Jack Daniel’s

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Dieser Artikel behandelt den Whiskey Jack Daniel’s, zum Universitätsprofessor und Leichtathletiktrainer Jack Daniels siehe Jack Daniels (Trainer)
Jack Daniel’s Old No.7 in der in Kanada verkauften Sondergröße mit 1,14 Liter

Jack Daniel’s ist der Markenname eines Tennessee-Whiskeys aus der Kleinstadt Lynchburg in Tennessee, USA. Die Marke gehört dem Brown-Forman-Konzern. Mit einer Produktion von etwa 90 Millionen Litern im Jahr[1] ist Jack Daniel’s die bestverkaufte amerikanische Whiskeymarke weltweit, und kämpft mit der schottischen Whiskymarke Johnnie Walker um den Titel des bestverkauften Whiskeys aus allen Ländern.

Geschichte[Bearbeiten]

Herstellung von Holzkohle in den 1930ern

Die Destillerie wurde 1866 von Jasper „Jack“ Newton Daniel gegründet, der um 1850 in eine Großfamilie geboren wurde. 1907 übergab er das Unternehmen wegen seines schlechten Gesundheitszustands an seinen Neffen Lem Motlow, da er selbst keine Kinder hatte. Daniel starb 1911 an den Folgen einer Blutvergiftung. 1866 wurde das Unternehmen „Jack Daniel’s“ als erste Destillerie in das Handelsregister eines US-Bundesstaates aufgenommen.

Jack Daniel's filterte seinen Whiskey schon früh durch Holzkohle. Das Verfahren ist seit der Antike bekannt, um Flüssigkeiten von Unreinheiten zu befreien, der erste der dies vermutlich für die Whiskeyherstellung anwandte, war der Jack-Daniel's-Angestellte Alfred Eaton. Das Verfahren war in den Frühzeiten der Whiskey-Herstellung weit verbreitet, wird heute in großem Maßstab jedoch nur noch von Jack Daniel's und George Dickel angewandt.[2]

Ursprünglich wurde Jack Daniel's, wie anderer Bourbon Whiskey auch, in Fässern oder Tonkrügen mit Korkverschlüssen verkauft. 1870 wechselte die Destillerie auf Flaschen, das typische Design mit quadratischen Flaschen entstand 1895.[3]

1904 nahm das Unternehmen an der Weltausstellung 1904 in St. Louis teil und gewann dort eine Goldmedaille; ein Erfolg, den das Unternehmen 1905 in Brüssel wiederholen konnte, was zum Popularitätsschub der Marke beitrug.[3]

1910 führte Tennessee die Prohibition ein. Die Destillerie zog nach St. Louis, Alabama, bevor es wegen der US-weit eingeführten Prohibition 1920 den Betrieb ganz einstellte. Erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs produzierte Jack Daniel's wieder.[3]

Seit 1956 gehört die Destillerie, die immer noch am Originalplatz an der „Hollow“ von Lynchburg steht, zur Brown-Forman-Corporation. Im Jahr 2011 verkaufte die Marke 10,6 Millionen Kästen.[4]

Herstellung[Bearbeiten]

Destilleriegebäude
Eines von 67 Lagerhäusern
In einem Lagerhaus

Jack Daniel errichtete seine Destillerie an diesem Platz, weil das Wasser der hier entspringenden Kalksteinquelle − wie das Wasser in großen Teilen Kentuckys und Tennessees − gut für die Herstellung von Whiskey beschaffen ist; unter anderem ist es eisenfrei. Grundsätzlich wird Jack Daniel's dabei wie die anderen Bourbon Whiskeys auch hergestellt. Die Maische aus der Jack Daniel's hergestellt wird, hat einen Maisanteil von 80%, was für einen Bourbon ein sehr hoher Anteil ist. Der Rest besteht aus 12% Roggen und 8% Gerste.[1] Brown-Forman nutzt für die Herstellung von Jack Daniel's wie die meisten anderen Bourbon-Destillerien auch "saure Maische", das heißt, jedem neuen Gärvorgäng bei dem die Maische zum sogenannten "Distiller's Beer" vergoren wird, wird Maische aus dem letzten hinzugefügt. Die darin enthaltenen Milchsäurebakterien sorgen für einen niedrigen ph-Wert in der Maische, was das Wachstum von Bakterien verhindert und der Hefe gute Lebensbedingungen bietet.[4]

Eine Besonderheit an Tennessee Whiskeys ist die Benutzung des Lincoln County Processes − einer Filterung durch Holzkohle. Nach Angaben von Jack Daniel's sorgt diese für den typischen Geschmack und die Milde. Bei diesem Filterverfahren sickert der Whiskey ungefähr zwölf Tage lang tropfenweise durch eine etwa drei Meter dicke Schicht aus Holzkohle, die auf dem Gelände der Destillerie aus Zucker-Ahorn hergestellt wird.

