Jack Dann

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Jack Dann

Jack Mayo Dann (* 15. Februar 1945 in Johnson City, New York) ist ein in Victoria, Australien lebender US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller, Herausgeber und Schreibtrainer. Unter seinem Namen sind weit über 70 Bücher erschienen, hauptsächlich als Herausgeber oder Co-Autor verschiedener Anthologien im Bereich Science Fiction, Fantasy und Horror. Er veröffentlichte bisher neun Romane und eine hohe Anzahl von Kurzgeschichten, Essays und Poesie. Seine Werke wurden bisher in 13 Sprachen übersetzt.

Leben[Bearbeiten]

Jack Danns Vater war Anwalt und Richter. Dann selbst beschrieb sich als „a troublesome child in a very small town“ (ein schwieriges Kind in einer sehr kleinen Stadt) und war in seiner Jugend Mitglied einer örtlichen Bande Jugendlicher. Nach einem Vorfall, bei dem die Bande Feuerwerk abbrannte und dabei Menschen verletzte, schrieben Danns Eltern ihn auf einer Militärakademie ein. Die Alternative wäre eine Besserungsanstalt gewesen, und so entschied Dann sich für das Militär und blieb dort zwei Jahre.[1]

Im Anschluss begann er ein Theaterstudium in New York City. Während des Studiums erkrankte er 1965 an einer Bauchfellentzündung als Folge einer schlecht durchgeführten Blinddarmoperation. Er überlebte trotz widriger Umstände und verbrachte vier Monate Rekonvaleszenz auf einer Krankenstation, auf der sich mehrere Mafiosi von einer Schießerei erholten.

Nur knapp dem Tode entronnen, überdachte er sein Leben und seine Einstellung dazu und suchte eine Berufung. Diese Reflexion brachte ihn wahrscheinlich zum Schreiben.[2].

Nach seiner Genesung zog er nach Binghamton, New York und setzte sein Studium fort. Er schloss 1968 als Bachelor in Sozial- und Politikwissenschaften ab. Die meiste Zeit der nächsten 30 Jahre lebte er in Binghamton, immer wieder unterbrochen durch Auslandsaufenthalte, der längste drei Jahre in Malaysien.[3]

Erste Berührungen mit Science Fiction hatte er bereits in früher Jugend durch die Bibliothek seines Vaters. In den späten 1960ern lernte er eine Anzahl namhafter Science-Fiction- und Fantasy-Schriftsteller kennen, unter anderem George Zebrowski, Pamela Sargent, Gardner Dozois, Jack Haldeman und Joe Haldeman. Zebrowski und Sargent hatten gemeinsam mit Jack Dann an der Binghamton University studiert. Kurze Zeit später kam es zur ersten Zusammenarbeit mit Zebrowski, die sie 1970 als Dark, Dark the Dead Star und Traps, an das Magazin Worlds of If verkauften. Zebrowski war es auch, der ihn an Science Fiction Conventions und Fantreffen heranführte, einer Szene, in die Dann seitdem fest eingebunden ist und in der er sich sehr engagiert.[2][4]

Eine Zeit lang musste Jack Dann aus finanziellen Gründen als Handelsreisender arbeiten und parallel den Verkauf seiner Geschichten ankurbeln. Der Grund dafür war, dass ihm der Verlag seines ersten Romans Starhiker das Honorar nicht vollständig zahlte und er sich aufgrund dessen verschuldete.[2]

1974 veröffentlichte er sein erstes Buch Wandering Stars: An Anthology of Jewish Fantasy and Science Fiction, diesem folgte 1977 sein erster Roman Starhiker.

Umzug nach Australien[Bearbeiten]

1994 zog Dann nach Melbourne und dort mit Janeen Webb zusammen, einer Science Fiction-Schriftstellerin und -Kritikerin, die er in San Fransisco kennengelernt hatte und 1995 heiratete. Seit dieser Zeit arbeiteten die Eheleute gemeinsam an vielen Projekten rund um Science Fiction und wurden sehr bekannt in Australiens Science-Fiction-Gemeinde.[5]

Gegenwärtig lebt Jack Dann auf einer Farm in Victoria, Australien, verbringt aber auch regelmäßig Zeit in Los Angeles und New York.

Karriere als Redakteur[Bearbeiten]

Jack Dann arbeitete als Redakteur für das Science Fiction and Fantasy Writers of America Bulletin in den Jahren von 1970 bis 1975.[6], als Redaktionsassistent von 1970–1972 und im Anschluss Chefredakteur bis 1975. Seit 1994 ist er beratender Redakteur für Tor Books.

