Jacqui Smith

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Jacqui Smith

Jacqueline Jill Smith (* 3. November 1962 in Malvern, Worcestershire) ist eine britische Politikerin der Labour Party. Von 2007 bis 2009 war sie Innenministerin in der Regierung von Gordon Brown. Mit Jacqui Smith stand zum ersten Mal eine Frau an der Spitze des britischen Innenministeriums.

Bei den Parlamentswahlen am 1. Mai 1997 wurde sie im Wahlbezirk Redditch als Abgeordnete der Labour Party erstmals ins britische Unterhaus gewählt. 2003 wurde sie zum Mitglied des Privy Council ernannt.

Leben[Bearbeiten]

Jacqueline Smith entstammt einer Lehrerfamilie. Sie ging an der Dyson Perrins High School in Malvern zur Schule. Anschließend studierte sie Philosophie, Politik und Wirtschaftswissenschaften am Hertford College der Universität Oxford. Nach ihrem Studienabschluss unterrichtete sie ab 1986 zunächst an der Arrow Vale High School in Redditch, wurde dann Dozentin für Management und Wirtschaftswissenschaften an der Haybridge High School in Hagley und stieg zur Fachleiterin für den Bereich Wirtschaftswissenschaften („Head of Economics“) auf. 1997 entschloss sie sich jedoch diese Arbeit aufzugeben und in die Politik zu gehen.

Bei den Wahlen zum britischen Unterhaus am 1. Mai 1997 kandidierte sie im Wahlbezirk Redditch für die Labour Party. Auf der Welle von Tony Blairs Erdrutschsieg, gewann auch Jacqui Smith einen Parlamentssitz für die Labour Party und zog als eine der so genannten „Blair Babes“ ins Unterhaus ein. Der von den Medien geprägte Begriff „Blair Babes“ bezeichnete jene Gruppe von jungen Frauen zwischen 30 und 40 Jahren, die auf der Welle des überwältigenden Wahlsiegs Tony Blairs ins britische Unterhaus gelangten.

Jacqui Smiths politischer Aufstieg war rasant. Zunächst arbeitete sie im Finanzausschuss (Commons treasury select committee) für den damaligen Schatzkanzler und jetzigen Premierminister Gordon Brown. 1999 wechselte sie ins Erziehungsministerium (Department for Education and Skills), dass seit 1997 von David Blunkett geleitet wurde. Hier wurde sie Staatssekretärin, zuständig für den Schulsektor (Parliamentary Under Secretary of State for School Standards) und arbeitete mit der für den Schulbereich zuständigen Staatsministerin (Minister of State for School Standards) Estelle Morris zusammen.

In den Parlamentswahlen vom 7. Juni 2001 konnte sie ihren Wahlkreis Redditch bzw. Sitz im Unterhaus halten und wurde Staatsministerin (Minister of State) im Gesundheitsministerium (Department of Health).

Im Rahmen eines Regierungsrevirements am 12. Juni 2003 wechselte sie als Vize ins Ministerium für Handel und Industrie (Department of Trade and Industry). Zugleich wurde sie stellvertretende Ministerin für Frauen und Gleichberechtigung (Deputy Minister for Women and Equality) und Mitglied des Privy Council. In dieser Funktion veröffentlichte sie Vorschläge der Regierung für eingetragene Lebenspartnerschaften, die es homosexuellen Paaren ermöglichen sollten, eheähnliche Verbindungen einzugehen.

Nach den Unterhauswahlen am 5. Mai 2005 kehrte Smith wieder ins Erziehungsministerium (Department for Education and Skills) zurück und wurde hier Vizeministerin unter Ruth Kelly, die bereits im Dezember 2004 im Rahmen eines „reshuffle“ – Umgruppierung der Regierungsmannschaft – zur Erziehungsministerin ernannt worden war. Als Staatsministerin (Minister of State for school standards) war sie erneut für den Schulsektor zuständig. Sie übernahm diesen Posten von Stephen Twigg der bei den Wahlen seinen Parlamentssitz an den konservativen Konkurrenten David Burrowes verloren hatte.

2006 wurde sie zudem Fraktionsführerin der Labour Party im Unterhaus. Als so genannte „Chef-Einpeitscherin“ („Chief-Whip“) der Labour-Partei war Smith dafür verantwortlich, dass die Abgeordneten ihrer Partei bei umstrittenen Entscheidungen gemäß den Vorgaben der Parteiführung abstimmten. Dies war keine leichte Aufgabe, nachdem die Labour-Mehrheit von 190 auf 55 geschrumpft war. Sie hatte für einen Ausgleich zwischen dem Blair- und Brown-Lager zu sorgen und musste zugleich den Übergang von Blair auf Brown managen.

Nachdem Gordon Brown im Juni 2007 zum Premierminister ernannt worden war, wurde Smith Innenministerin in der neuen Regierung. Bereits einen Tag nach ihrem Amtsantritt wurde in London eine Autobombe gefunden. Am Tag darauf fand ein Autobombenanschlag auf den Eingang des Glasgow International Airport statt. Daraufhin rief die Regierung die höchste Terrorwarnstufe aus.

Anti-islamischer Islam[Bearbeiten]

Jacqui Smith hat dafür gesorgt, dass islamischer Terrorismus als „anti-islamisch“ bezeichnet wird, da ihrer Meinung nach islamischer Terrorismus dem Islam schade und daher anti-islamisch sei.[1]

Kritik[Bearbeiten]

In die Schlagzeilen geriet sie, weil sie mehrmals Cannabis geraucht hat[2] und weil ihr Ehemann Pornofilme auf Staatskosten schaute,[3] in einer Erklärung sagte Richard Timney die Rückzahlung der angeblich versehentlich von seiner Ehefrau zur Erstattung eingereichten Pay-per-View-Rechnung zu.[4] Am 2. Juni 2009 gab sie ihren Rücktritt für die Kabinettsumbildung am 5. Juni 2009 bekannt.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. dailymail.co.uk
  2. youtube.com
  3. Ministerin setzte Pornofilme auf Spesenrechnung In: Spiegel Online – Panorama, 29. März 2009
  4. youtube.com
  5. telegraph.co.uk