Jade (Fluss)

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Jade
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Unterlauf der Jade im Bereich der Gemeinde Jade

Unterlauf der Jade im Bereich der Gemeinde Jade

DatenVorlage:Infobox Fluss/GKZ_fehlt
Lage Deutschland (Niedersachsen)
Flusssystem Jade
Abfluss über Jadebusen → Innenjade → Außenjade → Nordsee
Ursprung Zusammenfluss von Rasteder Bäke und Schanze, nördlich von Rastede
53° 16′ 52″ N, 8° 16′ 9″ O53.2811111111118.26916666666672
Quellhöhe m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung östlich von Varel53.4094444444448.19583333333330Koordinaten: 53° 24′ 34″ N, 8° 11′ 45″ O
53° 24′ 34″ N, 8° 11′ 45″ O53.4094444444448.19583333333330
Mündungshöhe m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 2 m
Länge 22 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Linke Nebenflüsse Südbäke, Geestrandtief, Wapel
Rechte Nebenflüsse Dorenebbe
Gemeinden Rastede, Jade, Varel

Die Jade ist heute ein 22 Kilometer langer Fluss in Niedersachsen, Deutschland. Das Wort „Jade“ soll aus dem Wort „Riade“ oder „Riede“ (= „Bach“) entstanden sein, ein Begriff, der seinerseits von dem niederdeutschen Verb „rieten“ („reißen“) abstammen soll.[1]

Verlauf[Bearbeiten]

Die Jade entsteht im äußersten Nordosten der Gemeinde Rastede (Landkreis Ammerland) im Hankhauser Moor durch den Zusammenfluss der Rasteder Bäke und der Schanze. Deren Quellbäche entspringen in den Anhöhen der Oldenburger Geest unweit der nördlichen Stadtgrenze von Oldenburg; eine der Quellen befindet sich mitten im Schlosspark von Rastede. Die Jade fließt nordwärts und bildet bei Jaderlangstraße die Grenze zwischen den Landkreisen Ammerland und Wesermarsch. Anschließend durchquert sie die nach ihr benannte Gemeinde Jade. Auf den letzten Kilometern vor der Mündung bildet die Jade die Kreisgrenze zwischen den Landkreisen Wesermarsch und Friesland. Das linke Flussufer gehört in diesem Abschnitt zur Stadt Varel. Hinter dem großen Mündungsschöpfwerk Wapelersiel mündet die Jade in den Jadebusen.

Der Fluss und das anschließende Seegebiet[Bearbeiten]

Mündung der Jade in den Jadebusen

Die Jade speist nicht annähernd so viel Süßwasser in die Nordsee ein wie die benachbarte Weser. Deshalb ist der Salzwassergehalt des Jadebusens nur unwesentlich niedriger als der der offenen Nordsee (die Salinität des südlichen Jadebusen-Ufers beträgt 3,0 Prozent[2], die der offenen Nordsee 3,5 Prozent). Von daher ist es problematisch, die Jade bei Wilhelmshaven als Fortsetzung des (Süßwasser-)Flusses Jade zu betrachten, was aber dennoch gelegentlich geschieht, indem dieser Abschnitt als „Fluss(mündung)“ bezeichnet wird. Das Mündungsgebiet des Seegewässers Jade stellt streng genommen kein Ästuar dar[3], da die Jade nördlich des Jadebusens kein Fluss ist. Trotzdem wird in einigen Texten sogar in dem Wissen, dass es sich nicht um eine Flussmündung handelt, von einem „Jade-Ästuar“ gesprochen.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Deutlich in Rüstringen erkennbar: Der vom Südwesten in den Nordosten fließende ehemalige Unterlauf der Jade im frühen und im Hochmittelalter
Die Jade als Teil des Weserdeltas nach der Zweiten Marcellusflut

In der Zeit vor den großen Wassereinbrüchen des späten Mittelalters ist von einem Moor „Eddenriad“ (auch „Eddinriad“ geschrieben) die Rede, das von einem gleichnamigen Fluss, vermutlich der Jade, durchquert worden sei. Dessen Quellgebiet wird als an der Grenze zwischen dem Emsgau (Lengenerland) und Östringen liegend beschrieben; der Fluss verlief also damals von Südwesten nach Nordosten, mithin nicht in seinem heutigen Bett.[5] Einen breiten Fluss, der von Südwesten nach Nordosten verlief, namens Jade gab es zwischen 1164 (als Folge der Julianenflut am 17. Februar dieses Jahres) und 1334.[6]