Die meisten seiner über 70 Bücher sind Anthologien in den Genres Science Fiction, Fantasy und Horror. Seine erste Anthologie Wandering Stars: An Anthology of Jewish Fantasy and Science Fiction beinhaltet Geschichten von jüdischen Autoren und Geschichten, die sich mit dem Thema Judentum befassen. Es war eine gefeierte amerikanische Anthologie der 1970er Jahre. 1981 brachte er ein weiteres Buch zu diesem Thema heraus More Wandering Stars: Outstanding Stories of Jewish Fantasy and Science Fiction. Gemeinsam mit Grania Davidson Davis veröffentlichte er 2000 Everybody Has Somebody in Heaven: Essential Jewish Tales of the Spirit, eine Zusammenstellung von Geschichten über Avram Davidson, einen jüdischen Amerikaner, ausgezeichnet mit einem Hugo und mehrfach mit dem World Fantasy Award.

Trotz seiner jüdischen Wurzeln und einer Affinität zu den kulturellen Themen des Judentums distanziert er sich von den theologischen Grundsätzen dieser Religion.[4]

Jack Dann veröffentlichte 1987 In the Field of Fire gemeinsam mit seiner damaligen Ehefrau, Jeanne Van Buren. Diese Zusammenstellung von Science Fiction und Fantasy enthielt ausschließlich Geschichten, die sich mit der Verarbeitung des Vietnamkriegs beschäftigten. In the Field of Fire wurde 1988 für den World Fantasy und den Locus Award nominiert.[7] Zusammen mit Ramsey Campbell und Dennis Etchison war er an Gathering the Bones beteiligt, einer Sammlung von Horrorgeschichten aus Australien, den USA und Großbritannien. Diese Anthologie kam im Library Journal in die Liste "Best Genre Fiction of 2003" und die die engere Wahl zum World Fantasy Award.[8]

Einen großen Teil seiner Arbeit als Redakteur nimmt die Zusammenarbeit mit Gardner Dozois ein. Unter anderem brachten die Beiden die "Magic Tales" heraus, deren erstes Buch Unicorns! 1982 erschien. In über 30 Ausgaben beschäftigten sich die darin enthaltenen Geschichten mit einem breiten Spektrum an Themen wie Aliens, Dinosaurier, Meerjungfrauen, Drachen und Klonen. Fast die gesamte Serie besteht aus Neuveröffentlichungen bzw. Nachdrucken bereits veröffentlichter Geschichten. Alle Bücher haben ein Vorwort der beiden Redakteure, und zu jeder Geschichte schrieben Dann und Dozois ebenfalls ein Vorwort, das den Schwerpunkt auf andere Werke des jeweiligen Autors legt.

schriftstellerische Karriere[Bearbeiten]

Kurzgeschichten[Bearbeiten]

Kurzgeschichten, Novellen und Erzählungen stellen den Hauptanteil an Jack Danns Schaffen, über 100 wurden im Laufe der Zeit veröffentlicht. Sie erschienen unter anderem im Omni, dem Playboy und vielen anderen Magazinen und Anthologien. Zusammengefasst erschienen sie 1980 in Timetipping, 2003 in Visitations und als Retrospektive 2002 in Jubilee: the Essential Jack Dann mit Vorwort und Notizen des Autors.

Romane[Bearbeiten]

Die ersten vier Romane von Jack Dann befassten sich ausschließlich mit Science Fiction. Erst seit dem Erscheinen von Memory Cathedral 1995 lag der Schwerpunkt auf alternativer Geschichte und magischem Realismus. Er folgte einer unter Science Fiction-Autoren nicht unüblichen Vorgehensweise. Seine Bibliografie zeigt, dass viele seiner Romane aus seinen vorhergegangenen Kurzgeschichten entstanden sind.

  • Starhiker (1977) – Welten-Vagabund 1979

Dann beschreibt die Flucht eines jungen Mannes, der von einer zukünftigen Erde entkommen ist, die von außerirdischen Besatzern beherrscht wird. Sein Fluchtfahrzeug ist ein Alien-Raumschiff, deswegen macht er eine Reihe von überweltlichen Erfahrungen, bevor er vielleicht wieder nach Hause zurückkehren kann.

