Jadwiga Grabowska-Hawrylak

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Maisonettenhaus an der Hugo-Kołłątaj-Straße in Breslau
Kirche in Breslau-Rosenthal

Jadwiga Grabowska-Hawrylak (* 29. Oktober 1920 in Tarnawce) ist eine polnische Architektin der Nachkriegsmoderne.

Leben[Bearbeiten]

Grabowska studierte Architektur an der Technischen Universität Breslau und schloss ihr Studium 1950 als die erste in Breslau diplomierte Architektin nach dem Zweiten Weltkrieg ab. Sie war überwiegend in Breslau tätig, zunächst ab 1951 als Mitarbeiterin und ab 1963 bis 1981 als Atelierleiterin des Planungskombinats „Miastoprojekt Wrocław“ (Stadtentwurf Breslau).[1] In den 1980er Jahren gründete sie ein eigenes, privatwirtschaftlich organisiertes Architekturbüro. 1974 erhielt sie den Ehrenpreis des polnischen Architektenverbandes (Nagroda Honorowa SARP), welcher als der bedeutendste Architekturpreis Polens gilt.[2]

Ihrem kontinuierlichen Interesse am Architekturgeschehen im Ausland hat sie den Erfolg nach der Phase des staatlich verordneten sozialistischen Realismus zu verdanken. Ihr Schaffen liegt im Kreise der Nachkriegs- bzw. Spätmoderne. In den 1960er Jahren inspirierte sich zunehmend mit den Werken der Brutalisten und Metabolisten. Ab Ende der 1970er Jahre zeigten ihre Bauten Einflüsse des Kritischen Regionalismus.[3]

Privates[Bearbeiten]

Jadwiga Grabowska-Hawrylak war mit Maschinenbauer Prof. Dr. E.h. Henryk Hawrylak (1924–2013) verheiratet. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Katarzyna Hawrylak-Brzezowska ist Architektin und Leiterin des Städtischen Denkmalamtes in Breslau, Maciej Hawrylak ist Architekt und Dozent für Städtebau der TU Breslau und Paweł Hawrylak ist Adjunct Professor für Quantenphysik an der University of Ottawa.

Bauten (unvollständig)[Bearbeiten]

  • 1955: Wiederaufbau zweier Bürgerhäuser am Breslauer Ring (Rynek-Ratusz 7-8)[2]
  • 1955-1958: Siedlung an der Hugo-Kołłątaj-Straße in Breslau, mit Edmund Frąckiewicz, Maria Tawryczewska, Igor Tawryczewski; an der Siedlung ein Maisonette-Laubenganghaus, 1958-1960[2]
  • 1957–1959: Grundschule am Schweidnitzer Stadtgraben (ulica Podwale) in Breslau (erster moderner Schulbau nach dem sozialistischen Realismus in Breslau)[2][3]
  • 1958-1960: Haus des Wissenschaftlers am plac Grunwaldzki 15-21 - ein Dozenten-Wohnheim für die Technische Universität Breslau, mit Edmund Frąckiewicz, Maria Tawryczewska, Igor Tawryczewski[2][3]
  • 1960-1968: Siedlung Breslau-Gabitz (Gajowice), mit Edmund Frąckiewicz, Maria Tawryczewska, Igor Tawryczewski, Maria Kiełczewska, Witold Maciejewski[2]
  • 1964: Gesamtschule Breslau-Gabitz, ulica Grochowa 36-38[3]
  • 1967–1975: Wohnsiedlung plac Grunwaldzki (Grunwaldplatz) in Breslau, mit Zdzisław Kowalski, Włodzimierz Wasilewski, Beratung: Jerzy Hryniewiecki[2][3]
  • 1978: Gaststätte in Zamość, später umgebaut in ein Kinderheim[2]
  • 1978-1988: Eigenheim der Architektin in Breslau-Wilhelmsruh (Zacisze), in Zusammenarbeit mit dem Sohn, Maciej Hawrylak[2]
  • seit 1990: Christus-Erlöser-Kirche in Breslau-Rosenthal (Róźanka), ulica Bałtycka, in Ausführung, mit Maciej Hawrylak, Wojciech Brzezowski und Ewa Kubica-Hawrylak[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jadwiga Grabowska-Hawrylak – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jadwiga Grabowska-Hawrylak. In: archINFORM. Abgerufen am 19. Oktober 2012
  2. a b c d e f g h i j Michał Mateusz Duda: Nagroda Honorowa SARP '74. In: sztuka-architektury.pl. Abgerufen am 16. Oktober 2012 (polnisch).
  3. a b c d e Jadwiga Grabowska-Hawrylak, Grażyna Hryncewicz-Lamber, Andreas Wolf: Above the Roofs of Wrocław − Exhibition at the Wroclaw Contemporary Museum. In: Muzeum Współczesne Wrocław. 2012, abgerufen am 16. Oktober 2012 (PDF; 1,0 MB, englisch).