James Blunt

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Dieser Artikel befasst sich mit dem britischen Musiker James Blunt. Für den amerikanischen Arzt und General siehe James G. Blunt.
James Blunt (2011)

James Blunt (* 22. Februar 1974 in Tidworth, Wiltshire; geboren als James Hillier Blount[1]) ist ein britischer Singer-Songwriter. Im Jahr 2005 wurde er insbesondere durch seinen Nummer 1-Hit You're Beautiful bekannt. Zudem war Blunt der erste britische Künstler nach neun Jahren, der es schaffte, an die Spitze der Billboard Charts zu springen. Damit beerbte er Elton John, dem dies mit Candle in the Wind 1997 gelungen war.[2] Blunt lebt auf Ibiza[3].

Jugend und Militärdienst[Bearbeiten]

James Blunt stammt aus einer Familie mit langer Militärtradition, sein Vater diente beim Army Air Corps. Während seiner Jugend verbrachte James Blunt zwei Jahre in Soest (Möhnesee), als sein Vater dort bei der Rheinarmee stationiert war.[4] Blunt besuchte die Elstree School in Woolhampton, später die Harrow School. Dort bekam er ein Stipendium der British Army für die Bristol University, bevor er seine Ausbildung letztlich an der Royal Military Academy Sandhurst abschließen konnte. Blunt wurde Offizier der Life Guards, diente mit seinem Regiment im Rahmen der KFOR im Kosovo (darunter bei der Einnahme des Flughafens Priština und dem Konflikt mit dem russischen Vorstoß nach Priština[5][6]) und nahm auch (u. a. als Sargträger) an der Beerdigung der Queen Mum am 9. April 2002 teil. Während seines Dienstes im Kosovo schrieb er das Lied No Bravery.[7] 2002 beendete er seine sechsjährige Dienstzeit als Captain.

Karriere[Bearbeiten]

Blunt in Reading (2008)

Ein Jahr nach Verlassen der Army unterschrieb Blunt bei EMI Music Publishing als Sänger und Songwriter. Die ehemalige 4 Non Blondes-Sängerin Linda Perry, die Songs für Pink, Courtney Love und Christina Aguilera geschrieben und produziert hatte, wurde auf ihn aufmerksam. Perry nahm Blunt bei ihrem neuen Label Custard Records unter Vertrag, und er nahm in Los Angeles mit Produzent Tom Rothrock sein Debütalbum Back to Bedlam auf.[8]

Blunts Debütsingle in Großbritannien war High. Das Stück schaffte es nicht in die Top 100 der UK-Single-Charts. Trotzdem wurde der Song für einen Vodafone-Werbespot in Italien ausgewählt und dort zum Top-10-Hit. High wurde auch zum Werbesong für die Deutsche Telekom, wodurch Blunt während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 häufig im deutschen Fernsehen zu hören war. Seine zweite Single Wisemen landete auf Platz 44 der UK-Charts und führte dazu, dass Back to Bedlam es in die Top 20 der Albumcharts schaffte. 2004 trat Blunt auf Elton Johns Tour als Supportact auf. Blunts dritte Single You’re Beautiful verschaffte ihm den Durchbruch. Der Song stieg auf Platz 12 in die UK-Charts ein und kletterte innerhalb von sechs Wochen auf Platz 1. Das Lied wurde häufig im Radio gespielt und brachte so das Album ebenfalls auf Platz 1. Nach dem großen Erfolg von You're Beautiful im Vereinigten Königreich wurde das Lied auch im restlichen Europa veröffentlicht und dort einer der größten Sommerhits 2005. Als das Lied im Herbst 2005 in den USA veröffentlicht wurde, belegte es auch dort Platz 1 der Billboard Hot 100.

Am 24. August 2007 wurde 1973 als Single veröffentlicht. Das Stück, in dem Blunt über das Eröffnungsjahr seines Lieblingsclubs, der Diskothek Pacha auf Ibiza singt, war die erste Auskopplung aus Blunts zweiten Album All the Lost Souls, das am 14. September 2007 in den internationalen Handel kam. Im Januar 2008 veröffentlichte Blunt seine zweite Single aus dem Album. Same Mistake ist gleichzeitig der Soundtrack zum Kinofilm P.S. Ich liebe Dich. Die dritte Singleauskopplung des Albums, Carry You Home erschien in Deutschland im Juli 2008.

