Jagdschloss (Radar)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jagdschloss im Bau, 1945

FuMG404 Jagdschloss war ein deutsches Rundsicht- oder „Panorama“-Radargerät für Luftlagezentren der Luftwaffe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs.

Geschichte[Bearbeiten]

Ab 1937 von GEMA entwickelt, wurde es ab 1943 von Siemens gefertigt. Gebaut wurden insgesamt 62 Stück. Der Konstrukteur und Entwickler war Theodor Schultes (1901–1981).

  • Die Radargeräte FuMG404 „Jagdschloss“ und „Jagdhaus“ dienten der Erfassung sämtlicher Luftziele (Freund und Feind) im überstrichenen Luftraum. Durch Umschaltung von Ortung auf Kennung konnten fremde Ziele und Störungen durch Düppel ausgeblendet werden.
  • Die Variante FuMG 405 „Jagdhütte“ besaß nur den Sender und eine Empfangsantenne für den Kennungsgeber „Erstling“ und diente nur der Führung der eigenen Jagdflugzeuge.

Die Anlage war so konstruiert, dass alle erhaltenen Informationen im Audio-Bereich lagen. Die Daten konnten so einfach über Telefon oder Richtfunk (Michael-Gerät) an ein Luftlagezentrum oder eine Flakbatterie übermittelt werden. Dort konnten sie auf „Sternschreibern“ (heute Radarbildschirm) angezeigt werden. Eine Höhenauswertung war nicht möglich; hierzu brauchte man zusätzlich ein Würzburg-Gerät. Die Sendeantenne bestand aus 16 Einheits-Dipolfeldern mit einer Gesamtbreite von 24 m. Darüber war die Empfangsantenne „Gemse“ für den Empfang des FuG-25a-„Erstling“-IFF-Kennungsgebers montiert.

Technische Daten[Bearbeiten]

  • Auffassreichweite 80–200 km, je nach Flughöhe
  • Antennentyp: 128-Element-Gruppenantenne vor Reflektorwand
  • Antennendrehzahl: 10 Umdrehungen pro Minute
  • Öffnungswinkel Horizontal: 7°
  • Öffnungswinkel Vertikal: 60°
  • Betriebsfrequenz: 158−240 MHz
  • Impulsleistung: 150 kW
  • Impulsdauer: 2 μs
  • Impulsrate: 494, 497, 500, 503, 506 Hz umschaltbar
  • Auflösung: 300 m
  • Antennenrotor: 75 kW
  • Gewicht: 25–30 t
  • Größe:
Antennenbreite: 24 m
Antennenhöhe: 5 m
Gesamtbauhöhe: 12 m

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Trenkle: Die deutschen Funkführungsverfahren bis 1945, Dr. Alfred Hüthig Verlag Heidelberg, 1987, ISBN 3-7785-1647-7
  • Werner Müller: Bodenfunkmessgeräte der deutschen Luftwaffe bis 1945, Waffen-Arsenal Band 132, Podzun-Pallas-Verlag, Friedberg 1992, ISBN 3-7909-0422-8

Weblinks[Bearbeiten]