Jabberwocky (Film)

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Filmdaten
Deutscher Titel Jabberwocky
Originaltitel Jabberwocky
Produktionsland Großbritannien
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1977
Länge 100 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Terry Gilliam
Drehbuch Charles Alverson, Terry Gilliam
Produktion John Goldstone
Musik Modest Mussorgsky, Marcus De Wolfe
Kamera Terry Bedford
Schnitt Michael Bradsell
Besetzung

Jabberwocky ist ein Spielfilm aus dem Jahr 1977 von Terry Gilliam mit Bezug zum Gedicht „Jabberwocky“ von Lewis Carroll. Charles Alverson und Terry Gilliam schrieben das Drehbuch.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film beschreibt die Geschichte von Dennis Cooper (Küfer mit Gesellenabschluss). Er lebt mit seinem Vater in einem kleinen Dorf und träumt davon, die Welt durch seine Ideen zu verbessern. Als sein Vater stirbt, zieht es Dennis in die Stadt, weg von seiner Liebsten hin zu Ansehen und Verdienst.

Dabei gerät er in so manches Abenteuer. Auch gegen den gefährlichen Jabberwocky (ein drachenartiges Ungeheuer), der die Wälder um die Stadt unsicher macht. Als er diesen schließlich besiegt und damit die mittelalterliche Welt wieder ein bisschen sicherer macht, wird er endlich von seiner Liebsten respektiert, gewinnt aber gleichzeitig das Herz der Prinzessin des Reiches, die in romantische Schwelgerei verfallen ihr Dasein im noch stehenden Turm der Burg fristete.

Hintergrund[Bearbeiten]

Terry Gilliam parodiert mit diesem Film die mittelalterliche Zeit und die verklärten Vorstellungen, die heute darüber herrschen:

  • Verfallende Gebäude
  • Hygiene
  • Erkenntnishorizont der Menschen
  • Monarchische Herrschaft
  • Ritterspiele und Ritterdasein
  • Aberglaube und Religion uvm.

Bei der Burg, die als Kulisse diente, handelt es sich um das schottische Doune Castle aus dem 14. Jh.

Kritik[Bearbeiten]

„Mit Bezügen zur Neuzeit gespickte Satire auf die 'guten alten Zeiten', ausgezeichnet besetzt, in der Ausstattung verblüffend echt, aber mit merklichen Längen. Der makabre, oft die Grenzen des Zynismus streifende Humor ist sicher nicht jedermanns Sache.“

Lexikon des Internationalen Films

Jabberwocky (1977), Gilliams erste alleinige Regie-Arbeit, sollte eine 'Antwort' auf die amerikanischen Monsterfilme in der Art des Weißen Hais sein, die Fortsetzung der [von den Pythons gedrehten] Mittelalter-Fantasie [Die Ritter der Kokosnuß, (1974)] und eine erste Exemplifizierung eines seiner späteren Leitmotive: Angst als Motor für Macht und Bereicherung. Das Monster Jammerwoch (sehr frei nach Lewis Carrols Gedicht) macht in Terry Gilliams Mittelalter alles, was schon schlimm genug ist, noch schlimmer, aber nicht schlimm genug, als dass man an den Opfern nicht auch noch verdienen könnte. Einen 'Monsterfilm mit Herz' nannte Vincent Canby damals in der New York Times Gilliams Film. Das wäre durchaus ein gefälliges Programm gewesen. Das Herz aber war, so sah es die Kritik in Europa, 'antikapitalistisch'.“

Georg Seeßlen (2005): Die Träumer, die Verrückten und die Schwindler – Das pragmatische Fantasiekino des Terry Gilliam[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Seeßlen, Georg (2005): Die Träumer, die Verrückten und die Schwindler – Das pragmatische Fantasiekino des Terry Gilliam, ursprünglich in: epd Film 10/2005, hier: filmzentrale.com