Jürgen Rüttgers

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Jürgen Rüttgers, 2013

Jürgen Rüttgers (* 26. Juni 1951 in Köln) ist ein deutscher Politiker (CDU). Er war vom 22. Juni 2005 bis zum 14. Juli 2010 Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Vom 17. November 1994 bis zum 27. Oktober 1998 war Rüttgers Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie im fünften Kabinett Kohl.

Leben und Karriere[Bearbeiten]

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten]

Jürgen Rüttgers wurde als Sohn eines Elektromeisters geboren.[1] Rüttgers besuchte die Richeza-Volksschule Brauweiler. In seiner Jugend war er Mitglied der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg. 1961 wechselte er auf das Apostelgymnasium in Köln-Lindenthal. Nach dem Abitur 1969 begann Rüttgers ein Studium der Rechtswissenschaft und der Geschichte, das er 1975 mit dem ersten und 1978 mit dem zweiten juristischen Staatsexamen beendete. Er ist Mitglied der Studentenverbindung K.D.St.V. Rappoltstein (Straßburg) Köln im CV. 1979 wurde er an der Universität zu Köln nach Vorlage einer Arbeit über das Verbot parteipolitischer Betätigung im Betrieb zum Dr. iur. promoviert. Von 1978 bis 1980 war er als Referent beim Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalen beschäftigt. Von 1980 bis 1987 war er Erster Beigeordneter der Stadt Pulheim für Stadtentwicklung, Finanzen und Umweltschutz.[2] Rüttgers ist Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung Weiter sehen in der Treuhandschaft der africa action / Deutschland (vormals ghana action). Diese Stiftung wurde 2002 von ihm mit gegründet. Sie hat zum Hauptziel, Hilfe für augenkranke und behinderte Menschen in Afrika sowie die Ausbildung einheimischer Fachkräfte zur Vorsorge, Behandlung und Rehabilitation Hilfsbedürftiger zu fördern.[3] Im März 2011 begann Rüttgers als Of counsel am Düsseldorfer Standort der Rechtsanwaltskanzlei Beiten Burkhardt zu arbeiten.[4] Seit Sommersemester 2011 ist er Dozent an der Universität Bonn, seit 2013 Honorarprofessor an der Maastricht School of Management. [5] Seit Juli 2011 ist Rüttgers Mitglied im Vorstand der Konrad-Adenauer-Stiftung.[6]

Politische Karriere[Bearbeiten]

Seit 1970 ist Rüttgers Mitglied der CDU. Von 1975 bis 1980 war er Mitglied im Rat von Pulheim. Von 1980 bis 1986 war er Landesvorsitzender der Jungen Union Rheinland. Von 1981 bis 2010 war er ordentliches Mitglied im Landesvorstand der CDU Nordrhein-Westfalen. 1985 wurde er zum Vorsitzenden des CDU-Kreisverbandes Erftkreis, heute Rhein-Erft-Kreis, gewählt, 1993 zum stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Nordrhein-Westfalen. Von 1987 bis 2000 war Rüttgers Mitglied des Deutschen Bundestages. Hier wurde er Vorsitzender der Enquete-Kommission „Technikfolgenabschätzung und -bewertung“. Danach war er ab 1989 Parlamentarischer Geschäftsführer und von 1991 bis 1994 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, wobei seine „freundliche-feine Art“[7] manchen Gegner getäuscht haben soll. Nach der Bundestagswahl 1998 wurde er zum Stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gewählt. In dieser Funktion war er als Nachfolger von Rupert Scholz zuständig für die Politikfelder Innen- und Rechtspolitik. Rüttgers war zuletzt (14. Wahlperiode 1998) über die Landesliste Nordrhein-Westfalen in den Deutschen Bundestag eingezogen. In seiner Publikation "Dinosaurier der Demokratie" (1993) entwickelte er konkrete Vorschläge zur Selbstbeschneidung der Parteien zugunsten einer bürgerschaftlichen Selbstorganisation und Kontrolle.[8][9] Nach dem Rücktritt Norbert Blüms als Landesvorsitzender wählte ihn die CDU Nordrhein-Westfalen 1999 zu dessen Nachfolger. Von April 2000 bis November 2010 war er außerdem einer von vier stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU.[2]

