Jakob Felsing

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Porträt von Heinrich Heine, gestochen von Jakob Felsing nach einer Zeichnung von Tony Johannot, 1837.

(Georg) Jakob Felsing (* 22. Juli 1802 in Darmstadt; † 9. Juni 1883 in Darmstadt) war Kupferstecher und Kupferdrucker.

Leben[Bearbeiten]

Georg Jakob Felsing, Sohn des Kupferstechers- und -druckers Johann Conrad Felsing und Bruder des Johann Heinrich Felsing, der ebenfalls diese Laufbahn ergriff.

Er war zunächst Schüler seines Vaters und nach dessen Tod 1819 bei Georg Moller. Moller vermittelt ihm bei seinem Landesherrn, Ludwig I. von Hessen, ein Stipendium von 500 Gulden. Ludwig I. hatte schon als Erbprinz seinen Vater gefördert. Felsing ging 1822 an die Akademie der Künste (Accademia di Belle Arti di Brera) in Mailand, wo damals unter Giuseppe Longhi eine vorzügliche Kupferstichschule blühte. Dort lernt er Ernst Fries und Johann Heinrich von Dannecker kennen.

1823 erringt er eine Silbermedaille der Akademie für die Darstellung des Kolossalkopfes von Lucius Verus, worauf ihm sein Landesherr das Stipendium verlängert. Er unternimmt zahlreiche Reisen in Norditalien. 1828 erringt er mit dem Kupferstich Gesú all'Orto nach Carlo Dolci die Goldmedaille der Akademie. 1829 reist er nach Rom und Neapel, wo er ein Jahr bleibt und geht dann wieder nach Florenz zurück, wo ihn die Akademie zum „professore di prima classa“ ernennt.

1832 kehrt er nach Darmstadt zurück, wo er eine Anstellung als Hofkupferstecher bekommt. 1836 heiratet er eine Freundin seiner Schwester und unternimmt in der Folgezeit zahlreiche Reisen. 1854 erhält er auch in Darmstadt den Titel eines Professors. Er stach zahlreiche Werke der Düsseldorfer Malerschule in Kupfer. 1866 stirbt seine Frau Auguste. Dies und die Erkenntnis, dass der Beruf des Reproduktionsstechers immer weniger als künstlerisch vollwertig anerkannt wurde und langsam von der Photographie abgelöst wurde und ein Aussterben absehbar war, bringen ihn in berufliche und künstlerische Resignation. Daher legte er 1876 den Vorsitz des Darmstädter Kunstverein nieder, den er vierzig Jahre innehatte.

Werke[Bearbeiten]

Unter seinen Stichen, die sich durch Korrektheit der Zeichnung und charakteristische Wiedergabe auszeichnen, sind zu nennen:

Jakob-Felsing-Preis[Bearbeiten]

Nach Jakob Felsing ist der Jakob-Felsing-Preis der Volksbank Darmstadt eG benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Diehl: Felsing, Jacob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 48, Duncker & Humblot, Leipzig 1904, S. 516–518.
  • Adolf Beyer: Darmstadts Kunst, Kultur und Künstler. Darmstadt: Leske, 1955.
  • Die Felsings aus Darmstadt 1797 - 1987; Kupferstecher - Drucker - Verleger. Ausstellung Kunsthalle Darmstadt 18. Oktober bis 15. November 1987. Kunsthalle Darmstadt; Kunstverein Darmstadt e.V.: 1987.
  • Luigi Zangheri (Hrsg.): Gli accademici del disegno: elenco alfabetico. Firenze: Olschki 2000. ISBN 88-222-4943-7
  • Allgemeines Künstlerlexikon Band XXXVIII, 2003, Seite 122.

Weblinks[Bearbeiten]