Jacques Doucet

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Kreation von Jacques Doucet in La gazette du bon ton, 1912

Jacques Doucet (* 19. Februar 1853 in Paris; † 30. Oktober 1929 ebenda) war ein französischer Modeschöpfer, Kunstsammler und Mäzen.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Seine Karriere begann mit dem Entwurf von Stoffen und Bühnenkostümen, bereits 1871 bot er jedoch im Geschäft seines Vaters auch elegante Abendkleider an, die stark von der Mode von Charles Frederick Worth inspiriert war. Unter dem Eindruck des Designs von Paul Poiret, der von 1896 bis 1900 in seinem Modehaus arbeitete, und der Reformkleidbewegung wendete er sich einem mehr avantgardistischen Stil zu.

Kunstsammler[Bearbeiten]

Doucet baute sich als vermögender Mann eine Sammlung von Zeichnungen, Gemälden und Möbeln auf. Er erwarb unter anderem Ende 1924 die Desmoiselles d’Avignon von Picasso für seine Kunstsammlung. Die Empfehlung kam von André Breton, der bei Doucet als Bibliothekar und künstlerischer Berater halbtags angestellt war.[1]

Nachwirkungen[Bearbeiten]

Jacques Doucet ging auch in die Weltliteratur ein: Marcel Proust erwähnt ihn in seinem Roman Auf der Suche nach der verlorenen Zeit:

„D’ailleurs, il y a peu de couturiers, un ou deux, Callot, quoique donnant un peu trop dans la dentelle, Doucet, Cheruit, quelquefois Paquin. Le reste sont des horreurs.[2]

.

Seine Erben richteten in Avignon für seine Sammlungen das Musée Anglandon ein.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Calvin Tomkins: Marcel Duchamp. Eine Biographie. Hanser, München 1999, ISBN 3-446-20110-6, S. 296 f.
  2. À l'ombre des jeunes filles en fleurs, troisième partie (= À la recherche du temps perdu, Paris: Gallimard 1946 f., Bd. 5), S. 219. Dt. von Eva Rechel-Mertens, Im Schatten junger Mädchenblüte (= Auf der Suchen nach der verlorenen Zeit, Frankfurt/Main: Suhrkamp 2004, Bd. 2), S. 682: „Überhaupt gibt es nur wenige Couturiers, ein oder zwei, Callot, der aber noch ein bisschen viel in Spitzen macht, Doucet, Cheruit, manchmal auch Paquin. Die anderen sind schauderhaft.“