Von 2000 bis 2012 war Rüttgers Mitglied des Landtages von Nordrhein-Westfalen. Er amtierte von 2000 bis 2005 als Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion und war somit Oppositionsführer im Landtag. Im Jahr 2000 zog er über die Landesliste seiner Partei in den Landtag ein, bei den Landtagswahlen 2005 und 2010 konnte er seinen Wahlkreis Rhein-Erft-Kreis I (Bedburg, Bergheim, Elsdorf und Pulheim) direkt gewinnen.[10] 2012 trat er nicht mehr für seinen Wahlkreis an.

Minister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie (1994–1998)[Bearbeiten]

Nach der Bundestagswahl 1994 berief Bundeskanzler Helmut Kohl am 17. November 1994 Jürgen Rüttgers als Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie zum Mitglied der Bundesregierung und damit in das Kabinett Kohl V. Rüttgers hatte schon vor der Wahl bildungs- und forschungspolitische Vorschläge unterbreitet. So propagierte er die Idee zur Gründung einer „Deutschen Akademie für Wissenschaft und Technologie“.[11]

Das aus der Zusammenlegung des Bundesministeriums für Bildung und Wissenschaft und des Bundesministeriums für Forschung und Technologie neu geschaffene Amt sollte die Innovationsfreudigkeit der damaligen Bundesregierung präsentieren und wurde werblich als „Zukunftsministerium“ bezeichnet. Rüttgers bezeichnete damals die Bildungspolitik als die beste soziale Vorsorge im 21. Jahrhundert.[12] In seine Amtszeit fällt unter anderem die Bafög-Reform von 1995. Das Meister-BAföG wurde eingeführt, Freibeträge und Bedarfssätze angehoben, der BAföG-Höchstsatz auf 1050 DM festgelegt.[13] 1997 versuchte er zusammen mit den Bundesländern eine Reform des Hochschulrahmengesetzes, die unter anderem eine stärkere Evaluation von Forschung und Lehre, Neufestlegungen der Regelstudienzeit, die Einführung von Bachelor- und Master-Graden und pädagogische Eignungsprüfungen von Professoren vorsah. Der SPD-dominierte Bundesrat lehnte diese Bafög-Reform im Jahr 1998 jedoch ab.[14] Unabhängig von dieser Ablehnung trat das „Vierte Gesetz zur Änderung des Hochschulrahmengesetzes“ dann am 20. August 1998 in Kraft (BGBl. 1998, S. 2190 ff.). Bis zum Jahr 1998 stieg der Bildungs- und Forschungshaushalt auf 14,95 Mrd. DM. Die Bereiche Biotechnologie, Kommunikationstechnik und Umweltforschung wurden besonders gefördert.[15] Rüttgers brachte das IuKDG (Informations- und Telekommunikationsdienstegesetz) auf den Weg, welches unter anderem Bestimmungen zum Datenschutz, zum sicheren Zahlungsverkehr im Internet und zum Jugendschutz enthält. Er positionierte sich als engagierter Befürworter der Biotechnologie; sein Ministerium stellte etwa 900 Millionen DM jährlich für den Forschungsbereich zur Verfügung.[16] Nach der verlorenen Bundestagswahl 1998 schied er am 26. Oktober 1998 aus der Regierung aus.

