J. P. Bemberg

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Blick durch Tor 5 der ehemaligen J.P. Bemberg AG

Die J. P. Bemberg AG war ein traditionsreiches deutsches Textilunternehmen, das 1971 durch die Fusion mit der Glanzstoff AG in die Enka AG aufging.

Geschichte[Bearbeiten]

1792 gründete der Kaufmann Johann Peter Bemberg in Elberfeld (heute zu Wuppertal) eine Weinhandlung, die sich über den Handel mit Farbstoffen, Baumwolle und Wolle zu einer Türkischrot-Färberei entwickelte.

Der Ehemann seiner Enkelin Therese, Friedrich Platzhoff, verlegte 1865 das Unternehmen nach der Öhde und expandierte durch Gründungen oder Übernahmen von Fabriken in Barmen (heute zu Wuppertal), Krefeld und Augsburg, Mechanische Kunstseidenwebereien, die aus der 1896 erworbenen Weberei Max Triepke hervorgegangen ist. 1903 erfolgte die Umwandlung zur Aktiengesellschaft unter der Firma „J. P. Bemberg AG“.

Ab 1900 beginnt Emil Thiele mit Versuchen das Streckspinnverfahren für Kupferseide (DRP. Nr. 154 507 und 157 157) zu entwickeln, was 1904 zum Beginn der Produktion der Kupfer-Kunstseidenherstellung führte und ab 1909 auch nach dem nun produktionsreifen Streckspinnverfahren. In den folgenden Jahren wurde ausschließlichen Kupfer-Kunstseide produziert, denn die Färberei gab man 1918 endgültig auf. Anfang der 1930er Jahre begann Bemberg mit der Herstellung des Bemberg-Zellglas „Cuprophan". Internationale Niederlassungen, unter anderem in Italien, Bemberg S.p.A., Mailand, Frankreich, Japan, im Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten, Beaunit Mills Inc., New York, erfolgten.

1925 wurde die Aktienmehrheit von den Vereinigte Glanzstoff-Fabriken AG übernommen, die seit 1916 durch vertragliche Vereinbarungen mit Bemberg zusammenarbeiteten. Glanzstoff gibt in der Folgezeit das Kupferverfahren ganz auf, bis auf die Herstellung von Kupfer-Sirius (einem monofilen Faden in starkem Titer s. g. künstl. Roßhaar), die noch einige Zeit beibehalten wird. Im gleichen Jahr gründen Glanzstoff und Bemberg die American Bemberg Corporation New York mit Werk in Johnson City/Tenn. Ebenso beteiligen sich beide Unternehmen an der Gründung der Seta Bemberg S. A. in Gozzano/Italien. Seit 1927 fokussierte sich das Unternehmen auf die Kunstseidenproduktion. 1929 wird gemeinsam mit Glanzstoff und der Asahi Kenshoku Kabushiki Kaisha die Nippon Bemberg Kenshi Kabushiki Kaisha, Osaka gegründet. Die beiden japanischen Gesellschaften werden 1933 zur Asahi-Bemberg-Rayon-Co. vereinigt. 1940 meldet Bemberg das »Dureta«-Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Kunstseide nach dem Kupferverfahren zum Patent an (DRP 763735). Im Zweiten Weltkrieg überwog die Herstellung von Fallschirmseide (bis zu 40 Tonnen Seide am Tag, 4.400 Beschäftigte).

Am 13. März 1945 wurden bei einem Luftangriff 70 % der Produktionsanlagen zerstört. Mit dem Kriegsende gehen die ausländischen Niederlassungen verloren. 1946 erfolgte eine Neugründung mit ca. 300 Angestellten. Die Produktion florierte mit Perlon, ab 1962, Verkauf aber von Glanzstoff und Chemiekupferseide Bemberg®, Cuprophan, Bemberg-Lavabel und Geweben der Mechanischen Kunstseidenwebereien in Augsburg unter eigenem Namen. Im Jahre 1963 erreichte man mit 3.083 Beschäftigten einen Umsatz von 100.976.000 DM. Das Kapital betrug zu dieser Zeit 45 Millionen DM. Davon besaßen die VGF 80,8%, die AKU 8,7% und freie Aktionäre 10,5%. Gegen 1969 waren wieder etwa 3.800 Angestellte beschäftigt. 1971 fusionierte Bemberg mit der Glanzstoff AG, das neue Unternehmen firmierte unter Enka Glanzstoff AG.

Literatur[Bearbeiten]

  • Robert Bauer: Chemiefaser-Lexikon. Schriftenreihe der Textil-Wirtschaft. 5. Auflage, 1965. Deutscher Fachverlag GmbH, Frankfurt am Main.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: JP Bemberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien