James Bond 007 – Feuerball
| Filmdaten | |
|---|---|
| Deutscher Titel | James Bond 007 – Feuerball |
| Originaltitel | Thunderball |
| Produktionsland | Vereinigtes Königreich |
| Originalsprache | Englisch |
| Erscheinungsjahr | 1965 |
| Länge | 130 Minuten |
| Altersfreigabe | FSK 12[1] |
| Stab | |
| Regie | Terence Young |
| Drehbuch | Richard Maibaum John Hopkins |
| Produktion | Kevin McClory Albert R. Broccoli |
| Musik | John Barry Titelsong: Tom Jones |
| Kamera | Ted Moore |
| Schnitt | Ernest Hosler |
| Besetzung | |
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James Bond 007 – Feuerball (engl. Originaltitel: Thunderball) ist der vierte Teil der von Eon Productions Ltd. produzierten James Bond-Reihe. Regie führte zum letzten Mal Terence Young, die Rolle des MI6-Agenten James Bond ist mit Sean Connery besetzt. Der Film spielte weltweit mehr als 140 Mio. Dollar ein und war inflationsbereinigt bis zum Erscheinen von Skyfall im Jahr 2012 der erfolgreichste Film der Reihe. Er erhielt nach Goldfinger als zweiter James-Bond-Film einen Oscar. Der Film startete am 17. Dezember 1965 in den bundesdeutschen Kinos.
1983 erschien die Neuverfilmung Sag niemals nie in den Kinos.
Inhaltsverzeichnis |
Handlung [Bearbeiten]
Bond enttarnt und tötet den als trauernde Witwe verkleideten Jacques Bouvar, einen Agenten der Verbrecherorganisation Phantom (im englischsprachigen Original S.P.E.C.T.R.E.), nach dessen vorgetäuschter Beerdigung in Bouvars Villa. Daraufhin flieht er mit Hilfe eines Raketenrucksacks vor den herannahenden Anhängern zu seinem Auto.
Im Hauptquartier in Paris treffen einander die führenden Männer der Verbrecherorganisation unter der Führung von Ernst Stavro Blofeld. Er beabsichtigt, unter der Projektführung von Emilio Largo, eine Lösegeldsumme von der NATO in Höhe von 280 Millionen US-Dollar zu erpressen. Um den Plan auszuführen, hat sich Graf Lippe in Südengland in einem Hotel in der Nähe eines NATO-Stützpunktes einquartiert. Zufällig befindet sich Bond zur Erholung im selben Hotel. Lippe versucht, Bond auf einer Dehnungsbank, an die er vorher zu medizinischen Zwecken festgebunden wurde, zu töten, indem er das Gerät auf volle Leistung stellt. Bond wird allerdings lediglich bewusstlos und überlebt den Anschlag.
Kurz darauf tötet Lippe zusammen mit seinem Söldner Angelo und der Spectre-Auftragskillerin Fiona den NATO-Piloten Francois Derval und stiehlt ihm den Ausweis, so dass der Söldner, dessen Aussehen durch kosmetische Operationen dem des Getöteten zuvor angenähert wurde, problemlos in den NATO-Stützpunkt eindringen kann. Dort entführt er ein Flugzeug vom Typ Avro Vulcan, das mit zwei Atombomben ausgerüstet ist, tötet die Besatzung und fliegt die Maschine zu Largo. Dort wird Angelo nach der Auftragserfüllung umgebracht und die nuklearen Waffen werden im Meeresboden eingelagert.
In seinem Zimmer sieht Bond zeitgleich Menschen mit einer Leiche das Hotel betreten. Er verfolgt diese und findet die Leiche des Piloten auf der Dehnungsbank. Er wird beinahe von einem Phantom-Agenten getötet, kann ihn jedoch überwältigen und den Feueralarm einschalten.
Am nächsten Morgen reist Bond von seinem Hotel zu einem MI6-Quartier ab. Dabei kommt es zur Verfolgungsjagd mit Phantom-Agenten. Er kann die Gegner jedoch ohne großen Aufwand überwältigen. Im Quartier erfährt Bond vom Verlust der Atombomben. Die Phantom-Organisation stellt ihre Forderung, sie droht bei Nichterfüllung eine Stadt im Vereinigten Königreich oder in den Vereinigten Staaten mit den Atombomben zu vernichten. Durch seine Recherchen findet Bond heraus, dass er in Nassau tätig werden muss. Er folgt dort einer Frau namens Domino beim Tauchen und geht mit ihr essen. Am Abend besucht Bond ein Casino und trifft dort auf Largo, der mit Domino zusammen ist. Largo und Bond kennen einander und spielen gegeneinander Baccara. Largo lädt Bond auf sein Landhaus Palmyra ein.
