Jürgen Klopp

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Jürgen Klopp

Jürgen Klopp (2014)

Spielerinformationen
Voller Name Jürgen Norbert Klopp
Geburtstag 16. Juni 1967
Geburtsort StuttgartDeutschland
Größe 191 cm
Position Stürmer, Abwehr
Vereine in der Jugend
1972–1983
1983–1986
SV Glatten
TuS Ergenzingen
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1986–1987
1987
1987–1988
1988–1989
1989–1990
1990–2001
TuS Ergenzingen
1. FC Pforzheim
Eintracht Frankfurt II
Viktoria Sindlingen
Rot-Weiss Frankfurt
1. FSV Mainz 05
0
4 0(0)
0
0
0
325 (52)
Stationen als Trainer
2001–2008
2008–
1. FSV Mainz 05
Borussia Dortmund
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jürgen Norbert Klopp (* 16. Juni 1967 in Stuttgart) ist ein deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler. Für den 1. FSV Mainz 05 war er zwischen 1990 und 2001 als Spieler und anschließend bis 2008 als Trainer tätig. Seitdem trainiert er die Mannschaft von Borussia Dortmund, mit der er 2011 Deutscher Meister wurde und 2012 das Double gewann. Zudem erreichte er mit Dortmund 2013 das Finale der UEFA Champions League.

Karriere als Spieler[Bearbeiten]

Anfänge bei Amateurmannschaften[Bearbeiten]

Klopp spielte Fußball als Amateur bei den Vereinen TuS Ergenzingen, 1. FC Pforzheim, Eintracht Frankfurt (Reservemannschaft), Viktoria Sindlingen und Rot-Weiss Frankfurt. Mit Rot-Weiss Frankfurt scheiterte er 1990 in der Aufstiegsrunde zur 2. Fußball-Bundesliga am 1. FSV Mainz 05 und wurde mit seinem Wechsel zu diesem Verein anschließend Fußballprofi.

1. FSV Mainz 05[Bearbeiten]

Für den 1. FSV Mainz 05 bestritt Klopp von 1990 bis 2001 325 Zweitligaspiele und ist damit in dieser Liga alleiniger Rekordhalter im Verein. Mit seiner Gesamtzahl von 340 Pflichtspielen stand er vereinsintern zusammen mit Michael Müller bis Anfang November 2006 auf dem ersten Rang, danach wurden beide von Torhüter Dimo Wache abgelöst. Klopps 52 Zweitligatore werden beim 1. FSV Mainz 05 nur von Sven Demandt übertroffen. Zudem ist er neben Benjamin Auer der einzige Spieler dieses Vereins, der in einem Zweitligaspiel vier Tore erzielte, so 1991/92 beim 5:0 im Auswärtsspiel gegen den FC Rot-Weiß Erfurt.[1]

Karriere als Trainer[Bearbeiten]

1. FSV Mainz 05[Bearbeiten]

Jürgen Klopp (rechts) neben Stephan Kuhnert (links) und Zeljko Buvac (2006)

Ab dem 28. Februar 2001 trainierte Klopp die Profimannschaft des 1. FSV Mainz 05. Er führte die Mannschaft als Interimstrainer von den Abstiegsrängen der 2. Bundesliga zum Klassenerhalt im Jahr 2001. Anschließend wurde er Cheftrainer und verpasste mit dem Verein in den Saisons 2001/02 und 2002/03 als Tabellenvierter jeweils knapp den Aufstieg: 2001/02 fehlte den Mainzern ein Punkt, 2002/03 war die Tordifferenz um ein Tor zu niedrig. Im dritten Anlauf gelang in der Saison 2003/04 der Aufstieg in die Bundesliga. In den beiden Saisons 2004/05 und 2005/06 erreichte Klopp mit den Mainzern den elften Tabellenplatz.

Vor Beginn der Saison 2005/06 erreichte Klopp mit dem 1. FSV Mainz 05 den größten Erfolg der Vereinsgeschichte, als seine Mannschaft über die UEFA-Fair-Play-Wertung und mit Losglück in die UEFA-Pokal-Qualifikation einzog. Dort zogen die Mainzer gegen FK Mika Aschtarak aus Armenien mit 4:0 und 0:0 sowie gegen ÍB Keflavík aus Island mit 2:0 und 2:0 in die erste Runde des UEFA-Pokal-Wettbewerbs 2005/06 ein, in der die Mannschaft gegen den späteren UEFA-Pokalsieger FC Sevilla mit 0:0 und 0:2 ausschied. In der Bundesligasaison 2006/07 stieg der 1. FSV Mainz 05 als Tabellensechzehnter wieder in die 2. Bundesliga ab.

Im April 2008 kündigte Klopp an, im Fall des Nichtaufstiegs des 1. FSV Mainz 05 in die Bundesliga seinen auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Am letzten Spieltag der Saison 2007/08 verpasste der Verein den Aufstieg in die Bundesliga knapp, sodass er seine Tätigkeit als Trainer in Mainz zum 30. Juni 2008 beendete.

