Jaan Kiivit senior

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Jaan Kiivit (sen.)

Jaan Kiivit senior (* 27. Februar 1906 in Pahuvere, Landgemeinde Tarvastu, Kreis Viljandi, Estland; † 3. August 1971 in Tallinn) war ein estnischer Evangelisch-Lutherischer Pastor, Erzbischof und Ökumeniker.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Kiivit senior studierte Evangelische Theologie, wurde in das Vikariat seiner Kirche übernommen und zum Pastor ordiniert. Weil er frühzeitig an ökumenischen Beziehungen zu Schwesterkirchen, auch anderer Denominationen interessiert war, nahm er im Juni 1958 an der Tagung der Christlichen Friedenskonferenz (CFK) in Prag sowie an weiteren Tagungen wie auch an den ersten Allchristlichen Friedensversammlungen (ACFV) teil und ließ sich in deren Gremien wählen. Die Anmeldung zur Teilnahme an der CFK erfolgte unter dem Namen Jaan Jasnovič Kiivit [1] (korrekt eigentlich: Janovič (Janowitsch) nach russisch Ян Янович Киивит).

Wegen seines anerkannten Dienstes bei der Pastoralarbeit und beim Knüpfen ökumenischer Beziehungen wurde er zum Bischof und wenig später zum Erzbischof berufen. Bei der 550-Jahr-Feier der Gründung der Leipziger Karl-Marx-Universität im Jahr 1959 wurde dem Erzbischof von Tallinn (Estnische Sowjetrepublik) Jaan Kiivit senior die Würde eines Ehrendoktors verliehen.[2]

Zusammen mit seiner Frau Gertrud war er auch Teilnehmer der I. Allchristlichen Friedensversammlung im Juni 1961 in Prag.

Sein Sohn gleichen Namens studierte ebenfalls Theologie, wurde 1966 durch den Vater ordiniert und wirkte fast dreißig Jahre als Pfarrer der Heilig-Geist-Kirche in Tallinn. Im Jahre 1994 wurde er wie zuvor sein Vater zum Erzbischof der Estnischen Evangelisch-Lutherischen Kirche (EELK) gewählt und hatte das Amt bis zu seinem Ruhestand im Februar 2005 inne.

Nachfolger von Jaan Kiivit senior im Amt des Erzbischofs wurde im Jahr 1967 Alfred Tooming.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Aufgabe und Zeugnis. Christliche Friedenskonferenz Prag 1.-4. Juni 1958", Praha 1958, S. 91
  2. Vergabe der Ehrendoktorwürde durch die Leipziger Universität