CIA-Agent Felix Leiter und Bond treffen in Nassau auf Q. Dieser rüstet Bond mit einem Geigerzähler in Form einer Uhr, einer Unterwasserkamera, die Infrarotaufnahmen bei Nacht machen kann, einer Miniaturleuchtpistole und einem Schnorchelstäbchen, das eine defekte Sauerstoffflasche ersetzen soll, aus.
In der Nacht versucht Bond die Radioaktivität der Disco Volante, der Yacht von Largo, zu messen, da er die Atombomben dort vermutet. Er kann dies jedoch nicht bestätigen. Auf dem Rückweg zum Hotel wird er von Fiona aufgelesen, welche im selben Hotel wohnt.
Während eines Flugs erkunden Bond und Leiter Largos Landgut und entdecken bei ihm ein Haifischbecken. Daraufhin folgt Bond dessen Einladung.
In der Nacht bricht Bond in Largos Haus ein. Allerdings bemerken Largos Männer den Einbruch und es kommt zum Zweikampf zwischen Bond und einem feindlichen Mann, wobei beide ins Haifischbecken stürzen. Largo schließt dieses mit einer elektrisch ausfahrbaren Plane ab und hetzt die Haie auf beide. Bond tötet seinen Gegner, holt die benötigte Luft mit dem Schnorchelstäbchen und flieht durch einen Tunnel in das Becken, aus dem die Haie kamen. Von dort gelangt er unerkannt zurück an Land.
In seinem Hotelzimmer wartet Fiona auf Bond, welche mit ihm zuerst eine Liebesnacht verbringt, ihn aber mit der Hilfe von einigen Männern zu Largo bringen soll. Doch Bond entkommt, als er den Wagen mit einer Flasche Hochprozentigem in Brand setzt und im Gewühl des Karnevals verschwindet. Er wird am Bein angeschossen und die Bösewichter folgen seiner Blutspur bis in einen Nachtklub. Dort wollen Largos Männer Bond erschießen, doch sie treffen nicht ihn, sondern Fiona, welche Bond zu einem Tanz aufgefordert hatte.
Auf der Suche nach dem entführten Flugzeug mit Leiter entdeckt Bond in der Nähe von Largos Landgut die getarnte Avro Vulcan. Bond taucht nach ihr, nimmt Beweismaterial für den Tod von Dominos Bruder mit und stellt das Verschwinden der Bomben fest. Da er hofft, dass Domino vom Aufenthaltsort der nuklearen Waffen weiß, sucht er sie auf, und sie kann von Bond überredet werden, gegen Largo zu arbeiten.
Währenddessen geht Bond mit an Bord der Disco Volante, die die Bomben aufladen soll. Während des Ausbuchtens der Bomben wird Bond von Largo enttarnt und kämpft mit ihm unter Wasser. Zwar kann er entkommen, wird aber in einem Lagerraum unter Wasser eingeschlossen. Wieder zurück auf der Disco Volante merkt Largo, dass Domino gegen ihn arbeitet, fesselt sie und will sie foltern. Vorher erscheint jedoch Dr. Kutze, der ihn zur Abfeuerung der Waffen holt.
Bond findet sich derweil in einer Bucht wieder. Dort sendet er einem Hubschrauber, auf dem sich Leiter befindet, ein Signal und wird von ihm an Bord geholt. Von einem Flugzeug aus springen mehrere Agenten ins Meer, die mit Harpunen und Dolchen die Feinde, die ebenfalls unter Wasser und ähnlich ausgerüstet sind, bekämpfen. Kurz darauf kommt auch Bond, der aus dem Hubschrauber springt, den Geheimdienstmännern zu Hilfe. Zusammen können sie die Feinde besiegen.
Kutze, der zuvor Largo geholt hat, befreit Domino von den Fesseln. Bond geht zeitgleich an Bord der Disco Volante. Dort kommt es zum Kampf zwischen ihm und Largo, der Unterstützung von seinen Männern erhält, wobei Bond das Boot auf Höchstgeschwindigkeit bringt. Die Anhänger von Largo lassen sich zwar schnell besiegen, allerdings besiegt Largo nach einem erbitterten Kampf Bond und hat im Sinn, ihn zu töten, als plötzlich Domino auftaucht und ihn mit einer Harpune erschießt. Noch im letzten Moment können Bond, Domino und ihr Retter vom Boot fliehen, bevor es an einem Felsen zerschellt.
