Jagstzell

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Jagstzell
Jagstzell
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jagstzell hervorgehoben
49.03083333333310.093333333333424Koordinaten: 49° 2′ N, 10° 6′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Ostalbkreis
Höhe: 424 m ü. NHN
Fläche: 37,97 km²
Einwohner: 2356 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 62 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 73489,
74579 (Buchmühle, Finkenberg, Finkenhaus, Hahnenmühle, Neumühle, Ratzensägmühle),
74597 (Eulenmühle, Riegersheim)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahl: 07967
Kfz-Kennzeichen: AA, GD
Gemeindeschlüssel: 08 1 36 035
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 6
73489 Jagstzell
Webpräsenz: www.jagstzell-gemeinde.de
Bürgermeister: Raimund Müller
Lage der Gemeinde Jagstzell im Ostalbkreis
Schwäbisch Gmünd Landkreis Heidenheim Landkreis Schwäbisch Hall Rems-Murr-Kreis Landkreis Göppingen Aalen Abtsgmünd Adelmannsfelden Bartholomä Böbingen an der Rems Bopfingen Durlangen Ellenberg (Württemberg) Ellwangen (Jagst) Eschach (bei Schwäbisch Gmünd) Essingen (Württemberg) Göggingen (Württemberg) Gschwend Heubach Heuchlingen Hüttlingen (Württemberg) Hüttlingen (Württemberg) Iggingen Jagstzell Kirchheim am Ries Lauchheim Leinzell Lorch (Württemberg) Mögglingen Mutlangen Neresheim Neuler Obergröningen Oberkochen Rainau Riesbürg Riesbürg Rosenberg (Württemberg) Ruppertshofen (Ostalbkreis) Schechingen Schwäbisch Gmünd Spraitbach Stödtlen Täferrot Tannhausen Tannhausen Unterschneidheim Waldstetten (Ostalbkreis) Waldstetten (Ostalbkreis) Westhausen (Württemberg) Wört BayernKarte
Über dieses Bild

Jagstzell ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Ostalbkreis.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Jagstzell liegt im Naturraum Schwäbisch-Fränkische Waldberge[2] in der waldreichen Landschaft des Virngrunds beidseits der Jagst. Die Gemeindefläche liegt zwischen 409 bis 516 m ü. NN.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an Frankenhardt, Stimpfach und Fichtenau, die alle zum Landkreis Schwäbisch Hall gehören. Im Osten liegt Ellenberg, im Süden die Stadt Ellwangen und im Westen Rosenberg.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Jagstzell gehören das Dorf Jagstzell, die Weiler Dankoltsweiler, Dietrichsweiler, Eichenrain, Finkenberg, Grünberg, Hegenberg, Kellerhof, Riegelhof, Riegersheim, Ropfershof, Rot, Rothof, Schweighausen, Spielegert und Winterberg, die Höfe Buchmühle, Bühlhof, Kreuthof, Ratzensägmühle und Rennecker Mühle (Renneckermühle) und die Häuser Dankoltsweiler Sägmühle, Eulenmühle, Finkenhaus, Hahnenmühle, Hegenstadt, Keuerstadt, Neumühle, Orrot, Rotbachsägmühle und Walser (Haus Walser) sowie die abgegangenen Ortschaften zem Higgelnberg, Buchgern, Höhenrödelin, Nydernrödelin, zem Holtze, Rentzen, alten Vischbach, zem Hetzel, Herdern, Wissenbach, Elprisperg, Kippenhof, Gebhart, zem Awevaeter, Widelstet, Hinder Hegneberg, Retichswiler, Gossoltzwiler, Segmül zu Danckoltzwyler und Segmül zu der Kyrstat. Die 30 Ortschaften sind zugleich Ortsteile der Gemeinde. Deren offizielle Benennung erfolgt durch vorangestellten Namen der Gemeinde und durch Bindestrich getrennt nachgestellt der Name der Ortsteile. Die Gemeinde ist zudem in die beiden Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung Hauptort (mit den Ortsteilen Jagstzell, Kreuthof und Winterberg) und Teilorte (mit den restlichen Ortsteilen) gegliedert.[3][4]

Geschichte[Bearbeiten]

Jagstzell wurde vermutlich von Mönchen des Klosters Ellwangen als kleine klösterliche Niederlassung (cella) zur Zeit der Karolinger gegründet. Um das Jahr 1150 wurde das Kloster in ein Frauenkloster umgewandelt, das etwa 200 Jahre bestand. Von der Geschichte des Klosters ist nicht viel überliefert, es wurde im Jahre 1170 erstmals urkundlich erwähnt. Nach Auflösung des Frauenklosters kam das Dorf an die Fürstpropstei Ellwangen. Seit Anfang des 16. Jahrhunderts hatte auch Brandenburg-Ansbach und damit später Preußen Rechte in Jagstzell. Der Ellwanger Teil wurde 1802 württembergisch, der preußische Teil kam 1806 an Bayern und 1810 endgültig zu Württemberg. Dort gehörte Jagstzell zunächst zum Oberamt Ellwangen, ab 1938 zum Landkreis Aalen, der durch die Kreisreform 1973 im neuen Ostalbkreis aufging.