Durch diese Filterung werden dem Whiskey die unerwünschten Fettanteile entzogen, die bei jeder Herstellung von Branntwein entstehen, grobe Aromabestandteile werden ausgefiltert und der Whiskey nimmt Aromen aus der Holzkohle auf. Anschließend wird das Getränk in ausgebrannte Weißeichenfässer abgefüllt. Diese Fässer lagern mehrere Stockwerke hoch in speziellen Gebäuden, den sogenannten „Barrel Houses“. Nach frühestens vier Jahren wird der Whiskey in Flaschen abgefüllt. Die Filterung durch Holzkohle wenden auch zwei andere Hersteller von Tennessee Whiskey an, George Dickel und Collier and McKeel, seit 2013 ist sie vor allem auf Betreiben des Jack-Daniel's-Mutterkonzerns Brown-Forman auch gesetzlich vorgeschrieben, um einen Tennessee Whiskey herzustellen. Mehrere andere Hersteller von Bourbon filtern ebenso durch Holzkohle. Meist geschieht dies aber nach der Reifung und nicht wie bei Jack Daniel's davor, während Jack Daniel's einmal durch eine drei Meter breite Schicht Holzkohle läuft, nutzen die meisten anderen Hersteller eine dünnere Schicht, durch die der Whiskey mehrfach läuft.[5]

Anlagen[Bearbeiten]

Das im Jahr 2000 fertig gestellte aktuelle Besucherzentrum

Die Destillerie befindet sich an ihrem Ursprungsort in Lynchburg. Tennessee. Dort ist seit den 1970ern auch ein Besucherzentrum mit angeschlossenem Seminar- und Tagungszentrum. Der Besuch dort ist umsonst, und da das Moore County selbst den Verkauf von Alkohol untersagt, verkauft Jack Daniel's dort auch keinen Whiskey. Der Konzern sieht das Zentrum vor allem als Werbung für die Marke. Brown-Forman investiert dabei signifikante Summen, um das Besucherzentrum attraktiv zu halten und Besucher dorthin zu locken. Im Jahr kommen mehr als 250.000 Menschen dorthin.[3]

Der größte Teil der 67 Lagerhäuser in der etwa 190 Millionen Liter Whiskey reifen[1] liegt allerdings abseits der Besucherströme mehrere Kilometer entfernt im Moore County.

Bourbon[Bearbeiten]

Tennessee Whiskey ist eine Variante des Bourbon Whiskeys und könnte als solcher verkauft werden. Das Unternehmen vermarktet das Produkt selbst jedoch als Tennessee-Whiskey und vermeidet die Bezeichnung Bourbon.[6] Die Begriffe Bourbon und Tennessee-Whiskey schließen sich jedoch nicht aus; Jack Daniel’s erfüllt alle lebensmittelrechtlichen Kriterien der Definition von Bourbon (zum Beispiel: hergestellt in den USA aus einer Maismaische) und kann daher zu Recht als Bourbon bezeichnet werden.[7]

Sorten[Bearbeiten]