CDU-Landesvorsitzender und Oppositionsführer in Nordrhein-Westfalen (1999–2005)[Bearbeiten]

Nach dem Ende der bürgerlich-liberalen Koalition wurde Rüttgers am 22. Oktober 1998 zum stellv. Fraktionschef der Union im Bundestag gewählt. Im April 2000 wurde er im Zuge der Erneuerung und Verjüngung der Parteiführung zum stellvertretenden CDU-Bundesvorsitzenden gewählt. In Nordrhein-Westfalen löste Rüttgers nach einer Kampfabstimmung gegen Helmut Linssen am 29. Januar 1999 den nicht mehr als Kandidat antretenden Norbert Blüm im CDU-Landesvorsitz ab. Bei der Landtagswahl 2000 trat Rüttgers als Spitzenkandidat der CDU für das Amt des Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen an, konnte aber keine Mehrheit erringen. Seinen Wahlkampf belastete noch die im Jahr zuvor bekannt gewordene CDU-Spendenaffäre. In Nordrhein-Westfalen engagierte sich Rüttgers für ein wertegebundenes Konzept zur Bio- und Gentechnologie und setzte sich mit Fragen der Arbeits- und Sozialpolitik auseinander. Als Landesparteichef wurde er mit 83,5 % der Stimmen im April 2003 bestätigt.

Ministerpräsident in Nordrhein-Westfalen (2005–2010)[Bearbeiten]

Nachdem die CDU als Sieger aus der Landtagswahl am 22. Mai 2005 hervorgegangen war und mit der FDP eine Koalitionsvereinbarung ausarbeitete, wurde Jürgen Rüttgers am 22. Juni 2005 zum Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen gewählt.[17] Damit war die 39-jährige Regierungszeit der SPD im größten deutschen Bundesland beendet. Als Ministerpräsident forderte Rüttgers, die CDU solle sich stärker an Arbeitnehmerinteressen orientieren. Rüttgers wurde daraufhin als „Arbeitnehmerführer“ in der CDU bezeichnet.[18] Sein Vorstoß erhielt viel Zustimmung, parteiintern wurde jedoch Kritik laut. Seine Wiederwahl als stellvertretender Parteivorsitzender beim Bundesparteitag in Dresden fiel mit 57,7 % daher denkbar schlecht aus. Sein Vorschlag einer gestaffelten Verlängerung der Zahlung von Arbeitslosengeld, speziell für ältere Erwerbslose, setzte sich jedoch in der Großen Koalition durch und wurde im November 2007 beschlossen.[19]

Rüttgers vermittelte den sogenannten „Kohlekompromiss“, der einen sozialverträglichen Abbau der subventionierten Förderung von Steinkohle in Deutschland bis 2018 regelt.[20] Im Jahr 2009 kämpfte Rüttgers erfolgreich für die Opel-Belegschaft und gegen die mögliche Schließung des Opel-Werkes in Bochum.[21] Angesichts der Finanzmarktkrise forderte Rüttgers eine Rückbesinnung auf die Soziale Marktwirtschaft.

Zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen 2010 trat Rüttgers erneut als Spitzenkandidat für die CDU an. Nachdem seine CDU/FDP-Regierung ihre Mehrheit im Landtag verlor, gelang es in der Zeit zwischen der Wahl und der konstituierenden Sitzung des neuen Landtages keiner Partei, erfolgreiche Koalitionsverhandlungen zu führen, so dass zunächst keine neue Regierung gewählt werden konnte. Nach Art. 62 Abs. 2 („Das Amt des Ministerpräsidenten und der Minister endet in jedem Falle mit dem Zusammentritt eines neuen Landtags [...]“) und Art. 62 Abs. 3 („Im Falle [der] Beendigung des Amtes haben die Mitglieder der Landesregierung bis zur Amtsübernahme des Nachfolgers ihr Amt weiterzuführen.“) der Landesverfassung führte Rüttgers mit Zusammentritt des neuen Landtages am 9. Juni 2010 und bis zur Wahl von Hannelore Kraft (SPD) als Ministerpräsidentin am 14. Juli 2010 die Regierungsgeschäfte weiter.