Bis zur Clemensflut im Jahr 1334 flossen die Quellbäche und Zuflüsse der heutigen Jade in Richtung Osten und ergossen sich über die Liene in die Unterweser. Die verheerende Flut bildete die Friesische Balge (auch „Balje“ geschrieben), einen trichterförmigen Meeresarm, der sich bis in die Nähe von Rastede erstreckte. Dieser bildete das „Tal“, in dem heute die Jade fließt. Teils versandete der Trichter von selbst, teils wurde das Meerwasser durch Sielbauten zurückgedrängt. 1523 wurde der Südteil der Balge zurückgewonnen; als Sielort wurde der Ort Jade gegründet. Weitere Eindeichungen in den folgenden Jahrhunderten verschoben die Jademündung immer weiter nordwärts. Erst 1822 kam die Deichschleuse an ihren heutigen Standort Wapelersiel.[7]

Das heranflutende Nordseewasser floss zur Zeit der größten Landverluste in der Wesermarsch über die Friesische Balge östlich von Rastede durch die Liene nördlich von Elsfleth in die Weser, so dass das Gewässersystem der Jade einen Teil des Weserdeltas bildete.[8] Bei Flut floss das Wasser der Nordsee zuerst über den Jadebusen und die Friesische Balge in Richtung Süden, dann in Richtung Osten, bei Ebbe erst aus der Unterweser in Richtung Westen, dann in Richtung Norden in die Nordsee. Der freie Wasserfluss von der und zur Weser wurde im 16. Jahrhundert durch Deichbauten bei Salzendeich unterbunden, so dass die Liene weitgehend verlandete. Zugleich wurde so das Wasser der Bäche, das zuvor die Liene gespeist hatte, in Richtung Norden umgeleitet. Mit der Tide die Richtung ändernde Wasserbewegungen gibt es im Einzugsgebiet der Jade allerdings noch heute. Die von dem Delta übrig gebliebenen, heute Süß- oder Brackwasser führenden Bäche und kleinen Kanäle wie z. B. die Dorenebbe kann man sowohl als Nebenfluss als auch als Bifurkation der Jade einstufen. Das Marschgebiet zwischen Jade und Weser liegt großenteils unter dem Meeresspiegel, so dass es von Pumpwerken vor Überschwemmungen geschützt werden muss. Deren Druck- und Sogwirkungen verhindern zusätzlich stabile Strömungsverhältnisse.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johann G. Visbeck: Handbuch einer historisch-statistisch-geographischen Beschreibung des Herzogthums Oldenburg. 1798, S. 64.
    Faksimile des Buches bei Google Books.
  2. Fachbereich Biowissenschaften der J. W. Goethe - Universität Frankfurt: Meeresbiologische Exkursion Wilhelmshaven und Helgoland 1 Sommer 2006 (PDF; 2,3 MB), S. 17
  3. Günther Lang: Ein Beitrag zur Tidedynamik der Innenjade und des Jadebusens. In: Mitteilungsblatt der Bundesanstalt für Wasserbau Nr. 86. 2003, S. 33–42
  4. Z. B. Andreas Malcherek: Gezeiten und Wellen. Die Hydromechanik der Küstengewässer. Vieweg + Teubner. Wiesbaden 2010, S. 81
  5. Carsten Misegaes: Chronick der freyen Hansestadt Bremen. Bremen 1828, S. 176
  6. Marcus Malsy: Analyse der Zu- und Entwässerungssysteme in der Wesermarsch: Geschichte, Funktion und Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Diplomarbeit. Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 30. April 2010, S.33
  7. Klaus Modick: Der Fluß aus dem Meer. Die Zeit. Ausgabe 45/1989
  8. Dietrich Hagen: Der Naturraum (PDF; 725 kB). In: Dietrich Hagen, Heinrich Schmidt, Günter König: Oldenburg. Land zwischen Nordsee und Dammer Bergen. Landeszentrale für politische Bildung 1999, S. 30