James Abercrombie junior

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James Abercrombie, auch Abercromby, (* um 1732; † 23. Juni 1775 in Boston) war ein britischer Offizier im Franzosen- und Indianerkrieg und im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Leben[Bearbeiten]

James Abercrombie wurde um 1732, wahrscheinlich in Schottland, geboren. Seine Herkunft und Identität sind bis heute nicht geklärt. Häufig wird er als Sohn des Generals Sir James Abercrombie (1706–1781) bezeichnet, obwohl diese Verbindung eher unwahrscheinlich ist, da es keine zeitgenössischen Zeugnisse dafür gibt. James junior selbst bezeichnete den General in seinem Testament vom 5. Oktober 1765 als "Freund und Verwandten" (friend and relation). James junior war wahrscheinlich ein jüngerer Verwandter des Generals, zwei Historiker halten ihn für dessen Neffen [1], obwohl es auch dafür keine Belege gibt. In neuerer Zeit kam auch die These auf, dass er mit dem Bruder des späteren Generals Sir Ralph Abercromby (1734–1801) identisch sei [2], dessen Familie, die Abercrombies von Birkenbog, mit den Abercrombys von Glassaugh, der Familie des Sir James, verwandt waren. Dieser James Abercromby fiel aber erst 1776 bei Brooklyn.

James Abercrombie junior erhielt am 15. Mai 1742 ein Patent als 2nd Lieutenant (11. Juni 1744 als First Leutnant) im 1. Infanterieregiment unter General James St. Clair und diente im Österreichischen Erbfolgekrieg in Flandern und während des Jakobitenaufstandes 1745 in Schottland.

1753/54 ist er in Dublin, Irland, nachgewiesen, wo er am 5. Februar 1754 die schottischen Güter Over and Nether Auchinderrin, Hilton of Auchinderrin, Aldekarm Littlefield und Mills an den Oberst James Abercrombie verkaufte.

Am 16. Februar 1756 erhielt er die Stelle eines Hauptmanns und Kompaniechefs im 42. Regiment zu Fuß (1st Battalion of Royal Highlanders), mit dem er sich im April nach Nordamerika einschiffte. Im Mai 1757 wurde er Adjutant des Oberbefehlshabers Lord Loudoun und im März des folgenden Jahres diente er in derselben Position Sir James Abercrombie, der Loudon als Oberbefehlshaber gefolgt war. Als auch dieser nach der gescheiterten Erstürmung von Fort Ticonderoga durch Major General Jeffrey Amherst abgelöst wurde, wurde Abercrombie junior 1759 Amhersts Adjutant. In dieser Stellung machte er in diesem und im folgenden Jahr die Feldzüge in Kanada mit.

Im Juli 1760 wurde er Major im 78. Regiment (2nd Highland Battalion, Fraser’s Highlanders) und im September des Jahres erhielt er von Amherst den Auftrag, mit dem Marquis de Vaudreuil, dem Generalgouverneur von Neu-Frankreich, über die Bedingungen zur Übergabe der Stadt Montreal zu verhandeln. Als Amhersts Emissär nahm er auch die Unterschrift unter die Urkunde entgegen.

Nachdem das 78. Regiment 1763 aufgelöst worden war, wurde Abercrombie auf Halbsold gesetzt. 1770 trat er wieder in den aktiven Dienst ein (27. März) und wurde Oberstleutnant im 22. Infanterieregiment in Großbritannien. Ende Oktober 1773 führte er seine Einheit nach Irland und wurde interimistischer Kommandant der Garnison in Dublin. Während dieser Zeit führte er einen regen Briefwechsel mit seinem alten Freund und Gönner Lord Loudon.

Obwohl er hoffte, nicht nach Nordamerika kommandiert zu werden, wurde er am 3. März 1775 dorthin in Marsch gesetzt und kam am 23. April in Boston an. Kurz danach wurde er zum Generaladjutanten und später zum Kommandeur eines Grenadierbataillons ernannt.

Bei der Schlacht von Bunker Hill führte Abercrombie sein Bataillon bei einem Angriff auf die Redoute am linken Flügel. Dabei wurde er von einer Kugel getroffen - wie es heißt aus der Muskete Salem Poors, obwohl sich das nicht bestätigen lässt. Er starb eine Woche später in Boston, im Haus des Armeeingenieurs Captain John Montresor (1736–1799), und wurde am nächsten Tag ebendort in der King’s Chapel beigesetzt.

Quellenangaben[Bearbeiten]

  1. Lit.: John Shy: 1965 und J. R. Cuneo, 1959
  2. Dupuy/Hammerman; Boatner

Literatur[Bearbeiten]

  • Lawrence J. Burpee: The Oxford Encyclopaedia of Canadian History. Oxford University Press, London und Toronto 1926.
  • James Abercrombie junior. In: Dictionary of Canadian Biography. Toronto 1979 ff., ISBN 0-8020-3142-0 (englisch, französisch).
  • John Shy: Toward Lexington. The Role of the British Army in the Coming of the American Revolution. Princeton University Press, Princeton NJ 1965.
  • John R. Cuneo: Robert Rogers of the rangers. Oxford University Press, New York NY 1959.
  • Trevor N. Dupuy, Gay M. Hammerman: People and events of the American revolution. Bowker u. a., New York NY u. a. 1974, ISBN 0-8352-0777-3.
  • Mark Mayo Boatner: Encyclopedia of American Revolution. David McKay Co., New York NY 1966.