Jadrin

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Stadt
Jadrin
Ядрин (russisch)
Етĕрне (tschuwaschisch)
Wappen
Wappen
Föderationskreis Wolga
Republik Tschuwaschien
Rajon Jadrin
Bürgermeister Andrei Agakow
Erste Erwähnung 1590
Stadt seit 1781
Fläche 55 km²
Bevölkerung 9614 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 175 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 70 m
Zeitzone UTC+3
Telefonvorwahl (+7) 83547
Postleitzahl 429060, 429061
Kfz-Kennzeichen 21, 121
OKATO 97 253 501
Geographische Lage
Koordinaten 55° 57′ N, 46° 12′ O55.9546.270Koordinaten: 55° 57′ 0″ N, 46° 12′ 0″ O
Jadrin (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Jadrin (Republik Tschuwaschien)
Red pog.svg
Lage in Tschuwaschien
Liste der Städte in Russland

Jádrin (russisch Ядрин, tschuwaschisch Етӗрне/Etĕrne) ist eine Kleinstadt in der autonomen Republik Tschuwaschien innerhalb des Föderationskreises Wolga (Russland). Sie ist Verwaltungssitz des Rajons Jadrin und hat 9614 Einwohner (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geographie[Bearbeiten]

Jadrin liegt etwa 680 km östlich von Moskau und etwa 75 km südwestlich der Republikshauptstadt Tscheboksary am linken Ufer der Sura.

Geschichte[Bearbeiten]

1590 wurde Jadrin erstmals als befestigte Siedlung und Verwaltungszentrum erwähnt. 1781 erhielt Jadrin das Stadtrecht und wurde gleichzeitig zum Verwaltungssitz des gleichnamigen Ujesd (seit 1927 Rajon) erhoben.

Altes Wappen (1781)

Aus diesem Anlass erhielt Jadrin ein eigenes Wappen. Der geteilte Schild zeigte im oberen Teil das Wappen der Statthalterschaft, nachmals des Gouvernements Kasan, zu dem Jadrin bis 1927 gehörte: in Silber einen schwarzen, rechtsgewendeten Silant (ein drachenartiges tatarisches Fabelwesen) mit roten Flügeln und goldener Krone. Der Inhalt der unteren Schildhälfte – in Rot schwarze Kanonenkugeln, die zu einem Tetraeder aufgetürmt sind – beruht auf einer volksetymologischen Interpretation des Stadtnamens, den man von russisch jadro („Kanonenkugel“) ableiten wollte. Tatsächlich kommt der Name wohl von dem tschuwaschischen Vornamen Jetĕrne, der im Russischen zunächst zu Jadryn, dann zu Jadrin umgeformt wurde. Bei der Neufassung des Wappens 1989 ersetzte man den Kasaner Silant durch ein silbernes und goldenes Ornamentmuster auf rotem Grund, das der tschuwaschischen Volkskunst entlehnt ist und in seiner Mitte das Gründungsdatum der Stadt einfasst.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1. Hälfte 17. Jh.[2] 195
Ende 18. Jh.[2] um 1.500
Mitte 19. Jh.[2] um 2.500
1897 2.454
1915[2] 4.400
1926 3.524
1939 5.447
1959 6.273
1970 6.821
1979 7.304
1989 10.149
2002 10.573
2010 9.614

Anmerkung: 1897 und ab 1926 Volkszählungsdaten

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Die vorherrschenden Industriezweige sind Maschinenbau, Baustoff- und Nahrungsmittelproduktion (u.a. Milchverarbeitung und Spirituosenherstellung). In Jadrin gibt es eine Brücke über die Sura.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Von touristischer Bedeutung sind die Erzengel-Michael-Kirche (Михаило-Архангельская церковь, 18. Jahrhundert) sowie die spätklassizistische Dreifaltigkeits-Kirche (Троицкая церковь, 1829). Daneben sind einige historische Wohn- und Geschäftshäuser des 19. und frühen 20. Jahrhunderts erhalten, darunter ein repräsentatives Bankgebäude in Jugendstilformen.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. a b c d Город Ядрин: история и современность. In: Ядринская центральная библиотека. Abgerufen am 3. Juni 2008.

Weblinks[Bearbeiten]