Am 18. Juni 2010 teilte Rüttgers nach einer Sitzung des CDU-Landesvorstands in Düsseldorf mit, dass er nicht mehr als NRW-Ministerpräsident kandidieren werde und auch nicht CDU-Fraktionschef werden wolle.[22] Am 24. Juni 2010 kündigte er seinen Rückzug von allen politischen Ämtern an.[23]

Privates[Bearbeiten]

Rüttgers ist römisch-katholisch, seit 1982 verheiratet und hat drei Söhne. Die Familie wohnt in Pulheim.[2]

Politische Positionen und Kontroversen[Bearbeiten]

Vor der Landtagswahl 2000 löste Rüttgers kontroverse Diskussionen aus durch das ihm zugeschriebene Wahlkampf-Schlagwort »Kinder statt Inder«,[24][25] das eine Präferenz der CDU zugunsten der Förderung von heranwachsenden Kindern statt zuwandernden Ausländern verdeutlichen sollte. Ausländische IT-Fachkräfte insbesondere aus Indien sollten mittels der von der rot-grünen Bundesregierung eingeführten Greencard nach Deutschland eingeladen werden. Hintergrund war ein Interview (von der Nachrichtenagentur AP, veröffentlicht in der WAZ vom 8. März 2000), in dem er sagte: »Statt Inder an die Computer müssen unsere Kinder an die Computer«. Daraus wurde dann die Schlagzeile »CDU-Politiker: Kinder statt Inder an die Computer«. die reduziert auf das Schlagwort »Kinder statt Inder« dann von den Republikanern im Landtagswahlkampf 2000 übernommen wurde.[26]

Im Rahmen des Grundsatzkongresses 2006 der CDU äußerte Rüttgers, dass man nicht automatisch Arbeitsplätze schaffe, indem man die Steuern senke.[27] Rüttgers forderte von der CDU, sich von „neoliberalen Lebenslügen“ zu verabschieden, unter anderem von dem Glauben, dass weitere Steuererleichterungen für Unternehmen automatisch zu mehr Arbeitsplätzen führten.[27] Wegen dieser Äußerungen wurde Rüttgers von Parteifreunden kritisiert, aber auch unterstützt, beispielsweise von Heiner Geißler.[27] In seiner am 13. September 2007 veröffentlichten Streitschrift „Die Marktwirtschaft muss sozial bleiben“ erneuerte Rüttgers seine Thesen und kritisierte unter anderem die Zuwanderungspolitik der großen Koalition.[28]

Rüttgers bezeichnete bei zwei Wahlkampfveranstaltungen im August und September 2009[29] vor der Bundestagswahl 2009 rumänische Arbeitnehmer als faul und unzuverlässig.[30] Nach Veröffentlichung von entsprechenden Redeausschnitten entschuldigte sich Rüttgers.[31]

Eine Überwachung der SPD-Oppositionsführerin Hannelore Kraft führte im September 2009 zu erneuten Vorwürfen. Erst wurde behauptet, dass die CDU NRW Kraft von einer professionellen Firma per Video überwachen lasse. Dann wurde bekannt, dass diese Überwachung aus der Staatskanzlei koordiniert wurde.[32]

Sponsoring-Affäre[Bearbeiten]

Am 20. Februar 2010 berichtete Spiegel-Online, dass die Parteizentrale der NRW-CDU in Werbebriefen Unternehmen, Verbänden und anderen potientellen Sponsoren für ihren Parteitag im März 2010 sogenannte „Partnerpakete“ zum Kauf angeboten hatte, mit denen diese außer der Anmietung von Ausstellungsflächen auch vertrauliche Gespräche mit Mitgliedern der Landesregierung arrangieren konnten. So umfasste etwa ein 20.000-Euro-Partnerpaket einen Standplatz bis zu 15 Quadratmetern im Vorraum der Parteitagshalle für 14.000 Euro, dann - für einen Aufpreis von 6000 Euro - einen Besuch des Ministerpräsidenten samt "Einzelgespräch" an diesem Stand, inklusive Fototermin. Darüber hinaus konnte ein Platz an Rüttgers Tisch bei Abendessen gekauft werden.[33][34][35] Gebühren für Infostände (auf Parteitagen) waren auch bei den anderen Parteien (außer bei der Linkspartei) üblich – jedoch in weitaus geringerer Höhe und ohne das Angebot von Einzelgesprächen.[36][37][38] Aufgrund der erheblichen Höhe der Beträge und der dafür zugesagten vertraulichen Gespräche lag der Verdacht nahe, dass auf diesem Wege versucht wurde, die Bestimmungen des Gesetzes über die politischen Parteien (Parteiengesetz) zu umgehen, um der CDU verdeckte - illegale - Parteispenden zufließen zu lassen.[39][40] Der Parteienrechtler Martin Morlok vertrat die Meinung: “Der Verkauf von Gesprächszeiten wäre ein Verstoß gegen das Parteiengesetz. ...Man kann das werten als verbotene Spende.“[41][42]

