Jakow Dschugaschwili

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Jakow Iossifowitsch Dschugaschwili

Jakow Iossifowitsch Dschugaschwili (russisch Яков Иосифович Джугашвили, georgisch იაკობ ჯუღაშვილი / Iakob Dschughaschwili; * 18. März 1907 in Badsi, Gouvernement Kutais, Russisches Kaiserreich; † 14. April 1943 im Konzentrationslager Sachsenhausen, Deutsches Reich) war ein sowjetischer Artillerieoffizier und der älteste Sohn von Josef Stalin und dessen erster Frau Ketewan Swanidse.

Leben[Bearbeiten]

1936 hatte Dschugaschwili die jüdische Tänzerin Julia (auch: Judith) Melzer aus Odessa geheiratet. Beider Tochter war die spätere Historikerin Galina Dschugaschwili,[1] beider Sohn der spätere Oberst der Sowjetarmee Jewgeni Dschugaschwili.[2][3]

Er wurde am 16. Juli 1941 von der deutschen Wehrmacht gefangengenommen. Eine zu Propagandazwecken genutzte Fotografie zeigt ihn in Gegenwart deutscher Soldaten. Das Angebot, ihn gegen den Generalfeldmarschall Friedrich Paulus auszutauschen, lehnte Stalin laut der Legende mit der Begründung ab, dass „er nicht bereit sei, Feldmarschälle gegen Soldaten zu tauschen“. In einigen sowjetischen Quellen wurde die Gefangennahme als reine Propagandalüge bezeichnet.

Dschugaschwili kam am Abend des 14. April 1943 im Konzentrationslager Sachsenhausen zu Tode, als er in vermutlich selbstmörderischer Absicht am elektrisch geladenen Lagerzaun hantierte. Ob er dabei vom Wachpersonal erschossen wurde[4][5] oder durch Strom starb[6], ist ungeklärt.

Stalin ließ seine Schwiegertochter Julia Dschugaschwili inhaftieren und seine Enkeltochter in einem staatlichen Erziehungsheim unterbringen, da sie durch Jakows angebliche Desertion als politisch unzuverlässig galten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  „Nicht alle kommen als Helden zurück“. In: Der Spiegel. Nr. 39, 1988, S. 184–190 (online).
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatBenjamin Bidder: Stalin-Enkel verklagt russische Vorzeige-Zeitung. Spiegel online, 15. September 2009, abgerufen am 17. April 2012.
  3. http://www.europequartet.org/presentations/15_Mairowitz_presentation.pdf
  4. Historical Notes: The Death of Stalin's Son Time Magazine, 1. März 1968, englisch, gesichtet 16. September 2011
  5.  Schieß doch. In: Der Spiegel. Nr. 9, 1969, S. 74–75 (online).
  6.  Thomas Cushing: Stalins Sohn fühlte sich verstoßen. In: Der Spiegel. Nr. 13, 1968, S. 92–95 (online).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Yakov Dzhugashvili – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien