Jakkolo

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Jakkolo, auch Sjoelbak genannt, ist ein Geschicklichkeitsspiel, das auch als Sport betrieben wird.

Spielfeld und -Material
Tore
Pucks

Material und Regeln[Bearbeiten]

Gespielt wird auf einem 2 m langen, 40 cm breiten Holzbrett. Am Ende dieses Bretts befinden sich vier Tordurchlässe mit Boxen und verschiedener Wertung. Von links beginnend zählt man für einen Treffer 2 - 3 - 4 - 1 Punkte. In diese Boxen werden mit der Hand runde, konkave Holz-Spielsteine geschoben, welche einen Durchmesser von 52 mm und eine Dicke von 13 mm aufweisen. Es gibt 10 zusätzliche Bonus-Punkte, wenn man jede Box mit je einer Scheibe trifft, d. h. ein „Set“ vollmacht. Das ergibt bei 30 Scheiben eine maximale Gesamtpunktzahl von 148 Punkten (je sieben pro Box entspricht 7 x 20 plus zweimal die „4“). Das Problem besteht darin, dass nicht versenkte Scheiben den direkten Weg in die Boxen versperren und dadurch ein Spiel über die Banden oder ein Anspielen einer sperrenden Scheibe erforderlich ist. Dauer des Spieles: Der Spieler darf, wenn jeweils alle Scheiben gespielt sind, zweimal die vor den Toren liegenden Scheiben nochmals spielen. Anschließend werden die Punkte in den Boxen gezählt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das über 400 Jahre alte Spiel hat seinen Ursprung in den Niederlanden, wo es sjoelen genannt wird. Lange vergessen, wurde es ab den 1920er Jahren als Sportart wieder ins Leben gerufen. Doch erst 1968 fand wieder ein großes Turnier mit 1200 Spielern statt. Heute existieren in den Niederlanden mehr als 100 Vereine im Verband ANS mit über 60.000 Mitgliedern.

Die deutsche Bezeichnung ist eine Wortschöpfung des deutschen Geschäftsmanns Jakobus Schmidt, der die Kurzform seines Vornamens "Jakko" mit der Endung -lo versah und das Spiel unter diesem Namen in Deutschland verbreitete. Er entdeckte das Spiel 1960 in Holland und vertrieb es ab dann auch in der Bundesrepublik.

Der DJB (Deutscher Jakkolo Bund) wurde am 16. September 1995 in Wüsting bei Oldenburg in Niedersachsen gegründet. In diesem Jahr fand auch ein erstes offizielles Länderspiel zwischen Deutschland und den Niederlanden in Wüsting statt, welches die holländischen Spieler deutlich gewannen. Inzwischen finden auch Länderturniere mit Belgien und der ehemaligen holländischen Kolonie Suriname statt.

Soziales Engagement[Bearbeiten]

2011 stockte die Turniergruppe um den Jakkolo-Spitzenspieler Horst Köster nach der Weltmeisterschaft im Mai in Hude, Kreis Oldenburg (Niedersachsen),[1] den Spendenbetrag der letzten drei Jahrzehnte für die Deutsche Krebshilfe auf insgesamt 227.000 Euro auf. Krebshilfe-Hauptgeschäftsführer Gerd Nettekoven würdigte bereits damals „die vorbildliche Spendentreue“ mit einer Porträtgrafik Mildred Scheel von Andy Warhol. 2014 wurden beim Jakkolo-Turnier in Wüstingen ein Jahres-Spendenrekord von 14.000 Euro "für die gute Sache" der Deutschen Krebshilfe erzielt. Mit diesem Betrag erhöht sich die Gesamtsumme aller Spenden der Jokkolo-Freunde seit 1981 für die von der Ärztin Mildred Scheel gegründete Hilfsorganisation auf 276.000 Euro.[2]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nordwest-Zeitung, Bericht über Jakkolo-WM vom 28. Mai 2011
  2. Weser Kurier Bremen, 31. März 2014

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]