Jim Jeffords

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Jim Jeffords

James Merrill „Jim“ Jeffords (* 11. Mai 1934 in Rutland, Vermont; † 18. August 2014 in Washington, D.C.) war ein US-amerikanischer Politiker, der von 1989 bis 2007 den Bundesstaat Vermont im US-Senat vertrat. Der ehemalige Republikaner trat 2001 aus seiner Partei aus und war bis zu seinem Ausscheiden das einzige unabhängige Senatsmitglied. Er trat bei den Senatswahlen im November 2006 nicht wieder an. Sein Nachfolger wurde der ebenfalls unabhängige Bernie Sanders.

Jugend und Familie[Bearbeiten]

Jeffords ist der Sohn von Olin Jeffords, einem ehemaligen Obersten Richter am Vermont Supreme Court. Er studierte an der Yale University (Abschluss 1956) und der Harvard Law School (Abschluss 1962). Er diente von 1956 bis 1959 in der United States Navy und war Offizier der Reserve bis 1990. Er war mit Elizabeth Dailey verheiratet, hatte zwei Kinder und wohnte mit seiner Familie in Shrewsbury.

Politik[Bearbeiten]

Jeffords gewann 1966 die Wahl in den Senat von Vermont. 1968 wurde er direkt gewählter Justizminister (Attorney General) von Vermont. 1974 gewann er den einzigen Sitz, den Vermont im US-Repräsentantenhaus hat, und behielt den Posten, bis er 1988 in den US-Senat gewählt wurde.

Jeffords’ Arbeit im Kongress konzentrierte sich vor allem auf die Themenfelder Bildungspolitik und Arbeit mit Behinderten. Seit 2000 beschäftigte er sich auch zunehmend mit der Umweltpolitik. Zusammen mit Paul Simon war er einer von zwei US-Senatoren, die sich vehement für die Unterstützungsmission der Vereinten Nationen für Ruanda (UNAMIR) einsetzten. Er war Mitgründer der Kongress-Initiative für Solarenergie.

Parteiaustritt[Bearbeiten]

Jim Jeffords (Mitte) mit seinem Nachfolger Bernie Sanders (links) und Vermonts zweitem Senator Patrick Leahy

Jeffords trat am 5. Juni 2001 aus der Republikanischen Partei aus. Die Mehrheitsverhältnisse im Senat änderten sich dadurch von einer hauchdünnen Mehrheit der Republikaner (50:50, die Stimme des republikanischen Vizepräsidenten Dick Cheney stellte ihnen die Mehrheit sicher) zu einer hauchdünnen Mehrheit für die Demokraten (50:49). Unter der Bedingung, dass er auch weiterhin Ausschussvorsitzender bleiben würde, wählte er mit den Demokraten und gab ihnen damit die Abstimmungsmehrheit. Jeffords trat als Vorsitzender im Gesundheits- und Bildungsausschuss zurück und bekam dafür den Vorsitz im Umweltausschuss. Nachdem die Demokraten die Kongresswahlen 2002 deutlich verloren hatten, verlor er diesen Posten an einen Republikaner.

Jeffords verabredete mit den Demokraten, dass er – es sei denn, dies würde vorher durch eine Absprache geklärt – mit ihnen in Geschäftsordnungsfragen stimmt; zum Ausgleich dafür bekam er die Ausschusssitze, die er bekommen hätte, wäre er in seiner gesamten Kongresszeit Demokrat gewesen. In inhaltlichen Fragen konnte er stimmen, wie er wollte, stimmte aber trotzdem meist zusammen mit den Demokraten. Auch schon vor seinem Wechsel folgte er der Tradition der Republikaner aus Vermont, sehr liberal abzustimmen. Schon in dieser Zeit stimmte er dem Civil Rights Act of 1991 zu, der Brady Bill zur Kontrolle von Handfeuerwaffen ebenso wie dem Family and Medical Leave Act. Er stimmte für die Aufnahme Homosexueller in das US-Militär und gegen enge Handelsbeziehungen zu China. Er war vehement gegen die Berufung von Clarence Thomas in den Supreme Court und damit einer von nur zwei Republikanern, die dagegen stimmten. Nach seinem Wechsel stimmte er beispielsweise 2006 als einer von nur zehn Senatoren gegen die Verlängerung des USA PATRIOT Act.

Jeffords stimmte am 11. Oktober 2002 als einer von 23 Senatoren gegen den US-Einmarsch in den Irak.

Rückzug aus der Politik[Bearbeiten]

Jeffords gab im April 2005 bekannt, dass er nicht mehr zur Senatswahl 2006 antreten werde. Der 70-Jährige machte die Krebserkrankung seiner Frau und seine eigene nachlassende Gesundheit als Gründe geltend. Da der hohe Favorit für die Wahl in Vermont damit nicht mehr antrat, erklärte Bernie Sanders, zuvor das einzige unabhängige Mitglied im Repräsentantenhaus, dass er für den Senatorenposten kandidieren werde. Er entschied die Wahl dann auch für sich. Jeffords starb am 18. August 2014 in Washington, D.C. im Alter von 80 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung.[1]

Bücher[Bearbeiten]

  • James M. Jeffords, My Declaration of Independence (Simon & Schuster, 2001), ISBN 0743228421
  • James M. Jeffords, An Independent Man (Simon & Schuster, 2003), ISBN 074322843X

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jim Jeffords – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bruce Weber: Jim Jeffords, Who Altered Power in Senate, Dies at 80. Nachruf in The New York Times vom 18. August 2014 (englisch, abgerufen am 19. August 2014).