Jakarta

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Jakarta
Jakarta (Indonesien)
Jakarta
Jakarta
Koordinaten 6° 11′ S, 106° 50′ O-6.175106.82861111111Koordinaten: 6° 11′ S, 106° 50′ O
Basisdaten
Staat Indonesien

Geographische Einheit

Java
Hauptstadtdistrikt Jakarta
Höhe 8 m
Fläche 661,5 km²
Metropolregion 7315 km²
Einwohner 9.588.198 (2010[1])
Metropolregion 29.959.545 (2014[2])
Dichte 14.494,2 Ew./km²
Metropolregion 4095,6 Ew./km²
Webseite www.jakarta.go.id
Sonstiges
Gouverneur Basuki Tjahaja Purnama (seit 2014)
Stadtgliederung 5 Stadtbezirke
Telefonvorwahl 021
Postleitzahl 10110–14540, 19110–19130
Kfz-Kennzeichen BVorlage:Infobox Ort/Wartung/Anmerkung
Skyline von Jakarta
Skyline von Jakarta

Jakarta /dʒa-/ (bis zur Rechtschreibreform des Jahres 1972 Djakarta geschrieben) ist die Hauptstadt der Republik Indonesien. Mit 9,58 Millionen Einwohnern (2010)[1] in der eigentlichen Stadt ist sie die größte Stadt Südostasiens und mit etwa 30 Millionen Einwohnern (2014)[3] in der Metropolregion der zweitgrößte Ballungsraum weltweit. Die Hauptstadt hat den Status einer Provinz und wird von einem Gouverneur regiert.

Jakarta ist das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Landes sowie Verkehrsknotenpunkt mit Universitäten, Hochschulen, Theater und Museen. Die Bevölkerung der Stadt ist von vielfältiger Herkunft, so leben in ihr Menschen malaiischer, arabischer, indischer, niederländischer und chinesischer Abstammung.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Zentrum von Jakarta

Die Stadt liegt in der Bucht von Jakarta (indonesisch Teluk Jakarta) an der Nordwestküste der Insel Java an der Mündung des Ciliwung, durchschnittlich acht Meter über dem Meeresspiegel. Das Stadtgebiet ist flach und hat eine Fläche von 661,52 km². Die Umgebung wird landwirtschaftlich genutzt, an günstigen Stellen ist tropischer Regenwald zu finden.

In der Bucht von Jakarta befinden sich die zum Stadtgebiet gehörende Inselgruppe Kepulauan Seribu (dt. „Tausend Inseln“). Die 105 Inseln, 45 km nördlich der Stadt gelegen, haben eine Fläche von 11,8 km². Der dortige Meeresnationalpark dient zur Erholung der Bevölkerung.

Die Metropolregion Jabotabek hat eine Fläche von 7315 km² und umfasst neben der Hauptstadt Jakarta die Städte Bekasi, Bogor, Depok und Tangerang sowie die Regierungsbezirke Bekasi, Bogor und Tangerang.

Geologie[Bearbeiten]

Der geologische Aufbau der Insel Java, auf der Jakarta liegt, ist hauptsächlich durch vulkanisches Material bestimmt. Nur ein geringer Teil der Fläche besteht aus älteren Gesteinen, mehr als zwei Drittel sind von vulkanischen Ablagerungen bedeckt: Aschen, Tuffen und Lava jüngerer und älterer Ausbrüche. Der übrige Teil besteht aus tertiären Sedimenten.

Die Insel liegt an der Stelle des Sundabogens, wo die Zertrümmerung der Erdkruste am intensivsten, der alte Untergrund am meisten zerstört war und heute zum großen Teil unter den Meeresspiegel der Javasee versenkt ist. Auch gegenwärtig sind noch zahlreiche Vulkane aktiv. Ihre Aschen werden weit über das Land verweht und bilden eine stetig wirksame mineralische Düngung. Entweder ist direkter Aschenfall zu verzeichnen, oder die vulkanischen Lockermassen werden durch die Flüsse verfrachtet und abgelagert.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtbezirke
Hochwasser in Nord-Jakarta im Februar 2002
Gambir Station in Zentral-Jakarta

Offiziell hat Jakarta nicht den Status einer Stadt, sondern einer Provinz mit dem besonderen Status der Hauptstadt von Indonesien. Daher regiert anstelle eines Bürgermeisters auch ein Gouverneur.

Die Provinz Jakarta unterteilt sich in die fünf Verwaltungseinheiten (Kota Administrasi): Nordjakarta (Jakarta Utara), Ostjakarta (Jakarta Timur), Südjakarta (Jakarta Selatan), Westjakarta (Jakarta Barat) und Zentraljakarta (Jakarta Pusat) mit je einem Bürgermeister an der Spitze sowie ein Regierungsbezirk (Kabupaten) für die in der Bucht von Jakarta liegende Inselgruppe Kepulauan Seribu mit einem Regenten (Bupati) als Führer.

Die Städte gliedern sich in Distrikte (Kecamatan), Gemeinden (Kelurahan), Wohnviertel (Rukun Warga) und Nachbarschaften (Rukun Tetangga).

Nord-Jakarta[Bearbeiten]

Nord-Jakarta liegt direkt an der Javasee und unterteilt sich in 6979,4 km² Seegebiet und 154,11 km² Landfläche auf einer Länge von 35 km. Im Hafen Tanjung Priok und anderen Industrieansiedlungen arbeiten zahlreiche Menschen. Nord-Jakarta grenzt im Norden an die Javasee, im Osten an Bekasi, im Süden an Ost-, West- und Zentral-Jakarta sowie im Westen an Tangerang. Die sechs Unterbezirke von Nord-Jakarta sind Cilincing, Kelapa Gading, Koja, Pademangan, Penjaringan und Tanjung Priok.

Ost-Jakarta[Bearbeiten]

Mit 187,73 km² hat Ost-Jakarta die größte Landfläche der fünf Stadtteile. Sie unterteilt sich in 95 % Land, der Rest ist mit einer Höhe von 50 Metern über dem Meeresspiegel mit Sumpf oder Reisfeldern bedeckt. Seit der Errichtung von fünf Gewerbegebieten hat Ost-Jakarta an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen. Ost-Jakarta grenzt im Norden an Nord-Jakarta, im Osten an Bekasi, im Süden an Depok und im Westen an Süd-Jakarta sowie Zentral-Jakarta. Die zehn Unterbezirke von Ost-Jakarta sind Cakung, Cipayung, Ciracas, Duren Sawit, Jatinegara, Kramat Jati, Makasar, Pasar Rebo, Matraman und Pulo Gadung.

Süd-Jakarta[Bearbeiten]

Süd-Jakarta hat eine Fläche von 145,73 km². Süd-Jakarta grenzt im Norden an Zentral-Jakarta, im Osten an Ost-Jakarta, im Süden an Depok, im Nordwesten an West-Jakarta und im Westen an Tangerang. Der Stadtteil untergliedert sich in zehn Unterbezirke – Cilandak, Jagakarsa, Kebayoran Baru, Kebayoran Lama, Mampang Prapatan, Pancoran, Pasar Minggu, Pesanggrahan, Setiabudi und Tebet – mit insgesamt 65 Gemeinden.

West-Jakarta[Bearbeiten]

Die Landfläche von West-Jakarta beträgt 127,11 km². Der Stadtteil grenzt im Norden an Nord-Jakarta, im Osten an Zentral-Jakarta, im Süden an Süd-Jakarta und im Westen an Tangerang. West-Jakarta untergliedert sich in acht Unterbezirke – Cengkareng, Grogol Petamburan, Kalideres, Kebon Jeruk, Kembangan, Palmerah, Taman Sari und Tambora – mit insgesamt 56 Gemeinden.

Zentral-Jakarta[Bearbeiten]

Panorama des Zentrums von Jakarta

Zentral-Jakarta ist der kleinste der fünf Stadtteile. Er hat eine Landfläche von 48,17 km², ist von ebener Topografie und grenzt an alle vier anderen Stadtteile an. Er untergliedert sich in acht Unterbezirke – Cempaka Putih, Gambir, Johar Baru, Kemayoran, Menteng, Sawah Besar, Senen und Tanah Abang – mit insgesamt 44 Gemeinden, welche wiederum in 388 Wohnviertel mit 4784 Nachbarschaften aufgeteilt sind.