Ministerpräsident Rüttgers distanzierte sich am 21. Februar 2010 von den Werbebriefen seiner Parteizentrale und erklärte, er habe von der jahrelangen aggressiven Werbung um Sponsoren nichts gewusst. Er habe daher seinen Generalsekretär Hendrik Wüst „angewiesen dies sofort zu beenden.“ Er fügte hinzu: „In der Vergangenheit hat es in diesem Zusammenhang keine Einzelgespräche gegeben.“[43][44]

2004 berichtete Der Spiegel über eine Einladung zur Firmenpräsentation auf dem „1. Zukunftskongress“ der NRW-CDU jenes Jahres in Bonn. Im Sponsorenpaket für 14.000 Euro war seinerzeit eine "Roadshow" enthalten, bei der Rüttgers als Spitzenkandidat der NRW-CDU den Stand der Sponsorenfirma besuchen würde.[45] Auf dem „2. Zukunftskongress“ der CDU-NRW im Jahre 2006 in Düsseldorf wurden ebenfalls “Partnerpakete“ angeboten. Jürgen Rüttgers bedankte sich bei der, für diese besondere Art der Werbung zuständigen Kölner Werbeagentur mit folgenden Worten: "In Gesprächen mit Referenten, Sponsoren und Teilnehmern bekam ich eine durchweg positive Resonanz zu diesem in Nordrhein-Westfalen einzigartigen Kongress".[46]

Hendrik Wüst übernahm die Verantwortung für die Werbebriefe und trat von seinem Amt zurück. Rüttgers beteuerte, keine Kenntnis über derartige Briefe gehabt zu haben, räumte aber ein, dass mit der Affäre ein Schaden für die CDU im Landtagswahlkampf entstanden sei. Er schlug Andreas Krautscheid als neuen Generalsekretär vor.[47]

Spendenaffäre[Bearbeiten]

Die Initiative „Wähler für den Wechsel“ sammelte während des NRW-Landtagswahlkampfs 2005 Geld für Plakate und Zeitungsanzeigen zugunsten des damaligen Oppositionskandidaten Rüttgers. Laut NRW-CDU-Generalsekretär Andreas Krautscheid war seine Partei in einer sehr frühen Wahlkampfphase in Pläne, Gründung und Arbeit der Initiative eingeschaltet, die nach außen als parteiunabhängig auftrat. Die NRW-CDU hatte um den Jahreswechsel 2004/2005 mit der Frankfurter Kommunikationsagentur Equipe einen mit 40.000 Euro dotierten Vertrag abgeschlossen, der über einen Zeitraum von einem halben Jahr lief. Equipe sollte dafür die Wählerinitiative aufbauen, organisieren und deren Arbeit betreuen.[48][49][50]

Da die Wählerinitiative nicht selbstständig agierte, hätten die Einnahmen von ca 31.000 Euro als Einnahmen der NRW-CDU deklariert werden müssen, tauchten im Rechenschaftsbericht 2005 der NRW-CDU aber nicht auf, obwohl die Initiative ihre gesamten Akten samt Rechnungsunterlagen an die Parteizentrale sandte.[51] Die Bundestagsverwaltung erließ gegen die CDU wegen Verstoßes gegen das Parteiengesetz einen Bescheid über eine Strafzahlung in Höhe von 62.000 Euro.[52]

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten]

Publikationen[Bearbeiten]

