Jahrbuch Extremismus & Demokratie

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Jahrbuch Extremismus & Demokratie
Verlag Nomos Verlag, Baden-Baden
Erstausgabe 1989
Erscheinungsweise jährlich
Herausgeber Uwe Backes, Alexander Gallus, Eckhard Jesse
Weblink www.tu-chemnitz.de
ISSN 0938-0256
ZDB 1014241-1

Das Jahrbuch Extremismus & Demokratie (E & D) ist ein seit 1989 jährlich erscheinendes Periodikum. Herausgegeben wird es von Uwe Backes und Eckhard Jesse, seit 2010 zusätzlich von Alexander Gallus. Es wird im Nomos Verlag verlegt. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Bereiche Totalitarismus und Extremismus. Es gilt als Standardwerk in diesem Bereich.

Zielsetzung[Bearbeiten]

Grundlage des Jahrbuchs ist die Orientierung an Menschenrechten, Toleranz und politischem Pluralismus.

Der Anspruch der Herausgeber ist folgender: „Das Jahrbuch [...] will die wissenschaftliche Beschäftigung mit dem Problemkreis des politischen Extremismus fördern. Die Entwicklung in Deutschland steht im Mittelpunkt. Ereignisse und Konstellationen des jeweils vorausgegangenen Jahres sollen dokumentiert und aufgearbeitet, die neu erschienene Literatur umfassend gewürdigt werden.“

Darüber hinaus soll es eine Handreichung für Politiker, Beamte, Sicherheitskräfte und Pädagogen sein.[1]

Aufbau[Bearbeiten]

Derzeit ist das Jahrbuch wie folgt aufgebaut:

  • Analysen
  • Forum (unregelmäßig)
  • Daten, Dokumente und Dossiers
  • Biographisches Porträt
  • Länderporträt (seit 1999)
  • Zeitschriftenporträt (seit 1999)
  • Literatur

Inhalt[Bearbeiten]

Jahrgang Biografisches Porträt Länderporträt Zeitschriftenporträt
1989 Bommi Baumann
1990 Adolf von Thadden
1991 Kurt Bachmann
1992 Michael Kühnen
1993 Werner Lotze
1994 Otto Ernst Remer
1995 Jakob Moneta
1996 Ulrike Marie Meinhof
1997 Günter Deckert
1998 Till Meyer
1999 Dieter Kunzelmann Frankreich wir selbst
2000 Franz Schönhuber Nordirland Nation Europa
2001 Horst Mahler USA konkret
2002 Gerhard Frey Belgien Junge Freiheit
2003 Birgit Hogefeld Polen GegenStandpunkt
2004 Andreas Baader Tschechien Bahamas
2005 Wolfgang Grams Schweiz Deutsche Stimme
2006 Russland Deutsche Geschichte
2007 Holger Apfel Slowakai Criticón
2008 Christian Worch Ungarn junge Welt
2009 Andreas Molau Spanien Zeck
2010 Sahra Wagenknecht Südafrika Hier & Jetzt
2011 Matthias Faust Dänemark Interim
2012 Jürgen Rieger Schweden RotFuchs
2013 Lothar Bisky Norwegen Zuerst!
2014 Diether Dehm Island Muslimmarkt

Strukturdaten[Bearbeiten]

Herausgeber des Jahrbuchs sind folgende Wissenschaftler:

  • Uwe Backes, Politikwissenschaftler (Dresden)
  • Alexander Gallus, Zeithistoriker (Chemnitz)
  • Eckhard Jesse, em. Politikwissenschaftler (Chemnitz)

Den wissenschaftlichen Beirat bilden:

Das Jahrbuch erscheint im Nomos Verlag in Baden-Baden (von 1989 bis 1994 im Bouvier Verlag in Bonn). Bis 2014 sind 26 Ausgaben erschienen. Parallel erscheint – ebenfalls bei Nomos – eine gleichnamige Schriftenreihe (Extremismus & Demokratie).