Klima[Bearbeiten]

Die Stadt befindet sich in der tropischen Klimazone. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 26,2 °C, die jährliche Niederschlagsmenge 1.799 Millimeter im Mittel.

Die durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen betragen in Jakarta zwischen 28,9 und 31,1 °C. Auch die Tagesdurchschnittstemperaturen liegen ganzjährig zwischen 25,6 und 26,7 °C, wobei die höchste Temperatur im Oktober bei 26,7 °C und die niedrigste im Februar bei 25,6 °C im langjährigen Mittel liegt.

Hauptregenzeit ist zwischen Dezember und März. Der meiste Niederschlag fällt im Januar und Februar mit durchschnittlich 300 Millimeter, der wenigste im September mit 29 Millimetern im Mittel. Aufgrund des hohen Niederschlags und der Luftverschmutzung ist es in Jakarta überwiegend dunstig.

Schwere Regenfälle führen während des Monsuns immer wieder zu Überschwemmungen in Jakarta. Anfang Februar 2007 standen dreiviertel der Millionenstadt unter Wasser, Hunderttausende Menschen wurden obdachlos und bis zum 5. Februar wurden 29 Todesopfer gezählt. Damit übertraf das Hochwasser die Flutkatastrophe von 2002, bei der 21 Menschen starben und mehr als 300.000 obdachlos wurden.[4]

Jakarta
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
385
 
30
24
 
 
310
 
30
24
 
 
100
 
32
25
 
 
258
 
33
25
 
 
133
 
33
25
 
 
83
 
31
25
 
 
31
 
32
25
 
 
34
 
32
25
 
 
29
 
33
26
 
 
33
 
33
26
 
 
175
 
31
25
 
 
84
 
32
25
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: [5][6][7]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Jakarta
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 29,9 30,3 31,5 32,5 32,5 31,4 32,3 32,0 33,0 32,7 31,3 32,0 Ø 31,8
Min. Temperatur (°C) 24,2 24,3 25,2 25,1 25,4 24,8 25,1 24,9 25,5 25,5 24,9 24,9 Ø 25
Temperatur (°C) 26,1 26,1 26,7 27,2 27,2 27,0 26,7 26,7 27,2 27,0 26,7 26,4 Ø 26,8
Niederschlag (mm) 384,7 309,8 100,3 257,8 133,4 83,1 30,8 34,2 29,0 33,1 175,0 84,0 Σ 1.655,2
Sonnenstunden (h/d) 6,1 6,5 7,7 8,5 8,7 8,5 9,1 9,5 9,6 9,0 7,7 7,1 Ø 8,2
Regentage (d) 26 20 15 18 13 17 5 24 6 9 22 12 Σ 187
Wassertemperatur (°C) 28 27 28 29 28 28 28 28 27 28 28 27 Ø 27,8
Luftfeuchtigkeit (%) 86 87 85 84 84 83 80 78 77 79 82 84 Ø 82,4
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
29,9
24,2
30,3
24,3
31,5
25,2
32,5
25,1
32,5
25,4
31,4
24,8
32,3
25,1
32,0
24,9
33,0
25,5
32,7
25,5
31,3
24,9
32,0
24,9
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
384,7
309,8
100,3
257,8
133,4
83,1
30,8
34,2
29,0
33,1
175,0
84,0
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [5][6][7]

Geschichte[Bearbeiten]

Erste Besiedlung und Königreich Pajajaran[Bearbeiten]

Das Gebiet des heutigen Jakarta war seit Ende des 12. Jahrhunderts Teil des Hindu-Königreichs Pajajaran, das sich dauerhaft gegenüber dem weite Teile der Malaiischen Halbinsel, Sumatras und Borneos beherrschenden, ebenfalls hinduistischen Königreich Majapahit seine Unabhängigkeit bewahren konnte und sich zu einem hervorragend organisierten und durch den Pfefferhandel blühenden Staatswesen entwickelt hatte. Die Hauptstadt Pakuwan lag in der Nähe des heutigen Bogor, 60 Kilometer südlich von Jakarta.

Ende des 15. Jahrhunderts entstand an der Mündung des Ciliwung der Haupthafen des Pajajaran-Reichs, genannt Sunda Kelapa. Die Portugiesen landeten dort 1522 und errichteten mit dem Einverständnis des Herrschers ein Fort zum Schutz des Hafens für den Gewürzhandel. Der muslimische Prinz Fatahillah aus dem Königreich Demak ließ die Stadt am 22. Juni 1527 durch seine Truppen zerstören und errichtete an gleicher Stelle eine neue Stadt, die in Anspielung an den doppelten Sieg über die Streitkräfte der Portugiesen und des Königreiches Pajajaran den Namen Jayakarta (deutsch: Großer Sieg) erhielt.

Niederländische Kolonialzeit[Bearbeiten]

Karte von Batavia 1681

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts legten immer mehr niederländische Handelsschiffe dort an. 1613 errichtete die Niederländische Ostindien-Kompanie (VOC) vor der Stadt den ersten Handelsplatz, der in den folgenden Jahren zu einem Fort ausgebaut wurde. Am 30. Mai 1619 eroberten und verbrannten Truppen unter Leitung von Generalgouverneur Jan Pieterszoon Coen (1587–1629) Jayakarta. Auf ihren Ruinen gründete Coen die Stadt Batavia, die Sitz der VOC in Asien und Hauptstadt der Kolonie Niederländisch-Indien wurde.[8]

Der Ausbruch des Vulkans Salak am 5. Januar 1699, verbunden mit einem vertikalen und horizontalen Erdbeben, zerstörte viele Gebäude der Stadt. Das Naturereignis löste große Erdbewegungen in der javanischen Küstenregion aus, durch die sich der Lauf des Ciliwung-Flusses änderte, an dem Batavia lag. Die Kanäle der Stadt füllten sich mit Schlamm, wodurch sich die hygienische Situation der Bevölkerung verschlechterte.[9]

Mit der Zeit lockte Batavia immer mehr unternehmungslustige Chinesen an, die sich als Bankiers, Kaufleute, Konstrukteure und Schiffbauer hier niederließen und von denen viele zu Wohlstand kamen. Dies fand mit einem blutigen Pogrom im Jahre 1740 ein abruptes Ende, als Zehntausend Chinesen von den Javanern unter Mitwirkung der niederländischen Kolonialarmee umgebracht wurden.

Von Batavia aus kontrollierten die Niederlande Anfang des 18. Jahrhunderts bereits ganz Java, Teile Sumatras und die Gewürzinseln (Molukken). Allerdings breiteten sich in der rasch wachsenden tropischen Hafenstadt auch Krankheiten und Seuchen aus. Ein Mitreisender auf der Weltumsegelung des britischen Seefahrers James Cook (1728–1779) beschreibt das niederländische Batavia 1770:

„Es gibt in dieser Stadt wenig Straßen, durch welche man nicht einen ziemlich breiten Kanal geführt hätte; und außer diesen wird sie noch von fünf oder sechs Flüssen durchschnitten. Die Straßen sind durchgängig breit, und die Häuser groß; aus beiden Ursachen hat dieser Ort, nach Verhältnis der Zahl von Gebäuden, einen größeren Umfang, als irgend eine andere Stadt in Europa. … Die Kanäle, welche größtenteils ein stillstehendes, sehr verunreinigtes und faules Wasser enthalten, dünsten in der heißen Jahreszeit einen unausstehlichen Gestank aus, und die vielen Bäume hindern den freien Zufluss der Luft, wodurch jene schädlichen Ausdünstungen noch einigermaßen zerstreut werden könnten.
In der nassen Jahreszeit … schwillt das Wasser in diesen unreinen Kanälen dermaßen an, dass es aus seinen Ufern tritt und in den niedrigen Gegenden der Stadt die unteren Stockwerke überschwemmt. Ist es wieder abgelaufen, so findet man da, wo es stand, eine unglaubliche Menge von Schlamm und Kot. … Von hundert Soldaten, die von Europa hierher geschleppt werden, sollen, wie man uns versicherte, am Ende des ersten Jahres kaum noch fünfzig am Leben sein … In ganz Batavia ist uns nicht ein einziger Mensch vorgekommen, der recht frisch und gesund ausgesehen hätte.“
Karte von Batavia 1897

Die Bewohner, die es sich leisten konnten, siedelten sich außerhalb der Stadtmauern weiter im Süden an, wo das neue Batavia entstand. 1778 wurde die Königlich Batavische Gesellschaft der Künste und Wissenschaften in Jakarta gegründet.

