James Buchanan

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter James Buchanan (Begriffsklärung) aufgeführt.
James Buchanan (vermutlich um 1860)
James Buchanans Unterschrift
Feierlichkeiten vor dem noch unfertigen Kapitolsgebäude zur Amtseinführung Buchanans am 4. März 1857

James Buchanan [bjuːˈkænən] (* 23. April 1791 in Mercersburg, Franklin County, Pennsylvania; † 1. Juni 1868 in Lancaster, Pennsylvania) war ein US-amerikanischer Politiker und der 15. Präsident der Vereinigten Staaten. Er amtierte vom 4. März 1857 bis zum 4. März 1861.

Leben[Bearbeiten]

Buchanan machte zunächst Karriere als Diplomat (unter Präsident Andrew Jackson war er von 1832 bis 1833 US-Gesandter in Russland) und als Mitglied des US-Senats. Unter anderem war er von 1836 bis 1841 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses im Senat. Von 1845 bis 1849 gehörte er als Außenminister dem Kabinett von Präsident James K. Polk an. 1853 bis 1856 war er als Nachfolger von Joseph Reed Ingersoll US-Botschafter im Vereinigten Königreich.

Gegen den amtierenden Präsidenten Franklin Pierce errang er 1856 die Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Demokratischen Partei. Im selben Jahr gewann er die Wahlen gegen John C. Frémont, den ersten Kandidaten der Republikanischen Partei und den ehemaligen Präsidenten Millard Fillmore der Know-Nothing Party. Buchanans Vizepräsident war John C. Breckinridge, ein Demokrat aus den Südstaaten, der während des Bürgerkriegs als General für die Konföderierten kämpfte.

Bereits bei seinem Amtsantritt waren die Beziehungen zwischen den Nord- und den Südstaaten stark zerrüttet. 1854 war mit der Verabschiedung des Kansas-Nebraska Act der Missouri-Kompromiss von 1820 aufgekündigt worden, nach dem die Sklaverei in allen neuen Staaten nördlich der Mason-Dixon-Linie verboten sein sollte, mit Ausnahme Missouris. In Kansas kam es zu bürgerkriegsähnlichen Unruhen zwischen Gegnern und Befürwortern der Sklaverei, die bis in die Mitte von Buchanans Amtszeit anhielten.

In den Südstaaten wurde bereits offen von Sezession gesprochen. Die Wahl des Republikaners Abraham Lincoln zu Buchanans Nachfolger im November 1860 nahm South Carolina am 20. Dezember 1860 zum Anlass, als erster Südstaat tatsächlich aus der Union auszutreten. Bis zu Lincolns Amtsantritt am 4. März 1861, also noch während Buchanans Präsidentschaft, folgten Georgia, Florida, Alabama, Louisiana, Mississippi und Texas diesem Beispiel.

Buchanans Position dazu war, dass die Einzelstaaten zwar kein Recht hätten, die Union zu verlassen, dass aber umgekehrt die Union auch kein Recht habe, sie daran zu hindern. Ebenso wandte er sich gegen den Abolitionismus. Durch diesen „Legalismus“, ohne eine Entscheidung zu treffen, tat er kaum mehr, als auf das Ende seiner Amtszeit zu warten. Da sich unter Buchanan der Konflikt zwischen Süd- und Nordstaaten verschärfte, ohne dass Buchanan etwas Effektives dagegen unternahm, wird er von den meisten Historikern als einer der schwächsten US-Präsidenten angesehen.[1]

Im Vorfeld der Präsidentschaftswahl 1860 strebte Buchanan keine zweite Amtszeit an. Zu seinem Nachfolger wurde der Republikaner Abraham Lincoln gewählt, der Buchanan am 4. März 1861 ablöste. Am Tag der Amtsübergabe wird Buchanan mit dem Satz „Wenn Sie so glücklich sind das Präisdentenamt anzutreten wie ich es bin dass ich es verlassen kann, dann sind Sie ein wirklich glücklicher Mann“, zitiert, den er gegenüber Lincoln ausgesprochen hatte.[2] Einen Monat später begann mit dem Angriff auf Fort Sumter der amerikanische Bürgerkrieg. Buchanan war der einzige unverheiratete Präsident der Vereinigten Staaten. Seine Nichte Harriet Lane fungierte in seiner Amtszeit als „First Lady“.

James Buchanan starb am 1. Juni 1868 im Alter von 77 Jahren an Respiratorischer Insuffizienz.

Homosexualität[Bearbeiten]

Einige Historiker sind der Auffassung, dass William R. King, Vizepräsident unter Präsident Pierce, in einer homosexuellen Dauerbeziehung mit James Buchanan lebte. Beide waren ledig und lebten 16 Jahre lang in einer Wohnung in Washington zusammen. King wurde von Präsident Jackson als „Miss Nancy“ betitelt, einer Bezeichnung für Homosexuelle. [3]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Eine Übersicht verschiedener Historikerumfragen findet sich in der englischen Wikipedia
  2. Brainy Quotes: Zitate James Buchanan
  3. James W. Loewen; Lies Across America: What Our Historic Sites Get Wrong; 1999, ISBN 1-56584-344-4

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: James Buchanan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien