Jürgen Middendorff

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jürgen Middendorff (* 5. Februar 1930 in Hannover;[1]2. Oktober 2006) war ein deutscher Unternehmer und Konsul des Königreichs Norwegen.[2] Das Wirken des Brauerei-Ingenieurs ist verbunden mit Unternehmen wie Guinness, vor allem aber mit der Herrenhäuser Brauerei im hannoverschen Stadtteil Herrenhausen.[1]

Leben[Bearbeiten]

Familie[Bearbeiten]

Jürgen Middendorff war der jüngere Bruder von Günter Middendorff (6. März 1928), dem späteren Landwirt vom Rittergut Sehlde I,[1][3] und der Sohn des Geschäftsführers der späteren Herrenhäuser Brauerei, Ernst W. Middendorff und dessen Ehefrau Irmgard Middendorff, geborene Grünewald.[1]

Jürgen Middendorff heiratete Patricia Flanagan, die die Söhne Manfred und Alexander gebar.[1] Die Familie lebte in einem Haus in Berenbostel.[4]

Werdegang[Bearbeiten]

Jürgen Middendorff besuchte die Lutherschule bis zum Abitur. In Göttingen und Hamburg absolvierte er zunächst eine Lehre als Brauer und studierte anschließend an der Fakultät für Brauwesen an der Technischen Universität München in Weihenstephan, wo er sein Examen als Diplom-Brauerei-Ingenieur ablegte. Praktische Erfahrungen sammelte Middendorff daraufhin „in [mit dem Herrenhäuser Unternehmen] befreundeten Brauereien in München und Karlsruhe, außerdem bei der Guinness-Brauerei in Dublin/Irland.“ Seine kaufmännische Ausbildung rundete Middendorff durch eine einjährige Tätigkeit in einer Wirtschaftsprüfung und Treuhandgesellschaft ab.[1]

1955 trat Jürgen Middendorff in die damalige Vereinsbrauerei Herrenhausen-Hannover GmbH ein, ging im Folgejahr 1956 noch einmal nach Irland, um dort als technischer Betriebsleiter der Guinness-Brauerei in Waterford zu arbeiten. Am 2. Oktober 1962 wurde er für die Herrenhäuser GmbH zum weiteren Geschäftsführer bestellt.[1]

Grabstein auf dem Herrenhäuser Friedhof

Ebenso wie zuvor sein Vater[5] wurde auch Jürgen Middendorff zum „Königlich Norwegischen Konsul“ ernannt.[2]

Jürgen Middendorff leitete das Herrenhäuser Familienunternehmen streng patriarchalisch, bevor er die Führung der Brauerei 1990 endgültig seinem Sohn Manfred Middendorff übertrug.[4]

Jürgen Middendorffs Grabmal findet sich auf dem Herrenhäuser Friedhof.[6]

Literatur[Bearbeiten]

  • Rudolf Cyperrek: 100 Jahre Herrenhäuser, Festschrift nach archivalischen Vorarbeiten von Helmut Millies, hrsg. von der Brauerei Herrenhausen GmbH, Hannover-Herrenhausen, Wiesbaden: Verlag für Wirtschaftspublizistik H. Bartels KG, 1968, S. 39-40, hier v. a. S. 46ff., sowie Anhang Zur Geschichte der Brauerei Herrenhausen GmbH

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g Rudolf Cyperrek: 100 Jahre Herrenhäuser (siehe Literatur)
  2. a b Vergleiche das Foto des Grabmals des Unternehmers
  3. Zur Bestimmung des Rittergutes Sehlde vergleiche Helmut Millies u.a.: Unser Weg. 75 Jahre Volksbank Leinetal eGmbH, hrsg. von der Volksbank Leinetal eGmbH (Sitz Burgstemmen), 1. Auflage 1973, S. 93
  4. a b Stefanie Kaune, Mathias Klein: In Hannover verankert / Herrenhäuser-Chef Manfred Middendorff bleibt ein Optimist auf der Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vom 23. Oktober 2010, zuletzt abgerufen am 19. Februar 2013
  5. Vergleiche Waldemar R. Röhrbein: MIDDENDORF, Ernst W., in: Hannoversches Biographisches Lexikon, S. 255f.; teilweise online über Google-Bücher; dort ist die Schreibweise Middendorf jedoch mit nur einem f, ebenso wie im gleichnamigen Artikel im Stadtlexikon Hannover
  6. Gitta Kirchhefer: Ein Spaziergang über den Herrenhäuser Friedhof, Broschüre mit Fotos von Sergej Stoll und einem nummerierten Übersichtsplan, Hannover: Selbstverlag, 2012