  • Was die Digitalisierung der Welt politisch bedeutet. In: Hubert Burda, Mathias Döpfner, Bodo Hombach, Jürgen Rüttgers (Hrsg.): 2020 - Gedanken zur Zukunft des Internets. Klartext, Essen 2010, ISBN 978-3-8375-0376-0.
  • Jürgen Rüttgers (Hrsg.): Berlin ist nicht Weimar: Zur Zukunft der Volksparteien. Klartext, Essen 2009, ISBN 978-3-8375-0290-9.
  • Jürgen Rüttgers (Hrsg.): Wer zahlt die Zeche? Wege aus der Krise. Klartext, Essen 2009, ISBN 978-3-8375-0196-4.
  • Volker Kronenberg: Jürgen Rüttgers: Eine politische Biografie. Olzog, München 2009, ISBN 978-3-7892-8203-4.
  • Die Marktwirtschaft muss sozial bleiben: eine Streitschrift. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2007, ISBN 978-3-462-03931-3.
  • Worum es heute geht. Bastei Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-404-60557-8.
  • Zeitenwende, Wendezeiten. Das Jahr-2000-Projekt: die Wissensgesellschaft. Siedler Verlag, Berlin 1999, ISBN 3-88680-678-2.
  • Dinosaurier der Demokratie: Wege aus der Parteienkrise und Politikverdrossenheit. Hoffmann und Campe, Hamburg 1993, ISBN 3-455-08474-5.
  • Jürgen Rüttgers, Eduard Oswald (Hrsg.): Das ungeborene Leben schützen: Die Union in der Debatte des Deutschen Bundestages am 25. Juni 1992. CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Bonn 1992.
  • Europas Wege in den Weltraum: Programme – Proteste – Prognosen. Umschau Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-524-69084-X.
  • Jürgen Rüttgers (Hrsg.): 40 Jahre Junge Union Rheinland: Geschichte eines politischen Jugendverbands. Koenig, Bergisch Gladbach 1986, ISBN 3-923248-07-5.
  • Siegfried Honert, Jürgen Rüttgers: Landeswassergesetz Nordrhein-Westfalen: Kommentar. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1981, ISBN 3-555-30191-8 (Kommunale Schriften für Nordrhein-Westfalen. Bd. 42). 6. Auflage: Siegfried Honert, Jürgen Rüttgers, Joachim Sanden, Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1996, ISBN 3-555-30377-5.
  • Siegfried Honert, Jürgen Rüttgers: ABC der Abwasserabgabe: Erlass des Abwasserabgabengesetzes in Stichworten unter Berücksichtigung der landesrechtlichen Ausführungsgesetze für Verwaltung und Wirtschaft. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1983, ISBN 3-555-00409-3.
  • Das Verbot parteipolitischer Betätigung im Betrieb. Dissertation. Köln 1979.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jürgen Rüttgers – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Constantin Magnis, Cicero März 2010: Jürgens kleine Welt. Sein Weg vom hasenfüßigen Pfadfinder bis zum Ministerpräsidenten. (In der Printausgabe zahlreiche Fotos)
  2. a b c in-pulheim.de: Jürgen Rüttgers
  3. Stiftung africa action/Deutschland
  4. juve.de: 28. Februar 2011 Düsseldorf: Jürgen Rüttgers wird of Counsel bei Beiten Burkhardt
  5. http://idw-online.de/pages/de/news401712
  6. Konrad-Adenauer-Stiftung e.V., Mitglieder des Vorstandes, Stand Juli 2011, http://www.kas.de/wf/de/71.4892/
  7. "Fachmann fürs Futur, Der Bonner Aufsteiger Jürgen Rüttgers verblüfft seine Umgebung mit Vielseitigkeit", in: DER SPIEGEL, 47 /1994, http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13685239.html
  8. Frankfurter Rundschau, 9. April 1992
