Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits

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Filmdaten
Deutscher Titel Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits
Originaltitel Jacob’s Ladder
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1990
Länge 108 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Adrian Lyne
Drehbuch Bruce Joel Rubin
Produktion Mario Kassar,
Alan Marshall,
Andrew G. Vajna
Musik Maurice Jarre
Kamera Jeffrey L. Kimball
Schnitt Tom Rolf
Besetzung

Jacob’s Ladder – In der Gewalt des Jenseits (Originaltitel Jacob’s Ladder) ist ein US-amerikanischer Thriller von Adrian Lyne aus dem Jahr 1990, der mit verstörenden Bildern und punktuell mit extremen Zeitraffer-Sequenzen von menschlichen Bewegungen („Body-Horror“) eine neue Art visuellen Schreckens ins Kino eingeführt und jüngere Regisseure beeinflusst hat (u. a. den Spanier Jaume Balagueró in The Nameless und Fragile) sowie auch Inspiration für die Macher der von der Kritik sehr gelobten Videospielreihe Silent Hill [1] war.

Handlung[Bearbeiten]

Der Postbote und Vietnamkriegs-Veteran Jacob Singer lebt in New York City. Er ist geschieden. Singer plagen Visionen, in denen er im Dschungel getötet wird. Auch im Alltagsleben begegnen ihm zunehmend beängstigende Unbekannte, die nicht ganz menschlich zu sein scheinen, und Umwelt und Räumlichkeiten werden ihm immer fremder. Seine Beziehung mit Jezebel leidet darunter, und manchmal ist Jacob sich nicht sicher, ob nicht auch sie sich unnatürlich verändert. Zeitweise scheint er wieder in der Vergangenheit zu leben, zusammen mit seiner (Ex-)Frau und seinen Kindern, von denen Gabriel (Gabe) eigentlich bereits tödlich verunglückt war (und weswegen Jacob sich sehr schuldig fühlt).

Er versucht unter Lebensgefahr und mit Hilfe eines ehemaligen Armee-Chemikers, eine Verschwörung um ein Experiment aufzudecken, bei dem das Aggressionspotential in Vietnam eingesetzter Soldaten mit einer Droge, genannt „die Leiter“, ins Unermessliche gesteigert worden sei (vergleiche die biblische Jakobsleiter, von der Jakob träumte, dass Engel zwischen Himmel und Erde auf und ab stiegen). In all der Bedrohung, Angst und Unsicherheit steht ihm als letzte Vertrauensperson nur Louis, sein Chiropraktiker und „dicker Cherub“, bedingungslos und loyal wie ein Schutzengel zur Seite.

Am Ende stellt sich heraus, dass Singer während des Vietnamkriegs tödlich verwundet wurde und die Geschehnisse eine Halluzination kurz vor dessen Sterben darstellen. Andere Interpretationen sehen die „Halluzinationen“ als manifeste Vorhölle oder als Fegefeuer des Sterbenden an, der durch das Festhalten an seiner irdischen Existenz, durch seine weltlichen Zweifel, Schuldgefühle und Ängste (bzw. durch die Drogenexperimente der Armee) die Boten des Jenseits als schreckliche dämonische Wesenheiten wahrnimmt. Auch Louis erzählt von einem mittelalterlichen Mystiker, Meister Eckhart, der der Auffassung gewesen sei, dass diejenigen, die loslassen können, den Übergang nicht als alptraumhaft, sondern als erlösend wahrnehmen.

Der Aufbau der Erzählung lehnt sich an die Kurzgeschichte Ein Vorfall an der Owl-Creek-Brücke von Ambrose Bierce (1890) an, in der ein Soldat im amerikanischen Bürgerkrieg zunächst seiner Hinrichtung entkommen zu sein scheint, was sich am Ende jedoch als Halluzination während seines Todeskampfs herausstellt. Einem ähnlichen Muster folgen auch der Roman Zwischen neun und neun von Leo Perutz und der Film Tanz der toten Seelen (USA, 1962).

Am Ende des Films erscheint kurz ein Text, in dem behauptet wird, dass der Psychokampfstoff BZ (3-Chinuclidinylbenzilat) im Vietnamkrieg an Soldaten getestet wurde. Dies suggeriert, dass die Halluzinationen des Protagonisten auf einer Vergiftung mit diesem Kampfstoff beruhen.

Kritik[Bearbeiten]

Desson Howe schrieb in der Washington Post vom 2. November 1990, dass der Regisseur Adrian Lyne (Flashdance, 9½ Wochen) eine schlechte Wahl für diesen Film sei. Der Drehbuchautor versuche erfolglos, religiöse Themen wie das von Gut und Böse zu thematisieren.[2]

„Auf verstörende Weise arbeitet Regisseur Adrian Lyne ("Lolita", "9 1/2 Wochen") das Trauma Vietnam auf. Und Robbins' Darstellung des psychisch zerstörten Veteranen ist bis zum bitteren Schluss so glaubwürdig, dass sie einem den Schlaf raubt. Fazit Brutaler Trip mit verblüffender Auflösung“

cinema.de[3]

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Dreharbeiten fanden in New York City und in Puerto Rico statt. Die Produktionskosten betrugen schätzungsweise 25 Millionen US-Dollar. Der Film spielte in den Kinos der USA 26,1 Millionen US-Dollar ein.[4]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1] Silent Hill: New Interview with Christophe Gans settles some things once and for all, LiveJournal (englisch)
  2. Kritik von Desson Howe
  3. Kritik auf Cinema.de
  4. Business Data for Jacob’s Ladder