Besprechungen durch Wissenschaftler[Bearbeiten]

Der 1. Jahrgang wurde durch den Politikwissenschaftler Andreas Sobisch (1992) besprochen: Die Serie verspreche demnach eine Bereicherung für jeden Interessierten in diesem Forschungsfeld tätig zu werden.[2]

Der Historiker Jürgen Angelow (1999) kommentierte den 10. Jahrgang mit: „Resümierend wird man dem vorliegenden Jahrbuch ein breites Spektrum von Interpretationen, Sichtweisen und Deutungsmuster bescheinigen können.“[3]

Der Politikwissenschaftler Manfred Funke (2003) befand zum 14. Jahrgang, dass das Jahrbuch E & D „zur Lektüre höchst empfehlenswert“ sei und „vor allem, wenn man Argumente braucht wider den Würdeverlust des Geistigen im Politischen.“[4]

Jürgen Plöhn, Politikwissenschaftler, bemerkte 2010: „Wie sein Vorgänger bietet damit auch der 20. Band wertvolle Kenntnisse und Interpretationen zu einem breiten, jedoch häufig vernachlässigten Themengebiet.“[5]

Nach Meinung des Politikdidaktikers Armin Scherb (2010) „sollte [das Jahrbuch] in keinem universitären Handapparat für ein Seminar, das sich mit der politischen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland beschäftigt, fehlen. Für den Politik- und Geschichtsunterricht an Schulen oder in der außerschulischen Bildung erfüllt das Jahrbuch die Funktion eines Nachschlagewerkes.“[6]

2011 hieß es von Seiten des Staatswissenschaftlers Robert Chr. van Ooyen: Das Jahrbuch sei „längst zum Standardwerk avanciert, das in der bundesdeutschen Extremismusforschung (die) Maßstäbe gesetzt hat.“[7]

Weitere Stimmen[Bearbeiten]

2011 distanzierte sich der Linkspartei-Politiker Bodo Ramelow, in einem offenen Brief, von einer durch Jesse angebotenen Mitarbeit an dem Jahrbuch. Er argumentiert, dass das Druckwerk den Neofaschismus verhamlose, dass seine Herausgeber eine nicht valide politische Theorie geschaffen hätten, die sie nicht schlüssig begründen könnten, und dass, während linke Ideen durch den Vergleich mit dem Neofaschismus verteufelt werden, dieser verharmlost wird. Diese Verharmlosung werde auch durch Jesse selbst betrieben.[8]

2012 bemerkte Michael Gregory, Autor der Konrad-Adenauer-Stiftung: Das Jahrbuch sei ein „Standardwerk der bundesdeutschen Extremismusforschung [mit] viele[n] lesenswerte[n] Rezensionen und aufschlussreiche[n] Analysen.“[9]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jahrbuch Extremismus & Demokratie, Webseite der TU Chemnitz, abgerufen am 9. März 2015.
  2. Andreas Sobisch: Jahrbuch Extremismus & Demokratie. Jahrgang 1 (1989) by Uwe Backes, Eckhard Jesse (Rez.). In: German Studies Review, 15 (1992) 1, S. 181–182.
  3. Jürgen Angelow: Das neue Jahrbuch zu Extremismus und Demokratie (Rez.). In: Die Welt, Jg. 49, 24. April 1999, Nr. 95, S. 7.
  4. Manfred Funke: Streitbare Demokraten (Rez.). In: Bonner General-Anzeiger, 5. Februar 2003, S. 16.
  5. Jürgen Plöhn: Gewichtiger Jubiläumsband zu Extremismus und Demokratie (Rez.). In: Zeitschrift für Parlamentsfragen, 41 (2010) 1, S. 235–237.
  6. Armin Scherb: Uwe Backes/Eckhard Jesse (Hg.): Extremismus und Demokratie (Rez.). In: Forum Politikunterricht, 2/2010, S. 84.
  7. Robert Chr. van Ooyen: Öffentliche Sicherheit und Freiheit Studien zu Staat, Polizei und wehrhafter Demokratie. Nomos, Baden-Baden 2013, ISBN 978-3-8487-0446-0, S. 259–264. (zuerst 2011 veröffentlicht)
  8. Bodo Ramelow: Ich lasse mich nicht als Ihr Feigenblatt benutzen!. bodo-ramelow.de, 31. März 2011. Abgerufen am 2. April 2011.
  9. Michael Gregory: Konzentration der Kräfte (Rez.). In: Die Politische Meinung, 508/2012, S. 30–32.