Borussia Dortmund[Bearbeiten]

Seit dem 1. Juli 2008 trainiert Klopp den Bundesligisten Borussia Dortmund, den er nach einigen Spielzeiten wieder zu einem Spitzenverein des deutschen Fußballs machte. 2008/09 erreichte er mit dem Abstiegskandidaten der Vorsaison den sechsten Platz, womit der Verein die Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb nur knapp verpasste. In der Saison 2009/10 qualifizierte sich der Verein mit dem fünften Platz für die Europa-League 2010/11. In den beiden Bundesligaspielzeiten 2010/11 und 2011/12 gewann Borussia Dortmund mit Klopp als Trainer die Deutsche Meisterschaft. Dabei überschritt Dortmund 2012 mit 81 Punkten als erster Verein der Bundesligageschichte die 80-Punkte-Marke. Eine Woche später gewann der Verein durch einen 5:2-Sieg gegen den FC Bayern München im Olympiastadion Berlin den DFB-Pokal und holte damit das erste Double der Vereinsgeschichte. In der darauffolgenden Saison belegte Dortmund Platz zwei hinter Bayern München und erreichte das Finale der UEFA Champions League 2012/13. In der Saison 2013/14 verlor er mit dem BVB das Endspiel im Pokalfinale gegen Bayern München mit 0:2 in Berlin.

Im Januar 2012 verlängerten Klopp und Borussia Dortmund den zunächst bis 2014 gültigen Trainervertrag bis zum Sommer 2016,[2] im Oktober 2013 erneut bis 2018.[3]

Persönlichkeit[Bearbeiten]

Klopp geriet mehrfach in Auseinandersetzungen mit Schiedsrichtern und vierten Offiziellen am Spielfeldrand, wofür er mehrfach mit einer Strafe belegt wurde.[4] Beim Champions-League-Spiel am 18. September 2013 gegen Neapel erregte er deswegen auch internationales Aufsehen. So schrieb der Corriere dello Sport: „Klopp ist wahnsinnig und respektlos“.[5]

Trainerstatistik[Bearbeiten]

Mannschaft Von Bis Wettbewerb Ergebnisse
Sp. S U N T GT Diff. Gew. %
1. FSV Mainz 05 27. Februar 2001 30. Juni 2008 Fußball-Bundesliga 102 29 28 45 130 159 -29 28,4 %
2. Fußball-Bundesliga 147 71 43 33 257 160 +97 48,3 %
DFB-Pokal 14 7 0 7 42 37 +5 50 %
UEFA Cup 2 0 1 1 0 2 -2 0 %
UEFA Cup Qualifikation 4 3 1 0 8 0 +8 75 %
Gesamt 269 110 73 86 437 358 +79 41 %
Borussia Dortmund 1. Juli 2008 Heute Fußball-Bundesliga 170 98 44 28 342 168 +174 57,6 %
DFB-Pokal 18 14 0 4 51 21 +30 77,8 %
Supercup 3 1 0 2 8 8 0 33,3 %
Champions League 19 8 5 6 30 26 +4 42,1 %
Europa League 6 2 3 1 10 7 +3 33,3 %
Europa League Qualifikation 2 2 0 0 5 0 +5 100 %
UEFA Cup 2 1 0 1 2 2 0 50 %
Gesamt 220 126 52 42 450 234 +216 56,9 %
Karriere Gesamt Liga 419 199 115 105 730 483 +247 47,5 %
Nationale Pokale 34 21 0 13 97 64 +33 61,8 %
Internationale Pokale 35 16 9 10 57 37 +20 45,7 %
Gesamt 487 234 124 129 882 592 +290 48,0 %
Quelle: transfermarkt.de[6], Stand: Saisonende 2012/2013

Experte bei Fußballübertragungen[Bearbeiten]

Zwischen 2005 und 2008 arbeitete Klopp neben seiner Trainertätigkeit als Experte bei Fußballübertragungen im ZDF an der Seite von Johannes B. Kerner, Urs Meier und Franz Beckenbauer. Unter anderem analysierte er bei der WM 2006 und der EM 2008 die Spiele für das ZDF.

Er arbeitete dabei viel mit einem elektronischen „Taktik-Tisch“. Damit analysierte er Spielszenen, wies mit virtuellen Markierungen auf taktische Fehler im Aufbau hin und veranschaulichte, wie daraus früh abgefangene Angriffe oder Gegentore resultierten. Die mediale Aufbereitung der Spielabläufe war im deutschen Fernsehen neu. Gemeinsam mit Kerner und Meier bekam er dafür und für die fachkundige, unterhaltsame Fußballerklärung am 20. Oktober 2006 den Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Beste Sportsendung“ verliehen[7].

Während der WM 2010 war Jürgen Klopp an der Seite von Günther Jauch als Experte bei den Fußballübertragungen von RTL im Einsatz und gewann erneut einen Fernsehpreis in derselben Kategorie.

