Jakob Streitle

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Jakob Streitle
Spielerinformationen
Geburtstag 11. Dezember 1916
Sterbedatum 24. Juni 1982
Position Abwehr
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1935–1955 FC Bayern München  ? (?)
Nationalmannschaft
1938–1952 Deutschland 15 (0)
Stationen als Trainer
1954–1955 FC Bayern München
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jakob Streitle (* 11. Dezember 1916; † 24. Juni 1982) war ein deutscher Fußballspieler, der von 1938 bis 1952 15 Mal für die A-Nationalmannschaft zum Einsatz kam.

Laufbahn[Bearbeiten]

Verein, bis 1955[Bearbeiten]

Der aus Oberhausen bei Ulm stammende Nachwuchsfußballer landete in den frühen 1930er Jahren in München und debütierte 1935 in der 1. Mannschaft des FC Bayern München. An der Seite der Mitspieler Josef Bergmaier, Ludwig Goldbrunner, Konrad Heidkamp, Franz Krumm und Wilhelm Simetsreiter belegte er mit den „Roten“ in der Gauliga Bayern in den Jahren 1936 und 1937 jeweils den dritten Rang. Mit seinem Verein konnte er auch in den folgenden Jahren nichts an der Vormachtstellung der Rivalen vom 1. FC Nürnberg, SpVgg Fürth, 1. FC Schweinfurt 05 und 1860 München ändern. Erst in den letzten Kriegsrunden - die Bayernliga war jetzt aufgeteilt - kam er mit dem FC Bayern wieder in der Tabelle nach vorne. In der Saison 1943/44 - Ex-Nationalspieler Konrad Heidkamp übte das Amt des Spielertrainers aus - holte er mit seinem Verein in Südbayern vor der KSG BC/Post Augsburg und 1860 München die Meisterschaft und war damit für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert. Am 16. April 1944 verloren die Münchner aber die erste Partie in der Endrunde mit 1:2 Toren nach Verlängerung in der Kurpfalz gegen den VfR Mannheim. Während des Zweiten Weltkrieges war Streitle auch eine Zeit lang Gastspieler in Düren gewesen. Er spielte damals beim SC Borussia 1912 Freialdenhoven.[1]

Ab der Wiederaufnahme des Spielbetriebs nach dem Ende des Weltkriegs gehörte der technisch versierte und ungemein zweikampfstarke Abwehrspieler wieder dem Spieleraufgebot des FC Bayern München in der Oberliga Süd an. Die beste Platzierung erlebte er gemeinsam mit seinen Mitspielern Hans Hädelt und Herbert Moll in der Runde 1948/49 als er mit dem FC Bayern hinter Meister Kickers Offenbach und Vize VfR Mannheim den dritten Rang belegen konnte. Damit waren die Münchner berechtigt ein Qualifikationsspiel zum Einzug in die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft gegen den FC St. Pauli auszutragen. Das erste Spiel gegen den Vertreter der Nord-Oberliga endete am 5. Juni 1949 in Hannover mit 1:1 Toren nach Verlängerung unentschieden. Am Tag darauf setzte sich St. Pauli im Wiederholungsspiel mit einem 2:0-Erfolg gegen den FC Bayern durch. Streitle war in beiden Spielen Akteur in der Defensive des Südvertreters. In der Oberliga hatte er alle 30 Ligaspiele absolviert und gehörte damit auch dem Siegerteam am 9. Januar 1949 an, das mit einem 7:0-Erfolg dem späteren süddeutschen Vizemeister und Deutschen Meister VfR Mannheim in München eine deutliche Niederlage zufügen konnte. Bis Mitte der 1950er Jahre nahm die sportliche Leistungsfähigkeit seines Vereines aber in der Oberliga Süd ab und gipfelte in dem Abstieg in die 2. Liga Süd in der Saison 1954/55. Ursprünglich hatte „Jakl“ Streitle seine Spielerkarriere bereits im Sommer 1954 - verletzungsbedingt hatte er in der Saison 1953/54 nur noch vier Ligaspiele für den FC Bayern bestreiten können - beendet, aufgrund akuter Personalsorgen sprang er aber nochmals am 13. Februar 1955 bei der 2:4 Auswärtsniederlage als Mittelläufer beim VfR Mannheim als „Nothelfer“ ein. Nicht nur die vier Tore des Mannheimer Mittelstürmers Ernst-Otto Meyer, auch der Abstieg am Rundenende als Tabellenletzter mit 15:45 Punkten, lassen diese „Hilfestellung“ als verunglückt erscheinen und werden der langjährigen herausragenden Leistung des Ex-Nationalspielers nicht gerecht. Von 1945 bis 1955 absolvierte „Jakl“ Streitle für Bayern München in der Oberliga Süd 214 Pflichtspiele und erzielte ein Tor.