Nach der Insolvenz der Ostindien-Kompanie Ende Dezember 1799 übernahm der niederländische Staat die gesamte Kolonie.

Einem britischen Angriff am 28. August 1811 auf die befestigte Stellung Meester Cornelis, heute im Subdistrikt Jatinegara, konnten die Niederländer nicht standhalten. Während der kurzen britischen Herrschaft bis 1816 führte der Forscher Sir Thomas Stamford Raffles (1781–1826) eine Reihe progressiver Reformen durch, gründete den Botanischen Garten in Bogor und erforschte die Geschichte des Landes.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts festigten die Niederlande von Batavia aus ihre ökonomische und politische Macht über den Archipel. Aus klimatischen Gründen wohnten die europäischen Einwohner vermehrt in der aufstrebenden Vorstadt Weltevreden, die nach europäischem Muster geplant war und 1821 auch ein Stadttheater erhielt, das heutige Gedung Kesenian Jakarta. Mit der Eröffnung des Sueskanals am 16. November 1869 verkürzten sich die Transportwege; das Handelsvolumen stieg, und immer mehr Europäer kamen nach Batavia. 1876 wurde ein neuer Hafen in Tanjung Priok gebaut. 1880 hatte Batavia 100.000 Einwohner, bis 1915 verdoppelte sich diese Zahl.

Im Jahre 1926 rief die Kommunistische Partei Indonesiens (PKI) zum revolutionären Befreiungskrieg auf. Die Erhebung scheiterte an der überlegenen niederländischen Kolonialmacht. Ein Jahr später nahm die nach der Zerschlagung der PKI von Achmed Sukarno (1901–1970) gegründete Partai Nasional Indonesia den Kampf gegen die Niederländer auf.

Batavia in den 1930er Jahren

Während des Zweiten Weltkrieges begannen die Streitkräfte des Japanischen Kaiserreichs im Dezember 1941 ihren Angriff auf Indonesien. Am 5. März 1942 besetzten sie Batavia und zwangen am 8. März die Niederländer zur Kapitulation. Am 8. August 1942 wurde Batavia in Jakarta umbenannt.[10] Die über dreihundertjährige Zeit ihrer Kolonialherrschaft war vorüber. Die meisten Einwohner Jakartas begrüßten die Japaner als Befreier vom Joch der Europäer. Die Begeisterung verflog allerdings rasch, als die asiatische Großmacht ein Schreckens- und Willkürregime aufbaute. Die Herrschaft der Japaner endete mit ihrer Kapitulation am 15. August 1945.

Unabhängigkeit[Bearbeiten]

Demonstration von Bauern 2004

Der spätere Präsident Sukarno verkündete in Jakarta 1945 die nationale Philosophie „Pancasila“ und erklärte zusammen mit Mohammad Hatta (1902–1980) am 17. August 1945 die Unabhängigkeit Indonesiens. Die Stadt wurde 1950 Hauptstadt, im ersten Jahr der unabhängigen Republik Indonesien.

Ende der 1940er Jahre überschritt die Stadt die Einwohnerzahl von einer Million, 15 Jahre später waren es schon 4,5 Millionen. Slums breiteten sich aus, gleichzeitig ließ Präsident Sukarno trotz ökonomischer Probleme kolossale Denkmäler, prachtvolle Boulevards und Prestigebauten errichten. Der 1967 an die Macht gekommene Suharto setzte diese Politik überwiegend fort.

Vom 12. bis 14. Mai 1998 kam es in Jakarta und im ganzen Land zu den schwersten Unruhen seit dem angeblichen kommunistischen Putschversuch im Jahre 1965, sie stürzten das Land zum Teil in Chaos und Anarchie. Angehörige der Spezialeinheit KOPASSUS entführten und töteten mehrere Anhänger der Demokratiebewegung in der Stadt und lösten somit die Unruhen aus. Zehntausende Menschen zogen plündernd durch die Straßen, zündeten Häuser und Autos an, zahlreiche chinesische Frauen wurden vergewaltigt. Das „Volunteers Team for Humanity“ dokumentierte 152 Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe, 20 der Opfer starben. Nach Angaben der offiziellen Staatskommission für Menschenrechte Komnas HAM forderten die Unruhen in Jakarta 1.188 Menschenleben und 101 Verletzte. Nur ein kleiner Teil der Opfer gehörte zur chinesischen Minderheit. Die meisten Toten waren Plünderer, die in den brennenden Gebäuden eingeschlossen wurden. Am 21. Mai 1998 trat Suharto als Präsident des Landes zurück.[11]

In den folgenden Jahren kam es zu mehreren Bombenanschlägen in der indonesischen Hauptstadt. Eine Bombenexplosion vor der Residenz des philippinischen Botschafters am 1. August 2000 forderte zwei Tote und 23 Verletzte, darunter auch der Diplomat. Am 13. September 2000 detonierte in einer Tiefgarage der Börse in Jakarta eine Autobombe und löste einen Brand aus. 15 Menschen wurden getötet und 27 verletzt. Die Polizei nimmt an, dass die Täter aus dem Umfeld von Suharto kommen und der Anschlag das Ziel hatte, das Korruptionsverfahren gegen den früheren Präsidenten zu stören. Da sich in dem Gebäude ein Büro der Weltbank befand, wird aber auch internationaler Terrorismus nicht ausgeschlossen.

Bei einem Sprengstoffanschlag auf das JW Marriott Hotel am 5. August 2003 starben zwölf Menschen. Es gab ungefähr 150 Verletzte. Die Polizei vermutet einen Selbstmordattentäter der Islamistengruppe Jemaah Islamiyah hinter dem Anschlag. Mehrere Verdächtige wurden nur Tage später festgenommen. Die australische Botschaft war ein Jahr später, am 9. September 2004, Schauplatz eines Terroranschlages, bei dem insgesamt elf Menschen ihr Leben verloren, den Selbstmordattentäter mitgerechnet, und 168 Menschen verletzt wurden. Auch hier war nach verschiedenen Angaben die Gruppe Jemaah Islamiyah verantwortlich.[12]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Slums in Jakarta
Leben im Armenviertel

Die Einwohnerzahl Jakartas ist von etwa 600.000 im Jahr 1945 auf 9,6 Millionen im Jahr 2010 angewachsen. Dieser drastische Bevölkerungszuwachs hat in Teilen der Stadt zu Überbevölkerung, Arbeitslosigkeit, Kriminalität, einer Zunahme des Verkehrs und hoher Umweltverschmutzung geführt.

Um ein weiteres Ansteigen der Einwohnerzahl zu verhindern, haben die Verantwortlichen der Stadtverwaltung im Jahre 1970 eine Zuzugsbeschränkung erlassen, gemäß der nur noch Personen mit Arbeitsstelle nach Jakarta ziehen dürfen. Auch durch die eng gezogenen Stadtgrenzen ist die Bevölkerungszunahme inzwischen deutlich abgeschwächt, diese findet überwiegend in den unzähligen Vororten statt, die inzwischen 18,4 Millionen Einwohner aufweisen. In der Metropolregion Jakarta lebten 2010 insgesamt 28,0 Millionen Menschen.

Stadtplaner gehen davon aus, dass bis 2016 eine neue Riesenstadt Jabotabek mit 32 Millionen Menschen entstanden sein wird.[13] Jabotabek ist aus den Anfangsbuchstaben der Städte Jakarta, Bogor, Tangerang und Bekasi zusammengesetzt, die dann in etwa die Grenzen der neuen Metropole bilden werden.