Religion[Bearbeiten]

In Jagstzell sind heute mit der römisch-katholischen St.-Vitus-Kirche und der evangelischen Christuskirche der Kirchengemeinde Rechenberg beide Konfessionen vertreten. Die Pfarrei Jagstzell gehörte im Mittelalter zum Bistum Würzburg, während die weiter südlich gelegenen Teile des Ellwanger Herrschaftsgebiets zum Bistum Augsburg gehörten.[5]

Politik[Bearbeiten]

Die Gemeinde ist Mitglied der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft der Stadt Ellwangen.

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 1997 Raimund Müller. Zuvor war Wilfried Herrmann seit 1973 Bürgermeister, als Nachfolger von Otto Lechner.

Die Kommunalwahlen 2009, 2004 und 1999 führten zu folgenden Ergebnissen:[6]

Parteien und Wählergemeinschaften %
2009
Sitze
2009
%
2004
Sitze
2004
%
1999
Sitze
1999
FWG Freie Wählergemeinschaft 54,5 7 48,0 6 46,0 5
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 45,5 5 52,0 6 54,0 7
gesamt 100,0 12 100,0 12 100,0 12
Wahlbeteiligung 64,2 % 66,2 %


Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

St. Vitus Jagstzell

Die katholische Pfarrkirche St. Vitus wurde 1498 im spätgotischen Stil erbaut und 1747 barockisiert. Im Ortsteil Dankoltsweiler steht die St. Barbara-Kapelle aus dem 14. Jahrhundert. Sie hat im Chor ein schönes spätgotisches Netzgewölbe. Die romanische Kapelle St. Nikolaus in Keuerstadt wurde 1280 erbaut. Sie liegt sehr einsam in dem großen Waldgebiet zwischen Dankoltsweiler und Ellenberg. Auf Jagstzeller Gemarkung, nahe dem Nachbarort Matzenbach (Gemeinde Fichtenau), steht die Kapelle „Matzenbacher Bild“. Sie wurde 1973 fertiggestellt.

Seen[Bearbeiten]

Anfang der 1960er Jahre wurden zum Schutz vor Hochwasser der Fischbach- und der Orrot-Stausee angelegt. Diese kleinen Seen sind heute als Ziel für Spaziergänge und zum Baden recht beliebt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Jagstzell

Jagstzell ist ein Bahnhof an der Oberen Jagstbahn zwischen Aalen (bzw. Goldshöfe) und Crailsheim. Tagsüber fahren im Zwei-Stunden-Takt Regionalbahnen in beide Richtungen.

Im Zuge des Konjunkturpakets II wurden im Sommer 2010 die Bahnsteige an beiden Gleisen grundsaniert und auf eine Länge von 120 m gebracht. Wartehäuschen, Beschilderung und die sonstige Bahnsteigausstattung wurden der Corporate Identity der Deutschen Bahn angepasst.

Wichtigste Straßenverbindung ist die Bundesstraße 290 (TauberbischofsheimAalen), die in Nord-Süd-Richtung durch das Dorf führt. Die Bundesautobahn 7 tangiert das Gemeindegebiet lediglich, ihre nächstgelegenen Anschlussstellen sind im Norden Dinkelsbühl/Fichtenau und im Süden Ellwangen.

Bildung[Bearbeiten]

In Jagstzell gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. Weiterführende Schulen befinden sich in Ellwangen oder in den weiter entfernten Städten Aalen und Crailsheim.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

  • Kuno Bux (geboren am 9. Oktober 1928, gestorben am 31. Januar 2014 in Jagstzell), Präsident des Landeskriminalamtes Baden Württemberg von 1971 bis 1988

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jagstzell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Naturräume Baden-Württembergs. Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg, Stuttgart 2009
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 726–728
  4. Hauptsatzung der Gemeinde Jagstzell vom 10. September 2001
  5. P. Suso Mayer OSB: Die Pfarreien der Abtei Ellwangen in Ellwangen 764–1964. Schwabenverlag Ellwangen, 1964, S. 179–224
  6. Endgültige Ergebnisse der Gemeinderatswahlen 2009 mit Vergleichsangaben von 2004. Gemeinde Jagstzell (Ostalbkreis). Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2010, abgerufen am 28. August 2011.