Jahrhunderthalle (Bochum)
Die Jahrhunderthalle ist eine Veranstaltungshalle im Bochumer Stadtteil Stahlhausen. Die Halle wurde 1902 vom Bochumer Verein für die Düsseldorfer Industrie- und Gewerbeausstellung gebaut und anschließend als Gebläsemaschinenhalle für die Hochöfen des Bochumer Vereins wiederverwendet. Sie wurde mehrfach erweitert, der Name Jahrhunderthalle wird heute für das gesamte Bauwerk verwendet, das eine Fläche von 8.900 m² bedeckt.
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Geschichte [Bearbeiten]
Die Stahlkonstruktion des Gebäudeteils von 1902 ist besonders bemerkenswert, weil sie nicht in erster Linie nach ästhetischen Gesichtspunkten, sondern eher nach ingenieurtechnischen Überlegungen entworfen wurde und damit eines der ersten Beispiele für eine rein zweckbestimmte Architektur darstellt: Da bei der Konstruktion schon sicher war, dass die Halle nicht in Düsseldorf bleiben wird, wurde sie so gebaut, dass sie komplett wieder demontierbar ist. An einigen der Stahlträger in der Halle kann man sogar noch die Beschriftung lesen, die für die Düsseldorfer Ausstellung dort angebracht worden ist. Das Hauptschiff der ursprünglichen Halle ist 66 Meter lang, 20 Meter breit und hatte eine Höhe von 21 Metern, die Seitenschiffe sind 6,5 Meter breit und 6 Meter hoch. Die Außenfassade war zur Erinnerung an die ersten erfolgreichen Stahlguss-Versuche von Jacob Mayer im Jahr 1851 in Form einer gotischen Kirche gestaltet, da die ersten erfolgreich gegossenen Produkte Glocken waren. Der 70 Meter hohe Glockenturm mit einem Geläut aus drei Glocken ist in Bochum allerdings später nicht wieder errichtet worden. Auch die Fassade ist in Bochum nicht in dieser Form wiederhergestellt worden.[1]
Bemerkenswert ist außerdem die Art, wie die Gründung der Halle erfolgt ist: Da das Gelände des Bochumer Vereins 1903 eigentlich schon komplett bebaut war und somit keine zusammenhängende Fläche für die Halle zur Verfügung stand, wurde die Halle über die bestehenden und für den Produktionsbetrieb notwendigen Gebäude errichtet und das Geländeniveau angehoben. Im begehbaren Untergeschoss sind heute noch die Fundamente der Hallenträger sichtbar, die vom „Kellerfußboden“ (dem ehemaligen Geländeniveau) aufsteigend gemauerte Ziegelpyramiden sind. Im Geschoss unter der Halle ist sogar noch eines der damaligen Gebäude vorhanden: die Fensteröffnungen mit Brüstung, Fassade etc. sind noch zu erkennen, obwohl das Haus später komplett mit Schamott ausgemauert wurde und als Ofen diente.[2]
Gegenwart [Bearbeiten]
Die Halle wurde 2003 von Karl-Heinz Petzinka und Partner „revitalisiert“ und mit einem modernen Vorbau versehen. Seit ihrer Sanierung wird sie für die verschiedensten Veranstaltungen genutzt, zum Beispiel für die Ruhrtriennale (so im Oktober 2006 für eine aufwändige und spektakuläre Neuinszenierung der Oper Die Soldaten von Bernd Alois Zimmermann), sowie für Messen oder Rock-, Pop- und Klassik-Konzerte.
Die Jahrhunderthalle ist das Zentrum des neuen Bochumer Westparks, mit dem dieses innenstadtnahe, ehemalige Industrieareal für Wohnen, Kultur, Erholung und Gewerbe erschlossen wird. Sie ist außerdem einer der Ankerpunkte der Route der Industriekultur und war einer der Hauptveranstaltungsorte der Kulturhauptstadt Ruhr.2010.
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Logo der Ruhrtriennale auf dem Wasserturm (2008)
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Sonderaufführung des Klavierfestival Ruhr bei der ExtraSchicht (2009)
Seit 2005 wird in der Bochumer Jahrhunderthalle jährlich der Steiger Award verliehen, seit 2006 die 1Live Krone.
Am 12. Dezember 2009 fand unter großem internationalem Interesse die offizielle und glamouröse Preisverleihung des Europäischen Filmpreises, des europäischen Film-Oscars, in der Jahrhunderthalle statt. Die Fernsehgala wurde in 44 Ländern ausgestrahlt.
Weblinks [Bearbeiten]
- Homepage der Jahrhunderthalle Bochum
- Beschreibung dieses Ankerpunkts als Teil der Route der Industriekultur
- Homepage der Architekten „Petzinka Pink Technologische Architektur“ der Sanierung und Erweiterung der Jahrhunderthalle Bochum zur RuhrTriennale 2003
- Homepage des seit 2005 in der Jahrhunderthalle verliehenen Steiger Award
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bericht über die Ausstellungshalle des Bochumer Vereins auf der Rheinisch-Westfälischen Industrieausstellung Düsseldorf, „Stahl und Eisen“, 15. August 1902, Seite 886ff.
- ↑ geführte Hallenbesichtigung 2009
Besucherzentrum und Ankerpunkte (von West nach Ost): Museum der Deutschen Binnenschifffahrt | Innenhafen Duisburg | LVR-Industriemuseum Oberhausen | Landschaftspark Duisburg-Nord | Gasometer Oberhausen | Aquarius-Wassermuseum | Villa Hügel | Nordsternpark | Welterbe Zeche Zollverein und Kokerei Zollverein | Zeche Ewald | Chemiepark Marl | Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen | Henrichshütte | Jahrhunderthalle Bochum | Umspannwerk Recklinghausen | Deutsches Bergbau-Museum | Zeche Nachtigall | Schiffshebewerk Henrichenburg | DASA | Kokerei Hansa | Zeche Zollern II/IV | Hohenhof | Freilichtmuseum Hagen | Lindenbrauerei Unna | Maximilianpark Hamm
Themenrouten (aufsteigend nach Nummern): 1. Duisburg: Stadt und Hafen | 2. Industrielle Kulturlandschaft Zollverein | 3. Duisburg: Industriekultur am Rhein | 4. Oberhausen: Industrie macht Stadt | 5. Krupp und die Stadt Essen | 6. Dortmund: Dreiklang Kohle, Stahl und Bier | 7. Industriekultur an der Lippe | 8. Erzbahn-Emscherbruch | 9. Industriekultur an Volme und Ennepe | 10. Sole, Dampf und Kohle | 11. Frühe Industrialisierung | 12. Geschichte und Gegenwart der Ruhr | 13. Auf dem Weg zur blauen Emscher | 14. Kanäle und Schifffahrt | 15. Bahnen im Revier | 16. Westfälische Bergbauroute | 17. Rheinische Bergbauroute | 18. Chemie, Glas und Energie | 19. Arbeitersiedlungen | 20. Unternehmervillen | 21. Brot, Korn und Bier | 22. Mythos Ruhrgebiet | 23. Parks und Gärten | 24. Industrienatur | 25. Panoramen und Landmarken | 26. Sakralbauten | per Rad
Jahrhunderthalle Bochum
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| Emscherbruch | Zeche Ewald 1/2/7
51.4813888888897.1986111111111Koordinaten: 51° 28′ 53″ N, 7° 11′ 55″ O