Die Hälfte des Bevölkerungszuwachses ist auf die Zuwanderung von Landbewohnern zurückzuführen, denen die Chancen auf einen Arbeitsplatz, eine Ausbildung oder ein wenig Wohlstand hier größer scheinen als daheim. Die große Anziehungskraft der Hauptstadtregion verlockt vor allem junge Menschen dazu, aus dem monotonen Alltagsleben eines javanischen Dorfes auszubrechen. Der Erfolg ist eher bescheiden. Viele wohnen in den Slums am Rande der Stadt. Monotone Neubaugebiete sind bisher noch selten. Stattdessen wurden Hunderttausende von kleinen Billighäusern errichtet, die sich in die traditionellen „Kampung“, dorfähnliche Stadtteile, Jakartas einfügen.

In Jakarta leben Menschen verschiedenster Herkunft. Den Großteil der Bevölkerung machen jedoch Sundanesen und Javaner aus. In Jakarta gibt es auch eine größere chinesische Minderheit. Die Bevölkerung von Jakarta setzt sich wie folgt zusammen: Javaner (2,9 Millionen), Betawi (2,3 Millionen), Sundanesen (1,2 Millionen), sowie Minderheiten von Arabern, Indern, Europäern (Niederländer) und Chinesen.

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand der Stadt. Bis 1959 handelt es sich meist um Schätzungen, von 1961 bis 2010 um Volkszählungsergebnisse.

Sonnenuntergang
Einwohnerentwicklung von Jakarta
Jahr Einwohner
1870 65.000
1875 99.100
1880 102.900
1883 97.000
1886 100.500
1890 105.100
1895 114.600
1901 115.900
1905 138.600
1918 234.700
1920 253.800
1925 290.400
Jahr/Datum Einwohner
1928 311.000
1930 435.184
1940 533.000
1945 600.000
1950 1.733.600
1959 2.814.000
31. Oktober 1961 2.906.533
24. September 1971 4.546.492
31. Oktober 1980 6.503.449
31. Oktober 1990 8.259.639
30. Juni 2000 8.384.853
30. April 2010 9.588.198

Politik[Bearbeiten]

Stadtregierung[Bearbeiten]

Rathaus in Nord-Jakarta

Seit 2014 ist Basuki Tjahaja Purnama Gouverneur des Hauptstadtdistrikts DKI (Daerah Khusus Ibukota) Jakarta.

Die folgenden Gouverneure (bis 1960 Bürgermeister) haben Jakarta bisher regiert:

Name von bis
Suwiryo 1945 1947
Daan Jahja 1948 1950
Suwiryo 1951 1951
Syamsurijal 1951 1953
Sudiro 1953 1960
Soemarno 1960 1964
Henk Ngantung 1964 1965
Soemarno 1965 1966
Name von bis
Ali Sadikin 1966 1977
Tjokropranolo 1977 1982
Soeprapto 1982 1987
Wiyogo Atmodarminto 1987 1992
Soerjadi Soedirdja 1992 1997
Jenderal Sutiyoso 1998 2007
Fauzi Bowo 2007 2012
Joko „Jokowi“ Widodo 2012 2014
Basuki Tjahaja Purnama 2014

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Jakarta unterhält mit den folgenden Städten Partnerschaften:

Regionenpartnerschaften[Bearbeiten]

Jakarta unterhält mit den folgenden Regionen Partnerschaften:

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

86 Prozent der Einwohner Jakartas sind Muslime. Praktisch alle gehören der sunnitischen Richtung an. Es gibt in Jakarta insgesamt nur einige hundert Schiiten. Viele Bewohner praktizieren eine synkretische Form des Islam. Anhänger dieser Form nennen sich selbst Abangan.

Zehn Prozent der Bewohner sind Christen: 6,5 Prozent gehören der evangelischen Kirche und 3,5 Prozent der römisch-katholischen Kirche an. Die christliche Kirche in Jakarta ist jung, da das Christentum erst im 17. Jahrhundert (durch niederländische und portugiesische Missionare) Fuß fasste.

Weitere vier Prozent der Einwohner sind Hindus und Buddhisten (letztere meist Angehörige der chinesischen Minderheit).

Musik, Tanz und Theater[Bearbeiten]

Straßenszene mit einem odong-odong

Die traditionelle und für Jakarta typische Kultur entwickelte sich unter den Betawis, einer heute homogenen Volksgruppe aus ehemaligen Händlern und Arbeitern, die während der Kolonialzeit aus Europa, China, Indien und anderen Ländern Südostasiens einwanderten. Die ab dem 18. Jahrhundert entstandenen kulturellen Ausdrucksformen unterscheiden sich von der pribumi-Kultur der alteingesessenen Javaner und Sundanesen. Zur darstellenden Betawi-Kunst, die in den Vororten anlässlich von jahreszeitlichen öffentlichen Festen und privaten Feiern sowie im Stadtzentrum gelegentlich bei Kulturveranstaltungen gepflegt wird, zählen die Musikgattung Gambang Kromong, die auch zur Begleitung des Tanzstils Ciokek und der Operette Lenong verwendet wird. Die Tanjidor-Marschmusik zeigt deutlich ihren europäischen Ursprung.

Der einzige aus niederländischer Kolonialzeit erhaltene Theater- und Veranstaltungsbau (Gedung Kesenian) stammt aus dem Jahre 1821 und wird noch heute als Theater für Konzert- und Ballettaufführungen genutzt. Er liegt unweit des Unabhängigkeitsplatzes (Merdekaplatz) in nordöstlicher Richtung.

Im Ria Loka wird das Kabarett Srimulat mit komischen Einlagen und Liedern aufgeführt. Ketoprak, javanisches Volkstheater, begleitet von Gamelan-Musik, das seine Themen aus Volkslegenden und Märchen bezieht, wird im Bharata Theatre, nicht weit vom Pasar Senen, geboten. Auf dieser Bühne finden auch Wayang Orang-Aufführungen (= Wayang Wong) statt, die auf dem Ramayana oder dem Mahabharata basieren. Wayang Wong und Ketoprak werden ebenso monatlich im Taman Mini, Ancol Dreamland und Gedung Kesenian aufgeführt.

Museen[Bearbeiten]

Museum Nasional Indonesia
Museum der Geschichte Indonesiens im Monumen Nasional (Monas)

Rings um den alten Rathausplatz (Taman Fatahillah) wurden mit Unterstützung der UNESCO mehrere Kolonialgebäude restauriert. Im Zentrum steht das „Jakarta-Museum“, das in einem der ältesten erhaltenen Gebäude untergebracht ist. Im Jahre 1710 erbaut, diente es als „Stadthuys“ (Rathaus) der Verwaltung, später wurde es militärisches Hauptquartier und bis zum Zweiten Weltkrieg Sitz der Verwaltung West-Javas. Seit 1974 ist dort ein historisches Museum untergebracht. Es beherbergt eine Sammlung von Waffen, Möbeln, alten Landkarten und anderen Relikten der Kolonialzeit.

Das „Wayang-Museum“ befindet sich an der Westseite des Platzes. Das traditionelle Puppentheater ist in ganz Südostasien verbreitet. Stabpuppen und Schattenspielfiguren sowie die dazugehörigen Instrumente und andere Gegenstände, die für eine Aufführung gebraucht werden, sind dort ausgestellt.

Das „Museum für Kunst und Malerei & Museum für Keramik“ (Balai Seni Rupa) beherbergt eine Sammlung indonesischer Malerei und Keramik. In dem 1870 errichteten Gebäude des früheren Justizpalastes an der Ostseite des Platzes findet man Bilder bekannter indonesischer Maler. Interessant ist auch die Keramikabteilung. Auf der Nordseite des Platzes gegenüber dem Rathaus steht die alte portugiesische Kanone „Si Jagur“, ein Fruchtbarkeitssymbol.

Westlich des Unabhängigkeitsplatzes liegt das Nationalmuseum (Museum Pusat) oder Gedung Gajah (Elefantengebäude), so genannt wegen des dort stehenden, vom thailändischen König Chulalongkorn (1853–1910) im Jahre 1871 als Geschenk überreichten Bronze-Elefanten. Es ist eines der größten und am besten ausgestatteten Museen in Südostasien. Bereits im Jahre 1868 wurde es von den Niederländern gegründet. Die Sammlung informiert ausführlich über die Vulkane und Inseln, Völker und ihre Bräuche, traditionelle Kunst und Kunstgewerbe auf allen Inseln des Archipels.

