Jacob van Eyck

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Jonkheer Jacob van Eyck (* um 1590; † 26. März 1657 in Utrecht) war ein niederländischen Glockenspieler, Sachverständiger für Glocken und Blockflötenvirtuose. Van Eyck war einer der bekanntesten Musiker seiner Zeit.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Van Eyck war von Geburt an blind. 1625 verließ er sein Elternhaus und wurde Glockenspieler des Utrechter Domturmes. Später hatte er ähnliche Anstellungen an anderen Utrechter Kirchen und am Utrechter Rathaus. 1649 wurde sein Gehalt unter der Bedingung erhöht, dass er die Spaziergänger auf dem Kirchhof mit dem Klang seines Flötleins erfreue.

Als Glockenexperte hatte er einen hervorragenden Ruf bei den Behörden verschiedener niederländischer Städte. René Descartes rühmte sein scharfes Gehör, und Glockenspieler zogen zu ihm nach Utrecht, um bei ihm zu studieren.

Als Blockflötenspieler ist er durch sein Werk Der Fluyten Lust-hof bekannt, das in verschiedenen Fassungen und Teilen in den Jahren 1644, 1646, 1649 und 1654 erschien. Es handelt sich um eine umfangreiche Sammlung von Solostücken für die Sopranblockflöte (man hat aber Continuospuren gefunden, die der Verlag "les cahiers du Tourdion" veröffentlicht hat), die fast alle einem gemeinsamen Variationsschema folgen: Ein zunächst in einfacher Fassung vorgetragenes melodisches Stück, etwa ein Volkslied, ein Kirchenlied oder ein Psalm, wird in mehreren Schritten in kleinere, schnellere Notenwerte aufgelöst. Den Schlusspunkt bildet eine virtuose Fassung. Die meisten Stücke im Fluyten Lust-hof tragen den Zusatz: gebroocken vam J. Jacob van Eyck.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jacob van Eyck: Der Fluyten Lust-hof. New Vellekoop Edition, edited by Thiemo Wind, Muziekuitgeverij Ixizet, Naarden 1986
  • Ruth van Baak Griffioen: Jacob van Eycks „Der Fluyten Lust-hof“. Vereniging voor Nederlandse Muziekgeschiedenis, Utrecht 1991, ISBN 90-6375-151-6

Weblinks[Bearbeiten]