  • Junction (1981) – Grenzland der Hölle 1985

Eine frühere, kürzere Version dieses Romans wurde 1974 für den Nebula und den Locus Award nominiert.[7]

  • The Man Who Melted (1984) – Der schmelzende Mensch 1988

Robert Silverberg schrieb das Vorwort zu diesem Dann-Roman. Er ist im 21. Jahrhundert in einer postapokalyptischen Welt angesiedelt, in der die "Schreier" der Menschheit den Tod bringen und das Land verwüsten. Raymond Mantle sucht verzweifelt nach seiner Frau, die er bei einem Angriff der "Schreier" verlor, eine Begebenheit, an die er kaum eine greifbare Erinnerung hat. Er ist allerdings überzeugt davon, dass sie in irgendeiner Form überlebt hat und begibt sich auf die Suche nach ihr. Die geschilderte Zukunft zeigt ungewöhnliche Formen des Bewusstseins, die Einführung einer neuen telepathischen Realität, verkörpert durch den "Großen Schrei", und die Veränderung der menschlichen Moral hin zu sehr fragwürdigen Handlungsweisen bis hin zu Spielen mit menschlichen Organen.

Bemerkenswert ist unter anderem die Vision des World Wide Web in einer Form, die der heutigen sehr nahekommt. Zur Zeit der Veröffentlichung existierte das ARPANET zwar bereits, war aber nur für sehr eingeschränkte Kreise benutzbar.[9]

Der Roman wurde 1985 für den Nebula und den Locus Award nominiert. Auszüge und Kurzfassungen sind unter verschiedensten Titeln erschienen, wovon der erfolgreichste, Amnesia, ebenfalls für einen Nebula nominiert war.[7]

  • High Steel (1993) mit Jack C. Haldeman, II

High Steel ist im 22. Jahrhundert angesiedelt, in dem gigantische Firmenkomplexe das Leben bestimmen. Der Roman erzählt das Schicksal von John Stranger, einem Indianer, der gezwungen wird, sein Reservat zu verlassen, um im Auftrag von "Trans-United" an einer Orbitalstation zu arbeiten. Er wird wegen seiner schamanischen Fähigkeiten angeworben, die ihm dabei helfen sollen, eine außerirdische Übermittlung zu entschlüsseln. Es entsteht ein Wettkampf vieler rivalisierender Unternehmen, denn die Unternehmen vermuten die Bauanleitung für einen überlichtschnellen Antrieb in der Transmission.

Der Roman ist eine Neufassung in umfangreicherer Form der Kurzgeschichte Echoes of Thunder von 1991.[10] Jack Dann arbeitet an einer Fortsetzung von High Steel die Ghost Dance heißen wird. Als Co-Autorin wirkt Barbara Delaplace mit, der Witwe des 2002 verstorbenen Jack C. Haldeman, II.[5]

  • The Memory Cathedral (1995)

In seinem alternativ-historischen Roman zeichnet Dann eine Version der Renaissance, in der Leonardo da Vinci einige seiner Erfindungen, die tatsächlich nur als Zeichnungen existieren, auch wirklich konstruiert, so zum Beispiel sein Fluggerät. Im Roman verwendet da Vinci seine Geräte auch in einem Krieg im Mittleren Osten. Jack Dann legt seine Erzählung in einen Zeitabschnitt von da Vincis Leben, der sehr spärlich belegt ist. Der Roman beleuchtet das Leben und den Charakter des Erfinders und Malers innerhalb dieser Periode sehr detailliert und stellt auch seine Beziehungen zu anderen historischen Einwohnern aus dem Florenz dieser Zeit dar, genannt werden Machiavelli und Botticelli.

Der Gedächtnispalast (The Memory Cathedral, Das Buch ist noch nicht übersetzt) beschreibt eine Form der Mnemotechnik zur Erinnerung an Wissen. Ein Gedächtnispalast ist ein fiktives, im Kopf existierendes Gebilde, das dazu dient, Wissen langfristig abzuspeichern bzw. durch seine örtliche Struktur Logik in ein im Kopf bereits vorhandenes Wissen zu bringen. Er baut im Wesentlichen auf dem Prinzip der Loci-Methode auf, jedoch gibt es bei seinem „Bau“ einige grundlegende Unterschiede.

Momentan (Stand 12/2012) ist es in zehn Sprachen übersetzt, gewann den australischen Aurealis Award 1997 und erreichte Platz eins der Bestsellerliste The Age. Die Kurzgeschichte Da Vinci Rising, basierend auf The Memory Cathedral, wurde mit dem Nebula Award ausgezeichnet.