Das Nationalmuseum beherbergt eine beeindruckende Sammlung hinduistischer Kunstwerke aus Java wie auch von Porzellan der Han-, Tang- und Mingzeit. In der prähistorischen Abteilung sind Reste des Java-Menschen (= Homo erectus), zahlreiche Kultgegenstände, Steininschriften und hinduistische sowie buddhistische Statuen ausgestellt. In der Keramikabteilung sind rund 2000 Jahre alte Tonwaren und Porzellan, überwiegend aus China zu sehen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Gebäude am Großen Kanal[Bearbeiten]

Kanal in Jakarta

Vom Rathausplatz ist es nicht weit bis zum „Großen Kanal“ (Kali Besar). Dort befinden sich zahlreiche Handelskontore, Geschäftshäuser und Warenlager aus der Kolonialzeit. Von Anfang des 18. Jahrhunderts stammen die beiden Häuser an der westlichen Kanalseite, das Eckhaus der „Chartered Bank“ und das Haus „Toko Merah“, heute: PT. Dharma Niaga. Dort liegen auch zwei Gebäude, die von deutschen Auswanderern errichtet worden sind, die Häuser „Imhoff“ und „Wurmb“.

Das Haus des aus Deutschland stammenden Generalgouverneurs Gustav Wilhelm von Imhoff (1705–1750) aus Leer in Ostfriesland ist ein langgestreckter roter Ziegelbau, „Toko Merah“ genannt. Es wird gegenwärtig als Bürogebäude genutzt, kann aber besichtigt werden. Sehenswert ist die große Halle mit den doppelten Treppen. Das originale Mobiliar ist zum Teil im Rathaus der Stadt aufgestellt. Der Grabstein Imhoffs wird im „Wayang-Museum“ gezeigt, das am „Taman Fatahillah“ anstelle der baufällig gewordenen alten Kirche errichtet wurde.

Das Haus von Baron Friedrich von Wurmb (1742–1781) aus Thüringen, dem Friedrich Schiller (1759–1805) seine Kurzgeschichte „Eine großmütige Handlung“ gewidmet hat, liegt zwei Gebäude vom „Imhoff-Haus“ entfernt. Vor dem Eingang stehen zwei Löwenskulpturen. Eine renovierungsbedürftige, großzügige, im Stil des Klassizismus errichtete Eingangshalle lässt die ehemalige Pracht erahnen. Friedrich von Wurmb war einer der Begründer der Batavischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft. Seine Sammlungen bilden die Grundlage des heutigen Nationalmuseums und der Nationalbibliothek.

In nördliche Richtung steht die restaurierte letzte über 200 Jahre alte Zugbrücke „Hoenderpasarbrug“ (Hühnermarktbrücke). An der Mündung des Kanals steht der erst 1839 erbaute Aussichtsturm, von dem aus der Hafenmeister die eintreffenden Schiffe sichtete. Er ist auf den Mauern der Befestigungsanlage „Bastion Culemborg“ aus dem Jahre 1645 errichtet.

Unabhängigkeitsplatz[Bearbeiten]

Nationaldenkmal (Monas)
Präsidentenpalast

Anfang des 19. Jahrhunderts waren die meisten Verwaltungsgebäude aus der verseuchten Altstadt in das neue Batavia rings um den Koningsplein umgesiedelt worden. Heute überragt den etwa ein Quadratkilometer großen Unabhängigkeitsplatz (Merdekaplatz) in der Mitte unübersehbar das 132 Meter hohe Prunkstück der Denkmalkunst Sukarnos, das Nationaldenkmal (Monas) mit seiner Flamme, die mit 35 Kilogramm Gold überzogen ist. Die Aussichtsplattform befindet sich in 115 Meter Höhe.

Die Ostseite des Platzes wird vom 1993 renovierten, zweistöckigen „Gambir-Bahnhof“ dominiert. Gegenüber liegt die „Emmanuel-Kirche“, ein runder Kuppelbau mit einem Eingangstor, das von einem dorischen Tempel stammen könnte. 1839 wurde die nach König Willem I. (1772–1843) benannte „Willemskerk“ als erste gemeinsame Kirche von Lutheranern und Reformierten eröffnet.

Hinter der Brücke, an der Pejambon, steht das Unabhängigkeitsgebäude (Gedung Pancasila), das um 1830 als Residenz des Militärbefehlshabers im Stil des Klassizismus erbaut wurde. Seit 1918 residierte dort der „Volksraad“, dessen Mitglieder überwiegend aus der weißen Kolonialbevölkerung stammten und nur geringe politische Machtbefugnisse hatten. 1945 arbeitete dort ein von den Japanern eingesetztes Komitee (BPUPKI, später PPKI) unter Leitung von Sukarno die neue Verfassung aus. Am 1. Juni 1945 erläuterte Sukarno von dem Gebäude aus die Pancasila-Staatsphilosophie.

In nordöstlicher Richtung steht das Finanzministerium, mit dessen Bau 1809 unter Herman Daendels, Generalgouverneur von 1807 bis 1811, begonnen worden war. Er wollte mit straffer Hand das korrumpierte Kolonialsystem reorganisieren und das alte verseuchte Batavia erneuern. Der Krieg mit Großbritannien und seine Versetzung beendeten diese Aktivitäten. Nördlich vom Ministerium befindet sich der Oberste Gerichtshof (Mahkamah Agung), der seit 1848 in diesem neoklassizistischen Gebäude tagt.

Im Westen befindet sich die katholische Kathedrale, im Jahre 1900 im neogotischen Stil mit einigen indonesischen Einflüssen erbaut. Die 77 Meter hohen Türme wurden aus Teakholz errichtet, denn die frühere Kathedrale aus dem Jahre 1833 war 1880 unter dem Gewicht der Türme zusammengebrochen.

Die Istiqlal-Moschee aus weißem Marmor und deutschem Stahl bietet Platz für 120.000 Gläubige. Der riesige, moderne Kuppelbau befindet sich zwischen Medan Merdeka und Lapangan Banteng. Die Moschee, entworfen von dem katholischen Architekten Silaban, wurde 1961 unter Sukarno fertiggestellt. Mit diesem Bauwerk verfügt Jakarta nach Istanbul (Sultan-Ahmet-Moschee) über die zweitgrößte Moschee der Welt.

Weiter westlich steht der Präsidentenpalast (Istana Merdeka). Der Bau war seit 1879 offizielle Residenz des niederländischen Gouverneurs, der jedoch das kühle Klima von Buitenzorg (Bogor) bevorzugte.

Chinatown[Bearbeiten]

Straßenszene

Südlich vom Kota- oder Hauptbahnhof, in der Jl. Pangeran Jayakarta 1, steht die älteste Kirche der Stadt, „Gereja Sion“, zwischen 1693 und 1695 erbaut. Die so genannte „Portugiesische Kirche außerhalb der Stadtmauer“ wurde von Nachkommen der ersten portugiesischen Eroberer, ihren einheimischen Verbündeten und Sklaven genutzt, die von den Niederländern in Indien und Malaya gefangen genommen und dorthin verschleppt worden waren. Schöne Barockschnitzereien zieren den Altar, die Orgel und die Bänke. Eine Tafel in niederländischer Sprache erinnert an die Eröffnung der Kirche am 19. Oktober 1695.

Weiter im Süden liegt das alte Chinesenviertel „Glodok“. Die typische chinesische Atmosphäre mit den zur Straße offenen Läden, Restaurants und Werkstätten geht durch zahlreiche einförmige Neubauten wie moderne Einkaufszentren, Banken und Wohnblocks im Einheitsbetonstil immer mehr verloren. Auch ist bei den Unruhen im Jahre 1998 dort viel zerstört worden.

In der Jl. Petak Sembilan steht der bedeutendste chinesische Tempel der Stadt, „Jin De Yuan“ (auch Kim Tek I oder Wihara Bhakti genannt), der bereits 1650 vom chinesischen Leutnant Guo Xun Guan zu Ehren der Göttin der Barmherzigkeit errichtet wurde. Das Dach des Haupttempels ist mit Nagaschlangen und anderen Porzellanfiguren verziert, im Inneren stehen buddhistische und taoistische Figuren. Aus dem 17. Jahrhundert stammt die Figur des „Herrschers über die drei Welten“ (San Yuan) über dem Haupteingang. Zu chinesischen Feiertagen, beispielsweise zum „Fest der hungrigen Geister“ oder zum chinesischen Neujahr, versammelt sich die chinesische Gemeinde im Tempel.

