James Mellaart

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

James Mellaart (* 14. November 1925 in London; † 29. Juli 2012[1]) war ein britischer Prähistoriker, der besonders durch seine Arbeit am neolithischen Tell von Çatalhöyük in der Türkei bekannt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Mellaart studierte Ägyptologie in Leiden und London. Anfang der 1950er-Jahre erhielt er ein Stipendium für archäologische Feldforschungen in Anatolien. Er bereiste zwei Jahre das anatolische Hochland, erlernte die Türkische Sprache, machte Notizen und fertigte Skizzen an. Er lernte von den Einheimischen, woran mögliche Fundstätten erkannt werden können. Er sammelte vereinzelte Fundstücke auf, um das Alter der jeweils oberen Siedlungsschicht ermitteln zu können. Ab Mitte der 1950er-Jahre lehrte er an der Universität Istanbul. Er konnte eine Stelle als Assistant Director des British Institute of Archaeology in Ankara finden und war an Ausgrabungen im Nahen Osten beteiligt. Nennenswert sind unter anderem Ausgrabungen unter Seton Lloyd in Beycesultan.[2]

1957 erfuhr er durch Gespräche mit Einheimischen von Funden nahe der Stadt Burdur. Vor Ort fand er einen durch Schwarzgräber bereits angegrabenen Kulturhügel mit chalkolithischen Fundstücken. Er erwarb die Grabungslizenz und fand zunächst eine chalkolithische Siedlung und unter dieser bei seinen bis 1961 dauernden Ausgrabungen eine als Hacılar bekanntgewordene neolithische stadtartige Siedlung.[3]

1961 begann Mellaart mit der Assistenz seiner türkischen Frau Ausgrabungen im 8.000–10.000 Jahre alten Çatal Höyük, die er bis in die Mitte der 1960er Jahre leitete. 1964 begann er am Institute of Archaeology der Universität London anatolische Archäologie zu lehren, nachdem ihm im Zusammenhang mit der Dorak-Affäre die Grabungserlaubnis entzogen worden war.

2005 zog sich Mellaart von der Unterrichtstätigkeit zurück. Er lebte mit seiner Frau in Nordlondon.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Anatolian Chronology in the Early and Middle Bronze Age. In: Anatolian Studies 7, 1957.
  • Early Cultures of the South Anatolian Plateau. The Late Chalcolithic and Early Bronze Ages in the Konya Plain. In: Anatolian Studies 13, 1963.
  • Çatalhöyük. A Neolithic Town in Anatolia, London, 1967.
    • deutscher Titel: Çatal Hüyük. Stadt aus der Steinzeit. 2. Auflage, Lübbe, Bergisch Gladbach 1973, ISBN 3-7857-0034-2.
  • Excavations at Hacilar. Edinburgh University Press, Edinburgh 1970.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kenneth Pearson & Patricia Connor: Die Dorak-Affäre. Schätze, Schmuggler, Journalisten. Zsolnay, Wien, Hamburg 1968
  • Michael Balter: The Goddess and the Bull. Çatalhöyük: An Archaeological Journey to the Dawn of Civilization. Free Press, New York 2005, ISBN 0-7432-4360-9; Left Coast Press, Walnut Creek (CA) 2006, ISBN 1-59874-069-5

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]
  2. Dora Jane Hamblin: Türkei – Land der lebenden Legenden. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1975, ISBN 3-404-25012-5, S. 168.
  3. Dora Jane Hamblin: Türkei – Land der lebenden Legenden. Bastei-Lübbe, Bergisch Gladbach 1975, ISBN 3-404-25012-5, S. 169.