JPEG File Interchange Format

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Dieser Artikel beschreibt das Grafikformat mit der Dateiendung .jpg oder .jpeg. Für eine Beschreibung der zugrunde liegenden JPEG-Bildkompressionsverfahren siehe JPEG.
JPEG File Interchange Format
Phalaenopsis JPEG.png
Dateiendung: .jpg, .jpeg, .jpe, .jfif
MIME-Type: image/jpeg
Magische Zahl:

Vorlage:Infobox Dateiformat/Wartung/MagischeZahlHex fehlt FF D8

Entwickelt von: Joint Photographic Experts Group
Art: Verlustbehaftetes Grafikformat
Standard(s): ISO/IEC 10918, ITU-T T.81, ITU-T T.83, ITU-T T.84, ITU-T T.86
Website: www.jpeg.org

Das JPEG File Interchange Format (JFIF) ist ein 1991 von Eric Hamilton entwickeltes Grafikformat zur Speicherung von Bildern, die nach der JPEG-Norm komprimiert wurden. Als Dateinamenserweiterung wird meistens jpg, seltener jpeg, jpe oder jfif verwendet. JFIF ist das im World Wide Web am weitesten verbreitete Grafikformat für Fotos.

Die JPEG-Norm legt nur den Komprimierungsvorgang fest, nicht aber, wie die entstandenen Bilddaten abgelegt werden müssen, damit sie zwischen verschiedenen Computerprogrammen ausgetauscht werden können. Zum Beispiel legt JPEG nicht fest, welcher Farbraum benutzt werden soll. JFIF ist eine Methode, JPEG-Daten abzulegen; weitere Möglichkeiten sind das von der Joint Photographic Experts Group veröffentlichte Still Picture Interchange File Format (SPIFF) und JPEG Network Graphics. Gemeinhin bezeichnet „JPEG-Datei“ eine JFIF-Datei.

JFIF macht nur von einem kleinen Teil der von JPEG angebotenen Möglichkeiten Gebrauch: so ist als Farbmodell nur noch YCbCr und nicht mehr RGB zugelassen; zur Entropiekodierung ist nur Huffman-Kodierung erlaubt. Hinzugekommen sind einige Mechanismen zur Synchronisation und Resynchronisation bei Übertragungsfehlern.

Dateiformat[Bearbeiten]

Die Größe von JPEG-Bildern ist bei JFIF auf 65.535×65.535 Pixel beschränkt.

JFIF-Bilddateien bestehen aus einem Kopf (der leer sein kann) und den eigentlichen Daten, die durch einen SOI-Marker FF D8 eingeleitet werden. Auf diesen Marker folgt das JFIF-Tag: FF E0 00 10 4A 46 49 46 00 01. Die Sequenz 4A 46 49 46 ist die ASCII-Repräsentation von „JFIF“. Gängige Bildprogramme können auch Dateien ohne JFIF-Tag verarbeiten.

Die JFIF-Dateien sind in Segmente (bei TIFF als Tag bezeichnet) unterteilt. Die Segmente sind generell in folgender Form aufgebaut: Ein FF xx s1 s2 leitet das Tag ein. FF ist ein hexadezimaler Wert und entspricht dezimal 255. Das xx bestimmt die Art des Tags. 256 * s1 + s2 gibt die Länge des Segmentes an. In den Segmenten können sich weitere Bilder verbergen, oft ein kleines Vorschaubild für die schnelle Vorschau. Einzelne Segmente können mehrfach vorkommen.

FF xx Symbol Bezeichnung
FF D8 SOI Start Of Image
FF E0 APP0 JFIF tag
FF Cn SOFn Start of Frame Marker, legt Art der Kompression fest:
FF C0 SOF0 Baseline DCT
FF C1 SOF1 Extended sequential DCT
FF C2 SOF2 Progressive DCT
FF C3 SOF3 Lossless (sequential)
FF C5 SOF5 Differential sequential DCT
FF C6 SOF6 Differential progressive DCT
FF C7 SOF7 Differential lossless (sequential)
FF C8 JPG reserviert für JPEG extensions
FF C9 SOF9 Extended sequential DCT
FF CA SOF10 Progressive DCT
FF CB SOF11 Lossless (sequential)
FF CD SOF13 Differential sequential DCT
FF CE SOF14 Differential progressive DCT
FF CF SOF15 Differential lossless (sequential)
FF C4 DHT Definition der Huffman-Tabellen
FF CC DAC Definition der arithmetischen Codierung
FF DB DQT Definition der Quantisierungstabellen
FF E1 APP1 Exif-Daten
FF EE APP14 Oft für Copyright-Einträge
FF En APPn n=2..F allg. Zeiger
FF FE COM Kommentare
FF DA SOS Start of Scan
FF D9 EOI End of Image

Ein Beispiel für ein Copyright-Tag: FF EE 00 26 'File written by ...'

Ein Beispiel für ein Kommentar-Tag: FF FE s1 s2 'This photo shot is dated ...'

Aufbau einer JFIF-Datei:

SOI-Segment FF D8
APP0-Segment FF E0 s1 s2 4A 46 49 46 00 v1 v2 ...
… weitere Segmente
SOS-Segment FF DA
Data Komprimierte Daten
EOI-Segment FF D9

Die Längenangaben der Segmente enthalten übrigens auch den Platz für die Längenangaben selbst: Ein leeres Segment hat daher die Länge 2, da dies der Länge der Komponenten s1 und s2 selbst entspricht.

Auf das Start-of-Scan-(SOS)-Segment (Marker FF DA) folgen direkt die komprimierten Daten, bis zum Start des nächsten Segments, das durch den nächsten Marker angezeigt wird. Sollte innerhalb der Daten ein FF auftreten, so wird dies mit einer folgenden 00 (Null) markiert. Andere Werte zeigen das Auftreten eines neuen Segments bzw. Markers an. Ausnahme: Folgt dem FF einer der Restart-Marker (D0 - D7) so setzen sich die Daten direkt dahinter weiter fort: FF DA ... daten ... FF D0 ... daten ...

Da einen Dekoder nur Daten zwischen einer Anfangsmarke und einer Endmarke interessieren, ist es auch möglich, Exif, IPTC-NAA-Standard-Informationen und sogar ganze XML- oder andere Dateien nach dem Datacontainer-Verfahren in der JFIF-Datei unterzubringen. Die Erweiterungen sind aber nicht JFIF-konform. Es wird empfohlen solche Dateien vor einer Veröffentlichung eines Bildes zu entfernen, wenn sie private Daten enthalten.

Exif-Metadaten[Bearbeiten]

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  • Inkompatibilität von früheren Exif-Versionen

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In Bilddateien im JPEG-Format können auch Metadaten im Exif-Format abgespeichert werden; viele Digitalkameras speichern hier Informationen über Hersteller und Softwareversion ab. Lizenzdaten können ebenfalls gespeichert werden. Aufmerksamkeit erregte die Angewohnheit von einigen Bildbearbeitungsprogrammen, Vorschaubilder im Exif-Feld zu speichern, die bei einer Veränderung der Bilddatei nicht zwangsläufig angepasst werden; so können nicht zur Veröffentlichung bestimmte Teile der Bilddatei in niedriger Auflösung trotzdem an die Öffentlichkeit geraten.

Weblinks[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas W. Lipp: Grafikformate. Microsoft Press, Unterschleißheim 1997, ISBN 3-86063-391-0
  • John Miano: Compressed Image File Formats. Addison-Wesley, Reading 2000, ISBN 0-201-60443-4