Jakob Sprenger (Politiker)

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Jakob Sprenger, links hinter Adolf Hitler beim ersten Spatenstich zum Reichsautobahnbau der Strecke Frankfurt/Main-Darmstadt-Mannheim am 23. September 1933, Aufnahme vom Scherl-Bilderdienst im Bundesarchiv

Jakob Sprenger (* 24. Juli 1884 in Oberhausen (Pfalz); † 7. Mai 1945 in Kössen, Tirol) war ein nationalsozialistischer Politiker.

1922 wurde der Postinspektor Jakob Sprenger Mitglied der NSDAP. Der militante Antisemit machte dort schnell Karriere, zuerst 1927 als Gauleiter von Hessen-Nassau-Süd und ab September 1930 als Mitglied des Reichstages. Von 1930 bis 1933 gehörte er dem Verwaltungsrat der Reichspost an.[1]

Am 5. Mai 1933 wurde er zum Reichsstatthalter des Volksstaates Hessen und Leiter des neuen Gaues Hessen-Nassau, der zusätzlich Hessen-Darmstadt umfasste, ernannt. Aufgrund des Reichsstatthaltergesetz vom 30. Januar 1935 konnte er zwei Jahre später von Philipp Wilhelm Jung die Führung der Landesregierung übernehmen. Neben Martin Mutschmann war er der einzige Reichsstatthalter, der mit dieser Doppelfunktion beauftragt wurde.

Am 1. September 1939 wurde der SA-Obergruppenführer Reichsverteidigungskommissar des Wehrkreises XII, ab 1. Dezember 1943 auch im Gau Hessen-Nassau. In dieser Funktion hielt er im März 1941 eine Festrede zur Eröffnung des von Alfred Rosenberg initiierten pseudowissenschaftlichen antisemitischen Instituts zur Erforschung der Judenfrage in Frankfurt am Main.[1] 1944 folgte in Anlehnung an die Gebiete der Reichsverteidigungsbezirke und Gaue der NSDAP zusätzlich seine Ernennung zum Oberpräsidenten der neuen preußischen Provinz Nassau.

In der Nacht vom 25. auf den 26. März 1945 flüchtete Sprenger vor der anrückenden US-Army aus Frankfurt nach Kössen in Tirol, wo er am 7. Mai 1945 Suizid beging.

In der Sowjetischen Besatzungszone wurden das von ihm herausgegebene Der Deutsche Beamte. Spielball der Parteien oder Vertrauensmann des Volkes? (1932) und das von ihm mit Eugen Schmahl verfasste Entwicklung der völkischen Bewegung : Die antisemitische Bauernbewegung in Hessen von der Böckelzeit bis zum Nationalsozialismus (1933) auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt.[2][3]

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Jakob Sprenger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. a b Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Fischer Taschenbuch Verlag, Zweite aktualisierte Auflage, Frankfurt am Main 2005, ISBN 978-3-596-16048-8, S. 593.
  2. http://www.polunbi.de/bibliothek/1946-nslit-e.html
  3. http://www.polunbi.de/bibliothek/1947-nslit-b.html
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