  • The Silent (1998)

Jack Danns zweiter historischer Roman ist eine Ich-Erzählung aus der Sicht des Jugendlichen Edmund "Mundy" McDowell zur Zeit des amerikanischen Sezessionskriegs 1862. Nachdem sein Heim niedergerissen, seine Mutter von plündernden Unionssoldaten vergewaltigt und ermordet wurde, reist er durch ziellos durch Virginia. Die schrecklichen Erfahrungen ließen ihn stumm werden, daher auch der Titel des Buchs. Dann nutzt die Reise seines Protagonisten, um die Schrecken der Schlachtfelder des Bürgerkriegs, und dessen optische Wirkung darzustellen. Dazu nutzt Jack Dann mehrere Mittel, unter anderem Wahnvorstellungen, Halluzinationen, inklusive Geistern, Gespenstern und einen Geisterhund ("spirit dog"), der die Resonanz auf das Wesen der Kriegsführung ist.

  • Bad Medicine (2000)
Alternativtitel: Counting Coup (2000)

Der Roman beschäftigt sich mit zwei Männern in ihren 60er Lebensjahren, dem Hauswart Charlie Sarris und dem indianischen Medizinmann John Stone. Beiden ist gemein, dass sie ihre verlorene Jugend beklagen. Sie erkennen ihre geistige Verwandtschaft als sie gemeinsam eine Menge Alkohol konsumieren. Als Charlie entdeckt, dass seine junge Tochter schwanger und mit den Pflichten der kommenden Elternschaft überfordert ist, schließt er sich John zu einem Trip nach Florida an. John beabsichtigt seinen schamanischen Gegenspieler Whiteshirt zu treffen. Auf der Reise benehmen sich beide Männer sehr auffällig. Sie legen ein zügelloses, illegales und selbstzerstörerisches Verhalten an den Tag. Wie sich herausstellt, hat Whiteshirt John mit einem Fluch belegt, der auch auf Charlie Auswirkungen hat und nun die schlechtesten Seiten ihres Charakters zu Tage treten lässt.

Das Buch erschien erst Jahre nach der Fertigstellung, weil der ursprüngliche Verlag Bluejay Books insolvent wurde.[11] Eine gekürzte Version des Buchs erschien 1984 in Isaac Asimov's Science Fiction Magazine 8 und kam in die engere Wahl für den Locus Award, den Nebula und den World Fantasy Award 1985.[7]

  • The Rebel: An Imagined Life of James Dean (2004)

Ähnlich wie in The Memory Cathedral beschreibt Jack Dann auch in 'The Rebel eine alternative Vergangenheit. In diesem Buch stirbt der Schauspieler James Dean nicht an den Folgen seines Autounfalls, sondern wird ein erfolgreicher Schauspieler, Regisseur und später dann Gouverneur von Kalifornien. Auch hier trifft Dean eine Menge berühmter Zeitgenossen, unter anderem Marilyn Monroe, die Kennedys und Elvis Presley.

  • The Economy of Light (2008)

Michael Swanwick schrieb das Vorwort zu diesem Horror-Roman. Hauptperson ist ein ehemaliger Nazi-Jäger, dessen Geschwister von Josef Mengele umgebracht worden sind. Dies treibt ihn zu einer anstrengenden Suche nach einem Wunderheiler im Amazonasgebiet. Dieser Wunderheiler soll Gerüchten zufolge in der Lage sein, ihn von den Auswirkungen einer geistigen Krankheit zu heilen, die er sich am Grab Mengeles zugezogen hat.

2008 ist dieses Buch in der Kategorie bester Horror-Roman für den Aurealis Award nominiert worden.

Poesie[Bearbeiten]

Seine Poesie wurde in vielen verschiedenen Magazinen und Sammlungen abgedruckt. Er schrieb 1978 ein eigenes Lesebuch Christs and Other Poems. Die größte Anzahl sind in The Anthology of Speculative Poetry und Rod Serling Presents The Twilight Zone Magazine erschienen.

