James Petras

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James Petras (* 17. Januar 1937 in Boston, Massachusetts) ist ein emeritierter Professor für Soziologie der Saint Mary's University in Halifax (Nova Scotia), Kanada. Er publiziert über politische Fragen Lateinamerikas und des Mittleren Ostens.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Petras promovierte an der University of California in Berkeley.[1] 1972 trat er in das Soziologie-Department der Binghamton University ein.[2] 1982–1984 war er Direktor des Instituts für mediterrane Studien in Athen.

Petras ist Autor von 62 Büchern, die in 29 Sprachen übersetzt wurden, sowie von 600 Fachartikeln und 2000 Presseartikeln und beschreibt sich selbst als „revolutionären und anti-imperialistischen Aktivisten und Autor“. Er arbeitete für die brasilianische Landlosen-Bewegung MST [3] und war 1973-76 Mitglied des Russell-Tribunal on Repression in Latin America.

Bücher zur „Israel-Lobby in den USA“[Bearbeiten]

Petras' letztes Buch Rulers and Ruled in the U.S. Empire: Bankers, Zionists, Militants (2008) befasst sich mit dem, was er den unheilvollen Einfluss US-amerikanischer Juden auf die US-Außenpolitik nennt. Nach dem Herausgeber Clarity Press zeigt das Buch die globale Hegemonie auf, die „die finanzielle Herrschaftsschicht, die zionistische Machtkonstellation und die mit ihnen kollaborierende, gesetzgebende Klientel“ darstellt.

In The Power of Israel in the United States zitiert Petras aus dem Forbes Magazine, dass die amerikanischen Juden weniger als 2 % der Bevölkerung, jedoch 25 bis 30 % der reichsten Familien stellen. Er erklärt, dass sie ihren Reichtum effektiv einsetzen. So zitiert er Richard Cohen (Washington Post), wonach sie die Republikanische Partei zu 35 % und die Demokraten zu 60 % über Parteispenden finanzieren.

Ein Artikel von 2006 mit dem Titel „9/11 Anti-Semitic Conspiracy Theories Still Abound“ der Anti-Defamation League kritisiert Petras' Behauptung, es gäbe Hinweise, dass „die Israelis“ möglicherweise über die Terroranschläge am 11. September 2001 informiert gewesen seien, diese Informationen aber von der US-Regierung zurückgehalten würden, als antisemitische Verschwörungstheorie.[4] Auch andere Kritiker werfen Petras Antisemitismus vor.[5]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Von der Western Political Science Association erhielt Petras 1968 den Preis für die beste Dissertation. Die Marxistische Soziologie-Sektion der American Sociological Association verlieh ihm den Distinguished Service Award. Für das beste Buch des Jahres 2002 erhielt er den Robert Kenny Award.

Auswahl Bibliographie[Bearbeiten]

  • Rulers and Ruled in the US Empire: Bankers, Zionists and Militants, Clarity Press, Inc. 2007, ISBN 978-0932863546
  • The Power of Israel in the United States, Clarity Press, Inc. 2006, ISBN 0-932863-51-5
    • Herr oder Knecht?. Zambon. 2008
  • Empire with Imperialism: The Globalizing Dynamics of Neoliberal Capitalism, Luciano Vasapollo, Zed Books, 2006.
  • Social Movements and State Power: Argentina, Brazil, Bolivia, Ecuador, with Henry Veltmeyer, Pluto Press, 2005.
  • Globalization Unmasked: Imperialism in the 21st Century, with Henry Veltmeyer, Zed Books, 2001.
  • The Dynamics of Social Change in Latin America, with Henry Veltmeyer, Palgrave Macmillan, 2000.
  • Empire or Republic: Global Power or Domestic Decay in the US, with Morris Morley, Routledge, 1994.
  • Latin America in the Time of Cholera: Electoral Politics, Market Economics, and Permanent Crisis, Routledge, 1992.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. persönliche Webseite
  2. Binghamton University Mitarbeiterliste
  3. Movimento dos Trabalhadore Rurais Sem Terra
  4. 9/11 Anti-Semitic Conspiracy Theories Still Abound, Anti-Defamation League, September 7, 2006.
  5. Siehe zum Beispiel Theo Bruns: James Petras und der "Geist von Auschwitz". Die antisemitischen Ausfälle des linken US-Soziologen, auf haGalil, Juni 2002.

Weblinks[Bearbeiten]