Jagd auf Spieldosen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Jagd auf Spieldosen
Originaltitel Dressed to Kill
auch: Prelude to Murder
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1946
Länge ca. 76 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Roy William Neill
Drehbuch Frank Gruber
Leonard Lee
Produktion Roy William Neill
Musik Jack Brooks
Kamera Maury Gertsman
Schnitt Saul A. Goodkind
Besetzung
Synchronisation

Jagd auf Spieldosen aus dem Jahre 1946 ist der letzte von vierzehn Filmen der Filmserie über Sherlock Holmes mit Basil Rathbone und Nigel Bruce.

Handlung[Bearbeiten]

Der Sammler und Lebemann Julian Emery ersteigert Spieldose für wenig Geld. Die anderen beiden Spieldosen gehen an den Schotten Kilgour mit seiner Tochter und an eine schöne Frau, deren Name unbekannt ist. Doch schon in der nächsten Nacht wird bei Emery eingebrochen, eine Dose wird dabei geraubt und Emery niedergeschlagen, sodass er seinen Schulfreund Watson und Sherlock Holmes aufsucht. Holmes vermutet sofort ein größeres Verbrechen und findet es verwunderlich, dass nur ein scheinbar wertloser Gegenstand gestohlen wurde. Hinter dem Einbruch bei Emery stecken Hilda Courtney sowie ihre Komplizen Colonel Cavanaugh und Hamid. Da jedoch die falsche Dose gestohlen wurde, besucht die ihm bekannte Hilda ihn, um die richtige Dose zu stehlen. Mehr durch ein Missverständnis ermordet der eifersüchtige Hamid den zu Hilda hingezogenen Emery.

Die Polizei ruft Sherlock Holmes zur Hilfe. Dieser findet durch eine Befragung des Auktionärs Crabtree heraus, dass die Spieldosen im Gefängnis Dartmoore hergestellt werden. Er sucht die Kilgours auf und trifft dabei auf die als Haushälterin verkleidete Hilda, die die Tochter Kilgours gefesselt und die Spieldose geklaut hat. Holmes und Watson können das Kind befreien. Auch findet er die Identität der dritten Käuferin als Evelyn Clifford heraus und kauft ihr die Dose ab. Da die Dosen alle von demselben Häftling in Dartmoore angefertigt wurden, John Davidson, vermutet Holmes, dass dieser seinen Komplizen das Versteck seiner Beute verraten will. Davidson hatte vor fünf Jahren Druckplatten für die Fünf-Pfund-Noten der englischen Bank gestohlen, zwar wurde er schnell festgenommen, doch das Versteck blieb unbekannt.

Holmes vermutet, dass in der Melodie der Spieldosen die Lösung des Rätsels liegt. Ihm gelingt es nach langem Nachdenken durch eine beiläufige Bemerkung von Watson die Lösung zu finden, so entspricht zum Beispiel die 19. Taste des Klaviers dem 19. Buchstaben des Alphabets, also R. Hieraus setzt er Wörter zusammen. Durch einen Zigarettenstummel, den Hilda beim Durchsuchen von Holmes' Wohnung vergessen hat, gelingt es ihm, diese ausfindig zu machen. Als er diese damit konfrontiert, wird klar, dass der verlorene Zigarettenstummel nur eine "Einladung" für Holmes war. Nachdem dieser ihr nicht seinen Code gibt, will sie Holmes umbringen lassen, doch dieser kann sich mit Mühe und Not befreien. Hilda legt Feuer in der Wohnung bei Watson, als dieser die Teedose (in der die Spieldose versteckt ist) wegstellt, weiß sie wo die letzte Spieldose ist und stiehlt sie.

In dem Code wurde ein gewisser "Dr. S." zitiert, durch den Rest des Codes kommt Hilda darauf, dass es das Wohnhaus von Dr. Samuel Johnson ist, dass auch als Museum genutzt wird. Wieder durch eine beiläufige Bemerkung von Watson über Johnson kommt auch Holmes darauf. Mithilfe des Codes findet Hilda die Druckplatten in einem Schrank, doch Holmes ist zur Stelle. Hamid versucht vergeblich, Holmes mit einem Messer zu töten, doch alle drei werden von Scotland Yard verhaftet.