Weitere Bauwerke[Bearbeiten]

Springbrunnen
Statue vor Hochhauskulisse

Am Ende der Jl. Pantai Sanur steht einer der ältesten chinesischen Tempel, der „Ba Do Gong Miao“ (Klenteng Ancol). Er wurde vermutlich auf Befehl des chinesischen Eunuchen-Admirals Zheng He und des Admirals Wang Zhu Cheng errichtet, die von 1405 bis 1430 siebenmal mit ihrer Flotte im Auftrag des Ming-Kaisers Zhu Di (1360–1424) den Archipel besuchten. Zheng He wird als der Heilige Sampo Kong in einem Tempel in Semarang (Zentral-Java) verehrt. Im Hauptbau des Klenteng Ancol stehen die Statuen der beiden Admiräle. Hinter dem Hauptgebäude befinden sich mehrere alte Gräber.

Die Villa des bekannten javanischen Malers Raden Saleh (1811–1880) befindet sich in der Nähe des Bahnhofs „Cikini“. Er verbrachte von 1839 an vier Jahre seines Lebens in Dresden und war bis 1852 ein gern gesehener Gast auf den Schlössern von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha (1818–1893). Nach der Heimkehr nach Java ließ er seine Residenz in Erinnerung an Schloss Callenberg bei Coburg errichten. Sie wird heute als Verwaltungsgebäude des Cikini-Krankenhauses genutzt und ist öffentlich zugänglich.

In der Jl. Hayam Wuruk neben der Bali Bank, steht eine Moschee aus dem Jahre 1786, die „Mesjid Kebon Jeruk“. Sie wurde von dem Muslim-Chinesen Chan Tsin Whu erbaut. Nach dem Pogrom von 1740 versuchten viele Chinesen der Verfolgung zu entrinnen, indem sie zum Islam übertraten. Diese Orang Cina Peranakan mussten sich von der chinesischen Gesellschaft lossagen und hatten zeitweise sogar ihre eigenen Führer (Kapten). Zu dem Moscheekomplex gehören kunstvolle Gräber, unter anderem das Grab der Atimah Whu, Ehefrau des Erbauers. Die Grabsteine sind sowohl im chinesischen als auch im arabischen Stil verziert.

Am 16. April 2004 war Grundsteinlegung des Jakarta Tower. Der 558 Meter hohe Turm sollte bereits 2009 fertig gestellt sein und zu dem damaligen Zeitpunkt den CN Tower in Toronto als höchsten Fernseh- und Rundfunksendeturm ablösen. Diesen Titel wird der Jakarta Tower nicht mehr erreichen, da die Fertigstellung noch ungewiss ist und weil im Mai 2012 der Tokyo Sky Tree mit 634 Metern Höhe eingeweiht wurde.

Bemerkenswert ist auch der 395 Meter hohe Indosiar-Sendemast Jakarta.

Nahe Jakarta befindet sich der weltweit größte noch existierende Hafen für Lastensegelschiffe, Sunda Kelapa. Diese Lastensegelschiffe bereisen die komplette malaiische Inselwelt und das südchinesische Meer.

Sonnenuntergang in Downtown

Parks[Bearbeiten]

Themenpark „Taman Mini Indonesia Indah“
Seerosenteich im Botanischen Garten in Bogor

„Taman Impian Jaya Ancol“ ist mit 137 Hektar Fläche Südostasiens größter Vergnügungspark mit Kunstmarkt, Freilicht-Theater, Schwimmbad, Bowlingbahn, Golfplatz und einem Aquarium. In Ancol befindet sich auch die 1985 eröffnete Fantasiewelt „Dunia Fantasi“, eine indonesische Mischung aus Disneyland und Rummelplatz im Baustil verschiedener Epochen und Kontinente.

Weiter Richtung Strand liegt die Marina. Von diesem Yachthafen aus fahren Boote nach Kepulauan Seribu, dem Archipel der „Tausend Inseln“ in der Bucht von Jakarta. Die 105 Inseln, 45 Kilometer nördlich von Jakarta gelegen, haben eine Fläche von 11,8 Quadratkilometer. Im dortigen Marine-Nationalpark befinden sich verschiedene Restaurants, Hotels, Bungalowanlagen und an der Lagune ein Bootsverleih. Im Delfinarium werden täglich Shows mit Seelöwen, Delphinen und anderen Tieren gezeigt.

Im rund 100 Hektar großen Themenpark „Taman Mini Indonesia Indah“ im Südosten der Stadt wurde die Republik Indonesien im Miniformat nachgebaut, wobei alle Provinzen des Landes durch jeweils maßstabsgerechte Gebäude im traditionellen Baustil und Kunsthandwerk vertreten sind. Dort befinden sich neben modernsten Museen für Energie, Naturkunde und Technik auch ethnologische wie das Museum Indonesia. Eine Multivisionsschau „Indonesien“ ist zu betrachten; ein modernes Theater wurde im Jahre 1997 eingeweiht.

Der Botanische Garten in Bogor, der Kebun Raya in der Nähe von Jakarta, ist Sitz vieler internationaler Forschungsinstitute. Er wurde am 18. Mai 1817 von Caspar Georg Carl Reinwardt (1773–1854) aus Lüttringhausen gegründet und enthält heute eine Sammlung von über 3.000 Pflanzenarten, darunter unter anderem über 200 Palmenarten und 883 Orchideenarten. Berühmt ist die Titanenwurz (Amorphophallus titanum), ein Aronstabgewächs mit einem über zwei Meter hohen Blütenstand. Der Botanische Garten ist ein beliebtes und lohnendes Ausflugsziel in einer ruhigen und angenehmen Umgebung.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

Tempeh auf einem Markt in Jakarta

In den Restaurants der indonesischen Hauptstadt findet man sowohl nationale als auch internationale Küche vor. Zu den vielen einheimischen Gerichten zählen Reissuppe (Soto, Sop), verschiedene Nudelgerichte sowie Sate, über einem kleinen tragbaren Rost gegrillte Hühnerfleischspieße, die mit Erdnusssauce gegessen werden. Schmackhaft sind auch Krupuk, in Öl gebackene Cracker aus Tapioka-Mehl und gemahlenen Krabben oder Fisch, Tahu und Tempeh Goreng, in Fett ausgebackene Würfel aus Sojabohnenquark beziehungsweise gepressten Sojabohnen. Lokale Besonderheiten sind auch die gefüllte Ente Bebek „Betutu“ und der leicht marinierte Bratfisch „Ikan Acar Kuning“. Die in einem Bananenblatt gedämpften Fischgerichte (Pepes Ikan) sind eine weitere lokale Spezialität. Tahu und Tempeh (eine Art Soja-Frikadelle) werden gern zu Spinat oder Sellerie gekocht.

Scharf gewürzt werden der gebratene Reis (Nasi Goreng) und die gebratenen Nudeln (Mie Goreng). Süßlich hingegen wird die Erdnusssauce zu den diversen gegrillten Sate-Fleischspießchen zubereitet. Ein besonders zartes Aroma erhalten diese, wenn die Spieße aus Zitronengras bestehen. Beim „Gado Gado“ wird die gesüßte Erdnusssoße in lauwarmer Form über den Gemüsesalat gegossen.

Neben den stationären Restaurants findet man überall in der Stadt auch Straßenverkäufer (Kaki Lima = „fünf Fuß“ = Normbreite des Bürgersteiges), die Suppen mit kleinen Fleischbällchen oder andere der vorgenannten Spezialitäten anbieten und direkt vor Ort frisch zubereiten.

Neben diesen lokalen Spezialitäten findet man natürlich auch alle anderen Arten von Restaurants, insbesondere auch die westlichen Schnell-Restaurant-Ketten.

