James Gibbons

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Dieser Artikel behandelt den US-amerikanischen Erzbischof; für den irischen Politiker siehe James Gibbons (Politiker).
Kardinal Gibbons (um 1900)
Wappen

James Kardinal Gibbons (* 23. Juli 1834 in Baltimore, USA; † 24. März 1921 ebenda) war Erzbischof von Baltimore.

Leben[Bearbeiten]

Der Sohn eines irischen Einwanderers hatte noch zwei Brüder und drei Schwestern. Als sich die Gesundheit seines Vaters verschlechterte, kehrte die Familie nach Irland zurück. Als sein Vater 1847 verstarb und die wirtschaftliche Situation der Familie nicht zum Besten stand, kehrte die Mutter mit den Kindern wieder in die USA zurück.

Nun in New Orleans lebend, arbeitete Gibbons in verschiedenen Unternehmen zur wirtschaftlichen Unterstützung seiner Familie; so auch in einem Lebensmittelgeschäft, dessen Inhaber den intelligenten jungen Gibbons schätzte und ihn in seinen wirtschaftlichen Interessen und Fähigkeiten sehr unterstützte.

Im Frühjahr 1854 unternahmen die Redemptoristen in seiner Pfarrgemeinde eine Volksmission. Unter deren Eindruck entschloss sich Gibbons, Priester zu werden, wovon sein Arbeitgeber ihn mit Überredung und Gehaltszulagen abzubringen versuchte. Doch 1855 begann er in Baltimore seine theologischen Studien und trat in das dortige Priesterseminar ein. Am 30. Juni 1861 zum Priester geweiht, begann er seine seelsorglichen Tätigkeiten in Baltimore, das damals vom Bürgerkrieg gezeichnet war.

Schon bald erfuhr der Erzbischof von seinen hervorragenden Predigten und großen Fähigkeiten. Er berief ihn in die Diözesanverwaltung und ernannte ihn zu seinem Rat. Am 3. März 1868 wurde Gibbons zum Apostolischen Vikar von North Carolina und zum Titularbischof von Adramyttium ernannt. Das Apostolische Vikariat zählte damals lediglich 700 Katholiken auf 50.000 m². Die Bischofsweihe empfing er am 16. August 1868 durch den Erzbischof von Baltimore, Martin John Spalding. Mitkonsekratoren waren der Bischof von Charleston, Patrick Neeson Lynch, und der Bischof von Pittsburgh, Michael Domenec.

Nachdem er 1869 als jüngster Bischof am Ersten Vatikanischen Konzil teilgenommen hatte, wurde er am 30. Juli 1872 zum Bischof von Richmond ernannt, wo er am 20. Oktober 1872 inthronisiert wurde. Bereits am 20. Mai 1877 erreichte ihn die Ernennung zum Koadjutorerzbischof von Baltimore und Titularerzbischof von Ionopolis. Als Bischof von Richmond entpflichtet begab er sich nach Baltimore, wo er bereits am 3. Oktober 1877 die Nachfolge des Erzbischofs antrat.

Gibbons, der stets ein begeisterter Amerikaner war, arbeitete erfolgreich für die Integration der Katholischen Kirche in der amerikanischen Gesellschaft, sorgte sich aber auch um die Einwanderer und die Priesterausbildung. Er war von Katholiken und Protestanten gleichermaßen hoch geachtet. Am 7. Juni 1886 nahm ihn Papst Leo XIII. als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santa Maria in Trastevere in das Kardinalskollegium auf.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: James Gibbons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


Vorgänger Amt Nachfolger
- Apostolischer Vikar von North Carolina
1868–1872
Henry Pinckney Northrop
John McGill Bischof von Richmond
1872–1877
John Joseph Keane
James Roosevelt Bayley Erzbischof von Baltimore
1877–1921
Michael Joseph Curley
José Sebastião Neto OFMDisc Kardinalprotopriester
1920–1921
Michael Logue