Nun mitten im Meer, wirft ein Flugzeug Domino und Bond eine Luftmatte und ein Seil ab, das an einem Heliumballon festgemacht wurde. Beide machen sich daran fest und heben durch das Flugzeug, das das Seil auffängt, ab.
Drehorte [Bearbeiten]
In folgenden Ländern wurde gedreht:[2]
Kritiken [Bearbeiten]
„Mit vielen Unterwasserkämpfen in die Länge gezogenes Bond-Abenteuer. Zwar liebt und tötet der Held auch diesmal im Auftrag Ihrer Majestät, doch das Geschehen ist viel unrealistischer als in den geschickter gestalteten Vorgängern.“
Auszeichnungen [Bearbeiten]
Der Film erhielt 1966 den Oscar für die besten visuellen Effekte. Außerdem gewann er den Laurel Award als Bestes Action-Drama.
Gadgets [Bearbeiten]
- das Bond-Auto Aston Martin DB5, das bereits in Goldfinger verwendet wurde; diese Version war jedoch mit einem Heck-Wasserwerfer ausgestattet, der im vorherigen Film weder erwähnt noch verwendet wurde
- in der Eröffnungssequenz benutzt Bond einen Raketenrucksack (Bell Textron Jet), um von einem Landgut zu entkommen
- Ortungspille: Wenn Bond diese (radioaktive, aber harmlose) Pille schluckt, sendet sie ein Signal aus, das nur von einem bestimmten Gerät empfangen werden kann
- Mini-Mundlufttank: Wenn dieses kleine Gerät in den Mund gesteckt wird, liefert es etwa vier Minuten lang Luft unter Wasser
- Armbanduhr mit eingebautem Geigerzähler
- Hightech-Presslufttank mit aufgesetztem Schiffschraubenantrieb und Harpunenfunktion
- Spiegelreflexkamera mit Infrarotfilm für Unterwasserbilder und eingebautem Geigerzähler
Kontroverse [Bearbeiten]
Feuerball war ursprünglich als erste Folge einer geplanten Fernsehserie vorgesehen oder aber als eigenständiger Film. Für dieses Projekt erarbeitete Ian Fleming mit den Autoren Kevin McClory und Jack Whittingham die Kurzgeschichte und das Drehbuch. Als die Idee einer Serie fallengelassen wurde, übernahm Fleming die Geschichte und baute sie zu einem Roman aus. Das Buch wurde dann 1961 als neunter James-Bond-Roman veröffentlicht. Zu Beginn wurde lediglich Fleming als Autor angegeben. Seine Mitautoren verklagten ihn, was dazu führte, dass nicht Feuerball als erster Bond-Film gedreht wurde, sondern Dr. No.
Als Folge der Klage wurden McClory und Whittingham in späteren Auflagen des Romans als Mitautoren genannt, auch wenn Fleming weiterhin als Hauptautor galt. Zusätzlich erhielt McClory die Verfilmungsrechte. Nach dem kommerziellen Erfolg der ersten drei James-Bond-Filme einigten sich die Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman mit Kevin McClory auf die Verfilmung von Feuerball. Dieser wurde am Produktionsprozess und der Verteilung der Gewinne des Films der Eon Productions Ltd. beteiligt. Im Gegenzug durfte McClory zehn Jahre lang keine Verfilmung dieser Geschichte angehen.
Nach Ablauf dieser Frist 1975 begann Kevin McClory mit den Planungen zu einer Neuverfilmung der Geschichte. Bis zur Entstehung der Neuverfilmung Sag niemals nie 1983 standen sich bei Gerichtsprozessen McClory auf der einen und die Produzenten der James-Bond-Reihe und United Artists auf der anderen Seite gegenüber. Seitdem hat McClory wiederholt versucht, eine neue Version zu produzieren und auch die ihm zugesprochenen Rechte zu verkaufen.
Sonstiges [Bearbeiten]
- Der Originaltitel des Films sollte „Mister Kiss Kiss Bang Bang“ sein, und sogar ein Titelsong wurde fertiggestellt; aber der Name wurde schließlich geändert. Allerdings hat dieser Titel zwei Cameos im Film: als der Klub, in den Bond vor Fiona flüchtet („Club Kiss Kiss“), und der Titelsong als die Melodie, zu der Bond und Fiona tanzen.