Handel[Bearbeiten]

Einkaufszentrum

In Jakarta gibt es zahlreiche Märkte sowie viele große Kaufhäuser und Einkaufszentren. Zu den größeren Märkten der Stadt gehören der Fischmarkt „Kali Baru“ und der „Bird’s Market“ (Pasar Burung) südlich der Jl. Pramuka, am Beginn der Stadtautobahn. Auf dem „Pasar Seni Ancol“, ein großer Kunstgewerbemarkt im Vergnügungspark Ancol, wird Kunsthandwerk wie Schnitzereien, Bilder, Flecht- und Webarbeiten produziert und verkauft. Eine Kunstausstellung befindet sich im angrenzenden zweistöckigen Gebäude.

Lebensmittel, Luxusartikel und anderes bieten die Einkaufszentren Grand Indonesia, Plaza Indonesia, das F-x, Plaza Senayan, Hayam Wuruk, Gajah Mada Plaza, Pasar Senen und Ratu Plaza in der Jl. Jen. Sudirman sowie Blok M in Kebayoran Baru. Die größten Einkaufszentren sind die Pondok Indah Mall (PIM) im Süden, Kelapa Gading und Mangga Dua im Norden sowie Taman Anggrek im Osten der Stadt. Supermärkte, die auch dem europäischen Standard entsprechen, gibt es mittlerweile in allen Teilen Jakartas.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Wirtschaft und Umwelt[Bearbeiten]

Geschäftsstraße

Wichtigste Sektoren der Wirtschaft Jakartas sind die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie, Textil- und Lederindustrie sowie die Tabakverarbeitung. Zunehmend gewinnen arbeitsintensive, exportorientierte Industrien wie Textil-, Spielzeug- und Schuhherstellung an Bedeutung.

Typisch für diese Sektoren sind die rein privatwirtschaftlichen, oft auch multinationalen Unternehmen, während in der Zement- und Düngemittelindustrie, der Petrochemie und der Metallurgie größtenteils Staatsbetriebe oder Joint Ventures mit Staatsbeteiligung vorherrschen. Eine Öffnung weg von den vielfach unrentabel arbeitenden Staatsbetrieben und zu mehr Deregulierung und Privatisierung zeichnet sich ab.

Jakarta ist auch das Bankenzentrum des Landes. Die Indonesia Stock Exchange genauso wie die größten Banken (Bank Bukopin, Bank Central Asia, Bank Internasional Indonesia, Bank Mandiri und Bank Rakyat Indonesia) haben hier ihren Sitz.

Insgesamt ist die wirtschaftliche Entwicklung Jakartas seit 1967 positiv verlaufen. Bei allen Negativerscheinungen wie städtischer Armut, Arbeitslosigkeit, unzureichender Infrastruktur und Umweltverschmutzung ist es gelungen, den Lebensstandard der Bevölkerung zu heben. 1997 bis 2000 wurde Jakartas Wirtschaft von der innenpolitischen und weltwirtschaftlichen Krise stark beeinträchtigt. Fabrikschließungen waren an der Tagesordnung, die Arbeitslosigkeit stieg enorm an und die Exporterlöse nahmen stark ab. Erst seit 2001 ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wieder angestiegen.

In der Industrie, die sich in der Metropolregion Jakarta konzentriert, bestehen nur unzureichende Entsorgungs- und Reinigungskapazitäten für Abwasser, Abgas und Abfälle. Zu den Infektionserkrankungen wie Cholera, Diarrhöe und Typhus, die durch unzureichende hygienische Bedingungen verbreitet werden, kommen so Atemwegs- und Hauterkrankungen aufgrund der giftigen Emissionen der zahlreichen Industriebetriebe und des Autoverkehrs. Besondere Probleme ergeben sich aus der oft direkten Nachbarschaft ärmerer Wohngebiete und der Industrie. Die Bevölkerung kann nicht ausreichend mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.[27] Von den ungeklärten Industrie-Abwässern der Hauptstadt sind im Mündungsgebiet des Citarum-Flusses direkt 500.000 Menschen und indirekt rund 5 Mio. Menschen betroffen. Wasser und Boden sind mit sehr hohen Anteilen von Blei, Cadmium, Chrom und Pestiziden verseucht, so dass das Blacksmith Institute den Fluss 2013 in seine Liste der „Top 10 der am stärksten verseuchten Orte der Welt“ aufgenommen hat. Seitdem versucht die indonesische Regierung mit Hilfe von Kreditmitteln der asiatischen Entwicklungsbank Abhilfe zu schaffen.[28]

Verkehr[Bearbeiten]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Flughafen von Jakarta
Der alte Hafen

Jakarta ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt mit Flug- und Eisenbahnlinien, Hafen, Autobahnen sowie Überland-Busterminals. Auf dem internationalen Flughafen Soekarno-Hatta in Cengkareng, 23 Kilometer westlich von Jakarta, werden alle internationalen und nationalen Flüge abgefertigt. Er ist vom Zentrum Jakartas über eine Schnellstraße zu erreichen.

Das im Ballungsraum Jakarta (Region Jabotabek – Jakarta, Bogor, Tangeran und Bekasi) vorhandene Regionalbahnnetz besteht aus mehreren Linien mit circa 125 Kilometer Gesamtlänge. Die von den Nah- und Fernverkehrszügen genutzten Streckenabschnitte sind teilweise elektrifiziert.

Die Züge sind in der Hauptverkehrszeit oftmals stark überbesetzt, wenn die erforderliche Fahrzeugkapazität durch Ausfälle bedingt nicht durch den Betreiber gestellt werden kann. Tragische Unfälle sind keine Seltenheit. Vom Kota- oder Gambir-Bahnhof in Jakarta gibt es Zugverbindungen nach Zentral- und Ostjava.

Jakarta hat mehrere Seehäfen, unter anderem den auch touristisch interessanten Alten Hafen namens Kelapa Sunda, in dem hölzerne Frachter aus dem gesamten Archipel ihre Waren umschlagen, und den modernen Hafen Tanjung Priok, in dem die Pelni-Schiffe Passagier- und RoRo-Verbindungen zu den wichtigsten Seehäfen Indonesiens herstellen. Daneben gibt es westlich von Kelapa Sunda noch einen größeren Fischereihafen.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Die Straßen in Jakarta sind in teilweise schlechtem Zustand und in der Stadt existiert kein leistungsfähiges öffentliches Verkehrssystem mit hoher Kapazität, wie eine U-Bahn, Stadtbahn oder Straßenbahn, das die Straße entlasten würde. 2004 wurde ein Einschienenbahn-System von 27 Kilometern Länge in die Diskussion gebracht. Der öffentliche Nahverkehr wird (abgesehen von den wenigen Regionalbahnen, die zum Teil als Hochbahn verkehren) von dieselgetriebenen Omnibussen bewältigt, die sich die Fahrspuren mit dem Individualverkehr teilen.

TransJakarta-Wendestelle Stasiun Kota
Taxis

Ende des Jahres 2004 wurde zusätzlich als separates Bussystem der „TransJakarta“ mit bisher sieben zentralen Linien eingeführt. Für dieses „Metrobus“-System wurde (außer in Kreuzungsbereichen) jeweils eine Fahrspur baulich abgetrennt und feste Haltestationen eingerichtet. Die klimatisierten Busse sind so konzipiert, dass Ein- und Ausstiege nur an den vorgesehenen Haltestellen möglich sind. Die Einstiege befinden sich in über einem Meter Höhe.[29]

Durch die starke Belastung der Straßen mit Autos und Mopeds kommt es zum täglichen Stau, der nicht nur die Fortbewegung erschwert und zu erhöhter Luftverschmutzung durch Abgase führt, sondern auch andere Probleme verschärft: so kann in der Hauptstadt der Müll schon deshalb nicht effizient entsorgt werden, weil die Müllfahrzeuge die meiste Zeit im Stau stehen.

Die kleineren Busse lassen ihre Fahrgäste an Fahrbahnrändern aber auch in der Mitte der Fahrbahn ein- und aussteigen.

Die erste Pferdestraßenbahn in Jakarta eröffnete 1869 ihren Betrieb und die erste Dampfstraßenbahn 1881. Ab 10. April 1899 wurde das Straßenbahnnetz elektrifiziert und der Verkehr im Jahre 1962 eingestellt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Nutzung der zahlreichen vorhandenen Taxis.

Gehwege fehlen beziehungsweise sind in einem sehr schlechten Zustand. Fußgängerüberwege sind so gut wie nicht vorhanden. Die vorhandenen Fußgängerbrücken sind für Bettler, Kleinhändler und Taschendiebe beliebte Treffpunkte.

