Jagdgeschwader 74
| Jagdgeschwader 74 — III — |
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|---|---|
Internes Verbandsabzeichen (Wappen) |
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| Aufstellung | 5. Mai 1961 |
| Land | |
| Streitkräfte | Bundeswehr |
| Teilstreitkraft | |
| Typ | Jagdgeschwader |
| Stärke | ca. 1500 Soldaten |
| Unterstellung | |
| Standort | Wilhelm-Frankl-Kaserne Fliegerhorst Neuburg Fliegerhorst Lechfeld |
| Führung | |
| Kommodore | |
| Luftfahrzeuge | |
| Kampfflugzeug/ -hubschrauber |
Eurofighter |
Das Jagdgeschwader 74 (kurz JG 74) ist eines der drei Jagdgeschwader der deutschen Luftwaffe. Es ist das zweite Geschwader der Bundeswehr, das den Eurofighter als neues Flugzeugmuster erhielt. Das Geschwader ist auf dem Fliegerhorst Neuburg in Neuburg an der Donau stationiert und stellt die Alarmrotte für den süddeutschen Raum. Als Ausweichplatz untersteht der Fliegerhorst Lechfeld dem Geschwader.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte [Bearbeiten]
Das heutige Jagdgeschwader 74 in Neuburg an der Donau ging aus dem Jagdgeschwader 75 hervor. Das JG 75 war das letzte neu aufgestellte Jagdgeschwader der Luftwaffe. Es wurde am 1. Oktober 1960 in Oldenburg aktiviert. Ausgestattet war es zunächst mit dem allwetter- und nachtkampftauglichen Flugzeugmuster F-86K „Sabre“. Bereits im Jahr 1960 verlegte man es zunächst nach Leipheim, 1961 dann endgültig auf den neugebauten Flugplatz bei Neuburg an der Donau. Dort erhielt das Geschwader die Bezeichnung Jagdgeschwader 74. Seit 1962 ist es der NATO assigniert. Der erste Flugzeugmusterwechsel erfolgte schon ab 12. Mai 1964. Das JG 74 stellte bis Anfang 1966 um auf die Lockheed F-104G „Starfighter“.
Der Beinamen „Mölders“ – nach einem Luftwaffenoffizier des Zweiten Weltkrieges und vormaligen Angehörigen der Legion Condor – wurde dem Verband am 32. Todestag von Werner Mölders, dem 22. November 1973, verliehen. Damit war das Jagdgeschwader eines der Traditionsgeschwader der Luftwaffe. Zeitgleich wurde die Kaserne nach dem Jagdflieger des Ersten Weltkrieges Wilhelm Frankl benannt.
Nach einem Beschluss des deutschen Parlamentes, Mitglieder der Legion Condor[2] nicht länger als Leitbilder für deutsche Soldaten zu empfehlen, wurde dieser Beiname vom Bundesminister für Verteidigung im Jahr 2005 wieder gestrichen (siehe auch Werner Mölders).
Im Jahr 1974 wurde das Flugzeugmuster des Verbandes wiederum gewechselt. Die Ära der legendären F-4F „Phantom“ II in der Luftwaffe begann. Gleichzeitig mit der Einführung der Phantom erhielt das Geschwader den zusätzlichen Auftrag als Jagdbombergeschwader, dieser wurde jedoch nach dem Ende des Kalten Krieges aufgehoben. Die Phantom wurde bis 2008 eingesetzt.
Seit 2006 erfolgte jedoch bereits schrittweise die Umrüstung auf den Eurofighter. Die ersten Piloten erhielten in diesem Jahr beim Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“ in Laage ihre Umschulung auf das neue Einsatzmuster. Die Vorbereitung auf die neuen Aufgabenfelder der Mechaniker geschah hierzu parallel durch die Technische Schule der Luftwaffe 1. Die ersten vier Eurofighter landeten am 25. Juli 2006 beim JG 74 in Neuburg an der Donau und wurden somit offiziell in Dienst gestellt. Am 12. Juni 2008 endete schließlich formal nach 34 Jahren der Flugbetrieb mit der Phantom. Das JG 74 war somit das erste Eurofighter- Einsatzgeschwader der Bundeswehr.
Am 3. Juni 2008 wurde der NATO erstmals die Übernahme der Alarmrotte der Luftverteidigungssofortbereitschaft (Quick Reaction Alert, kurz QRA) durch das Waffensystem Eurofighter gemeldet.[3]
Im Frühsommer 2012 verlegte das JG 74 erstmals nach der Umrüstung mit acht Luftfahrzeugen in die USA, wo es an den Manövern 'Distant Frontier' zu Vergleichszwecken mit USAF F22 und zur Vorbereitung des unmittelbar anschließenden Manövers Red Flag Alaska teilnahm. Die acht überführten Luftfahrzeuge wurden hierzu auf den neuesten Ausrüstungsstandard (R2P Radar-Software-Upgrade, HAVE QUICK Radios und Multi Function Information Distribution System) gebracht.
Mit Auflösung des Jagdbombergeschwaders 32 (JaboG 32) wurde der Fliegerhorst Lechfeld zweiter Flugplatz des Geschwaders. Das JG 74 übernahm von der 1. Staffel des JaboG 32 auch deren Zugehörigkeit zu den „NATO-Tigers“. Die „Bavarian Tigers United“ werden von beiden fliegenden Staffeln gebildet.
