Jackie Wilson

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Icon tools.svg Dieser Artikel wurde im Portal Charts und Popmusik/Baustellen zur Verbesserung eingetragen. Hilf mit, ihn zu bearbeiten, und beteilige dich an der Diskussion!
Vorlage:Portalhinweis/Wartung/Charts und Popmusik/Baustellen

Jackie Wilson (* 9. Juni 1934 in Detroit; † 21. Januar 1984 in Mount Holly, New Jersey) war ein US-amerikanischer Rhythm and Blues- und Soul-Sänger der 1950er und 1960er Jahre.

Leben[Bearbeiten]

Bereits in jungen Jahren erhielt er eine hohe Auszeichnung für Amateurboxer und zuerst wollte er diese Karriere fortsetzen, doch seine Mutter überzeugte ihn von seinem Gesangstalent und stimmte ihn schließlich um. Nach einer kurzen Zeit bei den Ready Gospel Singers schloss er sich den Thrillers an, wo er auch Hank Ballard kennenlernte. Als Wilson 1951 an einem Talentwettbewerb teilnahm, wurde Johnny Otis auf ihn aufmerksam. In der Folge davon nahm er unter der Leitung von Billy Ward zwei Lieder als „Sonny Wilson“ für das Label Dee Gee Records auf und ersetzte 1953 sein Vorbild Clyde McPhatter, der zu den Drifters wechselte, bei Billy Ward and the Dominoes. Bei denen blieb er jedoch nicht lange. Stattdessen unterschrieb er 1956 einen Vertrag bei Brunswick Records. In den Folgejahren hatte er einige Hits, die größtenteils Berry Gordy, Jr. geschrieben hatte, der bekannteste von ihnen war das flotte Reet Petite aus dem Jahre 1957. Bei Balladen wie To Be Loved bewies Wilson außerdem Talent zum Crooner.

Etwas später lernte er Alan Freed kennen, bei dessen Weihnachts-Rock-’n’-Roll-Konzert er dabei war. Er sang auch den Song You Better Know It in Freeds Film Go Johnny Go. Wilsons Live-Auftritte erinnerten an die James Browns: Er spielte mit seiner Stimme, sang sanft und leise und kreischte dann wieder in eher hohen Tönen. Auf dem Album Doggin’ Around von 1960 ist ein solcher Auftritt zu hören.

Mitte der sechziger Jahre begann seine Karriere zu leiden, die eine kurze Wiederbelebung hatte, als er mit Karl Davis zusammenarbeitete, ein legendärer Chicagoer Produzent. Der Zusammenarbeit entsprangen zwei Hits, Whispers und Higher and Higher. Higher and Higher wurde 1999 in die Grammy Hall of Fame aufgenommen.

Am 15. Februar 1961 wurde Wilson in einem Hotel in New York City von Juanita Jones, einer ehemaligen Geliebten, bei einem Eifersuchtsdrama durch eine Kugel schwer verletzt. Als er in Begleitung einer neuen Geliebten, Sam Cooke's Ex-Freundin Harlean Harris, vor seinem Hotelzimmer auftauchte, streckten die Schüsse ihn nieder. Die offizielle Version des Managements besagte, dass ein eifersüchtiger Fan damit gedroht hätte, sich zu erschießen und Wilson bei dem Versuch, den vermeintlichen Fan von der Tat abzuhalten, angeschossen wurde. Er musste sechs Wochen im Krankenhaus bleiben. Die Kugel verblieb im Körper, es bestand aber keine Gefahr mehr für sein Leben. 1965 ließ Wilson sich von seiner damaligen Frau scheiden und heiratete Harlean Harris, mit der er zeitlebens zusammenblieb. Bis 1967 brachte er noch zahlreiche Singles in die Charts, darunter Whispers und Higher and Higher (bekannt aus dem Film Ghostbusters II).

Später ließ der Erfolg merklich nach. In den frühen 1970er-Jahren erfolgte noch einmal eine kurze Hitwelle, doch sein Zenit war überschritten. Wilson beteiligte sich nun vorwiegend an Oldie-Revival-Touren. Bei einem dieser Auftritte, mit einer Revival-Band von Dick Clark, erlitt er am 29. September 1975 plötzlich einen Herzanfall. Als Folge seines Sturzes bei diesem Anfall – er fiel mit dem Kopf zuerst von der Bühne – lag Wilson bis zu seinem Tod im Koma. Während seiner Zeit im Koma soll er von Ärzten misshandelt worden sein, so sollen sie ihm unter anderem einen Arm gebrochen haben. Diese Vorwürfe konnten allerdings nie belegt werden.

Am 21. Januar 1984 starb er in Mount Holly und wurde in Detroit begraben. Mit dem Anfang 1985 veröffentlichten Titel Nightshift ehrten The Commodores Wilson mit der zweiten Strophe ihres Hits.

Postum erreichte Jackie Wilsons Version von Reet Petite Anfang 1987 noch einmal die Spitze der britischen Single-Charts und im gleichen Jahr wurde er in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Irwin Stambler: The Encyclopedia Of Pop, Rock & Soul. Revised edition. St. Martin's Press, New York City NY 1989, ISBN 0-312-02573-4, S. 742f.

Weblinks[Bearbeiten]