Medien[Bearbeiten]

Mal Pondok Indah in Süd-Jakarta

Die indonesische Hauptstadt ist Hauptsitz der Nachrichtenagentur ANTARA. Die Gründung erfolgte am 13. Dezember 1937. Im Jahre 1962 wurde ANTARA offizielle Nachrichtenagentur von Indonesien. Jakarta ist auch Sitz der in englischer Sprache erscheinenden Tageszeitung The Jakarta Post, die am 25. April 1983 erstmals erschienen ist.

Bedeutende Tageszeitungen in indonesischer Sprache (Bahasa Indonesia) sind die in Jakarta erscheinenden „Hidayatulla“, „Jawa Pos“, „Kompas“, „Media Indonesia“, „Republika“ und „Suara Pembaruan“. Das Nachrichtenmagazin „Tempo“ wird in englisch, indonesisch und japanisch veröffentlicht. Wichtige Wirtschaftszeitungen sind „Bisnis Indonesia“, „Kontan“ und „Surat Kabar“. Letztere erscheint in englisch und indonesisch. Die größte Sportzeitung der Hauptstadt ist „Bola“. Sie wird in indonesischer Sprache herausgegeben.

Bildung[Bearbeiten]

Rektoratsgebäude der Universitas Indonesia

Jakarta ist Sitz von folgenden Universitäten: Universitas Indonesia, Universitas Negeri Jakarta, Universitas Trisakti, Universitas Atma Jaya, Universitas Pancasila, Universitas Bina Nusantara, Universitas Kristen Krida Wacana, Universitas Tarumanagara, Universitas 17 Agustus, Universitas Bung Karno, Universitas Mercu Buana, Universitas Gunadarma, Universitas Pelita Harapan, Universitas Jayabaya, Universitas Pembangunan Nasional, President University, Universitas Muhammadiyah, Universitas Indonusa Esa Unggul, Universitas Mercu Buana, Universitas Yarsi, Universitas Kristen Indonesia und Indonesia Banking School.

Die Universitas Indonesia ist eine staatliche Universität. Sie wurde am 2. Februar 1950 eröffnet. Im Semester 2005/2006 waren 11.011 Studenten aus zahlreichen Ländern immatrikuliert. Die Universität gliedert sich in folgende zwölf Fakultäten: Faculty of Medicine (FK), Faculty of Dentistry (FKG), Faculty of Mathematics and Natural Sciences (FMIPA), Faculty of Law (FH), Faculty of Psychology (FPsi), Faculty of Engineering (FT), Faculty of Economics (FE), Faculty of Public Health (FKM), Faculty of Social and Political Sciences (FISIP), Faculty of Humanities (FIB), Faculty of Computer Science (Fasilkom) und Faculty of Nursing (FIK).

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fauzi Bowo: Grundlagen und Leitlinien für die Entwicklung des Metropolraumes Jakarta. Indonesien. Universität Kaiserslautern, Dissertation im Fachbereich Architektur/Raum- und Umweltplanung/Bauingenieurwesen. 1999.
  • Bernd Brunnengräber: Stadtverkehr in Jakarta: Eine Untersuchung von Akteuren und Entscheidungsbedingungen, Verlag für Entwicklungspolitik, Saarbrücken, 2001, ISBN 3-88156-749-6
  • Martin Heintel, Heinz Nissel, Christof Parnreiter, Günter Spreitzhofer, Karl Husa (Herausgeber), Helmut Wohlschlägl (Hrsg.): Megastädte der Dritten Welt im Globalisierungsprozess. Mexico City, Jakarta, Bombay – Vergleichende Fallstudien in ausgewählten Kulturkreisen. Universität Wien, 2000, ISBN 3-900830-40-1
  • Jacqueline Knörr:Kreolität und postkoloniale Gesellschaft. Integration und Differenzierung in Jakarta. Campus Verlag, Frankfurt am Main & New York, 2007, ISBN 978-3-593-38344-6
  • Marion Markham: Höflichkeit und Hierarchie bei den in Jakarta lebenden Javanern. Peter-Lang-Verlag, Frankfurt am Main, 1995, ISBN 3-631-47744-9
  • Bodo Schulze: Nicht-staatliche Akteure und territoriale Kontrolle. Zur Produktion von (Un-)Sicherheit in Jakarta. Universität Hamburg, Forschungsstelle Kriege, Rüstung und Entwicklung, 2009.
  • Günter Spreitzhofer, Martin Heintel: Metro-Jakarta: Zwischen Nasi und Nike. Peter-Lang-GmbH, Europäischer Verlag der Wissenschaften, 2000, ISBN 3-631-35992-6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jakarta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Zusammenfassung der Volkszählung 2010 (PDF; 16,7 MB)
  2. [1]
  3. [2]
  4. Tagesschau: Überschwemmungen in Indonesien – Chaos und Seuchengefahr in Jakarta (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung, vom 5. Februar 2007
  5. Temperaturen basierend auf den Durchschnitten von 1994–1999, Meteorological and Geophysical Agency, Indonesia
  6. M. Müller, 1983: Handbuch ausgewählter Klimastationen der Erde. Universität Trier, stadtklima.de
  7. wetterkontor.de, Klimatabelle von Jarkarte
  8. Amrita Moehring-Sen: Der Vergleich zweier Städte unter der Herrschaft der VOC im 16. und 17. Jahrhundert: Batavia und Malakka. GRIN Verlag, München 2007, S. 8, ISBN 3-638-83160-4
  9. Thomas Schleich, Thomas Beck: Europa und die aussereuropäische Welt. Schriften der Universitätsbibliothek Bamberg, Bamberg 1988, Bd. 6, S. 31, ISBN 3-7661-4565-7
  10. Indonesia Old City: History of Jakarta city name
  11. Gesellschaft für bedrohte Völker: Die chinesische Minderheit in Indonesien – Sündenbock für Korruption und Misswirtschaft, Memorandum von November 1998
  12. Hamburger Abendblatt: Chronik der Anschläge in Indonesien seit 1999, vom 1. Oktober 2005
  13. International Development Research Centre: Participatory planning process in Dakar and Jakarta: two great stories! (PDF; 32 kB)
  14. a b c d e f g h i j k Perayaan HUT Jakarta Berharga RP 3,5 Miliar. Abgerufen am 2. August 2012 (indonesisch).
  15. Walikota Berlin Bangga Dengan Kota Jakarta. Abgerufen am 2. August 2012 (indonesisch).
  16. Partnerstadt Jakarta. Abgerufen am 2. August 2012.
  17. Gubernur DKI dan Walikota Hanoi Tandatangani MOU Sister City. Abgerufen am 2. August 2012 (indonesisch).
  18. Islamabad-Jakarta Sister City Agreement to be reactivated. Abgerufen am 2. August 2012 (englisch).
  19. Sister Cities of Istanbul. Abgerufen am 2. August 2012 (englisch).
  20. Sister Cities of Los Angeles – Jakarta, Indonesia. Abgerufen am 2. August 2012 (englisch).
  21. Les pactes d'amitié et de coopération. Abgerufen am 2. August 2012 (französisch).
  22. Beijing’s Sister Cities. Abgerufen am 2. August 2012 (englisch).
  23. Kerja Sama Sister City Jakarta-Pyongyang Ditandatangani. 28. Februar 2007, abgerufen am 2. August 2012 (indonesisch).
  24. Jakarta-Rotterdam Cooperate on Flood Handling. Abgerufen am 2. August 2012 (englisch).
  25. Seoul-Jakarta Cooperation Getting Stronger. Abgerufen am 2. August 2012 (englisch).
  26. Sister Cities. Abgerufen am August 2012.
  27. Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[5] [6] Vorlage:Toter Link/insideindonesia.orgH. Angga Indraswara: Water woes. Private sector participation in Jakarta’s water supply has left many citizens high and dry. Inside Indonesia, 95, Januar–März 2009
  28. Top Ten Threats 2013.pdf des Blacksmith Institutes
  29. Jakarta.go.id: Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:[7] [8] Vorlage:Toter Link/www.jakarta.go.idTransJakarta Busway
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Dieser Artikel wurde am 18. September 2005 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.