Zusammenarbeiten[Bearbeiten]

Seit seinen ersten Zusammenarbeiten mit George Zebrowski, hat Jack Dann mit vielen anderen Autoren zusammen gearbeitet, unter anderem mit Susan Caspar, Gardner Dozois, Jack C. Haldeman II, Michael Swanwick und seiner Frau, Janeen Webb.[12] Danmn und Webbs Kurzgeschichte Niagara Falling gewann zwei Awards, den Aurealis und den Ditmar.[7] Die meisten der Arbeiten mit anderen Autoren geschahen in Form von Kurzgeschichten, von denen Dann 2005 eine Auswahl mit The Fiction Factory herausbrachte.

Schreibstil[Bearbeiten]

Seine Geschichten erinnern vom Stil her denen von Franz Kafka oder Jorge Luis Borges, können sehr komplex und anspruchsvoll sein und beschäftigen sich oft mit Mysterien. Sie zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus und sind oft nicht vorhersehbar. Dann verwendet gerne surreale, traumhafte oder halluzinatorische Elemente und spielt mit verschiedenen Realitätsebenen. Er verwischt gern den Unterschied zwischen subjektiver und objektiver Wahrnehmung und oft entsteht das Gefühl, das nichts so ist, wie es scheint. Die Sprache und die Bilder haben oft eine poetische Qualität, aber seine Ausdrucksweise ist präzise und mit erheblichem Humor geschrieben.[13]

Technik[Bearbeiten]

Jack Dann ist bekannt für seine akribische Vorbereitung und umfangreiche Recherche über die Hintergründe seiner Themen. Besonders in seinen alternativen historischen Romanen ist dies deutlich spürbar. Im Fall von The Rebel: an Imagined Life of James Dean las er über 100 Bücher über den Zeitgeist und die Einstellung in den 1950er Jahren. Im Einklang mit den Gepflogenheiten der Geschichtswissenschaftler, bedient er sich gerne bei Quellen, wo immer es möglich ist.[12] Er ist der Auffassung, dass eine Schreibblockade nicht zwangsläufig eine negative Erfahrung ist. Er vertritt die Ansicht, es sei eine Aufforderung des Unterbewusstseins an den Autor mehr Nachforschungen zu einem Thema zu betreiben und über Studien und die Verarbeitung von Lebenserfahrungen den Materialpool des Unterbewusstseins wieder aufzufüllen und so später mit diesen neuen Ideen wieder Material für kreatives Schreiben zu haben.[2][14]

In den 1960er Jahren beschäftigte Dann sich mit Method Acting, die ursprünglich als Lernmethode für Schauspieler konzipiert war. Er schuf Parallelen zur Schriftstellerei und nutzte die Gemeinsamkeiten dazu, seine Romanfiguren zu entwickeln. So verbrachte er ein Jahr bei den Sioux und nahm an traditionellen Riten und Zeremonien teil, um seinen Charakter John Stone aus dem Roman Bad medicine authentischer darstellen zu können.[15]

Jack Dann plädiert dafür, dass mehr etablierte Schriftsteller den jungen, aufstrebenden Künstlern Schützenhilfe in Form von Workshops geben, um schneller einen professionellen Schreibstil entwickeln zu können. Viele heutige Science-Fiction-Autoren haben eine Form der Grundausbildung in diesen Workshops erhalten, so auch Jack Dann, der sagt das sein Besuch dieser Workshops auch ihn geformt habe.[4][5] Seit er selbst zu den arrivierten Autoren gehört, gibt er selbst regelmäßig Workshops und unterrichtet kreatives Schreiben.

Genres[Bearbeiten]

Dann hat sich in vielen Genres betätigt und sagt, dass er die Vielschichtigkeit und schriftstellerischen Möglichkeiten schätzt. Aus diesem Grunde lässt er sich auch nicht auf ein bestimmtes Genre festlegen und in vielen seiner Werke vermischt er Elemente aus mehreren Richtungen. Er sieht die Kategorisierung in erster Linie als einen Aspekt der Vermarktung und als Orientierungshilfe für die Leserschaft.[15]

Themen[Bearbeiten]

Charisma, Erinnerung, Mystizismus, Transformation und die Mahnung an den Holocaust sind Themen, die er behandelt und die ihm von Rezensionen zugeschrieben werden.[4][15] Oft geschieht dies im Rahmen transzendentaler Wandlungen, spirituellen Reisen oder in Form einschneidender Ereignisse, die auf dramatische Weise die Psyche der Protagonisten verändern.[16] Viele Geschichten haben junge Menschen als Hauptfiguren, die sich im Laufe der Erzählung psychisch verändern. Dies geschieht in Form verschiedenster Einflüsse, wie Aliens, Offenbarungen oder traumatischen Ereignissen. Seine beiden Erstlingswerke Starhiker und Junction und viele seiner restlichen Kurzgeschichten spiegeln dies wieder.[11][17]

