.com

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Schuberth: Henkys, Jürgen, in: Wolfgang Herbst (Hrsg.): Wer ist Wer im Gesangbuch? Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2001, ISBN 3-525-50323-7, S. 140–142 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  • Dietrich Schuberth: Henkys, Jürgen, in: Wolfgang Herbst (Hrsg.): Komponisten und Liederdichter des Evangelischen Gesangbuchs (= Handbuch zum Evangelischen Gesangbuch, Band 2), Göttingen 1999, Seite 140–142 - ISBN 3-525-50318-0

Weblinks[Bearbeiten]