2010 erschien Blunts drittes Studioalbum Some Kind of Trouble. Die erste Singleauskopplung Stay the Night ist Titelsong der Sat.1-Serie Hand aufs Herz. Im Januar 2011 wurde So Far Gone und im Herbst 2011 I'll Be Your Man ausgekoppelt.

Am 15. Juli 2013 verlautbarte man via diverser Aussendungen die Neuerscheinung des vierten Studioalbums Blunts. Es trägt den Titel Moon Landing und erschien in Österreich und Deutschland am 18. Oktober, sowie in den USA am 30. Oktober. Am 29. Juli wurde daraus die erste Single Bonfire Heart über YouTube und Vimeo angekündigt. Die Single platzierte sich auf Anhieb auf Platz 1 der deutschen Single-Charts.[9] Es ist der erste Nummer-Eins-Hit für James Blunt in Deutschland.

Musikvideos[Bearbeiten]

Die Musikvideos zu allen Blunt-Singles sind stark durch Symbolik und eine finstere Metaphorik geprägt. Im ersten Video für High wurde Blunt in einer Wüste begraben. Im ersten Wisemen-Video wurde er gekidnappt und als Geisel genommen. Das Wiederveröffentlichungsvideo für Wisemen zeigt einen Ausweise verbrennenden Blunt, der schließlich als menschliche Fackel durch den Wald spazierte.

Auszeichnungen und Erfolge[Bearbeiten]

Seit 2005 gewann Blunt mehrere Auszeichnungen, u. a. einen MTV Europe Music Award, zwei Brit Awards und zwei Echos. Schätzungen zufolge hat Blunt bis heute rund 15 Millionen Alben verkauft. Sein Debütalbum Back to Bedlam wurde Ende 2010 zum erfolgreichsten Album in Großbritannien gekürt. Allein sein erstes Album ging bis heute 12 Millionen Mal über die Ladentheke. Damit ist es eines der erfolgreichsten Debütalben der Musikgeschichte. Sein Album Back to Bedlam war in 19 Ländern in den Top 10 vertreten, davon in elf Ländern auf Platz 1 und in fünf Ländern auf Platz 2.

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: James Blunt/Diskografie

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen[10] Anmerkung
DE AT CH UK US
2004 Back to Bedlam 1
(68 Wo.)
1
(89 Wo.)
1
(100 Wo.)
1
(106 Wo.)
2
(78 Wo.)
Erstveröffentlichung: 11. Oktober 2004
2007 All the Lost Souls 1
(54 Wo.)
1
(57 Wo.)
1
(56 Wo.)
1
(33 Wo.)
7
(25 Wo.)
Erstveröffentlichung: 14. September 2007
2010 Some Kind of Trouble 2
(27 Wo.)
3
(26 Wo.)
1
(44 Wo.)
4
(17 Wo.)
11
(6 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. November 2010
2013 Moon Landing 2
(… Wo.)
1
(… Wo.)
1
(… Wo.)
2
(43 Wo.)
20
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. Oktober 2013

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: James Blunt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biographie auf bunte.de
  2. Elton John lobt James Blunt, 6. März 2006
  3. Dresdner Neueste Nachrichten vom 20. Januar 2014
  4. Artikel im Stern vom 20. September 2005
  5. James Blunt: Wie ich den 3. Weltkrieg verhinderte. Spiegel Online vom 15. November 2010
  6. James Blunt hat den Dritten Weltkrieg verhindert
  7. BBC News: Blunt Words of Sensitive Soldier, 16. Februar 2006
  8. jamesblunt.com: Still Photographs → In the Sound Booth at The Embassy Studio, Los Angeles
  9. Traumstart für Helene Fischer, Pressemeldung von media control am 15. Oktober 2013
  10. Chartquellen: DE AT CH UK US