Organisation [Bearbeiten]
Das JG 74 ist Teil der 1. Luftwaffendivision. Geführt wird der Verband durch einen Kommodore im Dienstgrad eines Oberstleutnant oder Oberst.
Gegliedert ist das Geschwader in die Fliegende und die Technische Gruppe. Die Fliegende Gruppe umfasst die beiden Jagdstaffeln und die Flugbetriebsstaffel, die Technische Gruppe setzt sich aus der Instandsetzungs- und Elektronikstaffel, der Wartungs- und Waffenstaffel und der Nachschub- und Transportstaffel zusammen.[4]
Seit Ende März 2013 obliegt dem Geschwader zusätzlich der Betrieb des Militärflugplatzes auf dem Lechfeld. Sie unterhält an diesem Zweitstandort hierzu die Flugplatzstaffel Lechfeld des JG 74.[5]
Kommodore [Bearbeiten]
| Nr. | Name | Beginn der Berufung | Ende der Berufung |
|---|---|---|---|
| 1 | Oberst Fritz Wegner | 5. Mai 1961 | 26. September 1968 |
| 2 | Oberst Gerhard Mohrdieck | 26. September 1968 | 25. September 1972 |
| 3 | Oberst Rudolf Erlemann | 25. September 1972 | 26. März 1975 |
| 4 | Oberst Walter Schmitz | 26. März 1975 | 18. Juli 1977 |
| 5 | Oberst Michael Estendorfer | 18. Juli 1977 | 12. März 1980 |
| 6 | Oberst Hans Heinrich Block | 12. März 1980 | 1. April 1984 |
| 7 | Oberst Gunter Lange | 1. April 1984 | 26. März 1986 |
| 8 | Oberst Helmut Ruppert | 26. März 1986 | 25. September 1991 |
| 9 | Oberst Kurt Wolfgang Fredemann | 25. September 1991 | 30. September 1993 |
| 10 | Oberst Claus Volk | 30. September 1993 | 26. Juni 1995 |
| 11 | Oberst Gerhard Ballhausen | 26. Juni 1995 | 31. März 1998 |
| 12 | Oberst Ludwig Frank | 31. März 1998 | 28. September 2000 |
| 13 | Oberst Karl Müllner | 28. September 2000 | 27. September 2002 |
| 14 | Oberst Thomas Tillich | 27. September 2002 | 26. September 2005 |
| 15 | Oberst Uwe Klein | 26. September 2005 | 1. April 2008 |
| 16 | Oberst Andreas Pfeiffer | 1. April 2008 | 20. März 2013 |
| 17 | Oberstleutnant Frank Gräfe | 20. März 2013 | heute |
Genutzte Flugzeugmuster [Bearbeiten]
- North American F-86K „Sabre“
- Lockheed F-104G „Starfighter“
- McDonnell Douglas F-4F „Phantom“ II
- Eurofighter „Typhoon“
Vorkommnisse [Bearbeiten]
- Am 30. Oktober 1963 stürzte eine F-86K „Sabre“ des JG 74 auf ein Haus im Dorf Straß, etwa 10 km westlich von Neuburg an der Donau. Es gab vier Tote und elf Verletzte. Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.
- Am 22. Oktober 1967 entwendete der Architekt Manfred Ramminger aus dem Fliegerhorst Neuburg eine gefechtsbereite AIM-9 Sidewinder Luft-Luft-Rakete, schickte sie per Luftfracht nach Moskau und übergab den Zünder persönlich dem KGB.
- 20. August 2011: Der Funkkontakt zu einem Airbus A321 der türkischen Airline Onur Air auf dem Flug von Manchester in die Türkei brach um ca. 16.00 Uhr über Oberbayern plötzlich ab (vermutlich technischer Defekt). Die Alarmrotte des JG 74 stieg sofort auf, nach ca. fünf Minuten Flug war der Sichtkontakt hergestellt. Alle Versuche, Funkkontakt mit dem türkischen Piloten aufzunehmen, schlugen fehl. Der A321 wurde von der Rotte bis zur österreichischen Grenze begleitet und dort den Luftstreitkräften Österreichs übergeben.[6]
Siehe auch [Bearbeiten]
- Jagdgeschwader 71 „Richthofen“
- Jagdgeschwader 72 „Westfalen“ (seit Januar 2000 außer Dienst)
- Jagdgeschwader 73 „Steinhoff“
- Jagdgeschwader 75 (bereits 1961 aufgelöst und stattdessen das JG 74 aufgestellt)
- Liste der Fliegerhorste in Deutschland
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Auf Oberst Andreas Pfeiffer folgt Frank Gräfe
- ↑ Information auf Y-Punkt.de zur Legion Condor
- ↑ Artikel auf Luftwaffe.de
- ↑ „Take-off an der Donau“ auf der Website von „Y - Das Magazin“; eingesehen am 4. Januar 2011
- ↑ Augsburger Allgemeine, 28. März 2013, Eurofighter begrüßen ihren neuen Fliegerhorst
- ↑ Eurofighter jagen Urlaubsflieger, Münchner Merkur online vom 22. August 2011; Zugriff am 23. August 2011
Weblinks [Bearbeiten]
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