Jacobus Arminius

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Kupferstich mit dem Porträt Jacobus Arminius aus dem Werk Theatrum Europaeum von 1662

Jacob(us) Arminius, eigentlich Harmensz (* 10. Oktober 1560 in Oudewater; † 19. Oktober 1609 in Leiden) war ein protestantischer Theologe aus den Niederlanden und der Begründer des Arminianismus und der Remonstranten, einer noch heute bestehenden christlichen Kirche, deren Hauptkennzeichen die Abwehr von Dogmen ist.

Leben[Bearbeiten]

Jacobus Arminius war der Sohn eines Messerschmiedes und verlor früh seinen Vater. Nach seinem Studium in Utrecht, Marburg und Leiden, wo ihn sein Gönner Rudolph Snellius in das System von Petrus Ramus einführte, hörte er 1582 in Genf Théodore de Bèze und besuchte Italien und Rom. 1587 nach Amsterdam zurückgekehrt, wurde er im folgenden Jahr dort Pfarrer. Damals gab es in der niederländischen Kirche einen Streit, ob die Prädestination nach Johannes Calvin als eine absolute oder nur als eine bedingte aufzufassen sei, und der Kirchenvorstand beauftragte Arminius mit der Widerlegung der letzteren Auffassung. Arminius wurde aber nach und nach selber von den Argumenten überzeugt, die er hätte widerlegen sollen.

1603 wurde er als Professor nach Leiden berufen und geriet dort 1604 mit seinem Kollegen Franciscus Gomarus in einen Streit wegen dessen Behauptung, Gott habe das Schicksal jedes Menschen von Ewigkeit vorherbestimmt, weil er den Glauben des einen und den Unglauben des andern vorhergesehen habe. Nachdem er sich 1605/06 als Rektor der Alma Mater auch an den organisatorischen Fragen beteiligt hatte, konnte ein 1608 zwischen den beiden Gegnern veranstaltetes Gespräch den Streit nicht schlichten.

Die Ansichten von Arminius wurden 1618 bis 1619 auf der Dordrechter Synode von den Reformierten Kirchen verurteilt, und seine Anhänger sammelten sich zur Religionsgemeinschaft der Remonstranten.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jacobus Arminius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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