Jaco Pastorius

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Jaco Pastorius
Konzert in Neapel, 1986

John Francis „Jaco“ Pastorius III. (* 1. Dezember 1951 in Norristown, Pennsylvania; † 21. September 1987 in Fort Lauderdale, Florida) war ein US-amerikanischer Jazz-Bassist und Komponist. Er war einer der einflussreichsten Bassisten der jüngeren Musikgeschichte.[1]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Leben und Wirken

Stanley Clarke und er haben die Rolle des Basses, vor allem durch das Herauslösen des Basses aus einer reinen Begleitfunktion hin zu einem solotauglichen Instrument, einschneidend neu definiert. Er ist wegweisend und prägend bezüglich der Verwendung des bundlosen Basses (Fretless Bass) im Jazz. Seine besondere Spielweise mit schnellen melodischen Läufen und dem Einsatz des E-Basses als Melodie-Instrument, den erst er populär machte, war und ist bis heute von bahnbrechender Bedeutung für die Basswelt. Zudem wurde er berühmt durch virtuose Nutzung der Flaggeoletttöne, besonders gut zu hören bei seiner Komposition Portrait of Tracy. Es gibt kaum einen Bassisten der Spitzenklasse, der sich nicht auf seine Einflüsse beruft, so z. B. Marcus Miller oder Victor Bailey.

Als wichtiger Musiker der Jazzrock-Formation Weather Report machte er durch sein Spiel, vor allen Dingen im Song Birdland, die Band weltberühmt. In seinem kurzen Leben spielte er mit Größen und Altmeistern des Jazz wie Herbie Hancock, Wayne Shorter, Joe Zawinul, John Scofield, Pat Metheny, Paul Bley und Marcus Miller, der ihm nach seinem Tod einen Song (Mr. Pastorius) widmete.

Sein 1985 erschienenes Lehrvideo Modern Electric Bass ist noch heute das Standard-Lehrwerk für angehende E-Bassisten. Jaco Pastorius starb an den Folgen einer Schlägerei mit dem Türsteher Luc Havan vor dem Midnight Club in Wilton Manors, die er – vermutlich unter Drogeneinfluss – angezettelt hatte.

[Bearbeiten] Das Instrument

Jaco Pastorius, 1981
mit Weather Report

Pastorius hatte sich sein Instrument, einen Fender Jazz Bass von 1962, das mit einem extrem engen Hals versehen war, auf seine Bedürfnisse hin umgebaut. Er hatte mit einem Buttermesser die Bünde entfernt, die Fugen mit Kitt gefüllt und das Griffbrett mit Bootslack überzogen, um zu verhindern, dass die Saiten ins Holz schliffen. Mit seinem Instrument schuf Pastorius einen „unvergleichlich musikalischen Ton, der sich blitzschnell ändern konnte von einem tiefen, langen Grollen in ein helles Jubilieren.“ [2]

Als sich Pastorius kurz vor seinem Tode 1986 im New Yorker Central Park aufhielt, wurde ihm sein berühmtes Instrument gestohlen. Im Mai 2008 tauchte es wieder auf; es wurde dem Studiomusiker Will Lee übergeben, der seine Kollegen Victor Wooten und Victor Bailey aufforderte, sich von der Echtheit des Instruments zu überzeugen. In der Zeitschrift Bass Player äußerten die drei Bassisten, „Klangfarbe, Wärme und Beständigkeit des Tons seien exakt so, wie auf der Aufnahme der berühmten Ballade "A Remark You Made" “ während seiner Zeit bei Weather Report.[2]

Fender gab ihm zu Ehren die bundlose Jaco-Pastorius-Version des Jazz Bass heraus.[3]

[Bearbeiten] Diskografie

  • mit Al di Meola
    • The Land of the Midnight Sun (auf einem Track -Suite-Golden Dawn-)
  • mit Michel Colombier
    • Michel Colombier (1979)
  • mit Ian Hunter
    • All American Alien Boy (1976)
  • mit Joni Mitchell
    • Hejira (1976)
    • Don Juan's Reckless Daughter (1977)
    • Mingus (1979)
    • Shadows and Light (1980)
  • mit Pat Metheny
    • Bright Size Life (1975)
  • mit Weather Report
    • Black Market (1976)
    • Heavy Weather (1977)
    • Mr. Gone (1978)
    • 8:30 (1979)
    • Night Passage (1980)
    • Live Passage (1980)
    • Weather Report (1982)
  • mit Mike Stern
    • Upside Downside (1986)
  • MangelsdorffMouzon - Pastorius
    • Trilogue - Live! (1976)
  • mit Bireli Lagrene
    • Live In Italy (1986)
    • Honestly (1986)
    • Bireli Lagrene & Jaco Pastorius Stuttgart Aria (1986)
    • Heavy'n Jazz (1986)
    • Broadway Blues & Teresa (1986)
    • Another Side of Jaco Pastorius (1986)
  • als Leader
    • Jaco (Live) (1974)
    • Jaco Pastorius (1976)
    • The Birthday Concert (Live) (1981)
    • Word of Mouth (1981)
    • Le demi-dieu de la basse (1982)
    • Invitation (Live) (1983)
    • Curtain Call (Live) (1986)
    • Jazz Street (1986)
    • PDB (1986)
    • Live in New York, Vol. 1 bis Vol. 7 (1990 bis 1999)

Ab 2002 wurden zahlreiche Neuveröffentlichungen herausgegeben.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Jaco Pastorius – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Josef Engels: Sag mir, wo die Bässe sind. In: Die Welt, 23. Mai 2008, S. 32.
  2. a b Thomas Steinfeld: Nach 20 Jahren wieder aufgetaucht Der Bass des Schicksals. In: Süddeutsche Zeitung, 16. Mai 2008.
  3. Jaco Pastorius Signature Model
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