Jürgen von dem Knesebeck

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Jürgen von dem Knesebeck

Jürgen Gustav Paridam von dem Knesebeck (* 5. August 1888 in Steglitz; † 7. April 1980 in Bad Mergentheim) war ein deutscher Politiker (NSDAP).

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Jürgen von dem Knesebeck wurde als Sohn des Gutsbesitzers und Oberstleutnants Werner von dem Knesebeck geboren. Von 1895 bis 1897 besuchte er die Bürgerschule in Lübben in der Lausitz und wurde danach bis 1900 von Privatlehrern unterrichtet. Von 1904 bis 1910 besuchte er die Klosterschule Ilfeld. Von 1910 bis 1911 studierte er Rechtswissenschaften in Heidelberg, wo er Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg war. Anschließend bezog er bis 1914 die Universität Halle an der Saale. Die erste juristische Staatsprüfung legte er 1914 in Halle an der Saale ab.

Im August 1914 meldete Knesbeck sich als Kriegsfreiwilliger zum Feldartillerieregiment 75 in Halle. Am 18. Oktober kam er zur 4. Infanterie-Munitions-Kompanie des IV. Artilleriereserveregiments. Am 27. Februar 1915 wurde er zur 3. Batterie der Infanterieartilleriereserve 75 versetzt. Am 23. August 1916 erfolgte die Beförderung zum Leutnant und am 6. September 1916 die Verlegung zur 6. Batterie der Feldartilleriereserve 271. Im Krieg wurde Knesebeck viermal verwundet und mit dem Eisernen Kreuz beider Klassen ausgezeichnet. Vom 2. Februar 1919 bis zum 2. August 1919 war Knesebeck Gerichtsreferendar in Salzwedel. Vom 2. August 1919 bis zum 20. November 1919 war er beim Landgericht in Halberstadt. Danach war er bei der Regierung in Merseburg und dem Landrat in Eisleben tätig. Nach dem Bestehen der großen Staatsprüfung am 8. Juli 1922 wurde Knesebeck zur Regierung Schneidemühl versetzt.

Am 6. Februar 1924 kam Knesebeck zum Landratsamt in Meseritz, von dort am 4. Oktober 1924 an die Regierung in Schleswig. 1925 erfolgte die Versetzung an die Regierung in Trier. Am 22. Juli 1927 wurde er der Regierung in Düsseldorf überwiesen. Am 4. April 1928 wurde er zum Regierungsrat befördert. Am 1. August 1930 wurde er schließlich zur Regierung in Köln versetzt.

In den 1920er Jahren wurde Knesebeck Mitglied der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP). Bei der Reichstagswahl im September 1930 zog er auf Reichswahlvorschlag der NSDAP in den Reichstag ein, dem er bis zum Juli 1932 angehörte.

Knesebeck trat am 4. Februar 1933 aus der NSDAP aus.[1] Im Juli 1937 lehnte die NSDAP-Reichsleitung die im Vorjahr von Knesebeck beantragte Wiederaufnahme in die Partei ab. Nach Kriegsende wurde Knesebeck in der Entnazifizierung von der Spruchkammer Hersfeld im Oktober 1946 als „Entlasteter“ eingestuft. 1953 machte er in einem Antrag auf Wiedergutmachung geltend, im Oktober 1933 auf Rechtsgrundlage des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus politischen Gründen in den Ruhestand versetzt worden zu sein.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung 1933−1945. Droste, Düsseldorf 1991, ISBN 3-7700-5162-9, S. 332.

Weblinks[Bearbeiten]