Im Buch Die Bayern hält Autor Schulze-Marmeling fest, dass „Jakl“ Streitle am 9. Mai 1954 mit einem Abschiedsspiel gegen Manchester City (3:3) mit dem deutschen Torwart Bernd Trautmann an der Grünwalder Straße vor 33.000 Zuschauern, seine Spielerkarriere beendet hat.[2]

Nationalmannschaft, 1938 bis 1952[Bearbeiten]

Der 21 Jahre alte Abwehrspieler des FC Bayern München, „Jakl“ Streitle stand erstmals für das Länderspiel am 14. Mai 1938 in Berlin gegen England im Aufgebot der Deutschen Fußballnationalmannschaft. Trainer Sepp Herberger bestritt aber mit dem Schlussdreieck Hans Jakob, Paul Janes und Reinhold Münzenberg das Länderspiel. Am Tag danach, am 15. Mai testete Herberger den jungen Münchner im Spiel einer Deutschen Auswahl gegen die Vereinsmannschaft von Aston Villa. Da Streitle auch beim zweiten Testspiel drei Tage später in Düsseldorf gegen die englische Profimannschaft an der Seite von Routinier Paul Janes einen nachhaltigen Eindruck erwecken konnte, nominierte Trainer Herberger den Münchner Verteidiger ohne Länderspiel für das 22er-Aufgebot zur Weltmeisterschaft 1938 in Frankreich. Im Wiederholungsspiel am 9. Juni in Paris in der WM-Vorrunde gegen die Schweiz, debütierte Streitle anstelle des Österreichers Willibald Schmaus als linker Verteidiger in der A-Nationalmannschaft. Bis zum 9. März 1941 – Länderspiel in Stuttgart gegen die Schweiz – absolvierte der Bayernspieler noch sieben weitere Länderspiele. In den zehn Länderspielen im Kriegsjahr 1942 – mit dem Spiel am 22. November in Pressburg gegen die Slowakei endete für acht Jahre die Aktivität der Nationalmannschaft – kam Streitle durch die Kriegsumstände bedingt, nicht mehr zum Einsatz.

Da er zu den Aktiven gehörte, die sofort nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs in ihren Vereinen wieder mit dem Fußball beginnen konnten, gehörte „Jakl“ Streitle auch bereits im Jahre 1946 der Regionalauswahl von Süddeutschland an, die im März und Juni zwei Spiele gegen eine Westauswahl austrug. In beiden Begegnungen bildete er mit Helmut Schneider das Verteidigerpaar des Südens. 1948 und 1949 folgten weitere Repräsentativspiele mit Süddeutschland und nachdem Sepp Herberger wieder Ende Oktober 1949 als Nationaltrainer im Amt war, gehörte Streitle auch dem ersten Nachkriegslehrgang vom 14. bis 19. November 1949 in Duisburg zur Bildung einer neuen Fußballnationalmannschaft an. Neun Jahre nach seinem letzten Länderspiel – 9. März 1941 in Stuttgart gegen die Schweiz – bildete er zusammen mit dem Schalker Herbert Burdenski das deutsche Verteidigerpaar beim ersten Länderspiel nach dem Zweiten Weltkrieg am 22. November 1950 in Stuttgart gegen die Schweiz. Bis zum Länderspiel am 21. November 1951 in Istanbul gegen die Türkei fehlte der Routinier in keinem der ersten sechs Länderspiele nach dem Weltkrieg. Bei seinem 15. Länderspieleinsatz am 4. Mai 1952 in Köln gegen Irland übte er das Amt des Spielführers aus und fungierte, assistiert von den zwei Seitenläufern Josef Posipal und Erich Schanko, beim 3:0-Sieg als Mittelläufer. Da Streitle ab der Saison 1952/53 mit Knieverletzungen zu kämpfen hatte und nur noch sporadisch im Verein auflaufen konnte, war damit seine 14-jährige Länderspielkarriere beendet.

Sonstiges[Bearbeiten]

Streitle hatte zuerst eine Ausbildung zum Feinmechaniker durchlaufen, war als Verlademeister tätig und wurde dann als Jugendtrainer – er hatte 1952 die Fußball-Lehrer-Prüfung absolviert - in die Dienste des Bayerischen Fußballverbandes übernommen.

Er wurde auf dem Friedhof am Perlacher Forst in München beerdigt. Sein Grab liegt in Reihe 1 auf dem Feld 72.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Homepage SC Borussia Freialdenhoven 1912
  2. Dietrich Schulze-Marmeling: Die Bayern. Die Geschichte des Rekordmeisters. Verlag Die Werkstatt. Göttingen 2007. ISBN 978-3-89533-534-1. S. 115

Literatur[Bearbeiten]