Jamal-Halbinsel

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Jamal-Halbinsel
Lage der Jamal-Halbinsel
Lage der Jamal-Halbinsel
Gewässer 1 Karasee
Gewässer 2 Obbusen

Geographische Lage

70° 40′ 15,2″ N, 70° 8′ 12,2″ O70.6708870.13672Koordinaten: 70° 40′ 15,2″ N, 70° 8′ 12,2″ O
Jamal-Halbinsel (Russland)
Jamal-Halbinsel
Fläche 120.000 km²
Satellitenaufnahme
Satellitenaufnahme

Die Jamal-Halbinsel (auch Samojeden-Halbinsel genannt) befindet sich in Nordwest-Sibirien (Russland, Asien). Die Halbinsel gehört zum Autonomen Kreis der Jamal-Nenzen.

Geographie[Bearbeiten]

Landschaftsbild mit Altwasserarmen

Die etwa 115.000 km² große Jamal-Halbinsel liegt nordöstlich vom Nordende des Uralgebirges und ragt westlich des Obbusens, in dem nicht der Ob nach Norden strebt, in die bereits zum eisigen Nordpolarmeer gehörende Karasee hinein. Die Halbinsel entspricht im Wesentlichen dem Distrikt (Rajon) Jamalski, der außerdem noch vorgelagerte Inseln (vor allem Bely im Norden sowie Naretschi und Jumzino im Süden) umfasst. An der Festlandsanbindung im Südwesten grenzt die Halbinsel bzw. der Distrikt an den Distrikt Schuryschkary.

Der Distrikt Jamalski hat eine Fläche von 117.410 km². Am 1. Januar 2006 hatte er 15.653 Einwohner. Hauptort ist Jar-Sale an der Südküste. Daneben gibt es acht weitere kleine Orte. Dies sind Bobanenkowo, Japtik-Sale, Mys Kamennny, Nowy Port, Panajewsk, Saleman, Se-Jacha und Sjoenaj-Sale.

Die nur dünn besiedelte Halbinsel stellt den nordwestlichen Ausläufer des großen Westsibirischen Tieflands dar. Außerdem ist die Halbinsel, deren Landschaftsbild von eiszeitlichen Gletschern abgehobelt und plattgewalzt wurde und von der Tundra beherrscht wird, der nordwestlichste Teil von Asien, denn die angrenzende Karasee wird als der nördliche Beginn der innereurasischen Grenze betrachtet.

Bevölkerung und Wirtschaft[Bearbeiten]

Eine Familie der Nenzen

Die indigene Bevölkerung der Jamal-Halbinsel gehört überwiegend zum Volk der Nenzen, das dort ganzjährig vollnomadische Rentierzucht betreibt. Diese weltweit einmalige Wirtschafts- und Lebensweise steht jedoch unter starkem Konkurrenzdruck, zum einen durch die Überweidung der Halbinsel, zum anderen da Jamal einige der weltgrößten Erdgasvorkommen beherbergt. Diese werden durch den russischen Gaskonzern Gazprom gefördert und über Pipelines, wie der JAMAL-Europaleitung bis nach Europa geleitet, wo sie unter anderem durch die E.ON-Tochter Ruhrgas vermarktet werden. Die JAMAL-Europaleitung der Gazprom transportiert das Erdgas bis Mallnow in Deutschland, dem Beginn der Jamal-Gas-Anbindungs-Leitung (JAGAL). Ein großes Infrastrukturprojekt mit Investitionen von umgerechnet einigen Milliarden Euro ist der Hafen Sabetta.

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Seit 2011 sind Bobanenkowo und Karskaja durch die Bahnstrecke Obskaja–Karskaja von Obskaja aus erreichbar.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Obskaya–Bovanenkovo Railroad, Russia, auf railway-technology.com (englisch)

Weblinks[Bearbeiten]

  • Smithsonian National Museum of Natural History, Arctic Studies Center: The Living Yamal, (englisch)