James Douglas, 14. Earl of Morton

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Sir James, 1740

James Douglas, 14. Earl of Morton (* 1702 in Edinburgh; † 12. Oktober 1768 in Chiswick, London) war ein schottischer Peer aus dem Haus Douglas, Politiker und ein Naturforscher, der sich vor allem mit Astronomie befasste.

Leben[Bearbeiten]

Familie und frühe Jahre[Bearbeiten]

James Douglas mit Familie, 1740 (rechts Sholto Charles, spätere 15. Earl of Morton)

James Douglas wurde 1702 als ältester der drei Söhne von George Douglas, 13. Earl of Morton (* 1662; † 1738) und dessen zweiter Frau Frances, Tochter von William Adderley of Halstow, in Edinburgh geboren. 1722 graduierte er auf dem King’s College, Cambridge zum Master of Arts. Anschließend bereiste er mehrere Jahre den Kontinent, sich selbst dem Studium der Physik widmend. Seine derart erworbenen Kenntnisse machten ihn bei seiner Rückkehr nach Schottland zu einem allseits geachteten Wissenschaftler unter den schottischen Gelehrten; unter diesen verband ihn eine besonders enge Freundschaft mit dem bedeutenden Mathematiker Colin Maclaurin. Wahrscheinlich hat er seine Studien an der Universität Edinburgh derweil noch vertieft.

Mit dem Tod seines Vaters 1738 wurde er zum 14. Earl of Morton; bis dahin war sein Titel als erster Erbe der Earlswürde seit dem Ableben seines unverheirateten Onkels, Robert Douglas, 12. Earl of Morton im Jahre 1730 Lord Aberdour. Im selben Jahr wurde er in den exklusiven Orden von der Distel aufgenommen. Sir James starb 1668 in Chiswick und wurde wahrscheinlich in Edinburgh beerdigt, nachdem sein Leichnam dort von Sir John Pringle anatomiert worden war. Lord Morton war zweimal verheiratet; aus seiner ersten Ehe mit Agatha Halyburton stammt sein Sohn und Nachfolger Sholto Charles Douglas, 15. Earl of Morton (* 1732; † 1774).[1]

Akademische Laufbahn[Bearbeiten]

Von 1737 bis zu seinem Tod war er Gründungspräsident der naturwissenschaftlich geprägten Gelehrtengesellschaft Society for Improving Arts and Sciences, der Vorläufergesellschaft der Royal Society of Edinburgh, an dessen Gründung er zusammen mit seinem Freund Maclaurin maßgeblich beteiligt gewesen war. Zudem wurde er 1763 zum Nachfolger von George Parker, 2. Earl of Macclesfield als Präsident der Royal Society of London gewählt, deren Mitglied er seit 1733 war. Er trat das Amt nach dem Tod von Macclesfield im Folgejahr an und hatte es seinerseits bis zu seinem Ableben inne. Gleichfalls übernahm er Macclesfields Platz als eines der acht ausländischen Mitglieder der Pariser Académie des sciences.[1]

Lord Morton setzte sich als Astronom und Förderer von James Cook entschieden für die Realisierung von dessen erster Südseereise auf der Endeavour ab 1768 ein, deren Zweck vor allem die Beobachtung eines astronomischen Phänomens sein sollte. Zu Mortons Aufgaben als Präsident der Londoner Royal Sociey gehörte dann auch die Akquirierung der dazu nötigen staatlichen Förderung.[1]

Außerdem war Sir James einer der ersten Verwalter des Britischen Museums und hat sich als Keeper of Records of Scotland (Hüter der Aufzeichnungen) um das schottische Archivwesen verdient gemacht.[2]

Politische Laufbahn[Bearbeiten]

Wappen der Earl of Morton

James Douglas wurde 1739 als Nachfolger des verstorbenen Charles Douglas, 2. Earl of Selkirk zu einem der 16 representative peer for Scotland gewählt, die als Vertreter der Peerage of Scotland Mitglieder des House of Lords waren. Im Parlament war er zwar Parteigänger von Thomas Pelham-Holles, 1. Duke of Newcastle-upon-Tyne, doch blieb seine Politik undurchsichtig. 1742 erwirkte er einen Parlamentsakt, der ihn selbst zum unumschränkten Eigner von Orkney und Shetland machte. Allerdings veräußerte er seine Rechte an den Inseln bald darauf aufgrund verschiedener Schwierigkeiten. 1746 wurde er in Paris verhaftet und drei Monate auf der Bastille inhaftiert. Begründet wurde dies mit mangelhaften Personaldokumenten, jedoch werden seine jakobitischen Tendenzen als wahrer Grund vermutet.[2]

1739 wurde Sir James zum Lord of the Bedchamber und 1760 zum Lord Clerk Register ernannt, dem ältesten der noch bestehenden höchsten Staatsämtern Schottlands und war damit einer der Great Officers of State (Große Staatsbeamte) Großbritanniens. [1]

Vermischtes[Bearbeiten]

  • James Cook benannte auf seiner ersten Südseereise 1770 die Moreton Bay nach Morton, der bei Cooks Abreise 1668 noch Präsident der Royal Society war. Die falsche Schreibweise geht auf einen Schreibfehler zurück.
  • Morton ließ bei seiner Übersiedlung nach Edinburgh zwischen seinem Herrenhaus in Aberdour (Aberdour House) und dem vorherigen Stammsitz der Earl of Morton Aberdour Castle den 12 Meter hohen Aberdour House Obelisk errichten, um von seinem neuen Wohnsitz seine etwa 15 km (Luftlinie über den Firth of Forth) entfernte Heimat ausmachen zu können.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d The Douglas Archives: James Douglas, 14th Earl of Morton, abgerufen 5. Dezember 2013
  2. a b Dictionary of National Biography: Douglas, James (1702-1768) (DNB00), auf Wikisource, abgerufen 6. Dezember 2013