Jackie Curtis

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Jackie Curtis 1973

Jackie Curtis (* 19. Februar 1947 als John Curtis Holder Jr. in New York City; † 15. Mai 1985 ebenda) war ein US-amerikanischer Bühnenautor, Schauspieler, Sänger und gehörte zeitweise zu den Andy Warhol-„Superstars“ und der Factory-Szene.

Leben[Bearbeiten]

Jackie Curtis war der Sohn von John Holder Sr. und Jenevive Uglialoro. Er wuchs im East Village auf, wo seine Großmutter eine Eckkneipe namens Slugger Ann’s betrieb.[1]

Bereits in der Jugend begann er sich als Frau zu kleiden. Dabei entwickelte er seinen unverwechselbaren Cross-Dress, der aus einer Mischung aus Trash und Glamour bestand. Zu Lippenstift, starkem Make-up, Glitter und leuchtend roten Haaren trug er meist zerrissene Kleider und Strumpfhosen. Er verstand sich jedoch nicht als Drag Queen. Andy Warhol, der ihn in einigen seiner Filme besetzte, sagte über Curtis: „Jackie ist keine Drag Queen. Jackie ist ein Künstler. Ein Pionier ohne Grenzen.“[2]

Als Bühnendarsteller debütierte Curtis mit 17 Jahren in Tom Eyens Off-Off-Broadway-Stück Miss Nefertiti Regrets. Ab Ende der 1960er Jahre begann er sich eigene Bühnentexte auf den Leib zu schreiben. In den Stücken, in denen er sowohl als Mann wie als Frau auftrat, wirkten oft bekannte Transsexuelle wie beispielsweise Candy Darling und Holly Woodlawn mit. Warhol und dessen Filmregisseur Paul Morrissey besetzten Curtis und Candy Darling in den Filmen Flesh (1968) und Women in Revolt (1971).

Jackie Curtis war außerdem Sänger und Poet. 1974 trat er zusammen mit Holly Woodlawn im New York Cultural Center (Saks Fifth Avenue) mit dem Programm Cabaret in the Sky: An Evening with Holly Woodlawn and Jackie Curtis auf. In den 1980er Jahren spielte er noch in zwei Filmen mit. Jahrelang drogenabhängig, verstarb Curtis 1985 mit 38 Jahren an einer Überdosis Heroin.

Rezeption[Bearbeiten]

Lou Reed verewigte Jackie Curtis in seinem Song Walk on the Wild Side aus dem 1972 erschienenen Album Transformer.

Die 2004 veröffentlichte Dokumentation Superstar in a Housedress von Craig Highberger basiert auf Jackie Curtis’ Leben.[3]

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1968: Flesh
  • 1971: W.R.: Mysteries of the Organism
  • 1971: Women In Revolt
  • 1971: An American Family (Fernsehserie)
  • 1973: The Corner Bar (Fernsehserie)
  • 1980: Underground U.S.A.
  • 1983: Burroughs
  • 2002: The Cockettes (posthum, Archivmaterial)
  • 2004: Superstar in a Housedress (posthum, Archivmaterial)
  • 2010: Beautiful Darling (posthum, Archivmaterial)

Werke[Bearbeiten]

  • 1967: Glamour, Glory and Gold
  • 1968: Lucky Wonderful
  • 1968: Amerika Cleopatra
  • 1970: Heaven Grand In Amber Orbit
  • 1970: Femme Fatale
  • 1971: Vain Victory: Vicissitudes of the Damned
  • 1979: Tyrone X
  • 1983: I Died Yesterday
  • 1985: Champagne

Literatur[Bearbeiten]

  • Craig Highberger: Superstar in a Housedress – The Life and Legend of Jackie Curtis. Chamberlain Bros, New York 2005, ISBN 978-1-59609-079-8 (mit DVD, englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jackie Curtis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. David Bourdon: Warhol. DuMont, Köln 1989, ISBN 3770123387, S. 296f
  2. zitiert in: Superstar in a Housedress, Dokumentation, 2004 (Superstar in a Housedress (2004). IMDb, abgerufen am 27. Januar 2013.)
  3. Superstar in a Housedress (2004). IMDb, abgerufen am 27. Januar 2013.