Jürgen Koppelin
Jürgen Koppelin (* 14. September 1945 in Wesselburen) ist ein deutscher Politiker (FDP). Er war von 1998 bis 2009 Parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion und anschließend bis 2011 stellvertretender FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzender. Von September 1993 bis November 2011 war er Landesvorsitzender der FDP in Schleswig-Holstein. Seit November 2011 ist er Ehrenvorsitzender der FDP in Schleswig-Holstein.
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Leben und Beruf[Bearbeiten]
Nach der Mittleren Reife absolvierte Koppelin zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann und war anschließend von 1965 bis 1969 Soldat auf Zeit beim Aufklärungsgeschwader 52 der Luftwaffe. Danach arbeitete er bis 1972 für den FDP-Bundestagsabgeordneten Walter Peters. Von 1972 bis 1981 war er als Vertriebs- und Promotionmanager bei Philips/PolyGram in Zürich und Hamburg tätig. 1981 wechselte er als Leitender Redakteur zum Norddeutschen Rundfunk nach Kiel. Hier moderierte er unter anderem die samstägliche Sendung Notenlotto.
In einem Fragebogen im Begleitheft zu seiner Immer-Weiter-Tournee 1996/97 bezeichnete der Liedermacher Reinhard Mey seinen Freund Jürgen Koppelin als Politiker, der ihm Vertrauen einflößen würde.
Jürgen Koppelin ist evangelisch, verheiratet und Vater von zwei Töchtern[1].
Partei[Bearbeiten]
Koppelin ist seit 1962 Mitglied der FDP. Er war von 1979 bis 1983 und von 1993 bis 2007 Mitglied des FDP-Bundesvorstands. Von 2003 bis 2005 gehörte er außerdem dem Präsidium der FDP an. Er verzichtete auf eine Wiederwahl und schlug Philipp Rösler als seinen Nachfolger vor. Am 5. Mai 2005 wurde darauf hin Rösler auf dem 56. Parteitag der FDP mit 95 Prozent der Stimmen und dem besten Ergebnis zum Beisitzer in das Präsidium der FDP gewählt. Nach dem Rücktritt von Wolfgang Kubicki wurde Koppelin 1993 zum Landesvorsitzenden der FDP in Schleswig-Holstein gewählt. In dieser Funktion führte er für die FDP im Oktober 2009 mit dem CDU-Vorsitzenden Peter Harry Carstensen die Verhandlungen zur Bildung einer schwarz-gelben Koalition in Schleswig-Holstein.
Abgeordneter[Bearbeiten]
Seit 1990 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages. Seit 1991 ist er Stellvertretender Vorsitzender der Deutsch-ASEAN-Parlamentariergruppe im Deutschen Bundestag. Hier war er von 1998 bis 2009 Parlamentarischer Geschäftsführer und haushaltspolitischer Sprecher als Nachfolger von Günter Rexrodt. Seit 2009 Obmann der FDP im Haushaltsausschuss des Bundestages, Koppelin ist seit 1994 Mitglied im Aufsichtsrat der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ), die ab 1. Januar 2011 in Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) umbenannt wurde und ist seit 2006 im Verwaltungsrat der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Darüber hinaus engagiert er sich als Kuratoriumsmitglied von Aktion Deutschland Hilft e.V., dem Bündnis der Hilfsorganisationen sowie als Beirat in der Deutsch-Vietnamesischen Gesellschaft. Koppelin ist seit 2002 Vizepräsident der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft.
Jürgen Koppelin ist stets über die Landesliste Schleswig-Holstein in den Bundestag eingezogen.
Am 26. Oktober 2009 wurde Koppelin von der Bundestagsfraktion der FDP zu ihrem stellvertretenden Vorsitzenden gewählt.
Als einer von nur drei FDP-Abgeordneten stimmte Jürgen Koppelin in der 68. Sitzung des Deutschen Bundestages am Donnerstag, 28. Oktober 2010 gegen die Verlängerung der AKW-Laufzeiten.[2]Ebenso stimmte Koppelin und drei weitere FDP-Bundestagsabgeordnete am 1. März 2013 gegen das Leistungsschutzgesetz. (Urheberrechtsgesetzt)[2]
Am 10. Mai 2011 kandidierte Koppelin erneut als stellvertretender FDP-Bundestagsfraktionsvorsitzender und unterlag bei der Abstimmung seinem Gegenkandidaten Volker Wissing. Zuvor hatte er in einem Papier indirekt den Rücktritt der Fraktionsvorsitzenden Birgit Homburger gefordert.
Er kündigte an, bei der kommenden Bundestagswahl 2013 nach 23 Jahren im Bundestag nicht mehr anzutreten.[3]
Auszeichnungen[Bearbeiten]
Im Februar 2009 erhielt Koppelin die Ehrendoktorwürde der Hanoi National Economics University (Vietnam)[4]
Sonstiges[Bearbeiten]
Einigen ist Koppelin weniger durch seine politische Arbeit bekannt als vielmehr durch die ironische Verwendung seines Namens in der Comedy-Serie „Stenkelfeld“ des NDR-Hörfunks, in der die fiktive Jürgen-Koppelin-Bildungsstätte eine wichtige Rolle spielt.
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ http://www.juergen-koppelin.de/Persoenlich/1386b82/index.html
- ↑ a b Endgültiges Ergebnis der Namentlichen Abstimmung Nr. 25
- ↑ http://www.fdp-sh.de/Juergen-Koppelin-Keine-erneute-Kandidatur/36052c64874i1p551/index.html
- ↑ FDP-Schleswig-Holstein: Koppelin erhält Ehrendoktorwürde …, abgerufen am 7. März 2009
Weblinks[Bearbeiten]
- Website von Jürgen Koppelin
- Biographie beim Deutschen Bundestag
- Jürgen Koppelin auf abgeordnetenwatch.de
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Koppelin, Jürgen |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (FDP), MdB |
| GEBURTSDATUM | 14. September 1945 |
| GEBURTSORT | Wesselburen |