  9. Dem Bürger lassen, was des Bürgers ist, Die Zeit, 15. Mai 1992
  10. Jürgen Rüttgers beim Landtag Nordrhein-Westfalen
  11. Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 13/7 vom 25. November 1994, http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/13/13007.asc
  12. Jürgen Rüttgers, "Die Verantwortung der Volkspartei", in: Bayerischer Monatsspiegel Nr. 155, S23, http://issuu.com/bayerischer-monatsspiegel/docs/155
  13. "Rüttgers: Meister-Bafög ab 1996 sichert Fachkräfte-Nachwuchs", in:Orthopädie-Technik 11/1995, S. 928, http://www.ot-forum.de/OT/split1995/ot1995.535-535.pdf
  14. Deutscher Bundestag: Plenarprotokoll 13/231 vom 24. April 1998, http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/13/13231.asc
  15. Haushalt des Einzelplans 30, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Fortschritt und Technologie, 1998, S. 1215 ff., http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_28274/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Finanz__und__Wirtschaftspolitik/Bundeshaushalt/Haushalts-und-Vermoegensrechnung/Jahresrechnung__1998,templateId=raw,property=publicationFile.pdf
  16. "Jürgen Rüttgers - Lebensweg", Porträt in der Onlinezeitung, http://www.onlinezeitung.co/index.php?id=406
  17. landtag.nrw.de
  18. "Stadt der erloschenen Feuer", in: Zeit Online, 1. September 2009, http://www.zeit.de/online/2009/32/wahlkampf-reporter-gelsenkirchen/seite-2
  19. "Rüttgers spaltet die Union", in: DER SPIEGEL, 20. Oktober 2007, http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,512539,00.html
  20. "An Rüttgers strahlt alles", in: FAZ, 9. Februar 2007, http://www.faz.net/artikel/C30923/kohle-kompromiss-an-ruettgers-strahlt-alles-30244736.html
  21. "Vorerst keine Schließung von Opel-Werken geplant, Saab vor der Insolvenz", in Wirtschaftswoche, 19. Februar 2009, http://www.wiwo.de/unternehmen-maerkte/vorerst-keine-schliessung-von-opel-werken-geplant-saab-vor-der-insolvenz-388153/
  22. zeit.de vom 19. Juni 2010: Rüttgers will nicht mehr als Ministerpräsident kandidieren
  23. Jürgen Rüttgers (CDU) verabschiedet sich aus Politik Focus Online, 25. Juni 2010
  24. Ina Kerner: Differenzen und Macht: Zur Anatomie von Rassismus und Sexismus. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-593-38595-2, S. 343 f.]
  25. Heike Mayer: Rhetorische Kompetenz: Grundlagen und Anwendung ; mit Beispielen von Ahmadinedschad bis Juli Zeh, F. Schöningh, 2007, ISBN 9783825283612 S. 162
  26. Volker Kronenberg: „Jürgen Rüttgers: Eine politische Biografie“, München 2009, S. 149; Dirk Bitzer: Biografie Jürgen Rüttgers auf geschichte.nrw.de von Landeszentrale für politische Bildung Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 27. September 2013; Universität Tübingen: Kinder statt Inder?.
  27. a b c CDU-Spitze knöpft sich Rüttgers vor in: Spiegel-Online, 22. August 2006
  28. Stern: „Zuwanderung löst die Probleme nicht“
  29. http://de.news.yahoo.com/2/20090906/tts-ruettgers-nach-abfaelligen-aeusserun-c1b2fc3.html
  30. http://www.stuttgarter-nachrichten.de/stn/page/detail.php/2188526
  31. wdr.de: Weitere Vorwürfe gegen Rüttgers (6. September 2009)
  32. Brisanter E-Mail-Austausch bringt Rüttgers in Bredouille (24. September 2009)
