J. Peter Schwalm

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J. Peter Schwalm (Deutsches Jazzfestival 2013)

J. Peter Schwalm (* 1970 in Frankfurt am Main) ist ein deutscher Komponist und Musikproduzent der im Bereich elektronische Musik, Film, Theater, Ballett und Neue Musik tätig ist und einer breiten Öffentlichkeit vor allem durch seine Zusammenarbeit mit dem britischen Musiker Brian Eno bekannt ist. Er lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.

Leben und Arbeit[Bearbeiten]

Schwalm studierte zwischen 1989 und 1991 vier Semester Musik mit Hauptfach Schlagzeug an der Musikwerkstatt in Frankfurt am Main. Im Jahre 1993 gründete Schwalm das experimentelle Elektro-Jazz Projekt Slop Shop. Er veröffentlichte erste Werke dieses Projektes auf dem Frankfurter Label Infracom.

Schwalm gründete im Jahre 1996 das Label Poets Club Records, welches im Jahre 2000 in Christian Kesslers Besitz überging. Auf diesem Label veröffentlichte Schwalm zahlreiche 12” Maxisingles sowie Compilations im Bereich Elektronica, Nu Jazz und Drum and Bass. Schwalm veröffentlichte seine erste CD bei Poets Club Records. Diese erste CD seines Projektes Slop Shop mit dem Titel Makrodelia, zog die Aufmerksamkeit verschiedenster Musiker Persönlichkeiten wie Brian Eno, Peter Kruder, Ryuichi Sakamoto auf sich.

Brian Eno meldete sich daraufhin bei Schwalm, um ihm eine gemeinsame Zusammenarbeit anzubieten, die nur wenige Monate später in einem gemeinsamen Auftritt zusammen in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland mündete. Beteiligt waren außerdem Holger Czukay, der Bassist Raoul Walton und der Schlagzeuger Jem Atai. Infolgedessen arbeiteten Schwalm und Eno in den darauf folgenden Jahren an den verschiedensten Projekten und veröffentlichten die zwei CDs Music for Onmyo-ji (2000 JVC Victor) und Drawn from Life (2001 Venture/Virgin Music U.K.).

Außerdem gestalteten Schwalm und Brian Eno Im Jahre 2001 eine gemeinsame, mehrkanalige Klanginstallation in dem Vulkankrater Volcan del Cuervo auf Lanzarote. In einem Interview mit dem deutschen Musikmagazin Keyboards, erklärt Schwalm die Vorgehensweise und das Konzept dieses Projektes. Um das Album Drawn from Life zu promoten, begaben sich Schwalm und Brian Eno im Jahr 2002 auf eine Tournee, die sie nach Japan, Spanien und Portugal führte. Schwalm war außerdem an dem von Bono initiierten Projekt Artists against AIDS Worldwide mit dem Titel what’s going on beteiligt. Im Jahr 2003 arbeiteten Schwalm und Brian Eno an der Filmmusik zu Nicolas Winding Refn’s Film Fear X, welcher in Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Hubert Selby, J.R. und dem Kameramann Larry Smith entstand.

Im Jahr 2006 nahm Schwalm am Wagner-Reloaded Projekt teil, welches die Musik Richard Wagners in verschiedenen Projekten neu bearbeitet. Dieses Projekt wurde 2006 anlässlich des Punktfestival in Kristiansand/Norwegen zusammen mit dem Kristiansand Symphonieorchester uraufgeführt. Weitere Beteiligte waren unter anderen Eivind Aarset, Audun Kleive, Lars Danielsson, Bugge Wesseltoft und Jan Bang.

Im Jahr 2006 veröffentlichte Schwalm die erste CD unter eigenen Namen. Musikain arbeitet mit verschiedenen Musikstilen unter Einbeziehung verschiedener Vokalisten. An der Produktion haben unter anderem als Gastvokalisten Brian Eno, die norwegische Sängerin Kari Kleiv und die britische Sängerin Imogen Heap teilgenommen.

Des Weiteren arbeitete Schwalm unter anderem an Produktionen für Das neue Werk; eine Konzertreihe des NDR, fur die Komponisten wie Karlheinz Stockhausen, Pierre Boulez, Krzysztof Penderecki und György Ligeti neues Material komponierten und aufführten.

Schwalm komponierte Musik für eine Produktion des Choreografen James Sutherland im Auftrag des Stuttgarter Balletts mit dem Titel Impaired Ground.

Ebenfalls schrieb Schwalm die Musik für das Theaterstück Don’t look now im Auftrag der Sheffield Theatres für das Lyceum Theatre in Sheffield, welches auch im Lyric Theatre Hammersmith in London aufgeführt wurde. Das Drehbuch hierfür steuerte Nell Leyshon bei; Regie führte Lucy Bailey.

Im Bereich Hörspiel trat Schwalm erstmals 2008 in Erscheinung. Hierfür komponierte und produzierte Schwalm die Musik für das Hörspiel Der gewöhnliche Weg, nach der Drehbuchvorlage von Jean-Claude Carrière und unter der Regie des Preisgekrönten Regisseurs Norbert Scheffer im Auftrag des NDR. Zusammen mit der Violinistin Nell Catchpole leitete er Workshops an der Guildhall School for Music and Drama in London.

Seit 2008 arbeitet Schwalm vermehrt mit dem Gitarristen Eivind Aarset zusammen. Sie hatten gemeinsame Auftritte auf dem Punktfestival in Norwegen, auf dem Enjoy Jazz Festival in Mannheim und im Rolf Liebermann Studio in Hamburg anlässlich eines Konzertes für Das neue Werk.

Im Jahr 2013 wurde er von dem britischen Ensemble Icebreaker beauftragt, ein neues Musikstück aus Kraftwerks bisherigem musikalischem Material zu schaffen.[1] Die Premiere des Projekts, mit dem Titel Kraftwerk Uncovered: A Future Past, wird im Jänner 2014 im Science Museum in London stattfinden,[2] folgen wird eine Tournee mit Konzerten in Großbritannien und Irland.[3]

Diskographie Longplays (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Slop Shop: Makrodelia (CD) (Poets Club Records)
  • Slop Shop: Makrodelia 2 (CD) (Poets Club Records)
  • Slop Shop: Interpretations (CD) (Poets Club Records)
  • Brian Eno with J. Peter Schwalm: Music for Onmyo-ji (2CD) (JVC)
  • Brian Eno & J. Peter Schwalm: Drawn from Life (CD) (Venture/Virgin U.K.)
  • J. Peter Schwalm: Musikain (CD) (Musikain Records)
  • J. Peter Schwalm: Wagner Transformed (CD) (Intergroove Classic, 2013)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: J. Peter Schwalm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Icebreaker: Kraftwerk Uncovered. Abgerufen am 18. November 2013.
  2. Science Museum, London. Abgerufen am 18. November 2013.
  3. Wales Arts Review: Icebreaker: Eno's Apollo and Kraftwerk Uncovered. Abgerufen am 18. November 2013.