Erfolge[Bearbeiten]

Trainer[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Studium[Bearbeiten]

Im Jahr 1995 schloss Klopp ein Studium an der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität Frankfurt am Main als Diplom-Sportwissenschaftler ab. Seine Diplomarbeit schrieb er über Walking. Nach dem Aufstieg mit Mainz in die Fußball-Bundesliga im Sommer 2004 holte Klopp, der zu diesem Zeitpunkt nur eine A-Lizenz als Trainer besaß, an der Sporthochschule Köln seine Lizenz als Fußballlehrer nach.

Privates[Bearbeiten]

Klopp wuchs mit zwei älteren Schwestern in der Gemeinde Glatten bei Freudenstadt im Schwarzwald auf[11] und lebte dort bei seinen Eltern bis zum Beginn des Hochschulstudiums.

Aus der Beziehung mit seiner späteren ersten Ehefrau stammt der 1989 geborene Sohn Marc,[12] der in der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund Fußball spielte[13] und nach Verletzungsproblemen als „Standby“-Spieler für den Kreisligisten VfL Kemminghausen 1925 auflief.[14] Seine zweite Frau Ulla, Sozialpädagogin und Kinderbuchautorin, die er 2005 heiratete,[12] brachte einen weiteren Sohn mit in die Ehe. Im Sommer 2009 verlegte Klopp seinen Wohnsitz von Unna nach Herdecke, wo ein großer Teil der Spieler von Borussia Dortmund lebt.

Jürgen Klopp ist evangelischer Christ, der seinen Glauben häufig auch in der Öffentlichkeit bekennt. In verschiedenen Interviews und einem evangelikalen Buchprojekt beschrieb er sein Vertrauen auf Jesus Christus.[15][16][17][18]

Klopp unterstützt als Botschafter die Initiative Respekt! Kein Platz für Rassismus.[19] Anlässlich der deutschen Meisterschaften in den Jahren 2011 und 2012 unterstützte Klopp die Aktion Kick-Off für Straßenkinder, die sich für Fußballtraining für brasilianische Straßenkinder einsetzt. Im Mittelpunkt der Aktion stand beide Male die Versteigerung von signierten Porträts des Meistertrainers zu Gunsten des Projekts bei einer Online-Auktion.

Film[Bearbeiten]

Im Dokumentarfilm Trainer! (2013) von Regisseur Aljoscha Pause kam Jürgen Klopp neben anderen Trainern wie Hans Meyer, Armin Veh, Stephan Schmidt, André Schubert oder Frank Schmidt zu Wort.

Werbung[Bearbeiten]

Seit 2012 fungiert Jürgen Klopp als Werbeträger für verschiedene Marken und ist daher in zahlreichen Werbespots zu sehen. Zu den Marken gehören die Automarke Opel, Styling und Bartpflegeprodukte von Philips, sowie die Volksbanken und Raiffeisenbanken.[20]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jürgen Klopp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Spieldaten auf fussballdaten.de
  2. Borussia Dortmund verlängert mit Michael Zorc und Jürgen Klopp bis 2016. Borussia Dortmund, abgerufen am 30. Januar 2012.
  3. BVB verlängert mit Jürgen Klopp bis 2018 bvb.de, abgerufen am 30. Oktober 2013
  4. Focus: "Wut-Protokoll des BVB-Trainers"
  5. Pressestimmen: Klopp ist wahnsinnig und respektlos
  6. Profil Jürgen Klopp
  7. Preisträger 2006 des Deutschen Fernsehpreises
  8. Posse um Supercup
  9. http://www.sehen.de/newsroom/kloppo-ist-brillentrager-des-jahres-2008/
  10. fifa.com: „Nominierungen für die Auszeichnungen des FIFA Ballon d’Or 2013“
  11. Klopp zeigt uns seine Frauen, bild.de vom 8. Mai 2012
  12. a b Website des SWR: Die 100 größten Rheinland-Pfälzer; Klopp, Jürgen (10.), abgerufen am 28. August 2011
  13. http://www.reviersport.de/193922---bvb-ii-klopp-hoert.html
  14. Wer kam? VfL Kemminghausen - Marc Klopp (Comeback)
  15. Klopp: Gott findet mich in Ordnung, bild.de vom 24. Januar 2012
  16. BVB Trainer Klopp Interview, fr-online.de vom 10. September 2012
  17. Spitzenreiter mit Gottes Segen, rp-online.de vom 14. Januar 2011
  18. Jürgen Klopp. Ein Vorwort. In: Fußball-Gott.com, abgerufen am 26. Mai 2013
  19. Jürgen Klopp | »Respekt! 100 Menschen - 100 Geschichten«respekt.tv
  20. Jürgen Klopp wird Markenbotschafter der Volksbanken und Raiffeisenbanken auf presseportal.de vom 15. März 2012