Einflüsse[Bearbeiten]

Dann bestätigte den Einfluss einer Reihe Autoren auf sein Schaffen, so Jorge Luis Borges, Gabriel García Márquez, J.D. Salinger and J.G. Ballard. Besonderen Einfluss schreibt er Paris – Ein Fest fürs Leben, den Erinnerungen Ernest Hemingways an seine Zeit in Paris in den 1920ern zu.[18] Das Buch las er während seiner schweren Krankheit 1965.[2]

Awards[Bearbeiten]

  • Er bekam den Nebula Award
    • 1997 für Da Vinci Rising
  • Den Australischen Aurealis Award
    • 1996 für The Memory Cathedral[19]
    • 1997 für Niagara Falling, mit Janeen Dann[19]
  • Den Ditmar Award
    • 1997 für Niagara Falling
    • 1999 für Dreaming-Down Under mit Janeen Dann
    • 2002 für The Diamond Pit
  • Den World Fantasy Award
    • 1999 für Dreaming-Down Under mit Janeen Dann

Bibliografie[Bearbeiten]

"Magic Tales"-Anthologien[Bearbeiten]

(mit Gardner Dozois)

Referenzen[Bearbeiten]

  1. Murray Waldren: Jack Dann. In: The Weekend Australian. 1999, abgerufen am 27. November 2012.
  2. a b c d e Ein Interview mit dem Autor Jack Dann. In: The Thorn and the Rose. Abgerufen am 19. Januar 2009.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGold Down-Under. In: Locus. Mai 1999, abgerufen am 26. November 2012.
  4. a b c d Nick Gevers: J.D. meets J.D. as Jack Dann writes from down under about the imagined life of James Dean. In: Sci Fi Weekly. Sci Fi Channel, 2006, abgerufen am 22. Januar 2009.
  5. a b c Leigh Blackmore: Time and Memory. In: Tabula Rasa. 2003, abgerufen am 20. Januar 2009.
  6.  Alison Neale, Elizabeth Sleeman: International Who's Who of Authors and Writers 2004. Routledge, New York 2003, ISBN 1-85743-179-0.
  7. a b c d e Index of Literary Nominees. In: The Locus Index to SF Awards. Abgerufen am 28. Januar 2009.
  8. Off the Shelf. In: Sci Fi Weekly. Sci Fi Channel, 2003, abgerufen am 22. Januar 2009.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatNader Elhefnawy: The Man Who Melted by Jack Dann. In: Strange Horizons Reviews. August 2007, abgerufen am 29. Januar 2009.
  10. Jack Dann: Jack Dann: Bibliography. In: Jack Dann: The official website. Abgerufen am 4. Februar 2009.
  11. a b  John Clute, Peter Nicholls: The Encyclopedia of Science Fiction. St. Martin's Press, 1993, ISBN 0-312-09618-6.
  12. a b Teri Smith, Jean Marie Ward: Jack Dann: Leather Jackets and Leonardo. In: Crescent Blues. 2006, abgerufen am 22. Januar 2009.
  13. Roger Zelazny: Introduction. (Einleitung) In: Jack Dann: Timetipping. Doubleday and Company, 1980, ISBN 0-385-14338-9, S. xii-xiii.
  14.  Nancy Kress: Beginnings, Middles and Ends. Writer's Digest Books, 1999, ISBN 0-89879-905-8, S. 99.
  15. a b c Killian Melloy: Jack Dann interviewed by Kilian Melloy. In: Infinityplus. 2004, abgerufen am 28. Januar 2009.
  16. John Kessel: Out of the Box. (Einleitung) In: Jack Dann: Jubilee. Voyager, Sydney 2001, ISBN 0-7322-6719-6, S. 3.
  17.  Don D'Ammassa: Encyclopedia Of Science Fiction (Library Movements). Facts on File, 2005, ISBN 0-8160-5924-1.
  18. Frances Atkinson: Influences. In: The Sunday Age. Agenda Section, 29. Juli 2001, S. 10.
  19. a b Aurealis winners, 1995–2006 (PDF; 727 kB)

Literatur[Bearbeiten]

  • Leigh Blackmore: Ellison/Dowling/Dann: A Bibliographic Checklist (R'lyeh Texts, 1996).

Weblinks[Bearbeiten]