James Island

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter James Island (Begriffsklärung) aufgeführt.

Vorlage:Infobox Insel/Wartung/Höhe fehlt

Kunta Kinteh Island
bis 2011 offiziell: „James Island“
Kunta Kinteh Island 2004
Kunta Kinteh Island 2004
Gewässer Gambia (Fluss)
Geographische Lage 13° 19′ 2,9″ N, 16° 21′ 41,4″ W13.317486111111-16.3615Koordinaten: 13° 19′ 2,9″ N, 16° 21′ 41,4″ W
Kunta Kinteh Islandbis 2011 offiziell: „James Island“ (Gambia)
Kunta Kinteh Islandbis 2011 offiziell: „James Island“
Fläche 0,35 ha
Einwohner (unbewohnt)
Kunta Kinteh Island 2008
Kunta Kinteh Island 2008

Kunta Kinteh Island (bis 2011 James Island) ist eine kleine Binneninsel im Fluss Gambia mit historischer Bedeutung. Sie wurde in die Liste UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Mehr als 15.000 Touristen besuchen pro Jahr die Insel.

Geographie[Bearbeiten]

Kunta Kinteh Island mit einer Fläche von etwa 0,35 Hektar liegt in der North Bank Region vor dem Distrikt Upper Nuimi. Die Insel ist ca. 30 Kilometer von der Flussmündung in den Atlantischen Ozean und ca. fünf Kilometer von dem Dorf Juffure entfernt.

Geschichte[Bearbeiten]

Fort James auf James Island (1755)
Ruinen von Fort James

Die ersten Europäer, die den Gambia-Fluss im 16. Jahrhundert befuhren, waren die Portugiesen; sie nannten die kleine Insel Isla de Andrea (englisch St. Andrew's Island).

Herzog Jakob Kettler aus Kurland wollte im 17. Jahrhundert Kolonien am Gambia-Fluss sowie in der südlichen Karibik auf Tobago aufbauen, um Kurland wirtschaftlich zu stärken. Dazu ließ er auf der Insel, die an strategisch günstiger Position im Fluss liegt und nun Jakobs Insel genannt wurde, eine Niederlassung errichten. Vom Jahr 1651 an benutzten die Kurländer die Insel als Handelsstation, bis der Herzog 1658 während des Zweiten Nordischen Krieges in schwedische Gefangenschaft geriet und damit die kurze Zeit des kurländischen Kolonialismus zu Ende war.

Die Insel wurde im Jahr 1661 von England übernommen. Die Briten gaben der Insel zu Ehren ihres Königs James II. den Namen James Island. Sie nutzten sie zuerst für den Gold- und Elfenbeinhandel, später für den Sklavenhandel. 1695 wurde die Insel nach einer Schlacht mit britischen Seeleuten von den Franzosen erobert. Sie wurde 1697 zurückerobert, 1702 jedoch erneut von den Franzosen eingenommen. Mit dem Pariser Frieden von 1763 übernahm Großbritannien die Herrschaft über Gambia und damit auch wieder über James Island. Am 18. Februar 1965 wurde Gambia als konstitutionelle Monarchie in das Commonwealth of Nations aufgenommen und am 24. April 1970 in eine Republik innerhalb des Commonwealth umgewandelt.

James Island wurde am 6. Februar 2011 in „Kunta Kinteh Island“ umbenannt.[1]

Weltkulturerbe[Bearbeiten]

Fort James 2010

Da die Insel als historischer Ort den westafrikanischen Sklavenhandel dokumentiert, zählt sie seit 2003 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Mit James Island and Related Sites wurden sieben Objekte zusammengefasst. Die Festung Fort James, die auf James Island lag, ist heute nur noch teilweise vorhanden. Teile wurden von den Gezeiten weggeschwemmt, zu sehen sind Mauerreste auf dem Kern der Insel.

Bei den ungewöhnlich heftigen Regenfällen im August bis September 2008, die von Windböen begleitet wurden, wurde unter anderem Kunta Kinteh Island beschädigt. Auch die Stätten Kerr Batch Stone Circles Museum sowie das Gebäude der Compagnie Française d'Afrique Occidentale wurden in Mitleidenschaft gezogen. Die Prinz-Claus-Stiftung für Kultur und Entwicklung unterstützte die Reparatur und Wiederherstellung mit einer gesamten Summe für die drei Stätten von 44.300 Euro.[2]

Belletristik[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. James Island renamed The Daily Observer vom 7. Februar 2011
  2. Floods and severe rainfall lead to damage cultural heritage in Gambia, August- September 2008, Zugriff Juni 2010

Weblinks[Bearbeiten]