- In der deutschen Version wurde das Drehbuch an der Stelle, an der Bond Graf Lippe im Dampfbad einschließt, so geändert, dass Bond ein lustiges Liedchen vor sich hinträllert. Im Original tut er das nicht, aber gemäß dem Audiokommentar zum Film hatten die Produzenten in der Tat vorgehabt, ihn ein Lied singen zu lassen. Das wurde dann schließlich wegen der Charakterdarstellung Bonds unterlassen.
- Der Solo-für-U.N.C.L.E.-Reunion-Film The Fifteen Years Later Affair bekam 1983 in Deutschland den Titel Thunderball.
- Der Titelsong sollte zuerst von Johnny Cash gesungen werden, der ihn auch aufnahm, doch dann entschied man sich für Tom Jones.
- Als Double für Claudine Auger in den Unterwasserszenen agierte Evelyn Boren.[3]
- In Deutschland wurde 1965 ein Filmplakat verboten, auf dem Sean Connery einen Gegner mit einer Harpune erschießt.[4] Grund war nicht die Gewaltdarstellung, sondern der Bikini eines Bondgirls sei zu klein ausgefallen. Daraufhin wurde das Dekolleté nur geringfügig kleiner dargestellt, um eine Freigabe zu erreichen.[4]
Soundtrack [Bearbeiten]
Der Soundtrack erschien erstmals bei United Artists Records im Jahre 1965 auf LP. In den 1980ern wurde eine erste CD-Pressung von EMI herausgebracht. Nach dem 40-Jahr-James-Bond-Jubiläum wurde 2003 eine neu aufgearbeitete Fassung von Capitol Records veröffentlicht. Die Extended Version beinhaltet verlängerte Musikstücke des Original-Soundtracks, die aufgrund der beschränkten Kapazität der LP weggeschnitten wurden.
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In Deutschland sang Alan Corb eine deutschsprachige Version des Titelliedes unter dem Titel Feuerball sowie auch eine deutsche Version Mr Kiss Kiss Bang Bang.
Synchronisation [Bearbeiten]
Synchronisiert wurde der Film durch die Ultra Film Synchron GmbH in Berlin.[5]
| Rolle | Darsteller | Synchronsprecher |
|---|---|---|
| James Bond | Sean Connery | Gert Günther Hoffmann |
| Domino Derval | Claudine Auger | Rosemarie Kirstein |
| Emilio Largo | Adolfo Celi | Martin Hirthe |
| Fiona Volpe | Luciana Paluzzi | Margot Leonard |
| Felix Leiter | Rik van Nutter | Michael Chevalier |
| Graf Lippe | Guy Doleman | Rainer Brandt |
| Patricia Fearing | Molly Peters | Marianne Mosa |
| Paula Caplan | Martine Beswick | Uta Hallant |
| M | Bernard Lee | Konrad Wagner |
| Moneypenny | Lois Maxwell | Lola Luigi |
| Q | Desmond Llewelyn | Harald Wolff |
| Vargas | Philip Locke | Christian Rode |
| Ladislav Kutze | George Pravda | Heinz Engelmann |
| Janni | Michael Brennan | Hans Walter Clasen |
| Angelo Palazzi / Major Francois Derval | Paul Stassino | Horst Niendorf |
| Ernst Stavro Blofeld | Anthony Dawson | Wilhelm Borchert |
| Phantom Nr. 5 (England) | Philip Stone | Friedrich Schoenfelder |
Literatur [Bearbeiten]
Danny Morgenstern, Manfred Hobsch: James Bond XXL. Schwarzkopf & Schwarzkopf, ISBN 3-89602-545-7
Weblinks [Bearbeiten]
- James Bond 007 – Feuerball in der Internet Movie Database (englisch)
- Thunderball bei MGM
- Vergleich der Schnittfassungen Kabel 1 Nachmittag - FSK 12 DVD von James Bond 007 - Feuerball bei Schnittberichte.com
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Freigabebescheinigung (PDF; 71 kB) der FSK, abgerufen am 2. Februar 2012
- ↑ Siegfried Tesche: Der große James Bond-Atlas. Wissen Media Verlag, Gütersloh/München 2008, ISBN 978-3-577-07305-9
- ↑ http://www.aveleyman.com/ActorCredit.aspx?ActorID=26320
- ↑ a b Welt am Sonntag: James Bond ist museumsreif, NRW, Seite 15, Nr. 46, WS, 11. November 2012
- ↑ James Bond 007 – Feuerball in der Deutschen Synchronkartei
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