  33. Spiegel-Online 20. Februar 2010: Angebot an Sponsoren. NRW-CDU verkauft Gesprächstermine mit Rüttgers
  34. Spiegel-Online 22. Februar 2010: NRW-CDU: Rüttgers kommt im Partnerpaket / Fotostrecke
  35. Stern-Online 22. Februar 2010: Sponsorenbrief der CDU in NRW: Rent a Rüttgers!
  36. taz 22. Februar 2010: Fragwürdiges CDU-Sponsoring. Intim mit Rüttgers für 6.000 Euro
  37. Spiegel-Online 23. Februar 2010: NRW-Landtagswahl. Auch SPD-Politiker werden vermarktet
  38. Spiegel-Online 23. Februar 2010: Rent-a-Rüttgers. Im Schattenreich des Sponsoring
  39. taz 22. Februar 2010: Sponsoring-Affäre um Rüttgers. Wüst aus dem Amt gekickt
  40. s. auch: Deutscher Bundestag. 27. Sitzung, 4. März 2010, Plenarprotokoll 17/27, S. 2366 D – 2383 A: Zusatzpunkt 2: Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion DIE LINKE: Spenden- und Sponsoring-Praxis von Parteien und die Glaubwürdigkeit der Politik
  41. Wirtschaftswoche-Online 22. Februar 2010: Käuflichkeitsvorwürfe. Rüttgers trennt sich von CDU-Generalsekretär Wüst
  42. Deutscher Bundestag. 27. Sitzung, 4. März 2010, Plenarprotokoll 17/27, S. 2366 D – 2383 A: Zusatzpunkt 2: Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion DIE LINKE: Spenden- und Sponsoring-Praxis von Parteien und die Glaubwürdigkeit der Politik; hier: S. 2369.
  43. taz 22. Februar 2010: Sponsoring-Affäre um Rüttgers. Wüst aus dem Amt gekickt
  44. faz.net 22. Februar 2010: Wüst tritt zurück
  45. Spiegel-Online 22. Februar 2010: NRW-Union. Sponsoring-Affäre verhagelt Rüttgers den Wahlkampf
  46. Spiegel-Online 23. Februar 2010: Rent-a-Rüttgers. Im Schattenreich des Sponsoring
  47. Spiegel-Online 22. Februar 2010: CDU-Generalsekretär in NRW tritt wegen Sponsoring-Affäre zurück
  48. Der Spiegel No. 18/2010 – 3. Mai 2010 , S. 18–22:“Schatten der Vergangenheit.“ hier: S. 19.
  49. Spiegel-Online 1. Mai 2010: Dubiose Wahlkampfgruppe. Rot-Grün prangert Finanztrick der NRW-CDU an
  50. Süddeutsche Zeitung 1. Mai 2010: Verdeckte Parteienfinanzierung. NRW-CDU in Erklärungsnot
  51. Der Spiegel No. 18/2010 – 3. Mai 2010 , S. 18–22:“Schatten der Vergangenheit.“ hier: S. 18-21
  52. Detelef Burrichter, "Strafe für NRW-CDU", in WA online, 22. Oktober 2010, http://www.wa.de/nachrichten/nordrhein-westfalen/strafe-nrw-cdu-973982.html
  53. Website der Handwerkskammer Düsseldorf, abgerufen am 27. Januar 2011
  54. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatEuropäischer Handwerkspreis. Nordrhein-Westfälischer Handwerkstag e. V., abgerufen am {{subst:#time:Y-m-d}}.
  55. http://www.ruhrnachrichten.de/nachrichten/nrw/nordrheinwestfalen/art5192,373608
  56. http://www.malteser.de/1.08.Aktuelles/1.08.01.Presse_Center/1.08.01.01Presseinfos/presse2000.asp?Anzeige=Yes&Index1=1351
  57. Aachener Nachrichten/Dünnwald: Rüttgers wird neuer AKV-Ordensritter, 25. August 2009; Aachener Zeitung/Kutsch, Esser: Rüttgers steigt für den AKV in den Narrenkäfig, 25. August 2009
  58. derwesten.de: Karneval: Rüttgers bekommt Orden „Wider den tierischen Ernst“
  59. Botschaft des Königreichs Niederlande: Jürgen Rüttgers zum Großoffizier im Orden von Oranien-Nassau ernannt. 13. Juli 2010, abgerufen am 17. Juli 2010.