Hintergründe[Bearbeiten]

Jagd auf Spieldosen war der letzte Film der Reihe. Er lehnt sich nur gering an einige Abenteuer von Arthur Conan Doyles Detektivgeschichten über Holmes an, so erwähnt Dr. Watson in einer Szene etwa die Fälle Die einsame Radfahrerin und Skandal in Böhmen. Auch wird der Charakter der Irene Adler aus letzterer Geschichte erwähnt, die deutliche Parallelen zu Hilda Courtney hat. Dass ein Verbrecher kurz vor seiner Verhaftung einen Gegenstand versteckt und dies zu einer tödlichen Suche führt, kommt aus Die Perle der Borgia-

Rathbone soll zunehmend unzufrieden gewesen sein, in der Öffentlichkeit nur mit der Rolle des Holmes verbunden zu werden. Von Rathbone ist sogar das Zitat überliefert, wenn man auf eine Rolle reduziert wäre, wäre dies das Ende einer erfolgreichen Schauspielkarriere. Weitere Filme verhinderte aber auch der Tod des elfmaligen Produzenten und Regisseurs Roy William Neill im Dezember 1946.

Rathbone zog sich für einige Jahre an das Theater zurück und holte unter anderem einen Tony Award. Erst 1955 konnte Rathbone mit Wir sind keine Engel und Der Hofnarr an seine alten Erfolge anknüpfen, dennoch hatte seine Karriere seinen Zenit überschritten. Auch Nigel Bruce musste zunächst wieder von seinem Image als Dr. Watson loskommen, spielte unter anderem aber eine größere Rolle in Charlie Chaplins Rampenlicht, bevor er bereits 1953 starb.

Im deutschen Fernsehen wurde der Film erstmals 1982 ausgestrahlt. Obwohl große Teile der Serie immer wieder vom ZDF ausgestrahlt werden, ist Jagd auf Spieldosen fast nie darunter. Der Film ist inzwischen in zwei DVD-Versionen erhältlich und steht inzwischen unter dem amerikanischen Public Domain (siehe: Gemeinfreiheit)

Kritiken[Bearbeiten]

'Jagd auf Spieldosen“ ist ein gelungener und spannender Abschluss einer Filmreihe, die bis heute das Bild des Detektivs aus der Baker Street 221 B in London entscheidend prägt. (...) Das Drehbuch nimmt sich die Zeit die Figuren stimmig zu zeichnen, hält interessante Wendungen bereit und auch Holmes und Watson werden wieder ein Stück weit mehr auch privat beleuchtet. Basil Rathbone und Nigel Bruce geben dabei mit ihrer unvergleichlichen Souveränität ihre angestammten Rollen, die vergessen lässt, dass sie eigentlich Sherlock Holmes und Dr. Watson nur spielen. Bis heute sind unzählige andere Schauspieler in diese prägnanten Rollen geschlüpft und haben es mal mehr, mal weniger verstanden ihnen ihren individuellen Stempel aufzudrücken. Basil Rathbone und Nigel Bruce werden dennoch unvergessen bleiben! -- Moviesection.

Synchronisation[Bearbeiten]

Die erste Synchronfassung der DDR kommt aus dem DEFA Studio für Synchronisation in Weimar und entstand 1969. Das Dialogbuch schrieb Eberhard Richter, Dialogregie führte Wolfgang Thal. Eine zweite Fassung kommt ebenso aus der DDR, das Studio für Synchronisation des Fernsehens der DDR stellte sie nach einem Dialogbuch von Tessy Bortfeldt unter Regie von Irmgard Köhlert her.

Rolle Schauspieler Synchronisation DDR 1969 Synchronisation DDR 1987
Sherlock Holmes Basil Rathbone Walter Niklaus ebenfalls
Dr. Watson Nigel Bruce Alfred Bohl Hinrich Köhn
Auktionator Ebeneezer Crabtree Holmes Herbert Horst Kempe Karl-Maria Steffens
Gilbert Emery Edmund Breon Klaus Gowalla Erhard Köster
Hamid Harry Cording Bert Brunn Michael Narloch
Hilda Courtney Patricia Morison Frederike Aust
Inspektor Hopkins Carl Harbord Rainer Büttner
Alfred Olaf Hytten Peter Zintner
Mrs. Hudson Mary Gordon Trude Brentina
Touristenführer Leyland Hodgson Martin Trettau
Scotland-Yard-Chef Ian Wolfe Wolfram Handel

Weblinks[Bearbeiten]