Jacques Barrot

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jacques Barrot, 2008

Jacques Barrot [ʒak baˈʀo] (* 3. Februar 1937 in Yssingeaux, † 3. Dezember 2014 in Neuilly-sur-Seine) war ein französischer Politiker und EU-Kommissar für Justiz sowie Vizepräsident der EU-Kommission.

Politische Karriere in Frankreich[Bearbeiten]

Barrot war Jurist und Soziologe. Von 1976 bis 1986 war er Mitglied des Regionalparlamentes der Auvergne. Von 1989 bis 2001 war er Bürgermeister von Yssingeaux. Von 1976 bis 2004 war er auch Vorsitzender des Rates des Départements Haute-Loire.

Jacques Barrot war von 1967 bis 2004 Mitglied der französischen Nationalversammlung für die Region Haute-Loire. Von 1986 bis 1988 war er Vorsitzender des Kulturausschusses, von 1993 bis 1995 Chef des Finanzausschusses.

Von 1974 bis 1981 und von 1995 bis 1997 war er Mitglied der französischen Regierung. Von 1974 bis 1978 als Minister für Wohnungswesen, 1977 bis 1978 auch für Raumplanung. Von 1978 bis 1979 für Handel und Handwerk sowie von 1979 bis 1981 für Gesundheit und Sozialversicherung. Für Arbeit und Soziales war er von 1995 bis 1997 zuständig.

Barrot war mehrere Jahre Generalsekretär des Centre des démocrates sociaux (CDS). Von 1991 bis 1993 war Barrot Fraktionschef der Union du centre in der Nationalversammlung und dann bis 1995 stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Union pour la démocratie française (UDF). Von 2002 bis 2004 war er Vorsitzender der Union-pour-un-mouvement-populaire-Fraktion.

Im Jahre 2000 wurde er von einem französischen Gericht wegen Veruntreuung von 2 Millionen Pfund von Staatsgeldern zugunsten seiner Partei zu einer Bewährungsstrafe von acht Monaten verurteilt.[1]

Politische Karriere in der Europäischen Union[Bearbeiten]

Im April 2004 trat er die Nachfolge von Michel Barnier als EU-Kommissar für Regionalpolitik an. In der Kommission unter Barroso war er seit November 2004 Vizepräsident und anfänglich für Verkehr zuständig. Hierfür erhielt er 2013 den European Railway Award. Von Mai 2008 bis Februar 2010 war er Kommissar für Justiz, Freiheit und Sicherheit. Aufsehen erregte die Veröffentlichung einer früheren Verurteilung Barrots wegen der Veruntreuung von Parteigeldern durch Nigel Farage.[1]

Privatleben[Bearbeiten]

Jacques Barrot war verheiratet und wurde Vater von drei Kindern.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • L’Europe n’est pas ce que vous croyez. 2007, ISBN 2-226-17601-2.
  • De l’indignation à l’engagement : Foi et politique. Jacques Barrot et Christophe Bellon, 2012, ISBN 2-204-09518-4.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jacques Barrot – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Profile: Jacques Barrot