  • Am bekanntesten ist der sogenannte Black Label (Jack Daniel’s Old No.7). Der Alkoholgehalt der in Deutschland vertriebenen Flaschen wurde von 43 % (Ende der 1990er Jahre) auf inzwischen 40 % reduziert. In Kanada wurde auch eine Sondergröße mit 1,14 l vertrieben.
  • Beim Single Barrel wählt der Master Distiller spezielle Whiskeyfässer aus. Der Inhalt wird unvermischt in Flaschen abgefüllt. Jede Flasche ist handsigniert und mit der Nummer des Fasses versehen, aus dem sie abgefüllt worden ist. Der Alkoholgehalt beträgt 45 %. Abfüllungen für den US-Markt haben einen Alkoholgehalt von 47 %. Jack Daniel's führte Single Barrel Whiskey 1997 und reagierte damit auf den Trend zu hochpreisigen limitierten Whiskeysorten.[1]
  • Der Gentleman Jack ist ein Whiskey, der zweimal durch die Holzkohle gefiltert wird – einmal vor dem Reifen im Fass und noch einmal danach. Er hat einen Alkoholgehalt von 40 %.
  • Der Green Label ist ein 4-jähriger Whiskey mit 40 % Alkoholgehalt, dessen Fässer im Freien gelagert worden sind. Durch diese Lagerung atmet das Holz der Fässer anders als bei einer Lagerung im Barrel House.
  • Tennessee Honey ist ein Likör, der durch eine Mischung aus Whiskey und einem Honiglikör entsteht. Er wird seit 2011 in den USA, seit Mai 2013 in Deutschland vertrieben.[8] Er hat einen Alkoholgehalt von 35 %.
  • Der Jack Daniels Master Distiller No.1 ist eine limitierte Sonderabfüllung, welche zu Ehren der 7 Master Distiller der Firmengeschichte auf den Markt gebracht wurde. Es ist die erste Edition aus einer limitierten Serie, die insgesamt 7 Flaschen umfasst.

Geliefert wird die 1,0-l-Flasche in einer schlichten schwarzen Geschenkverpackung aus Karton. Der Alkoholgehalt beträgt 43%.

Marketing[Bearbeiten]

Die grundlegende Marketingstragie von Jack Daniel's besteht seit 1956 und hat dazu beigetragen, die Marke von einer Whiskeymarke unter vielen zum bestverkauften amerikanischen Whiskey zu machen: das Grundmotiv der Strategie liegt in einer Betonung der Herkunft aus einer Kleinstadt der amerikanischen Südstaaten. Konsumenten sollen an eine Marke denken, in der ehrliche Menschen mit Ruhe, Stolz und Sorgfalt an der Herstellung des Whiskeys arbeiten. Werbung versucht nicht direkt zu verkaufen, sondern baut auf Bilder der Tradition und aus der Geschichte von Jack Daniel's und versucht ein Image aufzubauen. Die Grundmotive der Werbstrategie sind dabei seit über 50 Jahren unverändert.[9]

Rezeption[Bearbeiten]

Jack Daniel's ist der bestverkaufte Bourbon der Welt und hat über die Jahrzehnte eine breite öffentliche Rezeption gefunden. Beispielsweise wurde Frank Sinatra mit einer Flasche Jack Daniel's begraben, eine Hauptfigur in der erfolgreichen Zeichentrickserie Family Guy trink Jack Daniel's, das Cover der kollektive Autobiographie der Rockband Mötley Crüe schmückte eine Flasche, die unschwer als Abwandlung der Jack-Daniel's-Flasche zu erkennen ist, und die Popsängerin Kesha sagt, dass sie sich mit Jack Daniel's die Zähne putzt.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jack Daniel’s – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Whisky Nations, Dorling Kindersley Ltd, 2008 ISBN 1405336242 S. 194
  2. Lew Bryson: Tasting Whiskey: An Insider's Guide to the Unique Pleasures of the World's Finest Spirits Storey Publishing, 2014 ISBN 1612123023 S. 154
  3. a b c d Marcello M. Mariani, Rodolfo Baggio, Dimitrios Buhalis, Christian Longhi: Tourism Management, Marketing, and Development: Volume I: The Importance of Networks and ICTs Palgrave Macmillan, 2014 ISBN 1137354356 S. 242
  4. a b c Jack Daniel's in: Heather Greene: Whiskey Distilled: A Populist Guide to the Water of Life Penguin, 2014 ISBN 0698169859
  5. Michael R. Veach: Kentucky Bourbon Whiskey: An American Heritage University Press of Kentucky, 2013, ISBN 978-0-8131-4165-7.
  6. http://www2.jackdaniels.com/faq.aspx
  7. http://chuckcowdery.blogspot.de/2009/02/tennessee-whiskey-versus-bourbon.html
  8. News: Im Mai startet Brown-Forman Deutschland den deutschlandweiten Vetrieb von Jack Daniel’s Tennessee Honey, Spirituosen Journal, 14. Februar 2013
  9. Giep Franzen, Sandra Moriarty: The Science and Art of Branding M.E. Sharpe, 2008 ISBN 0765628643

35.284720269167-86.367774000278Koordinaten: 35° 17′ 5″ N, 86° 22′ 4″ W